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Projektteilnehmer “Podcasting mit Office 365 und Microsoft Stream” gesucht

Ich versuche schon seit einer ganzen Weile, das Medium Podcast in die Wissensmanagement-Ansätze von Organisationen zu bringen. Ich finde (Knowledge) Podcasts sehr gut für den Wissenstransfer, weil man den Experten und Erfahrungsträgern direkt bei ihren Ausführungen und Erfahrungsgeschichten zuhören kann. Anders als bei Texten sind die Emotionen in Audio “spürbar” und diese sind besonders wichtig für gelingenden Wissenstransfer.

Doch leider gibt es für Podcasts in Unternehmen noch viele Barrieren. Es gibt keine internen Podcasting-Plattformen und wenn doch, können nicht aller Mitarbeiter*innen diese Nutzen. Die Office-PCs und -Laptops sind nicht mit Audio-Software wie beispielsweise Digital Audio Workstations (DAW) ausgestattet. Benötogte Audio-Hardware wie Mikrofone, Audio-Interfaces oder Audio-Recorder können nicht über die üblichen Bestellprozesse geordert werden. Diese und weitere Probleme habe ich in einem Vortrag zusammen mit @derPupe auf der Subscribe 10 beleuchtet:

Interne Multimedia-Plattformen wie beispielsweise Kaltura (z.B. Siemens myVideo) oder Vimp (z.B. Audi mediathek) sind hauptsächlich auf Video ausgerichtet und haben in den Unternehmen auch noch keine so große Verbreitung erfahren, dass sich außenrum eine Corporate Podcasting Community hat bilden können. Für etwas vielversprechender halte ich die zunehmende Verbreitung von Office 365, das über kurz oder lang mit Yammer und Teams die Funktionen Social Networking und Social Collaboration übernehmen werden (weil es Standardsoftware ist/wird) und das mit Microsoft Stream ein Plattform zur Abbildung eines internen YouTube mit sich bringt (kleiner Nachteil: bisher nur Video, kein Audio).

Im Folgenden eine kleine Einschätzung von Funktionen und Eigenschaften von Stream aus der Perspektive des internen Podcastings:

  • Der eigene Podcast: In Stream kann jeder Mitarbeiter Kanäle und damit den Ort für den eigenen Podcast anlegen. Ein Kanal hat ein Titel, eine Beschreibung und ein Bild für die Startseite. Der Kanal kann in der ganzen Organisation sichtbar sein (für intern offene Podcasts) oder auf eine Gruppe beschränkt (z.B. Sales Podcast).
  • Upload von Episoden: in einen Kanal können Video-Dateien (z.B. MP4) hochgeladen werden. Audio-Dateien (z.B. FLAC, MP3) müssen vorher in ein Videoformat konvertiert werden. Jede Episode kann mit einem Titel, einer Beschreibung (für die Podcast Shownotes) und der Sprachinformation (z.B. für automatische Transkription) versehen werden.
  • Kommentierung und Community: Podcasts leben von einer aktiven Community die über Kommentare oder Hörertreffen i.d.R. eine viel größere Nähe zu den Podcast-Machern hat, als das bei Radiosendern oder News-Redaktionen der Fall ist. Stream erlaubt sowohl im Web-Interface, als auch in der mobilen App die Kommentierung der Episoden.
  • Offline-Verfügbarkeit: die mobilen Apps erlauben, einzelne Episoden auf Endgeräten wie beispielsweise dem iPhone herunterzuladen. Das kommt vom Nutzungsszenario schon recht nah an das übliche Szenario des Abonnieren eines Podcasts und dem Herunterladen von Episoden heran.
  • Untertitel und Transkription: die Künstliche-Intelligenz-Funktionen von Office 365 erlauben das automatische Erstellen von Untertiteln zu Episoden (aktuell nur für Englisch und Spanisch). Die Untertitel im WebVTT Format können heruntergeladen, verbessert und wieder hochgeladen werden (auf diesem Weg sind ca. 30 Sprachen für Untertitel möglich).

Alles in allem glaube ich, dass Stream als Teil von Office 365 das beste Stück Plattform ist, dass wir in Breite für das Podcasting in den nächsten 2-3 Jahren in Organisationen haben werden. Deshalb suchen wir nach 5-10 Organisationen die mit jeweils 2-3 Teilnehmer*innen an einem Projekt “Podcasting mit Office 365 und Microsoft Stream” mit folgendem Ablauf teilnehmen möchten (Kosten: € 3.000,- netto je Organisation):

  • Eintägige Podcast-Werkstatt in der Cogneon Akademie in Nürnberg, dabei Einführung in Podcast-Workflow, -Hardware und Software anhand des lernOS Podcasting Guides sowie Aufnahmen und Schnitt von 2-3 eigenen Episoden (Podcast-Studios sind vorhanden, s.a. Medialab in COPEDIA).
  • Umsetzung der Podcast-Ansätze in den Organisationen zum Sammeln eigener Erfahrungen. Begleitend wird es eine Online-Gruppe auf CONNECT, in der kontinuierlich Fragen gestellt und Erfahrungen gesammelt werden. Falls Microsoft Stream in der Organisation nicht eingesetzt wird, kann eine erste Umsetzung auch mit OneDrive oder auch OneNote erfolgen.
  • Webkonferenz ca. 4-6 Wochen nach der Podcast-Werkstatt (ca. 2-3 Stunde), in der alle Projektteilnehmer ihre Ergebnisse vorstellen und offene Fragen beantwortet werden können.

Falls ihr mit eurer Organisation Interesse an so einem Projekt habt, meldet euch bei uns oder schreibt einen kurzen Kommentar unten. Wir werden in einem Newsletter im September noch einen Aufruf starten und schauen, ob mindestens fünf Organisationen zusammen kommen. Mit diesen starten wir dann in die Terminfindung.

Livestream vom lernOS Rockstars Camp

Mit Audio und Video zur Wissensbewahrung beschäftige ich mich im Rahmen unserer Expert Debriefing Methode schon sehr lange. Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir unseren Ansatz des internen Podcastings im Rahmen des Wissenstransfers entwickelt. Und auch im Design von Veranstaltungen spielt das Thema eine immer größere Rolle. Insbesondere bei Community-orientierten Veranstaltungen helfen Livestream und Aufzeichnung, entfernte Community-Mitglieder einzubinden und auch nach der Veranstaltung einen Anlass für Diskussion und Aktion zu bieten.

Klares Vorbild für mich ist das Video-Team c3voc des Chaos Computer Club. Von allen größeren Veranstaltungen gibt es einen Video-Livestream und alle Vorträge werden im Nachgang auf media.ccc.de als Audio- und Video-Podcast sowie auf YouTube bereitgestellt. Ich habe den gesamten Feed von media.ccc.de abonniert und bekomme so in meiner Podcast-App (Castro) sofort mit, wenn neue Aufzeichnungen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise bin ich schon auf viele spannende Themen gestoßen, die sonst an mir vorbei gegangen wären (Serendipity Effekt).

Mit diesen Erfahrungen war mir schon bei unserer KnowTouch 2016 und KnowTouch 2018 klar, dass wir Livestream und Aufzeichnungen anbieten müssen. Wir haben uns ein Konzept dafür überlegt, das natürlich viel schlanker ausfällt, als das des c3voc. Die Konfiguration haben wir kontinuierlich weiterentwickelt, der letzte Einsatz war beim Livestream des kuratierten Tracks Arbeitswelten der Zukunft des KnowledgeCamp 2018.

Falls ihr mal ein ähnliches Setup aufsetzen wollt, hier eine kleine Übersicht der verwendeten Hard- und Software:

  • Streaming-Rechner: ein Intel Mini-PC NUC i7 mit 16 GB RAM und Windows 10
  • Streaming-Software: wir verwenden das Open Broadcaster Studio (OBS) für die Bildkomposition, die Aufzeichnung auf dem Rechner und das Streamen zu YouTube-Live. OBS kommt aus der Gamer-Szene, ist sehr performant und sehr leicht zu bedienen.
  • Kamera: semi-professioneller HD-Camcorder Canon HD25, hiermit nehmen wir das Video Bild der Redner*innen auf. Ein Elgato Camlink Adapter konvertiert das Videosignal der Kamera in ein USB-Video-Signal für den PC
  • Audio-Funkstrecken: wir setzen vier Sennheiser XSW Funkstrecken ein. Zwei davon mit Nackenbügel- und zwei mit Hand-Mikrofonen. Über einen Mackie VLZ4 Mischpult werden die Audio-Signale gemischt und in die Kamera eingespeist. Am Mackie hängt zusätzlich ein iPad für die Zuspielung der Musik. Die Aufzeichnung in der Kamera dient uns als zusätzliches Backup (neben OBS und YouTube).
  • Video-Funkstrecke: da sich Rednerpult und Streaming-Rechner an zwei verschiedenen Enden des Plenums befinden, setzen wir einfach eine Clickshare-Video-Funkstrecke ein, um das Videosignal durch den Raum zu übertragen und lange Kabelführungen zu vermeiden. Der HDMI-Ausgang des Clickshare-Empfängers wird über ein Vaddio AV Bridge auch in ein USB-Video-Signal konvertiert und steht so im Streaming-Rechner zur Verfügung. Leider haben wir es bisher nicht hinbekommen, zwei Elgato Camlink mit OBS zu betreiben, das würde die Gesamtlösung nochmal kompakter und günstiger machen.

Und wer das Ergebnis dieses Aufbaus sehen will, kann sich am Dienstag 25.06.2019 ab 09:30 Uhr den Livestream vom loscamp19 ansehen (ICS-Datei zum Eintragen in den Kalender und Weiterleiten an Kolleg*innen):

Nachbereitung von Livesession-Aufnahmen in MOOCs und SPOCs

Gerade läuft der Cross Company Course on Guide or Multiplier Networks (CCCGOMN), in dem genau wie im Management 2.0 MOOC im Jahr 2013 auch wöchentliche Livesessions gemacht werden. Den Teilnehmern wird im Nachgang die Videoaufnahme (mp4) und zusätzlich eine Audioaufnahme (mp3) bereitgestellt. Dieser Beitrag beschreibt kurz, wie der Prozess der Nachbereitung erfolgt.

Folgende Schritte verwende ich nach den Livesessions (Dauer: ca. 1h):

  • Videokonferenz-Tools wie GoToMeeting oder Skype for Business erzeugen als Aufnahme meist eine mp4-Datei, die ich als Ausgangsbasis verwende
  • Die mp4-Datei imporiere ich in ein Videoschnitt-Programm, in meinem Fall das kostenlose DaVinci Resolve
  • Im Videoschnitt-Programm trimme ich Anfang und Ende und schneide alle Stellen, an denen Längen durch Wechsel zwischen den Rerferenten oder technische Probleme entstehen. Für schnelles Arbeiten ist es sinnvoll, sich die Tastaturkürzel des verwendeten Programms anzusehen
  • Das geschnittene Ergebnis exportiere ich als mp4-Datei mit einer maximalen Datenrate von 2000 kBit/s (Achtung: viele Programme schlagen deutlich höhere Datenraten vor, was bei Livesession-Aufzeichnungen aber nicht sinnvoll ist, da es die Dateigröße deutlich vergrößert
  • Danach erzeuge ich mit dem Kommandozeilen-Tool FFmpeg aus der mp4-Datei eine mp3-Datei (Audio)
  • Beide Dateien lade ich in unsere Plattform Coshare und verlinke sie mit der entsprechenden Seite des Kurses für den Download
  • Fertig :-)

Wenn Ihr auch interessante Workflows habt, die Euch Zeit sparen, könnt Ihr die gerne in den Kommentaren kurz beschreiben.

New Podcast-Recorder Kid on the Block

Bei unseren Podcast Labs geht es darum, Unternehmen beizubringen, wie Podcasts für den internen Wissenstransfer eingesetzt werden können. Neben den inhaltlichen Formaten geht es dabei natürlich auch um Hardware und Software für das Podcasting. Lange Zeit war der Zoom H6 Audio-Rekorder (Affiliate-Link) zusammen mit Beyerdynamic DT297 Headsets die Standard-Empfehlung. Doch seit kurzem haben wir eine weitere Option mit aufgenommen: den Zoom LiveTrack L12 (Affiliate-Link, Bild: Zoom).

Die Hauptvorteile des Zoom L12 im Vergleich zum H6 sind:

  1. 8 Mono-Kanäle in XLR-Ausführung mit Phantomspeisung und zwei Stereo-Kanäle mit 6,3 mm Klinke (8 Podcaster + 2 Zuspieler sind möglich)
  2. 5-kanaliger Kopfhörer-Verstärker integriert, es braucht keinen separaten Verstärker mehr
  3. Der L12 kann gleichzeitig aufnehmen und als USB-Audio-Interface agieren, d.h. es kann einfach ein Backup für den Notfall erstellt werden

Wir haben die Episode 34 des Podcast Knowledge on Air mit dem L12 aufgenommen, da könnt Ihr Euch die Qualität in Bälde mal anhören. So wie es aussieht werde ich den L12 auch auf das Corporate Learning Camp mitbringen, damit auch dort wieder Podcast-Aufnahmen möglich sein werden.

Die 3. Podcasting Welle – warum Audio der Text der mobilen Generation ist

Am Wochenende fand mit der Subscribe 9 die halbjährliche Podcasting-Konferenz mit Barcamp beim Bayerischen Rundfunk in München statt. Das Programm der zweieinhalb Tage war wieder dicht gepackt mit Vorträgen und Workshops und dank des Video Operation Center des Chaos Computer Club (@c3voc) gibt es alle Vorträge auch online zum nachsehen.

In seiner Keynote am Freitag hat Tim (@timpritlove) schön beschrieben, warum wir uns aktuell in der dritten Welle des Podcasting befinden. Die erste Welle begann 2005, als Apple Podcasts zusammen mit dem iPod (daher auch der Name PODcast) in das Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt hat. Die zweite Welle hat Tim im Zeitraum 2008-2011 verankert. Sie ist gekennzeichnet durch die Verbreitung von Smartphones, die Verfügbarkeit von schnellem Internet auf Smartphones und die Trennung der Medien Audio und Video (Stichwort YouTube). Die dritte Welle startete dann 2016/2017. In ihr wird der Nutzen des Mediums Podcast erst so richtig erkannt, es gibt sichtbare Leuchtturm-Projekte (Serial Podcast) und ein tieferes Verständnis für das Medium Podcast entsteht. Dazu gehören nach Tim insbesondere die Faktoren Persönlichkeit, Communities, Kommentar-Kultur sowie die Tatsache, dass Podcast das am besten parallel zu nutzende Medium ist (beim Bügeln, Kochen, Spazieren, Reisen, Pendeln).

Der zweite Vortrag von Sven (@graphorama) hatte den Titel Influencer A – Anstecken am Social Web. Darin zog er die Parallele zwischen Podcaster*innen und anderen Content Creators wie z.B. YouTuber und Instagrammer. Seine provokante These: Wir sind gar keine Podcaster*innen, wir sind Audio Creators. Und als solche dürfen wir nicht nur in unserem Medium, sondern müssen auch transmedial denken. Andere Medien wie YouTube und Instagram sollten wir in die Verbreitung unserer inhaltlichen Botschaften und die Erreichung unserer Zielgruppe einbeziehen. Wie an vielen anderen Stellen der Subscribe 9 war auch ihm das Digitale Storytelling über verschiedene Medien hinweg sehr wichtig (s.a. Transmediales Erzählen).

Die Subscribe war ursprünglich der Treffpunkt einer Community von Leuten, die privat oder im Kontext kleiner Unternehmen Podcasts erstellen und veröffentlichen. Doch seit einigen Jahren kommen immer mehr Akteure aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie beispielsweise dem Deutschlandfunk oder dem Bayerischen Rundfunk zu der Veranstaltung. Interessant fand ich den Vortrag BR Podcasts – Hinter den Kulissen, in dem Christoph und Eric mal die Geschichte des Relaunch der BR-Podcast-Webseite erzählen (geplant für Ende 2017). Eine ähnliche Überarbeitung werden in den kommenden Jahren sicherlich auch die bestehenden “Medienportale” in Unternehmen erfahren.

Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk scheinen sich auch Verlage zunehmend mit dem Medium Podcast zu beschäftigen. Bekannte Beispiele sind der Spiegel (Spiegel Online Podcasts), Zeit (Zeit Online Podcasts), die c’t (c’t Uplink), t3n (Filterblase) und der Harvard Business Review (HBR IdeaCast). Luca Caracciolo erklärt in seinem Vortrag Community, Brand, Persönlichkeit – Warum t3n Podcasts macht sehr schön, wie der Verlag Podcasts als auditive Erweiterung des Print-Magazins versteht. Schönes Zitat im Vortrag auch die Aussage des Chefredakteurs der Rheinischen Post, der Audio als Text der mobilen Generation bezeichnet.

Ich denke in den kommenden Jahren werden wir in Unternehmen ähnliche Tendenzen der Nutzung von Podcasts zur Verbreitung von Wissen sehen. Zwei wichtige Handlungsfelder sind in meinen Augen die Unternehmenskommunikation (z.B. Kampagnen, Podcasts zu erklärungsbedürftigen Strategie-Themen wie Digitalisierung) und die Weiterbildung (Flipped-Classroom-Ansätze, Mitarbeiter-schulen-Mitarbeiter, Lessons-Learned-Podcasts). Zum Einsatz von Podcasts in Lehr- und Lernprozessen empfehle ich auch den Vortrag Mehr als nur Hören – Podcasts in Schule und Unterricht von Lothar.

Auch der Ansatz, Working Out Loud nicht nur über interne Tweets in Kurzform, sondern über Podcasts in Langform zu praktizieren, ist ein vielversprechender Ansatz. Die Verbreitung von Smartphones in Unternehmen wird immer besser (siehe z.B. Smartphone-Initiative von dm) und im Gegensatz zu Video ist für die Mitarbeiter der Einarbeitungs- und Produktionsaufwand viel geringer. Ich habe beispielsweise im Siemens Learning Campus letztes Jahr mal einen eintägigen Workshop mit dem Titel “Podcast Lab” gehalten. Die Teilnehmer*innen sahen sich nach diesem einen Tag schon in die Lage versetzt, ihre eigenen Podcasts in Lernkontexten zu verwenden. Im Online-Forum Sendegate gibt es einen Beitrag zu Corporate Podcasting, wer sich für das Thema interessiert, kann sich dort gerne einklinken.

Also: Podcast Out Loud!

How to Record a Podcast in a Remote Setup

Today I recorded an episode of the Management 2.0 Podcast with Prof. Leif Edvinsson about Intellectual Capital, Knowledge Management and Future Centers. Leif was at home in Sweden and I in the library of the Cogneon Akademie in Nuremberg. He asked me to write a short tutorial on how to record a remote podcast so here we go.

First of all a list of the necessary equipment. There many alternatives to record audio like recording phone calls or skype calls (e.g. via a skype recorder). But the audio quality of telephone lines and skype conversations is poor and I suggest that only in emergency cases. My setup was based on a local USB audio interface with a high quality headset and the software package studio link for the remote connection. Here is what you will need for that setup:

  • PC or Mac with software Reaper (Digital Audio Workstation) and the Ultraschall extension (Ultraschall already comes with the needed studio link pluging build in)
  • The studio link standalone version (German page) for the remote podcaster
  • USB audio interface to connect the headset to the PC (I used a Focusrite Scarlett Solo)
  • A combination of microphone and a headphone for monitoring (I used a Beyerdynamic DT 297)
  • A good internet connection (use LAN not WIFI)

The workflow to record the podcast looks like this:

  1. Connect the headset to the audio interface
  2. Connect the audio interface to your computer
  3. Start Reaper
  4. Configure your audio interface in the settings
  5. Add a track with the input from your audio interface
  6. Add another track as „studio link track“
  7. After step 6. a browser opens with the studio links controls (Tip: put that side by side with the Reaper window)
  8. In the browser window you will the your studio link ID (it has the format of an email „XY@studio-link.de). You have to send that to your remote podcaster and he has to enter that in the studio link standalone version to call you
  9. If the remote podcaster calls you, you get a notification in the browser window. Accept the call and you can hear each other
  10. Hit the record button in Reaper, record the podcast and hit the stop button when you‘re finished. That‘s it.

If I find some time in the future, I will do a short screencast with the whole setup. If you have feedback, comments or questions just use the comment field below.

DIY Livestream Session auf dem Knowledge Camp

Auf dem Knowledge Camp in Potsdam habe ich eine Session mit dem Titel “DIY Livestream” gehalten. Ziel der Session war, den Session-Teilnehmer*innen beizubringen, den Vortrag von Prof. Eric Tsui am ersten Barcamp-Tag von 18:30-20:00 live zu streamen. In der Session jabe ich zunächstmal unsere verwendete Sendekette vorgestellt.

Den Redner Eric Tsui haben wir mit einem Lavallier-Funk-Mikrofon ausgestattet. Zusätzlich hatten wir ein Hand-Funk-Mikrofon für den Moderator/das Publikum und eine Hör-Sprech-Kombination für die Regie. Alle Audiosignale haben wir in ein Audio-Mischpult gespeist. Das Summensignal des Mischpults ging per XLR-Kabel in die Kamera.

Der Präsentationsrechner war mit HDMI-Ausgang ausgestattet. Mit einem HDMI-Splitter haben wir das Videosignal geteilt. Das eine Kabel haben wir direkt in den Beamer eingespeist. Das andere Kabel haben wir zunächst in einen HDMI-Scaler gersteckt, der uns ein 720p50 Signal erzeugt hat. Dieses Signal ging dann in einen zweikanaligen Videomischer.

Die Kamera war oben im Hörsaal auf einem Stativ mit Videokopf platziert, damit wir Eric mit der Kamera gut verfolgen konnten. Über den SDI-Anschluss der Kamera haben wir das Videobild in den Videomischer einzuspeisen und dort zwischen Eric und seinen Folien hin- und herschalten zu können. Die Kamera haben wir zusätzlich verwendet, um ein Backaup auf SD-Karte aufzuzeichnen.

Der verwendete Videomischer hatte einen USB-2.0-Ausgang, über den wir die Verbindung zu einem Windows-10-Laptop hergestellt haben. Der Videomischer ist dort als Signalquelle wie eine Webcam verfügbar. Mit einer Video-Streaming-Software haben wir über das Videosignal noch das GfWM-Logo gelegt und das Ergebnis dann zu YouTube-Live übertragen.

Als Rollen hatten wir (in Anlehnung an die CCC VOC Rollen) definiert: Kamerakind, Tontechnik, Videoregie, Stream, Streamkontrolle, Komentarmoderation und Mikrofon-Engel definiert und eingeübt. Im Bild oben seht Ihr das Dreamteam/Streamteam in Aktion. Wir haben gezeigt, dass man auch ohne oder mit wenig Vorkenntnis einen Livestream auf die Beine stellen kann, mit (nur) einer Barcamp-Session als Vorbereitung. Das Ergebnis könnt Ihr Euch auf YouTube ansehen.

Making of Seminar WM&ISO9001 Livestream

Heute habe ich im Rahmen der GfWM Mitgliederversammlung ein Seminar zum Thema Wissensmanagement und ISO 9001:2015 in der Praxis gehalten. Das Seminar habe ich live ins Internet übertragen, um die Teilnahme für einen größeren Personenkreis zu ermöglichen. Vor Ort haben 8 Personen teilgenommen, im Livestream 24. Wenige Stunden nach Seminarende hatte das Video bereits über 100 Abrufe. In diesem Blog will ich kurz das technische Setup des Livestreams beschreiben.

Als Streaming-Plattform habe ich YouTube-Live (Konto der GfWM) verwendet. Für die Übertragung eines Videostreams zu YouTube wird das Real Time Messaging Protokoll (RTMP) verwendet. Gestreamt habe ich in 720p-Auflösung (1280×720, kleines HD).

Die Folien mit dem Vortrag habe ich in der Akademie von meinem Notebook (Lenovo Carbon X1, Windows 10) präsentiert. An diesem Notebook war ein USB-Headset (Sennheiser PC 36) und eine USB-Webcam (Logitech ConferenceCam Connect) angeschlossen.

Um aus dem Bildschirm und dem Webcam-Video einen Livestream zu machen benötigt man eine sog. Encoder-Software. Hierfür habe ich die Open-Source-Software OBS Studio verwendet. In OBS kann man verschiedene Audio-/Videoquellen kombinieren. Im Fall des Seminars war das der Notebook-Bildschirm und die Webcam im Side-by-Side-Modus (im Gegensatz zu Picture-in-Picture nebeneinander, damit die Folien nicht überdeckt werden). In OBS trägt man einfach den Streaming-Key aus seinem YouTube-Kanal ein, klickt “Streaming starten” und der Stream ist live.

YouTube stellt nach Beendigung des Livestreams das aufgezeichnete Video direkt im Kanal zur Verfügung. Mit dem YouTube-Video-Editor habe ich Anfang und Ende des Videos getrimmt und das Video dann gespeichert.

Falls Ihr Fragen zum Workflow, der Software oder der Hardware habt, gerne unten in die Kommentare.

Livestreaming von Vorträgen – Ein Beispiel

Heute war ich bei einer Akademie für genossenschaftliche Organisationen, um dort im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung einen der Vorträge live zu streamen. Im Folgenden ein Überblick und ein kurzer Erfahrungsbericht zum Projekt.

Die wichtigste zu klärende Frage im Vorfeld ist immer die der Konnektivität vor Ort. Für einen HD-Livestream benötigt man ca. 2,5 MBit Bandbreite im Upstream. Die Netzanbindung sollte über Kabel und nicht über WLAN erfolgen. Idealerweise ist man mit dem Videostream nicht im Gastnetz der Teilnehmer, sondern in einem separaten Netz mit garantierter Bandbreite. Mit Diensten wie dem DSL Speedtest kann man sich einen Überblick über die vorhandene Bandbreite verschaffen. In Fall in Montabaur sah die Messung schonmal sehr positiv aus:

montabaur-bandbreite

Da ich mit dem Zug am Vortag für Aufbau und Test angereist bin, habe ich mich aus unserem Media Lab für ein sehr leichtgewichtiges Setup entschieden:

  • Kamera: Canon XA25 mit Speisemöglichkeit für externe Audioquellen über XLR. Zusätzlich habe ich die Zoom-Fernbedienung mitgenommen, um den Zoom am Stativgriff bequem einstellen zu können.
  • Stativ: Manfrotto 290 xtra mit Carbon-Füßen (Gewicht) und einem Manfrotto Fluid-Videokopf 509 HD für flüssige Schwenks.
  • Streaming: Matrox Monarch HD, das über ein HDMI-Kabel (Mini-HDMI auf HDMI) das Audio- und Video-Signal bekommt und über einen LAN-Anschluss an den Videostreaming-Dienst (in unserem Fall YouTube Live) überträgt.
  • Audio-Backup: für den Fall, dass man den Ton nicht aus der Mikrofonanlage der Akademie vor Ort bekommt, hatte ich eine Sennheiser EW100 G3 Funkstrecke dabei (musste sie aber glücklicherweise nicht einsetzen).
  • Kabel: 20 Meter Netzwerkkabel Cat6, 10m Verlängerungskabel Strom, Mehrfachsteckdose 4 x Strom und 2 x USB, 30 Meter Audiokabel XLR-XLR.
  • Erste-Hilfe-Koffer: ein Zipper Bag mit Adaptern, Werkzeug, Klebeband, Batterien etc.

So sah der Aufbau nach ca. 30 Minuten Aufbauzeit dann aus:

streaming-aufbau

Als kleine Checkliste für die Veranstalter (und alle, die so etwas auch mal machen wollen) hier die wichtigsten Schritte des Aufbaus:

  1. Geigneten Ort für den Kameraaufbau finden. Darauf achten, dass Redner in der Standard-Position nicht vor den Folien stehen (Kamera diagonal zum Redner). Kameraposition sollte so hoch sein, dass Publikum i.d.R. nicht im Bild ist (Stichwort: Recht am eigenen Bild). Außerdem sollte die Kamera außerhalb der Laufwege platziert sein, damit das Publikum nicht aus versehen dagegen stößt.
  2. Beamer- oder Fernsehfrequenz testen. Videokameras (in Europa) nehmen meist mit 25 Hz Frequenz (=25 Bilder pro Sekunde) auf. Manche Beamer oder Fernseher projezieren mit anderen Bildwiederholraten, z.B. 60 Hz bei Beamer. Das führt dazu, dass das aufgenommene Beamerbild flackert. Einfachste Abhilfe in dem Fall ist, den Beamer auf 50 Hz umzustellen.
  3. Beleuchtung testen und einstellen. In vielen Veranstaltungslokation gibt es keine separate Bühnenbeleuchtung, sondern nur Deckenlicht. Das führt dazu, dass projezierte Folien und Redner von der Helligkeit sehr unterschiedlich sind. Ist in der Kamera die automatische Belichtung aktiviert, führt das meist dazu, dass das helle Beamer-Bild dominiert und sich die Kamera danach ausrichtet. In der Folge erscheint der Sprecher dann zu dunkel (“absaufen”). Optimiert mann die Helligkeit auf den Redner, ist das Beamer-Bild so hell, dass kein Kontrast mehr vorhanden und die Folien nicht lesbar sind (“ausbrennen”). In meinem Fall habe ich versucht, die Belichtung über eine Spanne von 2,5 Stufen manuell nachzuführen.
  4. Tonsignal in die Kamera einspeisen. In meinem Fall hat die Kamera einen Audioeingang über XLR-Kabel. Die Techniker vor Ort konnten mir aus der Mikrofonanlage ein langes Cinch-Kabel mit dem gemischten Tonsignal (Redner-Mikro, Moderatoren-Mikro, Publikums-Mikro) bereitstellen. Mit einem Cinch-XLR-Adapter ging das dann in die Kamera. Wichtig: alle Mikrofone sollten gleich laut sein. Am besten auch die Redner und in der Moderation darauf hinweisen, dass der Abstand Mikrofon-Mund idealerweise immer gleich sein sollte.
  5. Streaming-Device anschließen und testen. Der Matrox Monarch HD verfügt nur über einen LAN Zugang. Die Techniker vor Ort konnten mir am Kamera-Ort ein LAN-Kabel zur Verfügung stellen. Für die Verbindung musste die MAC-Adresse des Matrox in der Netzwerkumgebung freigeschaltet weden (der Matrox kann nicht über Netze, die Login/Passwort benötigen, verbunden werden!). Das hat problemlos geklappt, ein Knopfdruck und der Livestream war im YouTube-Kanal der Organisation zu sehen.

Soweit mein Bericht. Falls jemand dieses kleine Rezept verwendet oder andere Ansätze hat, bin ich auf weitere Tipps und Erfahrungen per Kommentar gespannt.

Episoden

LOA041 lernOS Podcasting Guide Teil 2

Diese Episode entstand gleich nach der Episode 40 in der Podcasting Assembly auf dem lernOS Rockstars Camp am 25.06.2019 in München. Simon (Cogneon Akademie), Claudia (Siemens Healthineers), Benedikt (Siemens), Andreas (Kulzer) und Simone (Siemens) sprechen darüber, welche Vorteile es hat, das Podcasten nicht alleine, sondern mit dem lernOS Podcasting Guide und 3-4 weiteren Personen in einem lernOS Circle zu lernen.

LOA040 lernOS Podcasting Guide Teil 1

Diese Episode entstand in der Podcasting Assembly auf dem lernOS Rockstars Camp am 25.06.2019 in München. Leonid (Volkswagen), Brigitte (Siemens), Maximilian (Lechwerke) und Alexander (LV1871) sprechen darüber, ob es für die Praxis sinnvoll ist, einen lernOS Podcasting Guide für Mitarbeiter zu haben.