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Benchlearning Projekt 2017 “Working, Collaborating and Leading in the Digital Age” gestartet

Seit 2012 bieten wir bei Cogneon die so genannten Benchlearning Projekte an, bei denen 8-10 Unternehmen über einen Zeitraum von ca. einem halben Jahre in einem begleiteten Prozess und in offener Atmosphäre voneinander lernen können. Das erste Benchlearning Projekt hatte den Themenschwerpunkt “Social Intranet” (s.a. Projektbericht), gefolgt von Themen wie “Social Learning” und “Internes Community Management”.

Letzte Woche ist das Benchlearning Projekt 2017 mit dem Titel “Working, Collaborating and Leading in the Digital Age” gestartet. Zusätzlich zu den Teilnehmern Audi, Bosch, Continental, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Festo, Siemens und Volkswagen aus dem letzten Jahr sind die Unternehmen ZF Friedrichshafen und Daimler dem Projekt beigetreten. Beim Kickoff in der Cogneon Akademie in Nürnberg wurden die Themenschwerpunkte des Projekts diskutiert und festgelegt.

Am Vormittag hatten die beiden neuen Unternehmen die Möglichkeit, einen Überblick über ihre bisherigen Aktivitäten im Bereich Digitalisierung und Lernende Organisation zu geben. Interessant fand ich, dass Daimler mit seinem Aktivitäten in diesem Bereich sehr offen umgeht und so z.B. Videos zum Daimler net|WORK Camp 2016 und zum DigitalLife Day 2017 offen auf YouTube zur Verfügung stellt.

Nachdem der Übergang von “Community Management” zum “Digitalen Zeitalter” eine starke Weitung des Themenspektrums darstellt, sollten am Nachmittag die Schwerpunktthemen der drei Feldbesuche des Projekts geschärft und zu jedem auch eine Liste von Leitfragen definiert werden. Das Ergebnis:


1.) (Digitale) Vernetzung und Arbeit sichtbar machen

  • Wie kann der Einsatz von Working Out Loud auf unterschiedlichen Ebenen und dessen Nutzen sowie Grenzen für die Organisation aussehen?
  • Wie können Hybride Formate (z.B. Barcamps) zur Vernetzung und Initiierung von übergreifenden Initiativen genutzt werden?
  • Welche Methoden und Werkzeuge gibt es um Vernetzung nachhaltig zu fördern?
  • Wie wandelt sich die Rolle von IT, HR und interne Kommunikation?

2.) Flexibles Arbeiten und der digitale Arbeitsplatz

  • Wie kann die physische Arbeitsumgebung hybride Arbeitsformen fördern?
  • Wie erreiche ich diese? Wie vermeide ich dabei den Verlust von Kollegen?
  • Welche (produktunabhängig!) Funktionen/Werkzeuge benötigen wir dazu?
  • Was sind geeignete “Rhythmen” für hybride Formen der Zusammenarbeit?
  • Wie schafft man ein Gemeinschaftsgefühl in verteilten Teams und Netzwerken (2 Konzepte!)?
  • Wie erreichen wir Verbindlichkeit bei virtueller/mobiler Teilnahme an Meetings, Events, Trainings [verschiedene Workshop Formate]?
  • Wie kommt man von nutzer-orientierten “use cases” zu geeigneten Werkzeug-Kombinationen/Funktions-Kombinationen?
  • Generell kann die folgende Dreiteilung hilfreich sein: a) Welche Fertigkeiten/Skills/mindsets benötigen die Kollegen?; b) Wie sehen Prinzipien und Einigungsprozesse aus?; c) Welche Werkzeuge/Funktionen werden benötigt?

3.) Führen in der Vernetzung und in agilen Organisationsformen (agiles Umfeld)

  • Wie kann ein gemeinsames Verständnis agiler Organisationsformen aussehen?
  • Was ist der konkrete Mehrwert von vernetzter Führung?
  • Wie können Formen und Rollen  von Führung („Personas“ / „Role models“) aussehen und welche Kernaufgaben und Schnittmengen von klassischer UND „neuer“ Führung gilt es dabei zu berücksichtigen?
  • Was können mögliche Zielkonflikte von Führungskräften sein?
  • Wie kann Befähigung und Training für neue Führungsrollen aussehen und in bestehende Organisationsformen integriert werden. Welche Rolle spielen dabei Anerkennung und Wertschätzung?
  • Wie können konkrete Maßnahmen und Angebote für Führungskräfte aussehen?

Wer zu diesen Themen Inputs geben mag, kann das natürlich jederzeit über den Hashtag #blp17 auf Twitter tun!

Buch-Review– “Collaboration” (Teil 2)

 

Was sind überhaupt die Hintergründe von vermehrter Abteilungs-übergreifender, evtl. unternehmensweiter Zusammenarbeit? Im Buch werden dazu drei Gründe aufgeführt:

  • Innovationen & Innovationsfähigkeit
  • Besserer Verkauf (durch Cross-Selling und CRM)
  • Effizientere “Operations” (Best Practice Austausch und Wissen von Kollegen nutzen)

Es gibt somit ein enormes Potential für Zusammenarbeit, jedoch sollte nicht vergessen werden dass Zusammenarbeit kein Selbstzweck darstellt und mit Kosten verbunden ist (Opportunitäts- und Kosten für Zusammenarbeit an sich)

Basierenden auf den drei Anwendungsfelder gibt es wie auch in den meisten Management Bücher ein Modell bzw. ein Vorgehensvorschlag:

  1. Möglichkeiten für verbesserte Zusammenarbeit ausmachen (Beispiel, siehe Collaboration Matrix S.37)
  2. Barrieren identifizieren
  3. Individuelle Lösungen Anhand von 1 und 2

Im nächsten Post gehen wir detailliert auf die Barrieren der Zusammenarbeit ein.

Buch-Review– “Collaboration” (Teil 1)

Dieser Post ist der Auftakt einem vierteiligen Review des Buches “Collaboration”. Der Autor des Buches, Morten Hansen, ehemaliger BCG Consultant und Professor an der Haas School of Business der UC California Berkeley weiß wovon er spricht. Mit seinen breit gefächerten Praxisbeispielen wird die Thematik des Buches greifbar und leicht verständlich.

Der Anlass dieses Reviews kam mit nachdem ich dieses Buch im Hinblick auf die Thematik Enterprise 2.0 gelesen habe. Im Bereich Enterprise 2.0 werden häufig wage Ziele formuliert wie etwa mehr Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Was aber sind die konkreten Ziele, die mit mehr Zusammenarbeit verfolgt werden? Wie kann ich diese Ziele erreichen? Was sind die Hindernisse? Hierbei hatte ich häufig dass Gefühl, dass in Beiträgen von E2.0 Evangelisten zwar Ziele formuliert und ein Change Prozess aufgezeigt wurde, eine tiefere Auseinandersetzung aus dem Blickwinkel des Einsatzgebietes E2.0 – nämlich der Nutzung von Social Media im Unternehmen, blieb meiner Meinung nach zu kurz (dies spiegelt sich auch in den sog. Fallen von Zusammenarbeit wieder, die im Buch genannt werden):

Nun aber zum Buch:                                                                                              Grundidee des Autors ist die sogenannte Disziplinierte Zusammenarbeit. Dabei stellt Zusammenarbeit keinen Selbstzweck dar sondern dient der Verfolgung konkreter Ziele mit positivem Einfluss auf den Geschäftserfolg und wird auch nur dann eingesetzt. Es geht somit nicht um eine Verflachung der Hierarchien sondern um eine differenzierte Arbeitsweise bei der zwischen zwei Modi gewechselt werden muss:

  • Dezentrale Arbeit in Abteilungen und Business Units
  • Zusammenarbeit über Abteilungs- und Business Units hinweg

Wie eine solche disziplinierte Zusammenarbeit erreicht werden kann und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden müssen, sollten man folgende Fallen vermeiden:

  • Je mehr Zusammenarbeit desto besser
  • Unterschätzen der Kosten für vermehrte Zusammenarbeit

Mehr dazu im nächsten Post der Reihe.