Weblogs, Podcasts, Vlogs: Basis-Infrastruktur für Working Out Loud?

Vor kurzem habe ich beim 1. Siemens Working Out Loud Camp in München eine Session mit dem Titel “Infrastructure for WOLers” angeboten (Folien). Darin habe ich versucht herzuleiten, welche Art von technischer Infrastruktur im Intranet oder Internet für das Praktizieren von Working Out Loud (WOL) notwendig ist. Mit WOL meinte ich damit weniger die Durchführung eines Circle zur Initialisierung, sondern eher das langfristige und nachhaltige Umsetzen einer offenen und partizipativen Arbeitshaltung.

Aus meiner Sicht spielen dabei im Internet und im Intranet die persönliche Homepage und der persönliche Weblog eine ganz zentrale Rolle. Geht man zu der frühen Definition von WOL als observable work + narrating your work zurück, kann man schnell die Parallelen zwischen WOL und den Eigenschaften von Weblogs sehen.

Der Begriff Weblog setzt sich aus den Begriffen Web und Logbuch bzw. Tagebuch zusammen. Ein Tagebuch im Sinne von WOL ist ein Ort, wo wir unsere Arbeit sichtbar machen, ähnlich der Idee von E-Portfolios im Bereich des Lernens. Das geschieht durch die Veröffentlichung (digitaler) Artefakte unserer Arbeit im Weblog. Das können Ergebnisse, Zwischenergebnisse, Ideen, Fragen und Lessons Learned mit Bezug zur Arbeit sein. Die Langform eines Weblogs ist im Gegensatz zu Meso- und Mikroblogs (Twitter, Tumblr & Co.) eher für das Storrytelling rund um den Arbeitsprozess (“narrating your work”) geeignet. Wenn reiner Text mit statischen Bildern für die Darstellung nicht reicht, kann auf die verwandten Formate Podcast (früher Audio-Blog) oder Vlog (Video-Blog) zurückgegriffen werden.

Weblogs waren ab 2005 die erste Welle im Handlungsfeld Enterprise 2.0. Auf die Blogs folgten Wikis (2008) und Enterprise Social Networks (ESN, 2012). Leider sind Blogs im Hype rund um ESNs ein bisschen untergegangen und der Fokus hat sich mehr in Richtung Mikroblogs und Communities verschoben.

Ich glaube trotzdem fest daran, das Blogs und damit Langform-Formate auch im Intranet eine Renaissance erleben werden und dann eine wichtige Basis für Working Out Loud bilden können. Auf Plattformen wie LinkedIn ist beipielsweise schon der Trend zu erkennen, dass Nutzer nicht mehr nur Beiträge schreiben (Kurzform), sondern zunehmend auch Artikel verfassen (Langform), wenn sie nicht wie Harald Schirmer, Sebastian Hollmann oder Marcus Raitner über öffentliche Blogs verfügen.

Wie sind Eure Gedanken und Beobachtungen zu Weblogs als Basis-Infrastruktur für Working Out Loud?

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Nachbereitung von Livesession-Aufnahmen in MOOCs und SPOCs

Gerade läuft der Cross Company Course on Guide or Multiplier Networks (CCCGOMN), in dem genau wie im Management 2.0 MOOC im Jahr 2013 auch wöchentliche Livesessions gemacht werden. Den Teilnehmern wird im Nachgang die Videoaufnahme (mp4) und zusätzlich eine Audioaufnahme (mp3) bereitgestellt. Dieser Beitrag beschreibt kurz, wie der Prozess der Nachbereitung erfolgt.

Folgende Schritte verwende ich nach den Livesessions (Dauer: ca. 1h):

  • Videokonferenz-Tools wie GoToMeeting oder Skype for Business erzeugen als Aufnahme meist eine mp4-Datei, die ich als Ausgangsbasis verwende
  • Die mp4-Datei imporiere ich in ein Videoschnitt-Programm, in meinem Fall das kostenlose DaVinci Resolve
  • Im Videoschnitt-Programm trimme ich Anfang und Ende und schneide alle Stellen, an denen Längen durch Wechsel zwischen den Rerferenten oder technische Probleme entstehen. Für schnelles Arbeiten ist es sinnvoll, sich die Tastaturkürzel des verwendeten Programms anzusehen
  • Das geschnittene Ergebnis exportiere ich als mp4-Datei mit einer maximalen Datenrate von 2000 kBit/s (Achtung: viele Programme schlagen deutlich höhere Datenraten vor, was bei Livesession-Aufzeichnungen aber nicht sinnvoll ist, da es die Dateigröße deutlich vergrößert
  • Danach erzeuge ich mit dem Kommandozeilen-Tool FFmpeg aus der mp4-Datei eine mp3-Datei (Audio)
  • Beide Dateien lade ich in unsere Plattform Coshare und verlinke sie mit der entsprechenden Seite des Kurses für den Download
  • Fertig :-)

Wenn Ihr auch interessante Workflows habt, die Euch Zeit sparen, könnt Ihr die gerne in den Kommentaren kurz beschreiben.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Gedanken zu einem lernOS Framework

Gestern hatte ich den Sprint-Abschluss meines lernOS Circles mit Leonid und Till. Wir haben das Weekly Woche 12 gemacht, schön zu Mittag gegessen, einen Lessons Learned Podcast aufgenommen und in einer Retrospektive die Erfahrungen aus dem Sprint reflektiert. Wir haben dabei auch über die nächsten Entwicklungsschritte bei lernOS gesprochen und Till hat die interessante Idee eines lernOS Frameworks eingebracht.

Die Grundidee, das eigene lebenslange Lernen wie bei Scrum in Sprints zu organisieren und darüber ein “Timeboxing” und eine Taktung zu ermöglichen scheint sich zu bewähren. Für die Gestaltung des Sprints braucht es aber Flexibilität z.B. in Bezug auf die Personenanzahl, die physischen und virtuellen Treffen, das Verfolgen von Zielen und die zu absolvierenden Lernübungen. Daher war die Idee mit einem lernOS Framework einen verbindlichen Rahmen vorzugeben (ähnlich wie bei einem Barcamp), das dann für konkrete Anwendungen angepasst werden kann. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn andere Akteure eigene Lernprogramme auf lernOS aufsetzen wollen, wie das z.B. mit Sketchnoting Out Loud (Sketchnoting in einem Sprint lernen) schon jetzt der Fall ist.

Der Begriff Framework kommt eigenlich aus der Softwareentwicklung und bezeichnet dort einen Ordnungsrahmen, der eine wiederverwendbare und gemeinsame Struktur für Anwendungen zur Verfügung stellt. Ein erster Schritt bei der Entwicklung eines Frameworks ist die Definition der Objekte oder Elemente des Frameworks und deren Attribute (Eigenschaften).

In unserer Retrospektive haben wir angefangen, erste Gedanken zu einem lernOS Framework zu skizzieren (Bild oben). Da lernOS auf den drei Ebenen Einzelperson, Team und Organisation eingesetzt werden kann, müssen die Begriffe des Frameworks auf allen Ebenen anwendbar sein. Die folgenden Objekte haben wir im Lauf des Gesprächs notiert:

  1. Sprint: wie bei Scrum ein definierter Zeitraum, in dem ein (Lern-)Ziel erreicht werden soll. Um die Anwendung der Methode Objectives & Key Results (OKR) zu ermöglichen ist die Standard-Dauer eines lernOS Sprints 13 Wochen (damit ergibt sich ein Quartals-Takt).
  2. Ziele: innerhalb eines Sprints versucht ein Akteur ein oder mehrere Ziele zu erreichen. Diese Ziele können vorgegeben oder selbstgewählt sein. lernOS schlägt vor, gemäß OKR pro Sprint maximal 5 Ziele festzulegen und deren Erreichung über Key Results (2-4 je Ziel) zu messen. Über die Boxenstopps im Sprint (i.d.R. zwei in Woche vier und acht) werden die Akteure angehalten, funktionsfähige “Minimum Viable Products” (MVP) ihrer Lernergebnisse zu demonstrieren und damit das Arbeiten in Iterationen zu erlernen.
  3. Akteure: die Anzahl der Akteure kann je nach Ebene variieren (Organisation = Alle Mitarbeiter, Abteilung = 20, Scrum-Team = 7, Circle = 5, Lerntandem = 2, Einzellerner = 1).
  4. Lernpfade: ein Lernpfad ist ein vordefinerter und erprobter Ablauf von Instrukturionen, Inhalten, Interaktionen und Übungen (wir wollten den Begriff “Curriculum” vermeiden), mit dem Akteure Lernziele effizient erreichen können (z.B. Sketchnote Lernpfad zum Erlernen von Sketchnoting). Die Begrifflichkeit Pfad ist an Coder Dojos und Katas angelehnt (siehe z.B. Learning Paths auf coderdojo.com).

Die Herausforderung für die zukünftigen lernOS Versionen wird sein, ein solches Framework auszugestalten und allen Beitragenden in der Community zu erklären. Gleichzeitig dürfen die Anwender aber durch die Begrifflichkeiten und vermeintliche Komplexität nicht abgeschreckt werden. Habt Ihr dazu weitere Gedanken und Ideen?

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Schnuppermonat der Cogneon Akademie im Mail 2018 – kostenlose Anmeldung bis 17.05.2018 möglich

Vom 01.-31. Mai 2018 bieten wir einen kostenlosen Schnuppermonat der Cogneon Akademie an, in dem Ihr unsere neuen Angebote kennenlernen könnt. Die zwei Webkonferenzen für den Onboarding Call (04.05.) und den Akademie Talk (18.05.) machen wir per Skype for Business. Die Teilnahme-Links dafür erhaltet Ihr nach der Anmeldung über Eventbrite.Die Teilnahmemöglichkeiten im Schnuppermonat im Einzelnen:

  • Die Xing-Gruppe Cogneon Akademie mit über 1000 Mitgliedern für den interaktiven Austausch. Die exklusive Community unter community.cogneon.de stellen wir im Onboarding Call am 04.05. vor.
  • In der Xing-Gruppe steht das Thema der Woche Corporate Podcasting – Podcasts für das Lernen und den Wissenstransfer in Unternehmen bereit.
  • Im Bereich Lernflix unter cogneon.de/lernflix stehen Euch sieben Vortragsmitschnitte (inkl. Folien und Audio-Version) der letzten KnowTouch zur Verfügung. Den Mitschnitt des Akademie Talks von Harald und zwei weitere Vorträge von der Zukunft Personal werden wir im Lauf des Schnuppermonats zusätzlich dort bereitstellen.
  • Freitag 04.05. von 11:00-12:00 Uhr: in einem Akademie-Onboarding-Call stellen wir Euch die Angebote der Akademie kompakt vor und gehen auf Eure Fragen ein (Skype for Business Link erhaltet Ihr nach Anmeldung über Eventbrite).
  • Donnerstag 17.05. von 10:00-16:00 Uhr: 30. Knowledge Jam zum Thema “Corporate Learning 2025” in der Akademie in Nürnberg (kostenpflichtige Anmeldung).
  • Freitag 18.05. von 10:30-11:30 Uhr: erster Akademie Talk mit Harald Schirmer zu “New Work Style bei Continental – Ergebnisse und Erfahrungen aus den letzten 5 Jahren” bei Continental. Zur Vorbereitung könnt Ihr Euch diesen Vortragsmitschnitt von Harald auf YouTube ansehen (Skype for Business Link erhaltet Ihr nach Anmeldung über Eventbrite).

Bis zum Tag vor dem Akademie Talk mit Harald Schirmer kann man sich noch zum Schnuppermonat anmelden. Sagt gerne noch interessierten Kolleg*innen und Bekannten Bescheid und leitet den Link zur Anmeldung weiter.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

HR auf dem Weg zum Mars: die Vision der Lernenden Organisation 2025 (#DGFPc18)

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) veranstaltet im Vorfeld der re:publica 2018 (#rp18) eine Blogparade mit dem Titel we dream big (#DGFPc18), zu dem ich mit diesem Blog gerne einen Beitrag leisten möchte. Es geht darin um fünf Leitfragen rund um das Selbstverständnis von Personalabteilungen, Tools und Equipment, überkommene Ansätze und über die generelle Zukunftsperspektive von HR in Organisationen.

Genau dieses Thema haben wir in der Corporate Learning Community letztes Jahr im Corporate Learning 2025 MOOCathon (MOOCathon = MOOC + Hackathon) behandelt. Wir wollten herausfinden, was eine Vision für das Corporate Learning im Jahr 2025 sein könnte und haben schon im Trailer die Metapher der Weltraumreise und den Aufbau einer Station auf fernen Planeten thematisiert:

Ablauf des Corporate Learning 2025 MOOCathon

Im MOOC-Teil von Mai bis Juli haben die acht Unternehmen Merck, Continental, ottobock, DNV GL, Viessmann, Aareal Bank, Bosch und Audi ihren Status quo und ihre Vision für das organisationale Lernen vorgestellt. Die fast 2000 Teilnehmer*innen konnten dann die Sommerpause nutzen, um ihr persönliches Fazit aus den Fallbeispielen in einer Abschlussarbeit aufschreiben. Anfang September haben wir dann einen zweitägigen Hackathon in Frankfurt veranstaltet, in dem wir die Fallbeispiele, die Vision, eine Roadmap ein Rollenmodell und eine Toolsammlung im offenen Wikibook Organisationales Lernen im Digitalen Zeitalter dokumentiert haben. Das Wikibook steht unter Creative Commons Lizenz (CC BY) und kann gerne weiter verwendet werden.

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Vision Corporate Learning 2025

Schon das Titelblatt des Wikibooks zeigt, wohin die Reise geht: die Lerner, die sich bisher in einem fremdgesteuerten Lern-Gefängnis befinden, befreien sich und kommen miteinander ins Gespräch. Dadurch entstehen ganz neue Lernformate jenseits von Weiterbildungskatalog, Klassenraum Training und e-Learning per WBT. Communities in Enterprise Social Networks (ESN), Meetups, Working Out Loud und Fuckup Nights sind einige Beispiele solcher innovativen Lernformen. Im Wikibook-Kapitel zur Vision (Seite 35) sind dazu dann vier konkrete Ziele benannt worden, die es in Unternehmen und Organisationen bis 2025 zu erreichen gilt:

 

  • Learning & Development 2025

    Von der Abteilung zum interdisziplinären Lern-Netzwerk

  • Die Lernenden 2025

    Vom zentral gesteuerten Lernen zum selbstorganisierten und kollaborativen Lernen

  • Lernumgebung 2025

    Vernetztes Arbeiten in virtuellen und physischen Räumen

  • Leadership & Lernkultur 2025

    Von „Wissen ist Macht“ zu „Wissen teilen ist Macht“

Learning & Development 2025

Eine Abteilung für Weiterbildung oder Learning & Development wird es auch 2025 noch geben. Sie wird jedoch weniger im eignen Silo agieren, sondern in einem interdisziplinären Netzwerk den Umgang mit Wissen und Lernen in der Organisation gestalten. Übergeordnetes Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung des Unternehmens zu einer Lernenden Organisation.

[bctt tweet=”HR wird bis 2025 Teil eines interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerks zur Entwicklung einer Lernenden Organisation sein. #DGFPc18″ username=”cogneon”]

Zu den Akteuren im Netzwerk gehören z.B. Führungskräfte, IT, Digitalisierungs-Teams, Kommunikation, Projektmanagement/Agile, QM/Leand, Innovation, Lean, Mitarbeitervertretung und die Arbeitsplatzgestaltung. Ansätze von solchen interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerken sieht man heute schon z.B. bei Continental (GUIDES), Deutsche Telekom (TSN Guides), Bosch (Ambassadoren) und Audi (Zusammenarbeit 2.0).

Die Lernenden 2025

An vielen Stellen werden Weiterbildungen noch vom Chef als Belohnung vergeben. Die Mitarbeiter haben wenig Einfluss auf die Auswahl von Bildungsmaßnahmen. Der Weiterbildungskatalog gibt vor, welche Maßnahmen überhaupt in Frage kommen. Bis 2025 werden die Lerner mehr Freiraum haben, Ihren Lernprozess und die Lernmedien selbst zu gestalten.

[bctt tweet=”Das ‘self-directed life-long learning’ ist das Leitbild für die Lernenden im Jahr 2025. #DGFPc18″ username=”cogneon”]

Im Fallbeispiel des adidas Learning Campus (Präsentation) kann dieser Ansatz bereits heute beobachtet werden: in den 5 New Learning Principles (Seite 11 in der verlinkten Präsentation) wird explizit “Create a new culture of self-driven life-long learning” aufgeführt.

Lernumgebung 2025

Unter Lernumgebungen wird heute oft noch das Schulungszentrum mit Seminarräumen, Seminar-Tisch-U und Getränkekreisel verstanden. Sehr oft findet dort klassischer Frontalunterricht statt. Die von L&D unterstützte digitale Lernumgebung beschränkt sich oft auf Learning-Management-Systeme (LMS) und Autoren-Umgebungen. Formate und Tools zur Unterstützung des informellen Lernens werden von HR nicht angeboten und/oder gefördert.

[bctt tweet=”Die optimale Lernumgebung 2025 besteht aus digitalen und physischen Elementen. Sie unterstützt das formelle und das informelle Lernen gleichermaßen. #DGFPc18″ username=”cogneon”]

Bis 2025 muss HR sowohl physische als auch virtuelle Lernumgebungen gestalten, die den formellen und den informellen Lernprozess der Lernenden optimal unterstützen. Damit kommen auch Schlagworte wie Coworking/Colearning Spaces, Kreativ- & Lernräume, Future Workplace, Enterprise Social Networks, Video-Portale, Office 365 uvm. in das Themenspektrum von HR.

Leadership & Lernkultur 2025

Die Rolle von Führungskräften und die zu entwickelnde Lernkultur sind wahrscheinlich das wichtigste Element der Corporate Learning 2025 Vision. Führungskräfte spielen eine ganz Zentrale Rolle, um die Vision der Lernende Organisation bis 2025 Wirklichkeit werden zu lassen. Grund: “lead by example” ist nicht nur eine Change Methode, sondern wahrscheinlich die einzige!

[bctt tweet=”Die Führungskräfte unterstützen eine lernförderliche Unternehmenskultur und agieren in der täglichen Führungspraxis als Vorbild für alle Mitarbeiter. #DGFPc18″ username=”cogneon”]

Nach dem Kulturebenen-Modell der Organisationskultur nach Schein gehört zur Kultur die Haltung (das Mindset), die gemeinsamen Werte und die darauf basierenden sichtbaren Verhaltensweisen und Maßnahmen. Die Lernkultur nimmt damit nicht nur Kultur in Bezug auf klassische Trainings in den Fokus (Lehrkultur), sondern auch und vor allem Fehlerkultur (Lernen aus Fehlern), Kommunikationskultur (Wissenskommunikation), Zusammenarbeitskultur (Learning by Doing), Führungskultur (Knowledge Leadership) und Innovationskultur (Innovation = Learning).

Ausblick

Über die Vision und die Themen der Roadmap wird im Rahmen der regionalen Corporate Learning Communities aktuell viel diskutiert. Beim nächsten Meetup von clc90 in Nürnberg werden wir z.B. einen Podcast zur Corporate Learning 2025 Vision aufnehmen und im Corporate Learning Podcast veröffentlichen. Die Weiterentwicklung von Vision und Roadmap wird dann sicher auch auf dem Corporate Learning Camp 2018 vom 04.-05.10.2018 in Frankfurt eine große Rolle spielen. Außerdem wird der 30. Knowledge Jam das Thema “Corporate Learning 2025” behandeln. Karlheinz Pape (er hat auch einen Beitrag zur Blogparade erstellt) und ich werden am Vormittag zwei Impulsvorträge halten, am Nachmittag gibt es Barcamp-Sessions zum Thema.

P.S.: eine Reise zum Mars ist kein Wochenendausflug! Ihr müsst Komfortzonen verlassen, neue Wege gehen, Dinge ausprobieren, Scheitern und Lernen. Falls Du Dir einen Eindruck von den Anstrengungen einer Reise zum Mars verschaffen möchtest, empfehle ich Dir den neuen Gimlet-Podcast The Habitat, in dem sechs Freiwillige eine simulierte Reise zum Mars übernehmen.

P.P.S: ich konnte es nicht lassen, einen kleinen (ironisch gemeinten!) XKCD-Comic-Remix zum Problem von HR zu erstellen :-)

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Learning Mindset 2.0 – auf die Grundannahmen kommt es an! (#CLsprint)

Heute findet der zweite Corporate Learning Sprint der Corporate Learning Community statt. Das Thema ist “Das Mindset von Learning Professionals” und mit diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken zum Thema beisteuern.

Im Rahmen unserer Entwicklung von lernOS, einem Organisationssystem für Lernende Organisationen, hat mich Stefan Peter Roos bei einem Mittagessen auf den Dreiklang Mindset, Skillset und Toolset gebracht, der beim Staffing von Startup-Teams verwendet wird. Diesen Dreiklang haben wir in lernOS und unsere Projekte aufgenommen, er hat seitdem eine gewisse Verbreitung in der Community erfahren.

Mindset ist dort definiert als die Haltung, mit der man an Wissen und Lernen herangeht. Das ist aber nicht die einzige Definition. Google übersetzt Mindset mit Denkweise, die Wikipedia mit Mentalität. Carol Dweck, die Autorin von mindset – The New Psychology of Success (Amazon Affiliate Link) versteht Mindset als den Glauben an die persönliche Lernfähigkeit.

Ähnlich wie bei Working Out Loud zielt das meiner Meinung nach sehr stark auf die Disposition und die Verantwortung des Einzelnen. Die Entwicklung einer Lernenden Organisation sollte man aber nicht nur von der Haltung einzelner Personen abhängig machen, sondern auch die Rahmenbedingungen im “System der Organisation” entsprechend anpassen. Als Denkansatz dazu verwende ich gerne das Kulturebenen-Modell von Edgar Schein.

Quelle: File:Schein Ebenen.svg. (2014, September 7). Wikimedia Commons, the free media repository. Retrieved 06:31, April 13, 2018 from https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Schein_Ebenen.svg&oldid=134074859.

Die Basis (Ebene 3) bilden die Grundannahmen der Akteuere einer Organisation über die Welt und deren Zusammenhänge. Darauf aufbauend (Ebene 2) entstehen kollektive Werte (was ist mir/uns wichtig) und dadurch auch ein “Gefühl für das Richtige”. Daraus entstehen dann Verhaltensweisen, Artefakte, Rituale, Mythen etc. ,  die man beobachten kann (Ebene 1). Dazu gehören beispielsweise Gebäude, Prozesse, Veranstaltungsformate und technische Infrastruktur.

Übertragen auf den CLsprint und Learning Professionals könnte das bedeuten: es geht nicht darum, Werteposter aufzuhängen und über neue Kultur zu sprechen. Mit dem Kulturmodell von Schein im Hinterkopf sind folgende Ansätze erfolgsversprechender:

  • Neue Verhaltensweisen – z.B. alle Trainigsunterlagen offen für alle bereitstellen (Wert: Offenheit), Mitarbeiter in Trainingsentwicklung einbeziehen (Wert: Partizipation)
  • Neue Prozesse – z.B. Onboarding, Flipped Classroom, Lessons Learned als Corporate Learning, Expert Debriefing wenn Mitarbeiter gehen oder die Stelle wechseln, Unterstützung von Communities of Practice
  • Neue Gebäude- und Raumkonzepte – z.B. Kreativräume, Coworking Spaces, Innovationslabore
  • Neue technische Infrastruktur – z.B. Office 365 als Wissensinfrastruktur, Wiki als Wissensbasis, Enterprise Social Networks zum Lernen voneinander (die 20 in 70/20/10)
  • Neue Veranstaltungsformate – z.B. statt nur Trainings auch Barcamps, Hackathons, Booksprints, Fuckup Nights

Viele dieser Ansätze sind in Unternehmen im Ansatz schon vorhanden, werden aber von den Corporate Learning Professionals nicht wahrgenommen, oder – noch schlimmer! – abgelehnt und bekämpft. Hier gilt es, die eigenen Grundannahmen zu hinterfragen Ansätze auf Ebene 1 auszuprobieren. Mit den Praxisbeispielen im Corporate Learning 2025 MOOCathon und der entstandenen Corporate Learning Toolbox haben wir ja schon eine ganz gute Ausgangsbasis geschaffen. Jetzt gilt es, das in die Praxis umzusetzen.

[bctt tweet=”Triaining is for dogs … Learning is for humans! Fangen wir heute an, ein Corporate Learning 2.0 Mindset zu entwickeln. #CLsprint” username=”cogneon”]

Was denkt Ihr zu dem Thema? Schreibt es unten in die Kommentare oder beteiligt Euch auf Twitter unter dem Hashtag #CLsprint.

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Am 1. Mai ist Tag der Wissensarbeit und die Cogneon Akademie kommt nach überall

Der 1. Mai 2018 als “Tag der Wissensarbeit” wird für uns in der Cogneon Akademie ein wichtiger Meilenstein unserer Entwicklung werden. In diesem Blog möchte ich die Gründe dafür darlegen.

Am Anfang war das Einzelprojekt

Angefangen bei der Entwicklung der Expert Debriefing Methodik Ende der 1990er Jahre und den EWITA-Projekten bei Audi (EWITA steht für “Entwicklungs-, Wissens-, Informations- und Tutorsysteme Audi) bestand unser Tagesgeschäft bei Cogneon hauptsächlich aus Kundenprojekten in den Bereichen Wissensbewahrung, Wissensinfrastrukturen und Lernenden Organisationen. Gemäß unserer Vision der “Wissensrepublik Deutschland” und unseres Slogans “Wissen muss frei sein!” war uns aber schon immer wichtig, Wissen und gemachte Erfahrungen einer größeren Menge von Personen zur Verfügung zu stellen.

So haben wir im Jahr 2005 unser Wiki Copedia, das bis dahin als Intranet fungierte, mit seinen mittlerweile weit über 1000 Seiten öffentlich im Internet zur Verfügung gestellt. Im gleichen Jahr startete die Veranstaltungsreihe der Knowledge Jams, in der wir ca. 2x pro Jahr Themen aus Praxis mit Impulsvorträgen und Barcamp-Sessions bearbeiten. Am 17. Mai findet zum Thema “Corporate Learning 2025” der inzwischen 30. Knowledge Jam statt.

Benchlearning zum Lernen über die Unternehmensgrenze hinweg

Über Projekte mit Schaeffler, adidas und Audi in den Bereichen Communities, Social Intranet, Enterprise 2.0 und New Work entstand ein enger Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren in diesen Unternehmen. Es war schnell klar, dass jeder Beteiligte schneller vorankommt, wenn man voneinander lernt und nicht alle Entwicklungen, Erfahrungen und Fehler doppelt machen muss. Aus dieser Einsicht entwickelte sich dann 2012 das erste Benchlearning Projekt, damals zum Thema Social Intranet.

[bctt tweet=”Für die Entwicklung einer Lernenden Organisation braucht es Zusammenarbeit auf Augenhöhe von vielen Akteuren und Funktionen im Unternehmen.” username=”cogneon”]

In einem Benchlearning Projekt tauschen sich je 3-5 Vertreter von ca. zehn Unternehmen über einen Zeitraum von 6-8 Monaten in Feldbesuchen vor Ort und in einer Online-Community virtuell aus. Das besondere: jedes Unternehmen sollte Vertreter aus den Disziplinen IT, HR, Unternehmenskommunikation und Wissensmanagement in das Projekt entsenden. Durch diese Interdisziplinäre Cross-Company-Sicht entsteht ein riesengroßer Lerneffekt für alle Beteiligten. Seither bin ich fest davon überzeugt, dass man eine Lernende Organisation nur im Schulterschluss vieler interdisziplinärer Akteure im Unternehmen über einen langen Zeitraum entwickeln kann. Im Rahmen eines Lego Serious Play Workshops auf dem Enterprise 2.0 Summit habe ich dazu die Idee vom Wissensmanagement als Brückenbauer in einem Lego-Modell gebaut und erklärt:

Konzept Cogneon Akademie Everywhere

Trotz der Aufweitung von Einzelprojekten zu Benchlearing-Projekten hat mich immer noch die Frage umgetrieben, wie man noch viel mehr Menschen für Wissen und Lernen begeistern und mit auf eine lebenslange Lernreise nehmen kann. Hierzu haben wir uns im Frühjahr 2018 hingesetzt und aus einzelnen, schon vorhandenen Bausteinen, ein Gesamtkonzept unter dem internen Projektnamen Cogneon Akademie Everywhere entwickelt. Von unserem Namensgeber, der Akademie von Platon, haben wir das uralte Prinzip des Lernens auf Augenhöhe übernommen.

Das “Everywhere” steht dafür, dass man in Zukunft von überall aus und zu jeder Zeit an den Aktivitäten in und um die Akademie teilnehmen kann. Diese Idee stammt vom Congress Everywhere des Chaos Computer Club, bei der eine ortsunabhängige Teilnahme am Kongress durch Livestreams, IRC-Chat, lokale Orte und die Plattform media.ccc.de ermöglicht wird. Zu den einzelnen Elementen des Konzepts gehört wie schon erzählt eine Online Community, der Knowledge Jam und die KnowTouch, eine Topic Map (früher Cogneon Wissenslandkarte), monatliche Community-Aktivitäten und das lernOS Toolkit.

Im März 2018 haben wir einen Pilotmonat mit 13 Unternehmensvertretern durchlaufen, sehr viel Feedback eingesammelt und jetzt im April in das Gesamtkonzept eingearbeitet. Und so werden wir Anfang Mai mit einem kostenlosen Schnuppermonat starten, in dem wir den Ansatz erklären werden und Ihr die Akademie in Aktion erleben könnt. Ab Juni starten dann auch die kostenpflichtigen Angebote Akademie Plus und Akademie Pro mit exklusiven Leistungen und Vergünstigungen bei bestehenden Angeboten. Zum Schnuppermonat könnt Ihr Euch ab jetzt anmelden, die detaillierten Informationen und Zugänge erhaltet Ihr dann Anfang Mai.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

New Podcast-Recorder Kid on the Block

Bei unseren Podcast Labs geht es darum, Unternehmen beizubringen, wie Podcasts für den internen Wissenstransfer eingesetzt werden können. Neben den inhaltlichen Formaten geht es dabei natürlich auch um Hardware und Software für das Podcasting. Lange Zeit war der Zoom H6 Audio-Rekorder (Affiliate-Link) zusammen mit Beyerdynamic DT297 Headsets die Standard-Empfehlung. Doch seit kurzem haben wir eine weitere Option mit aufgenommen: den Zoom LiveTrack L12 (Affiliate-Link, Bild: Zoom).

Die Hauptvorteile des Zoom L12 im Vergleich zum H6 sind:

  1. 8 Mono-Kanäle in XLR-Ausführung mit Phantomspeisung und zwei Stereo-Kanäle mit 6,3 mm Klinke (8 Podcaster + 2 Zuspieler sind möglich)
  2. 5-kanaliger Kopfhörer-Verstärker integriert, es braucht keinen separaten Verstärker mehr
  3. Der L12 kann gleichzeitig aufnehmen und als USB-Audio-Interface agieren, d.h. es kann einfach ein Backup für den Notfall erstellt werden

Wir haben die Episode 34 des Podcast Knowledge on Air mit dem L12 aufgenommen, da könnt Ihr Euch die Qualität in Bälde mal anhören. So wie es aussieht werde ich den L12 auch auf das Corporate Learning Camp mitbringen, damit auch dort wieder Podcast-Aufnahmen möglich sein werden.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Euer Input zur Wissensmanagement-Norm ist gefragt: ISO/DIS 30401 Knowledge Management Systems

Gerade ist in der International Organization for Standardization (ISO) ein Prozess im Gange, um eine Wissensmanagement-Norm mit dem Titel ISO 30401 Knowledge Management Systems – Requirements zu veröffentlicht. Federführend ist das Technical Committee (TC) 260 Human Resources Management. Der aktuelle Status ist “Draft International Standard” (DIS) und es wird über die nationalen Normungsinstitute Feedback eingesammelt. Über die BSI Group kann man den aktuellen Stand einsehen und zu allen Passagen der Norm Kommentare abgeben.

Um Euch ein bisschen neugierig auf die Norm zu machen, hier der Auszug mit den “Guiding Principles”:

  1. NATURE OF KNOWLEDGE: knowledge is intangible and complex. Knowledge primarily originates from human experience and insights.
  2. VALUE: knowledge is a key source of value for organizations to meet their objectives. The determinable value of knowledge is in its impact on organisational purpose, objectives, policies, processes and performance. Knowledge management is a means of unlocking the potential value of knowledge.
  3. FOCUS: knowledge management serves the organizational objectives, strategies and needs.
  4. ADAPTIVE: There is no one knowledge management solution that fits all organizations within all contexts. Organizations may develop their own approach to the scope of knowledge and knowledge management and how to implement these efforts, based on the needs and context.
  5. SHARED UNDERSTANDING: people create their own knowledge by their own understanding of the input they receive. For shared understanding, knowledge management should include interactions between people, using content, processes, and technologies where appropriate.
  6. ENVIRONMENT: knowledge is not managed directly; knowledge management focuses on managing the working environment thus nurturing the knowledge lifecycle.
  7. CULTURE: culture is critical to the effectiveness of knowledge management.
  8. ITERATIVE: implementation of knowledge management should be phased, incorporating learning and feedback cycles.

Klingt doch schon mal gar nicht schlecht, oder? Wenn Ihr Lust und Zeit habt, klinkt Euch gerne in den Feedback-Prozess ein, damit wir am Ende einen tollen Standard für das Wissensmanagement erhalten!

Falls Ihr Euch auch für das Thema Prozessorientiertes Wissensmanagement im Rahmen der ISO 9001:2015 interessiert, dann empfehle ich Euch diese Webinar-Aufzeichnung vom 12.05.2017:

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Podcast-Ideen für unternehmensinternes Podcasting gesucht

So langsam aber sicher kommt das Thema Podcasting auch in Unternehmen an. Vor einiger Zeit hatte ich auf der Subscribe mal eine Session dazu gemacht und im Vorfeld im Bekanntenkreis mal rumgefragt. Die Ressonanz war damals im Vergleich zu heute deutlich kleiner. Ich sehe dafür hauptsächlich drei Treiber:

  1. Smartphones: die Verbreitung dienstlicher Smartphones (hauptsächlich iPhones) nimmt deutlich zu. Waren diese Geräte früher oft Führungskräften vorbehalten, kommen sie jetzt verstärkt in Breite und auf allen Hierarchieebenen.
  2. Multimedia-Portale: über Soziale Intranets und aus dem Corporate Learning heraus getrieben sind Plattformen wie Vimp oder Kaltura in Unternehmen vorhanden. Über den Trend zu Office 365 kommt zusätzlich Office Stream dazu. Die Plattformen sind zwar auf Video ausgerichtet, können aber meist auch mit Audio umgehen.
  3. Pendler: fast 60% der Beschäftigten haben einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit (siehe faz-Artikel vom 31.07.2017), Tendenz steigend. In Kombination mit der Podcast-App auf dem Smartphone wird für diese Menschen das Auto oder das Verkehrsmittel zum möglichen Lernort.

Vor einiger Zeit habe ich im Rahmen des Siemens Learning Campus mal einen eintägigen Workshop “Podcast Lab” angeboten. Ziel war, an einem Tag die Konzeption, Aufnahme, Nachbearbeitung und Veröffentlichung einer Podcast-Episode zu durchlaufen, um erste Erfahrungen mit dem Medium zu machen. Anfang Dezember werde ich etwas ähnliches bei Festo anbieten. Um potentielle Podcaster*innen in Unternehmen für Podcasts zu begeistern möchte ich eine Liste mit Format-Ideen erstellen (vielleicht mit einer kleinen Klassifizierung, so ähnlich wie die Blog-Klassifizierung von Ansgar Zerfaß damals). Hier ist die Liste von Gesprächs- und Interview-Formaten (mit öffentlichen Beispielen), die ich in den Workshops aktuell verwende:

  1. Knowledge-Podcasts: Expert*innen zu eine Fachthema reflektieren Wissen, Erfahrungen und neue Erkenntnisse zu ihrem Fachgebiet gegelmäßig in einem Podcast. Beispiel: Open Science Radio.
  2. Research-Podcast: externe und interne Forschung hat einen hohen Stellenwert in wissensintensiven Unternehmen. ImmPodcast werden Forschungsergebnisse kurz und knapp vorgestellt und somit Neugier für die jeweilige Forschung geweckt. Beispiel: Methodisch Inkorrekt.
  3. Schulungs-Podcast: die “Redepassagen” aus Schulungen werden aufgezeichnet und als Podcast veröffentlicht. Sie können somit als Audio-Dokumentation und in Flipped-Classroom-Szenarien verwendet werden. Beispiel: Opel Podcasts in der Vertriebsschulung.
  4. Kampagnen-Podcast: in vielen Unternehmen gibt es Kampagnen, die eine große Mitarbeiteranzahl erreichen muss (z.B. neue Strategie, Software-Rollout). Im Podcast wird regelmäßig über Stand und Hintergründe gesprochen. Beispiel: Siemens Podcast in Friday.
  5. Meetup-/Speaker-Series-Podcast: in Unternehmen gibt es eine vielzahl von regelmäßigen Vortragsveranstaltungen (z.B. Wissenschaft im Dialog bei Audi). Das Tonsignal der ohnehin vorhandenen Mikrofone kann aufgezeichnet und als Podcast bereitgestellt werden. Beispiel: TED Talks audio.
  6. Konferenz-Retrospektive-Podcast: sowohl externe als auch interne Konferenzen Unternehmen eine Rolle. Aber nicht alle Mitarbeiter können alle Konferenzen live miterleben. Eine Gruppe Podcaster lässt die Konferenz Revue passieren. Beispiel: WikiStammtisch Episode 70 über die Wikimania 2017.
  7. Executive-Podcasts: Führungskräfte sprechen über ihre strategischen Themen im Podcast. So können Mitarbeiter, die mit den Führungskräften nur selten in direktem Kontakt sind, an deren Gedankengängen teilhaben. Beispiel: Extraordinary Happens Podcast von Mark King (President adidas Group Nordamerika).
  8. Lessons-Learned-Podcast: Projektabschlussberichte mit Lessons Learned werden selten brauchbar verfasst und noch seltener in neuen Projekten systematisch verwendet. Projektteilnehmer können bei Meilensteinen und dem Projektende zusammenkommen und Erfahrungen zusammentragen.
  9. Expert-Debriefing-Podcasts: wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geht auch deren Wissen. Es wird eine Wissenslandkarte des Mitarbeiters erstellt und über alle Wissensgebiete gesprochen.
  10. Hot-Topic-Podcast: Mitarbeiter müssen regelmäßig über Hintergründe zu strategischen Themen und anderen Hot Topics informiert werden (z.B. Diversity, Elektronobilität, neue Standorte, Compliance). Beispiel: Logbuch:Netzpolitik.

Frage: Welche Formate fallen Euch noch ein? Mit welchen Formaten habt Ihr unternehmensintern gute Erfahrungen gemacht?

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.