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Livestream vom lernOS Rockstars Camp

Mit Audio und Video zur Wissensbewahrung beschäftige ich mich im Rahmen unserer Expert Debriefing Methode schon sehr lange. Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir unseren Ansatz des internen Podcastings im Rahmen des Wissenstransfers entwickelt. Und auch im Design von Veranstaltungen spielt das Thema eine immer größere Rolle. Insbesondere bei Community-orientierten Veranstaltungen helfen Livestream und Aufzeichnung, entfernte Community-Mitglieder einzubinden und auch nach der Veranstaltung einen Anlass für Diskussion und Aktion zu bieten.

Klares Vorbild für mich ist das Video-Team c3voc des Chaos Computer Club. Von allen größeren Veranstaltungen gibt es einen Video-Livestream und alle Vorträge werden im Nachgang auf media.ccc.de als Audio- und Video-Podcast sowie auf YouTube bereitgestellt. Ich habe den gesamten Feed von media.ccc.de abonniert und bekomme so in meiner Podcast-App (Castro) sofort mit, wenn neue Aufzeichnungen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise bin ich schon auf viele spannende Themen gestoßen, die sonst an mir vorbei gegangen wären (Serendipity Effekt).

Mit diesen Erfahrungen war mir schon bei unserer KnowTouch 2016 und KnowTouch 2018 klar, dass wir Livestream und Aufzeichnungen anbieten müssen. Wir haben uns ein Konzept dafür überlegt, das natürlich viel schlanker ausfällt, als das des c3voc. Die Konfiguration haben wir kontinuierlich weiterentwickelt, der letzte Einsatz war beim Livestream des kuratierten Tracks Arbeitswelten der Zukunft des KnowledgeCamp 2018.

Falls ihr mal ein ähnliches Setup aufsetzen wollt, hier eine kleine Übersicht der verwendeten Hard- und Software:

  • Streaming-Rechner: ein Intel Mini-PC NUC i7 mit 16 GB RAM und Windows 10
  • Streaming-Software: wir verwenden das Open Broadcaster Studio (OBS) für die Bildkomposition, die Aufzeichnung auf dem Rechner und das Streamen zu YouTube-Live. OBS kommt aus der Gamer-Szene, ist sehr performant und sehr leicht zu bedienen.
  • Kamera: semi-professioneller HD-Camcorder Canon HD25, hiermit nehmen wir das Video Bild der Redner*innen auf. Ein Elgato Camlink Adapter konvertiert das Videosignal der Kamera in ein USB-Video-Signal für den PC
  • Audio-Funkstrecken: wir setzen vier Sennheiser XSW Funkstrecken ein. Zwei davon mit Nackenbügel- und zwei mit Hand-Mikrofonen. Über einen Mackie VLZ4 Mischpult werden die Audio-Signale gemischt und in die Kamera eingespeist. Am Mackie hängt zusätzlich ein iPad für die Zuspielung der Musik. Die Aufzeichnung in der Kamera dient uns als zusätzliches Backup (neben OBS und YouTube).
  • Video-Funkstrecke: da sich Rednerpult und Streaming-Rechner an zwei verschiedenen Enden des Plenums befinden, setzen wir einfach eine Clickshare-Video-Funkstrecke ein, um das Videosignal durch den Raum zu übertragen und lange Kabelführungen zu vermeiden. Der HDMI-Ausgang des Clickshare-Empfängers wird über ein Vaddio AV Bridge auch in ein USB-Video-Signal konvertiert und steht so im Streaming-Rechner zur Verfügung. Leider haben wir es bisher nicht hinbekommen, zwei Elgato Camlink mit OBS zu betreiben, das würde die Gesamtlösung nochmal kompakter und günstiger machen.

Und wer das Ergebnis dieses Aufbaus sehen will, kann sich am Dienstag 25.06.2019 ab 09:30 Uhr den Livestream vom loscamp19 ansehen (ICS-Datei zum Eintragen in den Kalender und Weiterleiten an Kolleg*innen):

GfWM DIYMM Workshop am 11.05.2019

Am 11.05.2019 habe ich im Rahmen meiner GfWM-Aktivitäten einen Workshop zur “Dokumentation von GfWM Meetups mit multimedialen Bordmitteln” angeboten. Ziel dabei ist es, auszuprobieren und zu lernen, wie man eine Aufzeichnung von diversen Veranstaltungen der GfWM ganz einfach selbst durchführen kann. Beginn ist um 09:30 Uhr, Ende um 12:00. Hier meine OneNote-Notizen und Links aus der Vorbereitung für die Teilnehmer*innen:

Livestreaming von Veranstaltungen auf dem Easterhegg 2017

Traditionell findet über Ostern mit dem Easterhegg das Oster-Treffen des Chaos Computer Clubs statt. Dort gibt es viel Co-Creation, Wissens- und Erfahrungsaustausch und ein breites Vortragsprogramm. Dieses Jahr auf dem #eh17 in Mühlheim am Main war auch ein Vortrag zu Livestreaming von Sebastian (@Livestream_de) dabei, der sicher auch für Veranstalter von Meetups im Kontext des Wissensmanagements interessant sein könnte:

Der Vortrag geht zum Thema Videostreaming zwar technisch nicht zu sehr in die Tiefe, bietet aber damit gerade Enisteiger*innen leicht Zugang zum Thema. Mir hat auch die Geschichte gefallen, wie sich aus der ehrenamtlichen Betätigung in dem Feld letztendlich ein Geschäftsmodell ergeben hat. Viel Glück damit!

Weitere Beiträge, die ich mir im Nachgang noch ansehen werden:

Alle Videos vom #eh17 findet Ihr auf media.ccc.de oder auf Youtube. Der nächste Easterhegg wird vom 30.03.-02.04.2018 in Würzburg stattfinden.

KnowTouch Livestream-Test gelungen

Wir haben heute zum International Podcast Day erstmalig das Livestream-Setup getestet, das wir auch für die Übertragung der Keynotes der KnowTouch einsetzen wollen. Den Aufbau wollten wir so einfach wie möglich haben: als Kamera kommt eine Canon XA25 zum Einsatz, die über SDI an einem ATEM Telvision Studio (TVS) angeschlossen ist. Die Folien des Vortragenden kommen von der Bühne über HDMI und einen Scaler (720p) in das TVS.

Über die iOS App “Strata Lite” kann man mit einem iPod Touch zwischen Kamera und Folien wechseln. Der Ton kommt über drei Sennheiser XSW Funkstrecken (Vortragener mit t.bone Earmic 500, Publikum mit Handmikrofonen) und einen HDMI-Audio-Extraktor (um den Ton vom Notebook des Vortragenden zu übertragen) in ein Behringer XENYX UFX1204 Mischpult und von dort über die Aux-Sends in eine A/D-Wandler und in das TVS. Das Programm-Signal des TVS geht direkt in ein Matrox Monarch HD, der den Videostream an YouTube Live schickt.

Verbesserungspotential: idealerweise kann man in das Setup noch eine Kamera mit der Totalen und eine Detailkamera für die Bühne aufnehmen. Außerdem müssen wir die Lichtsituation auf der Bühne noch verbessern, da war es etwas dunken (vermutlich mit LED-Strahlern, die wir an einer Travers vor der Bühne montieren). Falls Ihr noch Ideen zur Professionalisierung habt, gerne unten in die Kommentare posten!

Bei der KnowTouch vom 26.-27. Oktober 2016 übertragen wir die vier Keynotes (siehe PDF-Programm). Für nur € 49,- kann man sich ein Livestream-Ticket dafür zulegen und ist live dabei!

Livestreaming von Vorträgen – Ein Beispiel

Heute war ich bei einer Akademie für genossenschaftliche Organisationen, um dort im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung einen der Vorträge live zu streamen. Im Folgenden ein Überblick und ein kurzer Erfahrungsbericht zum Projekt.

Die wichtigste zu klärende Frage im Vorfeld ist immer die der Konnektivität vor Ort. Für einen HD-Livestream benötigt man ca. 2,5 MBit Bandbreite im Upstream. Die Netzanbindung sollte über Kabel und nicht über WLAN erfolgen. Idealerweise ist man mit dem Videostream nicht im Gastnetz der Teilnehmer, sondern in einem separaten Netz mit garantierter Bandbreite. Mit Diensten wie dem DSL Speedtest kann man sich einen Überblick über die vorhandene Bandbreite verschaffen. In Fall in Montabaur sah die Messung schonmal sehr positiv aus:

montabaur-bandbreite

Da ich mit dem Zug am Vortag für Aufbau und Test angereist bin, habe ich mich aus unserem Media Lab für ein sehr leichtgewichtiges Setup entschieden:

  • Kamera: Canon XA25 mit Speisemöglichkeit für externe Audioquellen über XLR. Zusätzlich habe ich die Zoom-Fernbedienung mitgenommen, um den Zoom am Stativgriff bequem einstellen zu können.
  • Stativ: Manfrotto 290 xtra mit Carbon-Füßen (Gewicht) und einem Manfrotto Fluid-Videokopf 509 HD für flüssige Schwenks.
  • Streaming: Matrox Monarch HD, das über ein HDMI-Kabel (Mini-HDMI auf HDMI) das Audio- und Video-Signal bekommt und über einen LAN-Anschluss an den Videostreaming-Dienst (in unserem Fall YouTube Live) überträgt.
  • Audio-Backup: für den Fall, dass man den Ton nicht aus der Mikrofonanlage der Akademie vor Ort bekommt, hatte ich eine Sennheiser EW100 G3 Funkstrecke dabei (musste sie aber glücklicherweise nicht einsetzen).
  • Kabel: 20 Meter Netzwerkkabel Cat6, 10m Verlängerungskabel Strom, Mehrfachsteckdose 4 x Strom und 2 x USB, 30 Meter Audiokabel XLR-XLR.
  • Erste-Hilfe-Koffer: ein Zipper Bag mit Adaptern, Werkzeug, Klebeband, Batterien etc.

So sah der Aufbau nach ca. 30 Minuten Aufbauzeit dann aus:

streaming-aufbau

Als kleine Checkliste für die Veranstalter (und alle, die so etwas auch mal machen wollen) hier die wichtigsten Schritte des Aufbaus:

  1. Geigneten Ort für den Kameraaufbau finden. Darauf achten, dass Redner in der Standard-Position nicht vor den Folien stehen (Kamera diagonal zum Redner). Kameraposition sollte so hoch sein, dass Publikum i.d.R. nicht im Bild ist (Stichwort: Recht am eigenen Bild). Außerdem sollte die Kamera außerhalb der Laufwege platziert sein, damit das Publikum nicht aus versehen dagegen stößt.
  2. Beamer- oder Fernsehfrequenz testen. Videokameras (in Europa) nehmen meist mit 25 Hz Frequenz (=25 Bilder pro Sekunde) auf. Manche Beamer oder Fernseher projezieren mit anderen Bildwiederholraten, z.B. 60 Hz bei Beamer. Das führt dazu, dass das aufgenommene Beamerbild flackert. Einfachste Abhilfe in dem Fall ist, den Beamer auf 50 Hz umzustellen.
  3. Beleuchtung testen und einstellen. In vielen Veranstaltungslokation gibt es keine separate Bühnenbeleuchtung, sondern nur Deckenlicht. Das führt dazu, dass projezierte Folien und Redner von der Helligkeit sehr unterschiedlich sind. Ist in der Kamera die automatische Belichtung aktiviert, führt das meist dazu, dass das helle Beamer-Bild dominiert und sich die Kamera danach ausrichtet. In der Folge erscheint der Sprecher dann zu dunkel (“absaufen”). Optimiert mann die Helligkeit auf den Redner, ist das Beamer-Bild so hell, dass kein Kontrast mehr vorhanden und die Folien nicht lesbar sind (“ausbrennen”). In meinem Fall habe ich versucht, die Belichtung über eine Spanne von 2,5 Stufen manuell nachzuführen.
  4. Tonsignal in die Kamera einspeisen. In meinem Fall hat die Kamera einen Audioeingang über XLR-Kabel. Die Techniker vor Ort konnten mir aus der Mikrofonanlage ein langes Cinch-Kabel mit dem gemischten Tonsignal (Redner-Mikro, Moderatoren-Mikro, Publikums-Mikro) bereitstellen. Mit einem Cinch-XLR-Adapter ging das dann in die Kamera. Wichtig: alle Mikrofone sollten gleich laut sein. Am besten auch die Redner und in der Moderation darauf hinweisen, dass der Abstand Mikrofon-Mund idealerweise immer gleich sein sollte.
  5. Streaming-Device anschließen und testen. Der Matrox Monarch HD verfügt nur über einen LAN Zugang. Die Techniker vor Ort konnten mir am Kamera-Ort ein LAN-Kabel zur Verfügung stellen. Für die Verbindung musste die MAC-Adresse des Matrox in der Netzwerkumgebung freigeschaltet weden (der Matrox kann nicht über Netze, die Login/Passwort benötigen, verbunden werden!). Das hat problemlos geklappt, ein Knopfdruck und der Livestream war im YouTube-Kanal der Organisation zu sehen.

Soweit mein Bericht. Falls jemand dieses kleine Rezept verwendet oder andere Ansätze hat, bin ich auf weitere Tipps und Erfahrungen per Kommentar gespannt.

Meine re:publica 2015 Favoriten

rp15

Dieses Jahr werde ich es leider nicht auf die re:publica 2015 (#rp15) schaffen, da ich mitten in Projektvorbereitungen für die kommende Woche stecke. Einen Tag hätte ich wohl freimachen können, aber das lohnt sich bei der re:publica erfahrungsgemäß kaum. Und so bleibt mir nichts, als den wichtigsten Vorträgen per Livestream (nur Stage 1) bzw. später per zeitsouveränem Nachsehen zu lauschen (vorandene Aufzeichnungen habe ich in Klammern mit “VIDEO” oder “FOLIEN” verlinkt soweit vorhanden). Hier meine Favoriten aus dem Programm mit über 800 Vortragenden: