Die Diskussion Video vs. Audio kommt im Bereich von Kommunikation und Weiterbildung immer mal wieder hoch. Meist wird Video favorisiert, aus meiner Sicht oft, weil es durch YouTube und E-Learning bekannter ist und eingeübter ist. Als großer Fan von Podcasts versuche ich dann immer, die Beteiligten über Audio als Option mal nachdenken zu lassen.

Vor einige Tagen gab es so einen Fall mit dem New Work Chat von Gabriel. Er hat mittlerweile das siebte Gespräch zu Themen rund um New Work mit einer Videokonferenz-Software aufgezeichnet und dann auf YouTube bereitgestellt (dieses Mal mit Katha zu WOL):

Ich wollte mir den Mitschnitt auf dem Heimweg anhören und da hat YouTube in meinen Augen drei Nachteile:

  1. Bandbreite: es gibt keine Möglichkeit, eine Nur-Audio-Version anzuhören, was unnötig viel Bandbreite braucht (in Zeiten von Flatrates kein Problem).
  2. Akku: das Telefon muss die ganze Zeit an sein, da die YouTube-App nur spielt, wenn sie im Vordergrund ist (insbesondere Nachts störend).
  3. Offline-Modus: wenn man bei YouTube kein Geld einwirft, gibt es ohne Zusatzwerkzeuge wie youtube-dl keine Möglichkeit, das Video herunterzuladen. Man ist beim Hören/Sehen also auf Netz angewiesen (schwierig in DE).

Zusätzlich ist mir aufgefallen, dass die Abrufzahlen der Videos trotz der sehr guten Gesprächspartner sehr niedrig ist. Ich habe Garbiel dann auf Twitter gefragt, ob er seine Medien nicht auch per Podcast bereitstellen möchte:

Seine Antwort war wie folgt:

Der Aspekt der Audio-Qualität ist bei Podcasts natürlich wichtig. Die Videokonferenz-Tools sind hier meist nicht optimal, da sie eher auf geringe Latenz und Ausfallsicherheit und nicht Audioqualität optimiert sind. Außerdem sieht es im Video etwas komisch aus, wenn man mit einem guten Headset wie dem Beyerdynamic DT297 (Affiliate-Link) vor dem Rechner sitzt. Meist haben die Gesprächspartner dann einfach die Smartphone-Kopfhörer im Ohr, deren Audioqualität nicht sonderlich gut ist.

Aber auf die Audioqualität wollte ich mit meiner Antwort eigentlich gar nicht raus. Mir ging es eher um das Nutzungsszenario von Podcasts: den New Work Chat in einer Podcast App abonnieren und neue Folgen automatisch auf das Smartphone heruntergeladen zu bekommen. Im Idealfall noch mit Kapitelmarken, damit man im Podcast thematisch springen kann. Anders als von Gabriel angezweifelt finde ich die Audioqualität seiner Aufnahmen dafür auf jeden Fall ausreichend.

Ein Podcast, der das beispielsweise so macht, ist der Aufwachen Podcast rund um Stefan Schulz. Zwei bis drei Personen schauen sich gemeinsam Ausschnitte aus Nachrichtensendungen an und kommentieren diese. Die Aufzeichnungen landen auf YouTube und werden gleichzeitig als Audio-Podcast ausgespielt. Diese Sendung habe ich zuerst als Podcast entdeckt und mir ist erst viel später aufgefallen, dass es davon auch eine Video-Version gibt. Das hat mir klar gemacht, wie wenig einem der Video-Kanal in vielen Fällen fehlt (Tipp für ein Experiment: schaut mal die Tagesschau mit geschlossenen Augen und bewertet, ob ihr dadurch weniger Informationen erhaltet).

An Gabriels Stelle kann man den Audio-Podcast als Zweitverwertung der Aufzeichnung recht einfach ausprobieren:

  1. Im Blog eine Podcast-Erweiterung wie beispielsweise Podlove Publisher für WordPress installieren
  2. Aus der Video-Datei z.B. Mit ffmpeg eine Audio-Spur extrahieren (FLAC)
  3. Die Audio-Spur durch Auphonic laufen lassen, um die Audioqualität zu verbessern, Kompression hinzuzufügen und einen konstanten Pegel zu erzeugen (MP3)

    Die MP3-Datei über den Blog mit Podcast-Erweiterung bereitstellen
    Den Podcast-Feed bei Apple-Podcasts (dort holen sich fast alle Podcast Verzeichnisse die Feeds), fyyd und bei Spotifiy eintragen, um langfristig die Reichweite zu erhöhen

Gabriel, ich würde mich über den New Work Chat als Podcast sehr freuen und helfe gerne, wenn es irgenwo hakt :-)

Am 11.05.2019 habe ich im Rahmen meiner GfWM-Aktivitäten einen Workshop zur “Dokumentation von GfWM Meetups mit multimedialen Bordmitteln” angeboten. Ziel dabei ist es, auszuprobieren und zu lernen, wie man eine Aufzeichnung von diversen Veranstaltungen der GfWM ganz einfach selbst durchführen kann. Beginn ist um 09:30 Uhr, Ende um 12:00. Hier meine OneNote-Notizen und Links aus der Vorbereitung für die Teilnehmer*innen:

Gerade läuft der Cross Company Course on Guide or Multiplier Networks (CCCGOMN), in dem genau wie im Management 2.0 MOOC im Jahr 2013 auch wöchentliche Livesessions gemacht werden. Den Teilnehmern wird im Nachgang die Videoaufnahme (mp4) und zusätzlich eine Audioaufnahme (mp3) bereitgestellt. Dieser Beitrag beschreibt kurz, wie der Prozess der Nachbereitung erfolgt.

Folgende Schritte verwende ich nach den Livesessions (Dauer: ca. 1h):

  • Videokonferenz-Tools wie GoToMeeting oder Skype for Business erzeugen als Aufnahme meist eine mp4-Datei, die ich als Ausgangsbasis verwende
  • Die mp4-Datei imporiere ich in ein Videoschnitt-Programm, in meinem Fall das kostenlose DaVinci Resolve
  • Im Videoschnitt-Programm trimme ich Anfang und Ende und schneide alle Stellen, an denen Längen durch Wechsel zwischen den Rerferenten oder technische Probleme entstehen. Für schnelles Arbeiten ist es sinnvoll, sich die Tastaturkürzel des verwendeten Programms anzusehen
  • Das geschnittene Ergebnis exportiere ich als mp4-Datei mit einer maximalen Datenrate von 2000 kBit/s (Achtung: viele Programme schlagen deutlich höhere Datenraten vor, was bei Livesession-Aufzeichnungen aber nicht sinnvoll ist, da es die Dateigröße deutlich vergrößert
  • Danach erzeuge ich mit dem Kommandozeilen-Tool FFmpeg aus der mp4-Datei eine mp3-Datei (Audio)
  • Beide Dateien lade ich in unsere Plattform Coshare und verlinke sie mit der entsprechenden Seite des Kurses für den Download
  • Fertig :-)

Wenn Ihr auch interessante Workflows habt, die Euch Zeit sparen, könnt Ihr die gerne in den Kommentaren kurz beschreiben.

Bei unseren Podcast Labs geht es darum, Unternehmen beizubringen, wie Podcasts für den internen Wissenstransfer eingesetzt werden können. Neben den inhaltlichen Formaten geht es dabei natürlich auch um Hardware und Software für das Podcasting. Lange Zeit war der Zoom H6 Audio-Rekorder (Affiliate-Link) zusammen mit Beyerdynamic DT297 Headsets die Standard-Empfehlung. Doch seit kurzem haben wir eine weitere Option mit aufgenommen: den Zoom LiveTrack L12 (Affiliate-Link, Bild: Zoom).

Die Hauptvorteile des Zoom L12 im Vergleich zum H6 sind:

  1. 8 Mono-Kanäle in XLR-Ausführung mit Phantomspeisung und zwei Stereo-Kanäle mit 6,3 mm Klinke (8 Podcaster + 2 Zuspieler sind möglich)
  2. 5-kanaliger Kopfhörer-Verstärker integriert, es braucht keinen separaten Verstärker mehr
  3. Der L12 kann gleichzeitig aufnehmen und als USB-Audio-Interface agieren, d.h. es kann einfach ein Backup für den Notfall erstellt werden

Wir haben die Episode 34 des Podcast Knowledge on Air mit dem L12 aufgenommen, da könnt Ihr Euch die Qualität in Bälde mal anhören. So wie es aussieht werde ich den L12 auch auf das Corporate Learning Camp mitbringen, damit auch dort wieder Podcast-Aufnahmen möglich sein werden.

So langsam aber sicher kommt das Thema Podcasting auch in Unternehmen an. Vor einiger Zeit hatte ich auf der Subscribe mal eine Session dazu gemacht und im Vorfeld im Bekanntenkreis mal rumgefragt. Die Ressonanz war damals im Vergleich zu heute deutlich kleiner. Ich sehe dafür hauptsächlich drei Treiber:

  1. Smartphones: die Verbreitung dienstlicher Smartphones (hauptsächlich iPhones) nimmt deutlich zu. Waren diese Geräte früher oft Führungskräften vorbehalten, kommen sie jetzt verstärkt in Breite und auf allen Hierarchieebenen.
  2. Multimedia-Portale: über Soziale Intranets und aus dem Corporate Learning heraus getrieben sind Plattformen wie Vimp oder Kaltura in Unternehmen vorhanden. Über den Trend zu Office 365 kommt zusätzlich Office Stream dazu. Die Plattformen sind zwar auf Video ausgerichtet, können aber meist auch mit Audio umgehen.
  3. Pendler: fast 60% der Beschäftigten haben einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit (siehe faz-Artikel vom 31.07.2017), Tendenz steigend. In Kombination mit der Podcast-App auf dem Smartphone wird für diese Menschen das Auto oder das Verkehrsmittel zum möglichen Lernort.

Vor einiger Zeit habe ich im Rahmen des Siemens Learning Campus mal einen eintägigen Workshop “Podcast Lab” angeboten. Ziel war, an einem Tag die Konzeption, Aufnahme, Nachbearbeitung und Veröffentlichung einer Podcast-Episode zu durchlaufen, um erste Erfahrungen mit dem Medium zu machen. Anfang Dezember werde ich etwas ähnliches bei Festo anbieten. Um potentielle Podcaster*innen in Unternehmen für Podcasts zu begeistern möchte ich eine Liste mit Format-Ideen erstellen (vielleicht mit einer kleinen Klassifizierung, so ähnlich wie die Blog-Klassifizierung von Ansgar Zerfaß damals). Hier ist die Liste von Gesprächs- und Interview-Formaten (mit öffentlichen Beispielen), die ich in den Workshops aktuell verwende:

  1. Knowledge-Podcasts: Expert*innen zu eine Fachthema reflektieren Wissen, Erfahrungen und neue Erkenntnisse zu ihrem Fachgebiet gegelmäßig in einem Podcast. Beispiel: Open Science Radio.
  2. Research-Podcast: externe und interne Forschung hat einen hohen Stellenwert in wissensintensiven Unternehmen. ImmPodcast werden Forschungsergebnisse kurz und knapp vorgestellt und somit Neugier für die jeweilige Forschung geweckt. Beispiel: Methodisch Inkorrekt.
  3. Schulungs-Podcast: die “Redepassagen” aus Schulungen werden aufgezeichnet und als Podcast veröffentlicht. Sie können somit als Audio-Dokumentation und in Flipped-Classroom-Szenarien verwendet werden. Beispiel: Opel Podcasts in der Vertriebsschulung.
  4. Kampagnen-Podcast: in vielen Unternehmen gibt es Kampagnen, die eine große Mitarbeiteranzahl erreichen muss (z.B. neue Strategie, Software-Rollout). Im Podcast wird regelmäßig über Stand und Hintergründe gesprochen. Beispiel: Siemens Podcast in Friday.
  5. Meetup-/Speaker-Series-Podcast: in Unternehmen gibt es eine vielzahl von regelmäßigen Vortragsveranstaltungen (z.B. Wissenschaft im Dialog bei Audi). Das Tonsignal der ohnehin vorhandenen Mikrofone kann aufgezeichnet und als Podcast bereitgestellt werden. Beispiel: TED Talks audio.
  6. Konferenz-Retrospektive-Podcast: sowohl externe als auch interne Konferenzen Unternehmen eine Rolle. Aber nicht alle Mitarbeiter können alle Konferenzen live miterleben. Eine Gruppe Podcaster lässt die Konferenz Revue passieren. Beispiel: WikiStammtisch Episode 70 über die Wikimania 2017.
  7. Executive-Podcasts: Führungskräfte sprechen über ihre strategischen Themen im Podcast. So können Mitarbeiter, die mit den Führungskräften nur selten in direktem Kontakt sind, an deren Gedankengängen teilhaben. Beispiel: Extraordinary Happens Podcast von Mark King (President adidas Group Nordamerika).
  8. Lessons-Learned-Podcast: Projektabschlussberichte mit Lessons Learned werden selten brauchbar verfasst und noch seltener in neuen Projekten systematisch verwendet. Projektteilnehmer können bei Meilensteinen und dem Projektende zusammenkommen und Erfahrungen zusammentragen.
  9. Expert-Debriefing-Podcasts: wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geht auch deren Wissen. Es wird eine Wissenslandkarte des Mitarbeiters erstellt und über alle Wissensgebiete gesprochen.
  10. Hot-Topic-Podcast: Mitarbeiter müssen regelmäßig über Hintergründe zu strategischen Themen und anderen Hot Topics informiert werden (z.B. Diversity, Elektronobilität, neue Standorte, Compliance). Beispiel: Logbuch:Netzpolitik.

Frage: Welche Formate fallen Euch noch ein? Mit welchen Formaten habt Ihr unternehmensintern gute Erfahrungen gemacht?

Am Wochenende fand mit der Subscribe 9 die halbjährliche Podcasting-Konferenz mit Barcamp beim Bayerischen Rundfunk in München statt. Das Programm der zweieinhalb Tage war wieder dicht gepackt mit Vorträgen und Workshops und dank des Video Operation Center des Chaos Computer Club (@c3voc) gibt es alle Vorträge auch online zum nachsehen.

In seiner Keynote am Freitag hat Tim (@timpritlove) schön beschrieben, warum wir uns aktuell in der dritten Welle des Podcasting befinden. Die erste Welle begann 2005, als Apple Podcasts zusammen mit dem iPod (daher auch der Name PODcast) in das Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt hat. Die zweite Welle hat Tim im Zeitraum 2008-2011 verankert. Sie ist gekennzeichnet durch die Verbreitung von Smartphones, die Verfügbarkeit von schnellem Internet auf Smartphones und die Trennung der Medien Audio und Video (Stichwort YouTube). Die dritte Welle startete dann 2016/2017. In ihr wird der Nutzen des Mediums Podcast erst so richtig erkannt, es gibt sichtbare Leuchtturm-Projekte (Serial Podcast) und ein tieferes Verständnis für das Medium Podcast entsteht. Dazu gehören nach Tim insbesondere die Faktoren Persönlichkeit, Communities, Kommentar-Kultur sowie die Tatsache, dass Podcast das am besten parallel zu nutzende Medium ist (beim Bügeln, Kochen, Spazieren, Reisen, Pendeln).

Der zweite Vortrag von Sven (@graphorama) hatte den Titel Influencer A – Anstecken am Social Web. Darin zog er die Parallele zwischen Podcaster*innen und anderen Content Creators wie z.B. YouTuber und Instagrammer. Seine provokante These: Wir sind gar keine Podcaster*innen, wir sind Audio Creators. Und als solche dürfen wir nicht nur in unserem Medium, sondern müssen auch transmedial denken. Andere Medien wie YouTube und Instagram sollten wir in die Verbreitung unserer inhaltlichen Botschaften und die Erreichung unserer Zielgruppe einbeziehen. Wie an vielen anderen Stellen der Subscribe 9 war auch ihm das Digitale Storytelling über verschiedene Medien hinweg sehr wichtig (s.a. Transmediales Erzählen).

Die Subscribe war ursprünglich der Treffpunkt einer Community von Leuten, die privat oder im Kontext kleiner Unternehmen Podcasts erstellen und veröffentlichen. Doch seit einigen Jahren kommen immer mehr Akteure aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie beispielsweise dem Deutschlandfunk oder dem Bayerischen Rundfunk zu der Veranstaltung. Interessant fand ich den Vortrag BR Podcasts – Hinter den Kulissen, in dem Christoph und Eric mal die Geschichte des Relaunch der BR-Podcast-Webseite erzählen (geplant für Ende 2017). Eine ähnliche Überarbeitung werden in den kommenden Jahren sicherlich auch die bestehenden “Medienportale” in Unternehmen erfahren.

Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk scheinen sich auch Verlage zunehmend mit dem Medium Podcast zu beschäftigen. Bekannte Beispiele sind der Spiegel (Spiegel Online Podcasts), Zeit (Zeit Online Podcasts), die c’t (c’t Uplink), t3n (Filterblase) und der Harvard Business Review (HBR IdeaCast). Luca Caracciolo erklärt in seinem Vortrag Community, Brand, Persönlichkeit – Warum t3n Podcasts macht sehr schön, wie der Verlag Podcasts als auditive Erweiterung des Print-Magazins versteht. Schönes Zitat im Vortrag auch die Aussage des Chefredakteurs der Rheinischen Post, der Audio als Text der mobilen Generation bezeichnet.

Ich denke in den kommenden Jahren werden wir in Unternehmen ähnliche Tendenzen der Nutzung von Podcasts zur Verbreitung von Wissen sehen. Zwei wichtige Handlungsfelder sind in meinen Augen die Unternehmenskommunikation (z.B. Kampagnen, Podcasts zu erklärungsbedürftigen Strategie-Themen wie Digitalisierung) und die Weiterbildung (Flipped-Classroom-Ansätze, Mitarbeiter-schulen-Mitarbeiter, Lessons-Learned-Podcasts). Zum Einsatz von Podcasts in Lehr- und Lernprozessen empfehle ich auch den Vortrag Mehr als nur Hören – Podcasts in Schule und Unterricht von Lothar.

Auch der Ansatz, Working Out Loud nicht nur über interne Tweets in Kurzform, sondern über Podcasts in Langform zu praktizieren, ist ein vielversprechender Ansatz. Die Verbreitung von Smartphones in Unternehmen wird immer besser (siehe z.B. Smartphone-Initiative von dm) und im Gegensatz zu Video ist für die Mitarbeiter der Einarbeitungs- und Produktionsaufwand viel geringer. Ich habe beispielsweise im Siemens Learning Campus letztes Jahr mal einen eintägigen Workshop mit dem Titel “Podcast Lab” gehalten. Die Teilnehmer*innen sahen sich nach diesem einen Tag schon in die Lage versetzt, ihre eigenen Podcasts in Lernkontexten zu verwenden. Im Online-Forum Sendegate gibt es einen Beitrag zu Corporate Podcasting, wer sich für das Thema interessiert, kann sich dort gerne einklinken.

Also: Podcast Out Loud!

Today I recorded an episode of the Management 2.0 Podcast with Prof. Leif Edvinsson about Intellectual Capital, Knowledge Management and Future Centers. Leif was at home in Sweden and I in the library of the Cogneon Akademie in Nuremberg. He asked me to write a short tutorial on how to record a remote podcast so here we go.

First of all a list of the necessary equipment. There many alternatives to record audio like recording phone calls or skype calls (e.g. via a skype recorder). But the audio quality of telephone lines and skype conversations is poor and I suggest that only in emergency cases. My setup was based on a local USB audio interface with a high quality headset and the software package studio link for the remote connection. Here is what you will need for that setup:

  • PC or Mac with software Reaper (Digital Audio Workstation) and the Ultraschall extension (Ultraschall already comes with the needed studio link pluging build in)
  • The studio link standalone version (German page) for the remote podcaster
  • USB audio interface to connect the headset to the PC (I used a Focusrite Scarlett Solo)
  • A combination of microphone and a headphone for monitoring (I used a Beyerdynamic DT 297)
  • A good internet connection (use LAN not WIFI)

The workflow to record the podcast looks like this:

  1. Connect the headset to the audio interface
  2. Connect the audio interface to your computer
  3. Start Reaper
  4. Configure your audio interface in the settings
  5. Add a track with the input from your audio interface
  6. Add another track as „studio link track“
  7. After step 6. a browser opens with the studio links controls (Tip: put that side by side with the Reaper window)
  8. In the browser window you will the your studio link ID (it has the format of an email „XY@studio-link.de). You have to send that to your remote podcaster and he has to enter that in the studio link standalone version to call you
  9. If the remote podcaster calls you, you get a notification in the browser window. Accept the call and you can hear each other
  10. Hit the record button in Reaper, record the podcast and hit the stop button when you‘re finished. That‘s it.

If I find some time in the future, I will do a short screencast with the whole setup. If you have feedback, comments or questions just use the comment field below.

Auf dem Corporate Learning Camp 2017 werde ich eine Session “Meinen eigenen Podcast aufnehmen” anbieten. Ziel der Session ist, dass die Teilnehmenden lernen, wie man mit einem mobilen Podcast-Studio einen eigenen Podcast mit maximal sechs Personen aufnehmen kann. Ich möchte gleich zu Beginn des Barcamps eine Einführungssession machen und in die Nutzung des Studios einführen. Das Studio wird dann an beiden Barcamp-Tagen an einem eigens dafür vorgesehenen Tisch verfügbar sein, so dass man dort selbstorganisiert aufnehmen und das Ergebnis auf einem (eigenen) USB-Stick mitnehmen kann.

Corporate Learning Camp 2017 in der Fachhochschule Frankfurt (Universty of Apllied Sciences) in Frankfurt am Main am 28.09.2017. Foto Frank Rumpenhorst

In einer Session zur Einführung habe ich ein vorgefertigtes Flipchart verwendet, um die generelle Sendekette (von oben nach unten) zu erklären. Von den verwendeten Hör-Sprech-Kombinationen (Headsets) gelangt das Audio-Signal über ein USB-Audiointerface in einen Windows-PC. Dort wird die Digital Audio Workstation (DAW) Reaper zusammen mit der Podcasting-Erweiterung Ultraschall für die Aufnahme und den Schnitt genutzt. Über das Studio-Link-Plugin können auch Remote-Podcaster in die Aufnahme einbezogen und ein Livestream des Podcasts angeboten werden.

Kurzanleitung für die Aufnahme

  1. Auf dem Desktop des Aufnahme-PC den Link Podcast aufnehmen klicken. Es öffnet sich die Software Reaper mit der Erweiterung Ultraschall mit 6 aktivierten Spuren.
  2. Wenn Ihr weniger als 6 Personen seid, könnt Ihr an dem kleinen roten Knopf neben den Spuren in Reaper diese für die Aufnahme deaktivieren (Klicken, Knopf leuchtet dann nicht mehr).
  3. Jeder Podcaster erhält eine Hör-Sprech-Kombination (Headset) bestehend aus Mikrofonarm und Köpfhörer. Der Mikrofonarm sollte nicht im Luftstrom der Nase und ca. 4cm vom Mund weg sein (4-Finger-Regel).
  4. Am Audio-Interface könnt Ihr alle Spuren separat “einpegeln”. Die Pegel-Knöpfe sind mit Nummern versehen, die zugehörigen Nummern findet Ihr auch als Aufkleber auf den Headsets. Der Pegel sollte bei normaler Sprechlautstärke in Reaper zwischen -12 und -6 dB sein.
  5. Am Kopfhörerverstärker könnt Ihr die Lautstärke für jeden Podcaster separat einstellen.
  6. Zum Starten der Aufnahme in Reaper auf den Knopf Record (oben, rot, rund) klicken. Ihr seht dann rechts neben den Spuren die Aufnahme laufen.
  7. Zum Anhalten der Aufnahme in Reaper auf den Knopf Stop (open, weiß, rechteckig) klicken.
  8. Zum Bearbeiten der Aufnahme müsst Ihr Reaper über das Menü Podcast/Prepare all tracks for editing zur Bearbeitung vorbereiten. Damit Ihr für bei der Bearbeitung was hört, muss der Curser mit dem Knopf Go to start of project (open, ganz links) an den Anfang der Spur gestellt und in der Routing ein Kreuz bei master output/Mon 1 gesetzt werden.
  9. Die fertige Aufnahme könnt Ihr dann in Reaper unter File/Render… als MP3-Datei (Einstellung: Source: Master mix, Output format: MP3: Bitrate: 112 kbps) oder FLAC-Dateien (zu exportierende Spuren mit gedrückter Strg-Taste markieren, Source: Stems (selected tracks), Output format: FLAC) alle Spuren einzeln) zum Weiterverarbeiten exportieren.
  10. Am Kabel von Headset 1 ist ein USB-Stick befestigt, damit könnt Ihr Euch Eure Inhalte auf den eigenen Rechner kopieren. ACHTUNG: nicht gespeicherte Aufnahmen gehen spätestens nach dem clc17 verloren.

Verwendete Soft- und Hardware

Im Rahmen des Barcamps wurde ich öfters gefragt, ob es auch kleinere/kostengünstigere Lösungen für Podcast-Studios gibt. Hier habe ich z.B. auf den Zoom H6 Audiorecorder verwiesen, der im Podcasting oft verwendet wird. Eine Übersicht über die im Cogneon Media Lab verwendete Hard- und Software findet Ihr auf einer Seite in Copedia.

Ergebnisse

Insgesamt haben sich sechs Personen/Gruppen gefunden, die auf dem Corporate Learning Camp 2017 ihren ersten Podcast aufgenommen haben. Fünf davon wurden sogar im Corporate Learning Podcast veröffentlicht. Respekt und Dank an die Podcaster*innen:

  1. CLP041 Erfahrungsbericht des #cl2025 WOL Circle 1 mit Nicole Meinholz, Volkmar Langer, Stefan Deibel und Carsten Wittmer.
  2. CLP042 Erfahrungsbericht vom Corporate Learning Camp 2017 mit Evelyn Peppler, Benedikt Pape und Stephan Deierlein.
  3. CLP043 Was ist eigentlich Community Management? mit Sara Liddiard, Nicola Appel, Nicole Deuter und Karlheinz Pape.
  4. CLP044 LMS am Scheideweg? mit Axel Wolpert, Egon Fleischer und Björn Beil.
  5. CLP045 Eduaction Bildungsgipfel 2018 mit Karlheinz Pape und Davide (Nachname konnte ich leider nicht herausfinden).
  6. Laura Beck hat auch noch einen Podcast mit Ihren Eindrücken und Highlights vom Corporate Learning Camp aufgenommen, der im Sozialen Intranet ihrer Organisation veröffentlicht wird.

Auf dem Knowledge Camp in Potsdam habe ich eine Session mit dem Titel “DIY Livestream” gehalten. Ziel der Session war, den Session-Teilnehmer*innen beizubringen, den Vortrag von Prof. Eric Tsui am ersten Barcamp-Tag von 18:30-20:00 live zu streamen. In der Session jabe ich zunächstmal unsere verwendete Sendekette vorgestellt.

Den Redner Eric Tsui haben wir mit einem Lavallier-Funk-Mikrofon ausgestattet. Zusätzlich hatten wir ein Hand-Funk-Mikrofon für den Moderator/das Publikum und eine Hör-Sprech-Kombination für die Regie. Alle Audiosignale haben wir in ein Audio-Mischpult gespeist. Das Summensignal des Mischpults ging per XLR-Kabel in die Kamera.

Der Präsentationsrechner war mit HDMI-Ausgang ausgestattet. Mit einem HDMI-Splitter haben wir das Videosignal geteilt. Das eine Kabel haben wir direkt in den Beamer eingespeist. Das andere Kabel haben wir zunächst in einen HDMI-Scaler gersteckt, der uns ein 720p50 Signal erzeugt hat. Dieses Signal ging dann in einen zweikanaligen Videomischer.

Die Kamera war oben im Hörsaal auf einem Stativ mit Videokopf platziert, damit wir Eric mit der Kamera gut verfolgen konnten. Über den SDI-Anschluss der Kamera haben wir das Videobild in den Videomischer einzuspeisen und dort zwischen Eric und seinen Folien hin- und herschalten zu können. Die Kamera haben wir zusätzlich verwendet, um ein Backaup auf SD-Karte aufzuzeichnen.

Der verwendete Videomischer hatte einen USB-2.0-Ausgang, über den wir die Verbindung zu einem Windows-10-Laptop hergestellt haben. Der Videomischer ist dort als Signalquelle wie eine Webcam verfügbar. Mit einer Video-Streaming-Software haben wir über das Videosignal noch das GfWM-Logo gelegt und das Ergebnis dann zu YouTube-Live übertragen.

Als Rollen hatten wir (in Anlehnung an die CCC VOC Rollen) definiert: Kamerakind, Tontechnik, Videoregie, Stream, Streamkontrolle, Komentarmoderation und Mikrofon-Engel definiert und eingeübt. Im Bild oben seht Ihr das Dreamteam/Streamteam in Aktion. Wir haben gezeigt, dass man auch ohne oder mit wenig Vorkenntnis einen Livestream auf die Beine stellen kann, mit (nur) einer Barcamp-Session als Vorbereitung. Das Ergebnis könnt Ihr Euch auf YouTube ansehen.

Heute habe ich im Rahmen der GfWM Mitgliederversammlung ein Seminar zum Thema Wissensmanagement und ISO 9001:2015 in der Praxis gehalten. Das Seminar habe ich live ins Internet übertragen, um die Teilnahme für einen größeren Personenkreis zu ermöglichen. Vor Ort haben 8 Personen teilgenommen, im Livestream 24. Wenige Stunden nach Seminarende hatte das Video bereits über 100 Abrufe. In diesem Blog will ich kurz das technische Setup des Livestreams beschreiben.

Als Streaming-Plattform habe ich YouTube-Live (Konto der GfWM) verwendet. Für die Übertragung eines Videostreams zu YouTube wird das Real Time Messaging Protokoll (RTMP) verwendet. Gestreamt habe ich in 720p-Auflösung (1280×720, kleines HD).

Die Folien mit dem Vortrag habe ich in der Akademie von meinem Notebook (Lenovo Carbon X1, Windows 10) präsentiert. An diesem Notebook war ein USB-Headset (Sennheiser PC 36) und eine USB-Webcam (Logitech ConferenceCam Connect) angeschlossen.

Um aus dem Bildschirm und dem Webcam-Video einen Livestream zu machen benötigt man eine sog. Encoder-Software. Hierfür habe ich die Open-Source-Software OBS Studio verwendet. In OBS kann man verschiedene Audio-/Videoquellen kombinieren. Im Fall des Seminars war das der Notebook-Bildschirm und die Webcam im Side-by-Side-Modus (im Gegensatz zu Picture-in-Picture nebeneinander, damit die Folien nicht überdeckt werden). In OBS trägt man einfach den Streaming-Key aus seinem YouTube-Kanal ein, klickt “Streaming starten” und der Stream ist live.

YouTube stellt nach Beendigung des Livestreams das aufgezeichnete Video direkt im Kanal zur Verfügung. Mit dem YouTube-Video-Editor habe ich Anfang und Ende des Videos getrimmt und das Video dann gespeichert.

Falls Ihr Fragen zum Workflow, der Software oder der Hardware habt, gerne unten in die Kommentare.