Die Idee, mal einen übersichtlichen Einseiter zu erstellen, der lernOS aus der Vogelperspektive erklärt, gibt es schon seit Jahren. Den Stein ins Rollen gebracht hat letzte Woche Thomas Jenewein von SAP, der genau so einen 1-Pager bei mir angefragt hat. Also habe ich mich diese Woche in einem kleinen Design Sprint daran gesetzt, mal einen ersten Entwurf zu entwickeln. Neben einigen anderen Design-Ideen hat sich der grandiose CoP Quick Start-up Guide von Etienne Wenger als geeignete grafische Vorlage herausgestellt (DIN A4 Querformat mit grafischen Boxen und einige Pfeilen, die einen groben Lesefluss vorschlagt, das Auge aber auch schweifen lassen):

Wenn ihr Lust und Zeit habt, schaut euch den Entwurf mal an (PDF-Version zum Download, für Grafik in höherer Auflösung einfach auf die Grafik klicken). Anregungen für Feedback:

  • Was gefällt euch gut?
  • Was würdet ihr anders machen?
  • Was fehlt?
  • Was ist zu ausführlich/zu kompliziert/zu unverständlich?

Schreibt das und alles, was euch sonst noch so einfällt einfach unten in die Kommentare. Ich werde mir das Feedback am Freitag ansehen und daraus eine Version 0.2 machen, die ich dann mal mit Thomas teste. Vielen Dank vorab!

Barcamps und Barcamp-artige Community-Formate mache ich jetzt schon recht lange. Nach dem Vorbild der Veranstaltung LexThink!, die vom ersten Barcamp 2004 inspiriert war und den Untertitel “No Agenda. No Powerpoint. No Kidding.” hatte, haben wir bei Cogneon im September 2005 den Cogneon Knowledge Jam ins Leben gerufen.

Der Jam lief in den ersten Jahren im reinen Barcamp-Modus, später sind wir zu einem hybriden Modus (Vormittag Impulse, Nachmittag Sessions) übergegangen. Im Jahr 2006 gab es dann das erste Barcamp in Nürnberg, dessen Sponsor wir heute noch sind. Gemeinsam mit Karlheinzpape habe ich 2009 das KnowledgeCamp der Gesellschaft für Wissensmanagement (Video von 2009) gestartet und das Corporate Learning Camp kontinuierlich ausgebaut.

Durch die Corona-Pandemie waren jetzt viele unserer öffentlichen Veranstaltungen, aber auch interner Veranstaltungen bei Kunden vom Verbot von Präsenztreffen größerer Gruppen betroffen. Beispiele sind das Corporate Learning Camp (19.-20.03.) oder das Volkswagen Group Collaboration Camp (29.04.), das eigentlich wieder in einem Fußballstadion stattfinden sollte.

Den Orga-Teams empfehle ich dabei für die Umplanung von Präsenz auf Virtuell oder Hybrid, sich mit den Five Levels of Remote Work von Matt Mullenweg zu beschäftigen. Der erste Sprung erfolgt von Level 1 auf Level 2 “Recreating the face-2-face situation, but online”. Das Orga-Team versucht, die Interaktion im Barcamp vor Ort möglichst 1:1 online abzubilden.

In den vielen virtuellen Barcamps, die ich in den letzten drei Monaten mitgemacht habe, lag der Fokus dabei hauptsächlich auf dem Sessionplan und der Abbildung von Session-Räumen in Videokonferenzen. In Feinheiten unterschieden sich die Veranstaltungsdesigns, z.B. ob Videokonferenz-Tools Breakout-Räume als Funktion bieten (z.B. Zoom, Big Blue Button) oder die Breakout-Räume über verschiedene Videokonferenzen umgesetzt werden (z.B. Teams, Circuit).

Sessionplan der Barcamp Night #bcnight am 29.05.2020

Ein weiterer Unterschied war, was ich den Uber-Modus im virtuellen Barcamp nenne: die Session-Owner erstellen ihren Raum selber (so wie die Uber-Fahrer*innen ihr eigenes Auto verwenden) und tragen den Zugangslink in den Sessionplan ein. Alles in allem würde ich sagen, dass die Umsetzung von Anmoderation/Plenum, Sessionplan und Sessions in den virtuellen Raum ein mittlerweile gut verstandener Prozess ist und es einen großen Katalog bewährter Praktiken gibt.

Das was bisher meistens zu kurz kam waren die Elemente, die für mich die besondere Barcamp-Atmosphäre ausmachen:

  • Die Teilnehmer kommen schon früh an und tauschen sich aus
  • In den Kaffee- und Mittagspausen setzt man sich zusammen und spricht, es kommt zu zufälligen Begegnungen
  • Man geht gemeinsam aus einer Session raus, stellt sich bei den Getränken an und redet noch weiter
  • Nach dem ersten oder zweiten Bier bei der Abendveranstaltungen kommen in entspannter Atmosphäre die echten “War Stories” auf den Tisch
  • Bekannte Personen stellen sich bisher unbekannten Personen vor, weil sie wissen, dass diese ähnliche Interessen haben
  • uvm.

Um das auch zu unterstützen braucht es neben der Abbildung der Session-Räume in Videokonferenzen das, was ich im Titel des Blogs mit Infraräume, also Zwischenräume zwischen den eigentlichen Räumen bezeichnet habe. Die Infraräume haben den Zweck, die oben aufgezählten Interaktionen der Teilnehmer*innen zu unterstützen und zu befördern. Denn in diesen Zwischenräumen und nicht nur im selbstorganisierten Barcamp-Format liegt ein großer Teil des Werts der Veranstaltung und es entstehen Ideen, aus denen hinterher großes erwachsen kann.

Die Frage für das Orga-Team ist dann, mit welchen virtuellen Tools man solche Infraräume abbilden kann. Ein schönes Besipiel, wie es nicht funktioniert, war die rpREMOTE. Der versuche den “Hof” als DEN zentralen Community-Treffpunkt in einer Zoom-Konferenz abzubilden ist mit Pauken und Trompeten gescheitert. Ich glaube, als Infraraum sind Videokonferenzen ungeeignet, weil der Cocktailparty-Effekt nicht funktioniert und Gespräch in spontan gebildeten kleinen Gruppen nicht unterstüzt werden.

Einige Tool-Kandidaten für Infraräume sind aus meiner Erfahrung:

  • Chatgruppen, z.B. in Telegram: wenn alle in einem persistenten Chat und nicht in den temporären Chats der Videokonferenzen sind, kann spontaner Austausch und Verabredung zu Gruppengesprächen entstehen.
  • Chat mit Mehrkanal-Funktion, z.B. in Slack, Teams, Mattermost, Rocketchat, Discord, IRC: besteht im Chat anders als bei WhatsApp und Telegram die Möglichkeit, mehrere Chat-Kanäle anzulegen, können die Kanäle als Infraräume auch für spontane Gruppen verwendet werden
  • Virtuelle Welten, z.B. in Tricat, Mozilla Hubs, AltaVR: virtuelle Welten in 2D am Montitor oder in 3D im VR-Headset bieten die Möglichkeit, sich frei im Raum zu bewegen, d.h. man sieht, wer gerade wo ist und kann sich da hin begeben. In Tools wie Mozilla Hubs funktioniert sogar der Cocktailparty-Effekt, man kann sich problemlos mit den Leuten in seiner virtuellen Nähe verständigen.

Beim lernOS All Stars Camp (#loscamp20), das Hackathon-artig in den 24 Stunden vom 23.06. (16:00 Uhr) bis 24.06. (16:00 Uhr) stattfindet, wollen wir eine weitere Möglichkeit für Infraräume ausprobieren und alle Lessons Learned aus den virtuellen Veranstaltungen des ersten Halbjahrs einfließen lassen.

Wir verwenden Remo, ein Tool, das einem eine 2D-Draufsicht einer Veranstaltungslokation zeigt (Kosten ca. 1.000,- für 24h). Die Lokation besteht aus einer Bühne (das Plenum) und einzelnen Tischen und Sitzgruppen, an denen Einzelgespräche stattfinden können. Die Teilnehmer können sich durch Klick auf einen freien Platz beliebig im Raum bewegen. Durch Profilbilder wird angezeigt, wer gerade an welchen Tisch sitzt. Begibt man sich an einen Tisch, startet sofort eine Audio- und Videokonferenz mit den dort befindlichen Teilnehmer*innen. Zusätzlich kann man den Bildschirm teilen und ein Whiteboard nutzen.

Für das #loscamp20 sind zusätzlich ein gemeinsames Dinner ab 19:00 Uhr (mit Community-Kochbuch-Aktion), ein Online-Spiel und eine Party mit Live-DJ geplant.

Falls ihr euch das mal anschauen wollt, auch um Ideen für eure externen oder internen virtuellen Veranstaltungen zu erhalten, könnt ihr euch unter https://cogneon.de/loscamp20 gerne noch anmelden.

Eigentlich hatten wir für den 23./24. Juni 2020 das diesjährige lernOS All Stars Camp beim lernOS-Supporter Deutsche Telekom in Bonn geplant. Wegen der Corona-Panademie haben wir uns über Ostern mit einem lachenden und einem weinenden Auge entschieden, das lernOS Camp virtuell im #Neuland stattfinden zu lassen.

Das weinende Auge, weil ein Community Event Face-to-Face immer nochmal eine ganz eigene Atmosphäre bietet. Das lachende Auge, weil das Camp eine gute Chance bietet, alle Erfahrungen mit virtullen Community Events aus dem ersten Halbjahr 2020 wie #cl20digital, #c3call, #divoc, #teamsbc, #gkc19 #ckj31, #blp20 etc. mal in einer Veranstaltung zu bündeln. In diesem Blog beschreiben ich mal die zentralen Aspekte des “making-of” aus dem Kontext unserer Historie heraus.

Knowledge Jam, KnowledgeCamp, Corporate Learning Camp & Co. (seit 2005)

Bei Cogneon veranstalten wir seit September 2005 den Knowledge Jam. Unser Vorbild war eine Veranstaltung aus den USA, die LexThink mit dem Untertitel “No Powerpoint. No Agenda. No Kidding.”. Im Schnitt machen wir zwei Jams pro Jahr, der Fokus liegt auf dem Hands-on Ausprobieren von Tools und Methoden oder der Erarbeitung praxisrelevanter Themen.

Das Format hat sich im Lauf des Jahres immer mal wieder etwas verändert. Gestartet sind wir mit 100% Barcamp-Modus: Teilnehmer*innen schlagen Themen vor, die werden abgestimmt und landen dann in einem Sessionplan.

Dazwischen gab es auch immer wieder mal Jams, bei denen wir Methoden praktisch ausprobiert haben. Dazu gehörten z.B. der Jam zu Expert Debriefing (#ckj04), zu Communities of Practice (#ckj06), zu Design Thinking (#ckj20) und zu Lego Serious Play (#ckj21):

In den letzten Jahren sind wir immer mehr zu einem hybriden Format aus vorbereiteten und selbstorganisierten Elementen übergegangen, d.h. es gibt einige Impulsvorträge zum Thema des Jams am Vormittag, gefolgt von einem Session-Pitch und Barcamp-Sessions und Workshops am Nachmittag.

Die Erfahrungen zum Knowledge Jam habe ich auf einem GfWM Stammtisch in Erlangen vorgestellt. Daraus entstand der Kontakt zu Karlheinz Pape woraus sich denn das GfWM KnowledgeCamp (seit 2009) und das Corporate Learning Camp (seit 2011) in seiner heutigen Form entwickelt haben (Seite 3):

Schon beim ersten KnowledgeCamp im Oktober 2009 in Karlsruhe war uns wichtig, die Veranstaltung auch als Video zu dokumentieren, wenn auch damals noch nicht mit Livestream (Videograf: Lutz Berger):

Im Jahr 2017 hatten wir im KnowledgeCamp dann das erste Mal einen von der Community organisierten Livestream. Ich habe tagsüber eine Session zum Livestreaming von Veranstaltungen angeboten, aus deren Teilnehmer*innen sich dann das Livestream-Team für den Abend-Vortrag von Prof. Eric Tsui (Podcast) akquiriert hat. Wie man im Video sehen kann, sitze ich ganz entspannt an der Seite, weil ich außer der Stream-Kontrolle auf dem iPad nicht viel zu tun hatte :-)

Ab 2018 haben wir dann im KnowledgeCamp den sog. kuratierten GfWM Track eingeführt. Ein Kurationsteam wählt im Vorfeld einige Vorträge passend zum Thema des Camps aus, die dann über YouTube Live gestream und parallel aufgezeichnet werden (GfWM Track 2018 Arbeitswelten der Zukunft, GfWM Track 2019 Wissen muss vernetzt sein!). Das Corporate Learning Camp war bisher noch vergleichsweise analog, das wird sich in Zukunft aber sicher auch noch wandeln.

Der Management 2.0 MOOC (2013)

Unsere Benchlearning Projekte sind aus der Zusammenarbeit mit Audi, Schaeffler und adidas in ganz ähnlichen Themenfeldern ab 2009 (z.B. soziales Intranet, Wiki, Community Management) entstanden. In 2012 entstand die Idee, in den Austausch noch weitere Unternehmen zu integrieren. Das war die Geburtsstunde des Benchlearning Projekts 2012 Soziales Intranet (Abschlussbericht), das vom 23.05.-05.12.2012 lief.

Das nachfolgende Benchlearning Projekt 2o13 hatte das Thema “Future of Learning & Future of Working”. Ein zentrales Ergebnis des blp13 war die Liste innovativer Lehr- und Lernmethoden, die wir gemeinsam mit den Teilnehmern priorisiert haben. Gemeinsam haben wir beschlossen, die Methode “Massive Open Online Course” (MOOC) auf Platz zwei des Rankings gemeinsam auszuprobieren.

Daraus ist mit dem Management 2.0 MOOC das zweite zentrale blp13 Projektergebnis entstanden. Über einen Zeitraum von acht Wochen (16.09.-08.11.2013) haben wir uns gerahmt von einer Auftakt- und einer Abschlusswoche mit den Themen Lernen 2.0, Projektmanagement 2.0, Innovation 2.0, Enterprise 2.0, Kommunikation 2.0 und Führung 2.0 beschäftigt. Die Videokonferenzen haben wir damals noch mit Google Hangout gemacht. Außerdem haben wir erstmals mit ansätzen des viralen Marketings mit bekannten Motiven experimentiert:

Die Livesession zu Lernen 2.0 haben wir live vom Corporate Learning Camp übertragen, um nicht nur Videokonferenzen, sondern auch Liveveranstaltungen zum Teil des MOOCs zu machen:

Einige Teilnehmer*innen des Management 2.0 MOOCs konnten an den Livesessions nicht teilnehmen und durch ihre Firmenrichtlinien auch nicht auf die Auzeichnungen auf YouTube zugreifen. Kurzerhand haben wir damals einfach die Audiospuren der Videos als Podcast veröffentlicht. Nach dem MOOC haben uns viele gebeten, dieses Podcast-Format fortzusetzen. Daraus entstand 2014 der Management 2.0 Podcast (heute lernOS on Air). Dieses Muster haben wir später im Corporate Learning 2.0 MOOC wiederholt, woraus dann der Corporate Learning Podcast geworden ist.

Die Projektvorlage des Management 2.0 MOOC war im Anschluss der Blueprint für viele weitere offene und interne MOOCs, z.B.:

Der Übergang von KnowTech zu KnowTouch (2016, 2018)

Seit 1999 war die KnowTech die zentrale Veranstaltung und das “Klassentreffen” der Wissensmanagement-Szene im deutschsprachigen Raum. Ich selber war lange Zeit im Programmkommittee der KnowTech aktiv. Doch obwohl der Veranstalter Bitkom aus dem IT-Bereich kommt, konnte ich dort nie große Begeisterung für virtuelle Elemente wie Online-Community, Vortragsaufzeichnungen oder Livestreams erzeugen.

Vortragsmitschnitte wie Lebendiges Wissen – Organisation als lebendiger Organismus mit Harald Schirmer (2014) oder Enterprise Social Network bei Audi – ein Erfahrungsbericht mit Frank Günther und mir (2015) waren immer Hacks mit selbst mitgebrachtem Equipment und entweder doppelter Mikrofonierung oder abenteuerlicher “Anzapfung” der Tontechnik im Raum:

Die Bitkom hat sich dann 2015/2016 sehr kurzfristig dazu entschieden, die KnowTech zugunsten des Big Data Summits nicht fortzusetzen. Das hieß auch, dass für die Community das jährliche Klassentreffen wegviel. Um das abzufedern haben wir mit recht kurzer Vorlaufzeit die KnowTouch als Ersatz ins Leben gerufen. Im Kern haben wir das KnowledgeJam Format (s.o.) auf zwei Tage gestrecket, um ein Event mit Abendveranstaltung zu gestalten.

Die Keynotes haben wir öffentlich per YouTube Live gestreamt, alle Vorträge aufgezeichnet und hinterher auf YouTube veröffentlicht (KnowTouch 2016, KnowTouch 2018). In meinen “Lernende Organisation – State of the Union” Vorträgen hat sich die Bedeutung von lernOS für uns damals schon angedeutet:

Das lernOS Camp (seit 2019)

lernOS ist u.a. ein Projekt der Cogneon Akademie (Laufzeit 2016-2022), in dem wir die Erfahrungen aus Projekten zu Wissensmanagement und Lernenden Organisation seit 2001 in einem geschlossenen Ansatz in Leitfäden auf GitHub zusammenfassen (s.a. Podcast Cogneon 2.0). Auf dem Corporate Learning Camp 2017 (Blog) und dem KnowledgeCamp 2017 (Blog) gab es bereits Sessions dazu.

Mit der Veröffentlichung der ersten Version des lernOS für Dich Leitfadens haben wir die lernOS Webcasts (heute lernOS Community Call) gestartet, in denen ich die Neuerungen von lernOS vorgesetellt habe. In einem dieser Webcasts 2018 habe ich mal angedeutet, gerne ein virtuelles BarCamp zu lernOS zu machen. Alex von der LV1871 hat danach angeboten, so ein Camp in Präsenz bei der LV1871 in München zu machen. Ein Angebot, das man natürlich nicht ausschlagen konnte. Das Ergebnis war das lernOS Rockstars Camp am 25.06.2019 in München:

Es gab aber schon einige Planungen für die virtuelle Variante, die wir dann teilweise in das Präsenz-BarCamp übernommen haben. Als Homebase haben wir unsere Community-Plattform CONNECT verwendet. Die Grundstruktur des Camps war die von Jam und KnowTouch: Impulse im ersten Teil und selbstorganisierte Session im zweiten.

Zusätzlich haben wir das Konzept der Community Assemblies (ganztägige Orte des Austauschs in Form von 8er-Tischen) vom Chaos Computer Club übernommen (die Assemblies haben wir später auch in Corporate Learning Camp und KnowledgeCamp übernommen). Die Vorträge haben aufgenommen und als YouTube-Playlist veröffentlicht. Zusätzlich haben wir neben der Fotografie von Rainer Bartl auch eine Audiografie der Veranstaltung erstellt und zum Nacherleben des Camps als Podcast veröffentlicht.

Das loscamp20 (23.-24.06.2020)

Bis zur Osterzeit war mehr oder weniger noch offen, ob das lernOS Camp 2020 in Präsenz stattfinden kann oder virtuell stattfinden muss. Über die Osterzeit wurde aber immer klarer, dass eine Veranstaltung mit Hunderten Leuten auch im Juni nicht zu verantworten wäre. Also haben wir im Orga-Team entschieden, dass das lernOS Camp 2020 virtuell zur gleichen Zeit stattfindet (23.06. um 16:00 Uhr bis 24.06. um 16:00 Uhr).

Die Idee ist, alle Erfahrungen aus virtuellen Veranstaltungen bisher im Camp zu bündeln. Bei den virtuellen BarCamps bisher haben wir eine große Schwäche festgestellt: der Spirit, die Atmosphäre, die zufälligen Begegnungen und der Spaß einer Abendveranstaltung haben fast immer gefehlt. Hier haben wir uns konzeptionell einiges für das loscamp20 überlegt.

Im Rahmen der Barcamp-Sessions des Corporate Learning MOOCathons 2020 werde ich am Freitag 15.05. von 14-15 Uhr eine Session “Making-of loscamp20” machen und dabei auf folgende Elemente eingehen:

  • Checkin und Helpdesk – der virtuelle Checkin als Eingangstor zur Veranstaltung
  • Formate-Mix – Mischung aus Opening, Keynote, Impulse, Lightning Talks, Sessions, Workshops und Assemblies
  • Wiki als Homebase – wir werfen gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen und auf die Inhalte des Wikis
  • Chat als Kommunikationsdrehscheibe – wie wir Telegram und Discord im Rahmen des loscamp20 nutzen
  • Videokonferenzen – Microsoft Teams Besprechungen für Beakout Räume
  • Abendveranstaltung – Einsatz von Microsoft Teams Live-Events, Musik, Liveschalte zu Teilnehmer*innen, Community-Kochbuch, gemeinsames Spiel, tanzbare Musik

Und natürlich wird viel Zeit sein, dass ihr eure Fragen stellen könnt.

Fazit

Bei der Übertragung Community Events in die virtuelle Welt geht es nicht nur um den Einsatz geeigneter digitaler Tools. Viel Augenmerk muss man darauf legen, auch die Elemente für die Atmosphäre des Community Events im digitalen Raum abzubilden. Hier wird es noch einiges zu experimentieren und auszuprobieren geben, bis ein virtuelles BarCamp als Community Event genauso gut funktioniert, wie ein analoges.

Unsere Lessons Learned aus dem lernOS Camp werden wir im Nachgang in einem Erfahrungsbericht inkl. Anleitungen und Checklisten zusammenschreiben. Alle loscamp20 Teilnehmer*innen erhalten natürlich eine exklusive Kopie dieses Dokuments.

Eigentlich wollte ich mit dem Leitfaden lernOS für Organisation schon viel weiter sein. Aber aus einer Vielzahl von Gründen ging das nicht so schnell voran, wie erhofft. Bis Ende 2020 will ich meine Energie für lernOS aber jetzt auf diese vier Felder konzentrieren:

  1. Konsolidierung des lernOS für Dich Leitfadens zu einer Version 2.0 mit einer sauberen Herleitung im Grundlagenkapitel und der Harmonisierung der drei Lernpfade zu OKR, GTD und WOL.
  2. Erstellung einer Version 1.0 des lernOS für Teams Leitfadens. Wie auch bei lernOS für Individuen ist hier eine Office 365 Edition geplant.
  3. Überarbeitung des lernOS Expert Debriefing Leitfadens zu einer Version 3.0, die dann auch in Englisch verfügbar sein soll.
  4. Überarbeitung des lernOS für Organisationen Leitfadens von der aktuellen Version 0.6 in eine Version 1.0.

Im lernOS für Organisationen Leitfaden geht es darum, das Leitbild der Lernenden Organisation im Bewusstsein und vor allem auch im Handeln aller Organisationsmitglieder, Institutionen und Gremien zu verankern. Im Gegensatz zum Leitbild einer Organisation als Maschine geht es hier um die Sichtweise der Organisation als lernfähiger Organismus. Hierfür braucht es flexible und dynamisch anpassbare Strukturen. An anderen Stellen werden solche Organisationsformen auch als agile Organisationen, postbürokratische Organisationen, petrol-farbene Organisationen (“teal organization”) oder Management 2.0 bezeichnet:

lernOS für Organisationen soll Unternehmen und Organisationen einen Handlungsrahmen geben, um in der digital-vernetzten Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu überleben und erfolgreich zu sein. Anders als bei lernOS für dich sind aber nicht Individuen die zentralen Akteure. Es soll Veränderungspfade top-down (z.B. Beauftragte*r durch oberste Leitung eingesetzt), bottom-up (Grassroot Movement) und middle-up-down (Guiding Coalition nach Kotter) geben.

Wie alle lernOS Leitfäden wird auch lernOS für Organisationen auf Standards und bewährten Praktiken aufsetzen. Die grobe Linie mit der Entwicklung von rein hierarchischen Organisationen über Prozess-/Projekt-Organisationen hin zu Wissensorganisationen will ich im Folgenden mal aufzeigen, die Details folgen dann im Leitfaden.

In vielen Vorträgen und Gesprächen wird auf DEN Taylorismus als Wurzel allen Übels geschimpft, den es zu überkommen gilt. Gemeint ist damit das Scientific Management von F.W. Taylor. Problematisch ist sicher das Prinzip der Trennung von Hand- und Kopfarbeit (die einen planen Arbeit, die anderen führen sie aus), das diese Arbeitsteilung bei wissensintensiver Arbeit nicht mehr gut funktioniert (da der Manager nicht genug über die Arbeit weiß, um sie zu planen). Auf keinen Fall verlieren sollten wir das übergeordnete Ziel des Taylorismus “Wohlstand für alle”, denn davon sind wir noch ein Stück weit entfernt.

 

In der Mitte des 20. Jahrhunderts schon hat Peter Drucker auf die Besonderheiten von Wissensarbeit und die Rolle der Wissensarbeiter hingewiesen. Nicht alle Arten von Arbeit lassen sich mit Taylors Zeitstudien vermessen, standardisieren und in Massenproduktion umsetzen. Viele Aktivitäten sind neuartig und einmalig. Neben der hierarchischen Linienorganisationen (Aufbauorganisation) sind daraus mittlerweile auch die Prozess- und die Projektorganisation (beides Ablauforganisationen) entstanden. Da beide mittlerweile recht gut verstanden sind, gibt es mit den Normen ISO 9001 und ISO 21500 auch Standards, die Begriffe und Vorgehensweisen beschreiben. Der PDCA-Zyklus der ISO 9001 stammt von W.E. Deming, der die Philosophie dahinter in seinen 14 Prinzipien gut beschreibt:

 

Mit dem Standard ISO 30401 “Knowledge Management Systems” hält jetzt auch der Faktor Wissen und damit zunehmend der Faktor Mensch Einzug in die Organisationssprache (als Lippenbekenntnis ist er da schon lang, handlungsleitend leider selten). Der Standard ist vom Technical Committee (TC) 260 “Human Resources Management” verfasst. Dadurch ist gewährleistet, dass mit “Management System” kein technisches System, sondern das soziale oder soziotechnische System der Organisation gemeint sind. Gerade mit dem immer stärkeren Aufkommen von Systemen der Künstlichen Intelligenz halte ich das Zusammenspiel von technischen und sozialen Teilsystemen für einen sehr wichtigen Aspekt (s.a. mein Beitrag dazu in Kognitive Maschinen – Meilenstein in der Wissensarbeit).

 

Ich habe heute in unserer Community-Plattform CONNECT die Kategorie lernOS für Organisationen angelegt. Dort werde ich in Zukunft den Fortschritt des Leitfadens beschreiben und nehme gerne auch Feedback auf.

In den letzten Wochen bin ich öfter mal gefragt worden, ob man sich in der aktuellen Situation überhaupt mit Wissensmanagement und Lernenden Organisationen beschäftigen sollte, es gäbe doch so viel anderes zu tun. Da die Wissensgesellschaft auch in einer Krise wie dieser nicht aufhört zu existieren, denke ich das auf jeden Fall! Gerade jetzt wird sichtbar, wo man Defizite hat und wo Handlungsbedarf besteht.

In den letzten Jahren habe ich sehr oft Aussagen wie “In der VUCA-Welt muss man ständig Lernen, um erfolgreich zu sein” gehört – oft eher als Phrase denn als handlungsleitende Maxime. Aber beim systematischen Umgang mit Wissen (=Wissensmanagement) geht es nicht nur darum, Erfolg zu haben. Es geht auch darum Misserfolge zu vermeiden, oder zumindest die Konsequenzen in einem erträglichen Rahmen zu halten.

Das Feld der Wissensrisiken ist ganz gut erforscht, da gibt es z.B. den Ansatz von Probst/Knaese zum Management von Wissensrisiken, den wir auch im Expert Debriefing verwenden. Oft verwende ich auch die Dissertation Steuerung von Wissensrisiken von Florian Bayer. Darin werden vier Kategorien von Wissensrisiken benannt:

  1. Wissensverlust
  2. Unerwünschte Wissensdiffusion
  3. Unzureichender Wissenstransfer
  4. Eingeschränkte Wissensqualität

In den Bereich der eingeschränkten Wissensqualität fallen die Entscheidungen auf Basis von Wissen mit mangelhafter Qualität (S. 124). Mit den Worten “Innovation happens at the Fringe” von Gary Hamel liegt hier aber ein Problem: für uns relevantes Wissen wird oft dort generiert, wo wir unser Augenmerk gar nicht hinrichten, weil es mit unserer Tagesbeschäftigung nichts zu tun hat (The unknown unknown).

Hätten wir in unserer regelmäßig eingeplanten Lernzeit dort mal hingesehen, so wie das auch schon Peter Drucker empfohlen hat, wären vielleicht Beiträge wie der von Bill Gates aufgetaucht. Gates zweifelte 2015(!) nicht daran, dass eine Pandemie wie die jetzige passieren wird – offene Frage ist nur wann:

Als lernOS Praktiker müssen wir also unsere Hausaufgaben machen und uns neben der Beschäftigung mit all den schönen und innovativen Themen, ein effektives Risikomanagement aufbauen. Das geht ganz einfach in folgenden Schritten:

  1. Liste möglicher Risiken erstellen und kontinuierlich pflegen
  2. Alle Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Schadensausmaß bewerten (dazu gehören auch Gehaltseinbußen durch Kurzarbeit, Jobverlust, Umsatzeinbruch etc.)
  3. Für die Risiken im sog. “inakzeptablen Bereich” Risikoverminderungs- und Vorsorgemaßnahmen  definieren
  4. Gehe zurück zu 1.)

So etwas ist schnell umgesetzt (z.B. im lernOS Memex) und im Quaterly Review eingefügt. In diesem Sinne: Keep Calm & Learn On! Die nächste Pandemie kommt bestimmt … die Frage ist nur wann.

Vor zwei Jahren erschien der Wissensmanagement Standard ISO 30401 – Knowledge Management Systems. Anders als die Neuauflage der ISO 9001 im Jahr 2015, die auch ein Kapitel zum “Wissen der Organisation” enhält, fokussiert die ISO 30401 vollständig auf Wissensmanagement. Gut ist, dass der Standard vom TC261 Human Resource Management erarbeitet wurde, im Dreieck des ganzheitlichen Wissensmanagements Mensch – Organisation – Technik als eher aus der Mensch-Perspektive verfasst ist. Das zeigt sich z.B. an der Definition von Wissensmanagement als “Management with regard to knowledge”

Neben lernOS für Teams arbeite ich aktuell auch am Leitfaden lernOS für Organisationen weiter (GitHub). Da dieser dem Leitbild der Lernenden Organisation folgt, ist ein wissensorientierter Führungs- und Management-Stil natürlich ein zentrales Element. Dafür verwenden wir den Building Block “Leadership that reinforces learning” aus David Garvin’s Artikel Is Yours a Learning Organization” und wollen gleichzeitig aber auch kompatibel mit der ISO 30401 sein. D.h. wer als Organisation lernOS mit dem lernOS für Organisationen Leitfaden praktizieren wird, erfüllt gleichzeitig auch die Anforderungen aus der Norm.

Falls ihr euch noch nie mit der ISO 9001 beschäftigt habt, im folgenden drei Tipps für Material.

1.) Präsentation von Nick Milton

Nick Milton (LinkedIn, Twitter) hat in der SIKM Leader Community eine Präsenation zur ISO 30401 gehalten und diese auf Slideshare bereitgestellt. Dort wird auch die Entstehungsgeschichte des Standards kurz vorgestellt.

2.) Video von John Hovell

John Hovell (LinkedIn, Twitter) hat eine Aufzeichnung von einem virtuellen Knowledge Cafe auf YouTube bereitgestellt. In den ersten 15 Minuten geht er die wichtigsten Textstellen aus der ISO 30401 durch und kommentiert diese. Einige Folien stammen aus der Präsentation von Patrick Lambe auf der KM Asia 2019.

 

3.) Buch KM Cookbook

Das KM Cookbook mit dem Untertitel “Stories and Strategies for Organisations Exploring Knowledge Management Standard ISO 30401” von Chris Collison (LinkedIn, Twitter), Paul Corney (LinkedIn, Twitter) und Patricia Lee Eng verwendet die Metapher eines Restaurants, um die ISO 30401 anschaulich zu erklären. Das Buch (Webseite) enthält viele Hilfsmittel für die praktische Arbeit wie z.B. das “Knowledge Triangle” (Connect – Collect – Create) und den KM Chef Canvas (CC BY NC ND), den wir auch als eine der Quellen für den lernOS für Organisationen Canvas verwenden:

 

Auf dem 36. Chaos Communication Congress (#36c3) habe ich an Tag 4 (30.12.2019) einen Lightning Talk zu lernOS gehalten. Gemäß des Lightning Talk Formats habe ich versucht, die große lernOS Idee für Individuen in 5 Minuten vorzustellen. Seht selbst, ob mir das gelungen ist (Kritik gerne in die Kommentare):

Lightning Talks gab es an 2, 3 und 4 des Kongresses mit jeweils 2,5 Stunden Talks (der erste ist immer eine Einführung in das Format). Das Programm gibt euch einen Überblick über die Themen, auf media.ccc.de. findet ihr die Aufzeichnungen von Tag 2, Tag 3 und Tag 4.

Spoiler: da ich sehr begeistert vom Lightning Talks Format bin, wird es auch eine Lightning Talks Session auf dem lernOS Camp 2020 (#loscamp20) geben. Dafür habe ich schon die richtige LED-Lampe als Stoppuhr vorbereitet:

Im kommenden Jahr geht mal wieder ein neuer Podcast Preis an den Start. Das finde ich immer eine gute Gelegenheit, den eigenen Podcast mal wieder auf Vordermann (und -frau) zu bringen.

Die Geschichte

Mein Podcast ist als Management 2.0 Podcast gestartet. Im Management 2.0 MOOC (2013) hatten wir die Livesessions aufgezeichnet und als Podcast bereitgesetellt. Nach Ende des MOOCs haben viel nach neuen Episoden gefragt. Ich hatte dann zuerst eine bereits bestehende Aufnahme mit Prof. Rafael Capurro zu Knowledge Leadership veröffentlich.t Danach habe ich in unregelmäßigen Abständen Episoden mit Geschichten aus Unternehmen produziert, die in den Rahmen der Entwickung zur Lernenden Organisation passten.

Zum lernOS Rockstars Camp im Juni dieses Jahres habe ich den Podcast dann von “Management 2.0 Podcast” in “lernOS on Air” umbenannt. Außerdem hatten mich viele von euch angesprochen, warum der Podcast nicht auf Spotify ist. Eigentlich möchte ich (wie bei Blogs) die Plattformisierung von Audio nicht unterstützen. Da mittlerweile aber echt viele Spotify als Ersatz für einen echten Podcatcher verwenden, habe ich lernOS on Air dort nun auch bereitgestellt.

Der Preis

Um am Deutschen Podcast Preis teilzunehmen (Teilnahmebedingungen), muss man den Podcast bis 31.12.2019 über ein Formular einreichen. Man braucht eine Kurzbeschreibung (max. 850 Zeichen), das Cover-Bild (1500x1500px) und man kann eine Audio-Datei (max. 5 Minuten) als Bewerbung einreichen.

Die Jury besteht aus ca. 100 fachkundigen Expert*innen. Zusätzlich gibt es einen Publikumspreis. Die Preisverleihung findet am 19.03.2020 im Festsaal Kreuzberg in Berlin statt.

So könnt ihr mithelfen

Die 5 Minuten Bewerbungsaudio würde ich gerne aus verschiedenen Teilen zusammenbauen: einer kurzen Vorstellung des Podcasts durch mich, einige Highlight O-Töne aus den Episoden und einige Stimmen zum Podcast von euch, den Hörer*innen.

Das könntet ihr tun:

  1. Eure Highlights im lernOS on Air Podcast: welche Episoden oder Stellen in Episoden gefallen euch am besten. Einfach Link zur Episode, idealerweise mit Zeitangaben (hh:mm:ss) unten in die Kommentare schreiben.
  2. Eure Stimme in dem Bewerbungsaudio: was ist euer Statement zum lernOS on Air Podcast? Nehmt einfach 1-3 Sätze als Audio auf und schickt mir das als Sprachnachricht per Telegram oder über einen anderen Kanal.

Auf dem lernOS Rockstars Camp gab es in der lernOS Assembly eine Session mit Winfried Ebner von der Telekom. Winfried’s Idee ist, das Konzept der Geschichten des Gelingens der Telekom auf lernOS zu übertragen und damit einen offen verfügbaren Pool von Erfolgsgeschichten aufzubauen.

Die Telekom verwendet die Geschichten des Gelingens, um den Nutzen des Enterprise Social Networks You & Me (YAM) anhand kleiner Erfolgsgeschichten von echten Mitarbeiter*innen darzustellen. Die Geschichten können mit einer Vorlage digital direkt im Intranet gesammelt werden. Mittlerweile gibt es aber auch mehrere Ausgaben von kuratierten Büchlein mit thematisch sortierten Geschichten, die in gedruckter Fassung erschienen und verteilt worden sind.

Die Geschichten des Gelingens sind immer nach einem ähnlichen Muster aufgebaut:

  • Name des Hauptakteurs
  • Bild des Hauptakteurs
  • Aussagekräftiger Titel
  • Position/Rolle des Hauptakteurs
  • Organisation(seinheit) des Hauptakteurs
  • Die Geschichte in wenigen Absätzen (ca. 2.000 Zeichen ohne Leerzeichen)

Auf dem Camp in München haben wir vereinbart, uns bis zum Corporate Learning Camp (#clcko19) eine Vorgehensweise zur öffentlichen Sammlung von lernOS Geschichten des Gelingens zu überlegen und dann bis zum KnowledgeCamp (#gkc19) echte Geschichten aus der Community zu sammeln. Auf dem KnowledgeCamp wollen wir dann in einer Session ein Prototyp (Minimum Viable Product) in gedruckter Form vorliegen haben.

Um diesen Prototyp ohne großen Aufwand umzusetzen, brauchen wir eine minimale Infrastruktur, die ich im Folgenden mal versuche zu beschreiben. Es kann sein, dass sich diese Dokumentation in der Zeit vor dem #clc19ko im Austausch mit Winfried nochmal verändert:

  1. Google Sheet: wir verwenden ein Google Sheet, um die Inhalte für die Geschichten einzusammeln. Die Spalten der Tabelle entspricht den zu erhebenden Daten und Metadaten der Geschichte.
  2. Google Form: als Eingabemaske für die Geschichten verwenden wir ein Formular zur Table. Jeder kann offen Geschichten eingeben, die Tabelle mit den Inhalten ist offen für alle einsehbar und kann kommentiert werden.
  3. Scribus: wir erstellen eine Booklet-Vorlage in Scribus, mit der ein druckreifes Büchlein auf Basis ausgewählter Geschichten erstellt werden kann. Das Scribus-Format wird so gewählt, dass die Booklets bei Online-Druckdienstleistern einfach und kostengünstig bestellt werden können. Schriftarten, Farben und Grafiken sollten sich für die Übertragbarkeit auf Organisationen einfach austauschen lassen (wer in der Community hat Erfahrungen mit Scribus? Ich habe noch nie intensiv damit gearbeitet).

Falls ihr Kommentare und Verbesserungsvorschläge habt, oder euch gar im “Team GdG” beteiligen wollt, gerne unten in die Kommentare schreiben.

Ich versuche schon seit einer ganzen Weile, das Medium Podcast in die Wissensmanagement-Ansätze von Organisationen zu bringen. Ich finde (Knowledge) Podcasts sehr gut für den Wissenstransfer, weil man den Experten und Erfahrungsträgern direkt bei ihren Ausführungen und Erfahrungsgeschichten zuhören kann. Anders als bei Texten sind die Emotionen in Audio “spürbar” und diese sind besonders wichtig für gelingenden Wissenstransfer.

Doch leider gibt es für Podcasts in Unternehmen noch viele Barrieren. Es gibt keine internen Podcasting-Plattformen und wenn doch, können nicht aller Mitarbeiter*innen diese Nutzen. Die Office-PCs und -Laptops sind nicht mit Audio-Software wie beispielsweise Digital Audio Workstations (DAW) ausgestattet. Benötogte Audio-Hardware wie Mikrofone, Audio-Interfaces oder Audio-Recorder können nicht über die üblichen Bestellprozesse geordert werden. Diese und weitere Probleme habe ich in einem Vortrag zusammen mit @derPupe auf der Subscribe 10 beleuchtet:

Interne Multimedia-Plattformen wie beispielsweise Kaltura (z.B. Siemens myVideo) oder Vimp (z.B. Audi mediathek) sind hauptsächlich auf Video ausgerichtet und haben in den Unternehmen auch noch keine so große Verbreitung erfahren, dass sich außenrum eine Corporate Podcasting Community hat bilden können. Für etwas vielversprechender halte ich die zunehmende Verbreitung von Office 365, das über kurz oder lang mit Yammer und Teams die Funktionen Social Networking und Social Collaboration übernehmen werden (weil es Standardsoftware ist/wird) und das mit Microsoft Stream ein Plattform zur Abbildung eines internen YouTube mit sich bringt (kleiner Nachteil: bisher nur Video, kein Audio).

Im Folgenden eine kleine Einschätzung von Funktionen und Eigenschaften von Stream aus der Perspektive des internen Podcastings:

  • Der eigene Podcast: In Stream kann jeder Mitarbeiter Kanäle und damit den Ort für den eigenen Podcast anlegen. Ein Kanal hat ein Titel, eine Beschreibung und ein Bild für die Startseite. Der Kanal kann in der ganzen Organisation sichtbar sein (für intern offene Podcasts) oder auf eine Gruppe beschränkt (z.B. Sales Podcast).
  • Upload von Episoden: in einen Kanal können Video-Dateien (z.B. MP4) hochgeladen werden. Audio-Dateien (z.B. FLAC, MP3) müssen vorher in ein Videoformat konvertiert werden. Jede Episode kann mit einem Titel, einer Beschreibung (für die Podcast Shownotes) und der Sprachinformation (z.B. für automatische Transkription) versehen werden.
  • Kommentierung und Community: Podcasts leben von einer aktiven Community die über Kommentare oder Hörertreffen i.d.R. eine viel größere Nähe zu den Podcast-Machern hat, als das bei Radiosendern oder News-Redaktionen der Fall ist. Stream erlaubt sowohl im Web-Interface, als auch in der mobilen App die Kommentierung der Episoden.
  • Offline-Verfügbarkeit: die mobilen Apps erlauben, einzelne Episoden auf Endgeräten wie beispielsweise dem iPhone herunterzuladen. Das kommt vom Nutzungsszenario schon recht nah an das übliche Szenario des Abonnieren eines Podcasts und dem Herunterladen von Episoden heran.
  • Untertitel und Transkription: die Künstliche-Intelligenz-Funktionen von Office 365 erlauben das automatische Erstellen von Untertiteln zu Episoden (aktuell nur für Englisch und Spanisch). Die Untertitel im WebVTT Format können heruntergeladen, verbessert und wieder hochgeladen werden (auf diesem Weg sind ca. 30 Sprachen für Untertitel möglich).

Alles in allem glaube ich, dass Stream als Teil von Office 365 das beste Stück Plattform ist, dass wir in Breite für das Podcasting in den nächsten 2-3 Jahren in Organisationen haben werden. Deshalb suchen wir nach 5-10 Organisationen die mit jeweils 2-3 Teilnehmer*innen an einem Projekt “Podcasting mit Office 365 und Microsoft Stream” mit folgendem Ablauf teilnehmen möchten (Kosten: € 3.000,- netto je Organisation):

  • Eintägige Podcast-Werkstatt in der Cogneon Akademie in Nürnberg, dabei Einführung in Podcast-Workflow, -Hardware und Software anhand des lernOS Podcasting Guides sowie Aufnahmen und Schnitt von 2-3 eigenen Episoden (Podcast-Studios sind vorhanden, s.a. Medialab in COPEDIA).
  • Umsetzung der Podcast-Ansätze in den Organisationen zum Sammeln eigener Erfahrungen. Begleitend wird es eine Online-Gruppe auf CONNECT, in der kontinuierlich Fragen gestellt und Erfahrungen gesammelt werden. Falls Microsoft Stream in der Organisation nicht eingesetzt wird, kann eine erste Umsetzung auch mit OneDrive oder auch OneNote erfolgen.
  • Webkonferenz ca. 4-6 Wochen nach der Podcast-Werkstatt (ca. 2-3 Stunde), in der alle Projektteilnehmer ihre Ergebnisse vorstellen und offene Fragen beantwortet werden können.

Falls ihr mit eurer Organisation Interesse an so einem Projekt habt, meldet euch bei uns oder schreibt einen kurzen Kommentar unten. Wir werden in einem Newsletter im September noch einen Aufruf starten und schauen, ob mindestens fünf Organisationen zusammen kommen. Mit diesen starten wir dann in die Terminfindung.