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HR auf dem Weg zum Mars: die Vision der Lernenden Organisation 2025 (#DGFPc18)

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) veranstaltet im Vorfeld der re:publica 2018 (#rp18) eine Blogparade mit dem Titel we dream big (#DGFPc18), zu dem ich mit diesem Blog gerne einen Beitrag leisten möchte. Es geht darin um fünf Leitfragen rund um das Selbstverständnis von Personalabteilungen, Tools und Equipment, überkommene Ansätze und über die generelle Zukunftsperspektive von HR in Organisationen.

Genau dieses Thema haben wir in der Corporate Learning Community letztes Jahr im Corporate Learning 2025 MOOCathon (MOOCathon = MOOC + Hackathon) behandelt. Wir wollten herausfinden, was eine Vision für das Corporate Learning im Jahr 2025 sein könnte und haben schon im Trailer die Metapher der Weltraumreise und den Aufbau einer Station auf fernen Planeten thematisiert:

Ablauf des Corporate Learning 2025 MOOCathon

Im MOOC-Teil von Mai bis Juli haben die acht Unternehmen Merck, Continental, ottobock, DNV GL, Viessmann, Aareal Bank, Bosch und Audi ihren Status quo und ihre Vision für das organisationale Lernen vorgestellt. Die fast 2000 Teilnehmer*innen konnten dann die Sommerpause nutzen, um ihr persönliches Fazit aus den Fallbeispielen in einer Abschlussarbeit aufschreiben. Anfang September haben wir dann einen zweitägigen Hackathon in Frankfurt veranstaltet, in dem wir die Fallbeispiele, die Vision, eine Roadmap ein Rollenmodell und eine Toolsammlung im offenen Wikibook Organisationales Lernen im Digitalen Zeitalter dokumentiert haben. Das Wikibook steht unter Creative Commons Lizenz (CC BY) und kann gerne weiter verwendet werden.

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Vision Corporate Learning 2025

Schon das Titelblatt des Wikibooks zeigt, wohin die Reise geht: die Lerner, die sich bisher in einem fremdgesteuerten Lern-Gefängnis befinden, befreien sich und kommen miteinander ins Gespräch. Dadurch entstehen ganz neue Lernformate jenseits von Weiterbildungskatalog, Klassenraum Training und e-Learning per WBT. Communities in Enterprise Social Networks (ESN), Meetups, Working Out Loud und Fuckup Nights sind einige Beispiele solcher innovativen Lernformen. Im Wikibook-Kapitel zur Vision (Seite 35) sind dazu dann vier konkrete Ziele benannt worden, die es in Unternehmen und Organisationen bis 2025 zu erreichen gilt:

 

  • Learning & Development 2025

    Von der Abteilung zum interdisziplinären Lern-Netzwerk

  • Die Lernenden 2025

    Vom zentral gesteuerten Lernen zum selbstorganisierten und kollaborativen Lernen

  • Lernumgebung 2025

    Vernetztes Arbeiten in virtuellen und physischen Räumen

  • Leadership & Lernkultur 2025

    Von „Wissen ist Macht“ zu „Wissen teilen ist Macht“

Learning & Development 2025

Eine Abteilung für Weiterbildung oder Learning & Development wird es auch 2025 noch geben. Sie wird jedoch weniger im eignen Silo agieren, sondern in einem interdisziplinären Netzwerk den Umgang mit Wissen und Lernen in der Organisation gestalten. Übergeordnetes Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung des Unternehmens zu einer Lernenden Organisation.

HR wird bis 2025 Teil eines interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerks zur Entwicklung einer Lernenden Organisation sein. #DGFPc18 Klick um zu Tweeten

Zu den Akteuren im Netzwerk gehören z.B. Führungskräfte, IT, Digitalisierungs-Teams, Kommunikation, Projektmanagement/Agile, QM/Leand, Innovation, Lean, Mitarbeitervertretung und die Arbeitsplatzgestaltung. Ansätze von solchen interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerken sieht man heute schon z.B. bei Continental (GUIDES), Deutsche Telekom (TSN Guides), Bosch (Ambassadoren) und Audi (Zusammenarbeit 2.0).

Die Lernenden 2025

An vielen Stellen werden Weiterbildungen noch vom Chef als Belohnung vergeben. Die Mitarbeiter haben wenig Einfluss auf die Auswahl von Bildungsmaßnahmen. Der Weiterbildungskatalog gibt vor, welche Maßnahmen überhaupt in Frage kommen. Bis 2025 werden die Lerner mehr Freiraum haben, Ihren Lernprozess und die Lernmedien selbst zu gestalten.

Das 'self-directed life-long learning' ist das Leitbild für die Lernenden im Jahr 2025. #DGFPc18 Klick um zu Tweeten

Im Fallbeispiel des adidas Learning Campus (Präsentation) kann dieser Ansatz bereits heute beobachtet werden: in den 5 New Learning Principles (Seite 11 in der verlinkten Präsentation) wird explizit “Create a new culture of self-driven life-long learning” aufgeführt.

Lernumgebung 2025

Unter Lernumgebungen wird heute oft noch das Schulungszentrum mit Seminarräumen, Seminar-Tisch-U und Getränkekreisel verstanden. Sehr oft findet dort klassischer Frontalunterricht statt. Die von L&D unterstützte digitale Lernumgebung beschränkt sich oft auf Learning-Management-Systeme (LMS) und Autoren-Umgebungen. Formate und Tools zur Unterstützung des informellen Lernens werden von HR nicht angeboten und/oder gefördert.

Die optimale Lernumgebung 2025 besteht aus digitalen und physischen Elementen. Sie unterstützt das formelle und das informelle Lernen gleichermaßen. #DGFPc18 Klick um zu Tweeten

Bis 2025 muss HR sowohl physische als auch virtuelle Lernumgebungen gestalten, die den formellen und den informellen Lernprozess der Lernenden optimal unterstützen. Damit kommen auch Schlagworte wie Coworking/Colearning Spaces, Kreativ- & Lernräume, Future Workplace, Enterprise Social Networks, Video-Portale, Office 365 uvm. in das Themenspektrum von HR.

Leadership & Lernkultur 2025

Die Rolle von Führungskräften und die zu entwickelnde Lernkultur sind wahrscheinlich das wichtigste Element der Corporate Learning 2025 Vision. Führungskräfte spielen eine ganz Zentrale Rolle, um die Vision der Lernende Organisation bis 2025 Wirklichkeit werden zu lassen. Grund: “lead by example” ist nicht nur eine Change Methode, sondern wahrscheinlich die einzige!

Die Führungskräfte unterstützen eine lernförderliche Unternehmenskultur und agieren in der täglichen Führungspraxis als Vorbild für alle Mitarbeiter. #DGFPc18 Klick um zu Tweeten

Nach dem Kulturebenen-Modell der Organisationskultur nach Schein gehört zur Kultur die Haltung (das Mindset), die gemeinsamen Werte und die darauf basierenden sichtbaren Verhaltensweisen und Maßnahmen. Die Lernkultur nimmt damit nicht nur Kultur in Bezug auf klassische Trainings in den Fokus (Lehrkultur), sondern auch und vor allem Fehlerkultur (Lernen aus Fehlern), Kommunikationskultur (Wissenskommunikation), Zusammenarbeitskultur (Learning by Doing), Führungskultur (Knowledge Leadership) und Innovationskultur (Innovation = Learning).

Ausblick

Über die Vision und die Themen der Roadmap wird im Rahmen der regionalen Corporate Learning Communities aktuell viel diskutiert. Beim nächsten Meetup von clc90 in Nürnberg werden wir z.B. einen Podcast zur Corporate Learning 2025 Vision aufnehmen und im Corporate Learning Podcast veröffentlichen. Die Weiterentwicklung von Vision und Roadmap wird dann sicher auch auf dem Corporate Learning Camp 2018 vom 04.-05.10.2018 in Frankfurt eine große Rolle spielen. Außerdem wird der 30. Knowledge Jam das Thema “Corporate Learning 2025” behandeln. Karlheinz Pape (er hat auch einen Beitrag zur Blogparade erstellt) und ich werden am Vormittag zwei Impulsvorträge halten, am Nachmittag gibt es Barcamp-Sessions zum Thema.

P.S.: eine Reise zum Mars ist kein Wochenendausflug! Ihr müsst Komfortzonen verlassen, neue Wege gehen, Dinge ausprobieren, Scheitern und Lernen. Falls Du Dir einen Eindruck von den Anstrengungen einer Reise zum Mars verschaffen möchtest, empfehle ich Dir den neuen Gimlet-Podcast The Habitat, in dem sechs Freiwillige eine simulierte Reise zum Mars übernehmen.

P.P.S: ich konnte es nicht lassen, einen kleinen (ironisch gemeinten!) XKCD-Comic-Remix zum Problem von HR zu erstellen :-)

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Learning Mindset 2.0 – auf die Grundannahmen kommt es an! (#CLsprint)

Heute findet der zweite Corporate Learning Sprint der Corporate Learning Community statt. Das Thema ist “Das Mindset von Learning Professionals” und mit diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken zum Thema beisteuern.

Im Rahmen unserer Entwicklung von lernOS, einem Organisationssystem für Lernende Organisationen, hat mich Stefan Peter Roos bei einem Mittagessen auf den Dreiklang Mindset, Skillset und Toolset gebracht, der beim Staffing von Startup-Teams verwendet wird. Diesen Dreiklang haben wir in lernOS und unsere Projekte aufgenommen, er hat seitdem eine gewisse Verbreitung in der Community erfahren.

Mindset ist dort definiert als die Haltung, mit der man an Wissen und Lernen herangeht. Das ist aber nicht die einzige Definition. Google übersetzt Mindset mit Denkweise, die Wikipedia mit Mentalität. Carol Dweck, die Autorin von mindset – The New Psychology of Success (Amazon Affiliate Link) versteht Mindset als den Glauben an die persönliche Lernfähigkeit.

Ähnlich wie bei Working Out Loud zielt das meiner Meinung nach sehr stark auf die Disposition und die Verantwortung des Einzelnen. Die Entwicklung einer Lernenden Organisation sollte man aber nicht nur von der Haltung einzelner Personen abhängig machen, sondern auch die Rahmenbedingungen im “System der Organisation” entsprechend anpassen. Als Denkansatz dazu verwende ich gerne das Kulturebenen-Modell von Edgar Schein.

Quelle: File:Schein Ebenen.svg. (2014, September 7). Wikimedia Commons, the free media repository. Retrieved 06:31, April 13, 2018 from https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Schein_Ebenen.svg&oldid=134074859.

Die Basis (Ebene 3) bilden die Grundannahmen der Akteuere einer Organisation über die Welt und deren Zusammenhänge. Darauf aufbauend (Ebene 2) entstehen kollektive Werte (was ist mir/uns wichtig) und dadurch auch ein “Gefühl für das Richtige”. Daraus entstehen dann Verhaltensweisen, Artefakte, Rituale, Mythen etc. ,  die man beobachten kann (Ebene 1). Dazu gehören beispielsweise Gebäude, Prozesse, Veranstaltungsformate und technische Infrastruktur.

Übertragen auf den CLsprint und Learning Professionals könnte das bedeuten: es geht nicht darum, Werteposter aufzuhängen und über neue Kultur zu sprechen. Mit dem Kulturmodell von Schein im Hinterkopf sind folgende Ansätze erfolgsversprechender:

  • Neue Verhaltensweisen – z.B. alle Trainigsunterlagen offen für alle bereitstellen (Wert: Offenheit), Mitarbeiter in Trainingsentwicklung einbeziehen (Wert: Partizipation)
  • Neue Prozesse – z.B. Onboarding, Flipped Classroom, Lessons Learned als Corporate Learning, Expert Debriefing wenn Mitarbeiter gehen oder die Stelle wechseln, Unterstützung von Communities of Practice
  • Neue Gebäude- und Raumkonzepte – z.B. Kreativräume, Coworking Spaces, Innovationslabore
  • Neue technische Infrastruktur – z.B. Office 365 als Wissensinfrastruktur, Wiki als Wissensbasis, Enterprise Social Networks zum Lernen voneinander (die 20 in 70/20/10)
  • Neue Veranstaltungsformate – z.B. statt nur Trainings auch Barcamps, Hackathons, Booksprints, Fuckup Nights

Viele dieser Ansätze sind in Unternehmen im Ansatz schon vorhanden, werden aber von den Corporate Learning Professionals nicht wahrgenommen, oder – noch schlimmer! – abgelehnt und bekämpft. Hier gilt es, die eigenen Grundannahmen zu hinterfragen Ansätze auf Ebene 1 auszuprobieren. Mit den Praxisbeispielen im Corporate Learning 2025 MOOCathon und der entstandenen Corporate Learning Toolbox haben wir ja schon eine ganz gute Ausgangsbasis geschaffen. Jetzt gilt es, das in die Praxis umzusetzen.

Triaining is for dogs ... Learning is for humans! Fangen wir heute an, ein Corporate Learning 2.0 Mindset zu entwickeln. #CLsprint Klick um zu Tweeten

Was denkt Ihr zu dem Thema? Schreibt es unten in die Kommentare oder beteiligt Euch auf Twitter unter dem Hashtag #CLsprint.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

#cl2025 Abschlussarbeit: von der Lern-Abteilung zur Lernenden Organisation

Hinweis: dieser Blog stellt meine Abschlussarbeit im Corporate Learning 2025 MOOCathon dar, die eigentlich per Google Form eingereicht werden muss. Bis zum Abgabeschluss können sich die Inhalte hier kontinuierlich ändern. Ihr seid herzlich eingeladen, per Kommentar unten Feedback zu geben, dass ich dann berücksichtigen werde.


Version: 0.3 (Stand: 22.07.2017)


Was ist der aktuelle Zustand von Corporate Learning in Organisationen heute?

Industrialisierte Lern-Prozesse

In Organisationen ab einer Größe von ca. 500 Mitarbeiter gibt es im Rahmen des Personalwesens (Human Resource Management, HR) eine Lern-Abteilung, die sich um formale Lernprozesse und Prozesse der Personalentwicklung kümmert. Die Namen dieser Lern-Abteilung sind in der Praxis sehr unterschiedlich. Das formale Lernen ist auf die Vermittlung von bestehendem Wissen und Fähigkeiten fokussiert. Prozesse wie Forschung & Entwicklung, Innovation oder der Strategieprozess sind außerhalb des Fokus von Lern-Abteilungen.

Das Geschäftsmodell diese Lern-Abteilung ist ähnlich dem einer Volkshochschule organisiert. Es wird ein mit der Organisation abgestimmter Weiterbildungskatalog angeboten. Die Mitarbeiter erhalten  Weiterbildungen auf Basis ihrer Rollen (z.B. Projektmanager) oder durch Vereinbarung mit dem Vorgesetzten. Freiräume zum Lernen in Form von frei verfügbaren Lern-Zeiten, Lern-Orten und Lern-Budgets sind kaum verbreitet. Mitarbeiter-schulen-Mitarbeiter-Programme werden von den Lern-Abteilungen in Einzelfällen zentral koordiniert, oft aber auch von den Fachabteilungen/-akademien selbst.

Die meisten Maßnahmen der Weiterbildung sind formell, d.h. didaktisch geplant in Form von Präsenzschulungen, organisierten Workshops, Webinaren oder Web Based Trainings organisiert. Zur Ergänzung dieses angebotenen Lern-Portfolios wird aktuell mit digitalen und informellen Lern-Instrumenten experimentiert (Blended Learning, Erklärvideos, Barcamp, Lern-Communities, Communies of Practice, Massive Open Online Courses etc.). Bestehende Rollen kümmern sich hauptsächlich um administrative Aufgaben rund um Trainings (Marketing, Raumbuchung, Catering) und die Durchführung der Trainings (Trainer). Trainer kommen oft von extern und verwenden in den Trainings teils Standard-Material, teils angepasste Unterlagen. Über neue Rollen wie Lernbegleiter, eTrainer, Learning Consultant, Community Manager, Working Out Loud Circle Coordinator, Learning Facilitator etc. wird nachgedacht, sie sind aber in den meisten Fällen noch nicht operativ umgesetzt. Erste Ansätze von Learning Coalitions (ähnlich der Guiding Coalition nach John Kotter), interdisziplinären und Abteilungs-übergreifenden Netzwerken, die das organisationale Lernen fördern, sind zu beobachten (z.B. Conti GUIDE Netzwerk).

Die (Schulungs-)räume, in denen die Trainings stattfinden, sind oft die einzigen anerkannten Lern-Orte in der Organisation. Der persönliche Arbeitsplatz ist in der Wahrnehmung kein Lern-Ort. YouTube-schauen am Arbeitsplatz oder Schreiben im firmeninternen Wiki wird als Zeitverschwendung und nicht-produktive Arbeitszeit angesehen. Es gibt erste Ansätze kreativer Arbeits- und Lernorte (z.B. Inspiring Working Conditions bei Bosch, Lernraum OTTO bei Audi oder The Pitch bei adidas), diese sind aber noch nicht die Regel. Somit findet das formale Lernen losgelöst vom Arbeitsort und damit losgelöst von den Arbeitsprozessen statt. In den seltensten Fällen ist die Lern-Abteilung für die Gestaltung von Arbeitsumgebungen zuständig (Ausnahmen z.B. adidas und Siemens). Lern-Prozesse wie Lessons Learned, Sprint Retrospektiven etc. werden -wenn vorhanden- ohne Zutun der Lern-Abteilung von den Fachabteilungen koordiniert.

Im Bereich der technischen Lern-Infrastrukturen wird vielfach auf Learning Management Systeme (LMS) und Autorensysteme gesetzt. Vorhandene Enterprise Social Networks, Social Intranets, Video-Portale werden punktuell, aber noch nicht systematisch für die Unterstützung von Lern-Prozessen genutzt. Der Wert von Methoden und Werkzeuge aus den Bereichen Digitaler Arbeitsplatze und Agile Organisation werden für das Organisationale Lernen zunehmend erkannt (z.B. Working Out Loud, Community of Practice, Wikis, Skype for Business, Office 365). Über die Bedeutung von Trends wie Künstlicher Intelligenz, Machine Learning, Chatbots und Big Data wird nachgedacht, es gibt aber noch keine operativen Anwendungsfelder im Corporate Learning.

Insgesamt stehen die Lern-Abteilungen unter starkem Rechtfertigungsdruck (ROI, Lern-Controlling, Kosten-Nutzen-Analyse etc.). Eine massive Aufstockung der Ressource, um sich nachhaltig und organisationsweit vom Trainingsanbieter zum Lernbegleiter zu entwickeln, scheint für die kommenden Jahre nicht wahrscheinlich.

Welche Schlüssel-Ereignisse der Vergangenheit haben zu diesem Zustand geführt?

Industrialisierung und Top-Down-Management

Die Industrialisierung (19. Jahrhundert) und der Taylorismus (frühes 20. Jahrhundert) legten den Grundstein für das moderne Mangement. Damit einher ging die Trennung von Handarbeit (Arbeiter) und Kopfarbeit (Manager) sowie die kontinuierliche Standardisierung und Verbesserung von Arbeitsprozessen. Dadurch wurde die Arbeit selbst aber zunehmend kleinteilig und sinnentleert, ein Zustand, auf den beispielsweise die Human Relations Bewegung in den 1930er Jahren hinwies.

Das Personalwesen, als Teil des General Management, begann sehr früh damit, sich zu professionalisieren. Die Vorgänger-Organisationen des britischen Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) wurde bereits 1913 gegründet, zwei Jahre nach Veröffentlichung von Taylor’s Scientific Management. Das amerikanische Pendant, die Society for Human Resource Management (SHRM) feierte Ihre Gründung im Jahr 1948. Diese Professionalisierung führte zur Gründung von HR-Abteilungen und damit zur Ab-Teilung vom operativen Geschäft.

Schon im Jahr 1959 wies Management-Vordenker Peter Drucker mit dem Konzept von “knowledge worker” darauf hin, dass sich die Rolle der “Arbeiter” in Zukunft vom “Befehlsempfänger” und “Ausführer” hin zum kreativen Gestalter entwickeln würde. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden -weitestgehend unabhängig von den Lern-Abteilungen- weitere Disziplinen wie das Strategische Management, das Innovationsmanagement (früher New Product Development) und das Wissensmanagement.

In den 1990er Jahren sahen sich Unternehmen verstärkt mit den Trends Digitalisierung (E-Mail, eBusiness, Intranet) und VUCA-Welt (hohe Veränderungsdynamik) konfrontiert, wodurch IT- und eBusiness-Abteilungen aufgebaut oder verstärkt wurden.

Die Abteilungen für Lernen, Wissensmanagement, Innovation, Strategie und IT (man könnte weitere aufzählen) waren und sind bis heute aber separierte Einheiten, die nur sporadisch in Projekten kooperieren. Das Thema Lernen & Wissen ist also über viele “Silos” in der Organisation verteilt.

Was ist unsere Vision? Wie wünschen wir uns das Corporate Learning im Jahr 2025?

Von der Lern-Abteilung zur Lernenden Organisation

Das Top-Management hat die Bedeutung von Wissen und Lernen verinnerlicht und kommuniziert das Leitbild der Lernenden Organisation. Der Vorstand für Personal- und Organiationsentwicklung hat mehr “Airtime” beim CEO, als der Finanzvorstand, denn das Wissen ist die Erfolgsvoraussetzung für Organisationen im 21. Jahrhundert. Neben Preisen wie “Beliebtester Arbeitgeber” etc. ist der “Most Admired Knowledge Enterprise Award” (MAKE) eine begehrte Trophäe im Top-Management.

Alle Mitarbeiter werden als Wissensarbeiter angesehen und verstehen sich auch selber so. Sie übernehmen selber Verantwortung für ihren Lebenslangen Lernprozesse, die Organisation stellt ihnen dafür definierte Lern-Zeiten, Lern-Budgets und Lern-Angebote zur Verfügung. Alle Mitarbeiter nutzen Werkzeuge des persönlichen Wissensmanagements wie OneNote, Getting Things Done, Working Out Loud, After Action Reviews und Perslnliche Wissenslandkarte.

In der Lern-Kultur der Organisation hat sich die Haltung von “Wissen ist Macht” zu “Wissen teilen ist Macht geändert”. Offenheit (auch für Wissen von extern), Partizipation, Augenhöhe und Experimentierfreude sind zentrale Lern-Werte. Auch Arbeiten, Innovation und Strategie werden als Lern-Prozesse gesehen, entsprechend gestaltet und unterstützt. Die Dimension des Lernens ist in den Standards des Prozessmanagements verankert, Prozess-Eigner müssen die “Learning Readiness” ihrer Prozesse regelmäßig nachweisen (z.B. Lessons Learned, Good Practices, Communities of Practice zu Prozess-relevanten Themen).

Die frühere Lern-Abteilung ist “Orchestrator” eines interdisziplinären und Abteilungs-übergreifenden Lern-Netzwerks, das sich als “Learning Organization Coalition” (LOC) begreift. Diese Koalition bietet eine Lern-Toolbox an, die Instrumente, Methoden und Tools des gesamten 70:20:10-Modell-Spektrums enthält (Training, Webinar, Barcamp, MOOC etc.). Für den flächendeckenden Einsatz der Lern-Toolbox werden Self-Services (Checklisten, Tool-Beschreibungen, Videos, Fallbeispiele etc.) und Services (Beratung, Schulung, Coaching etc.) angeboten. Hierfür gibt es ein breites Spektrum an Rollen, die teils in der Lern-Abteilung und teils an anderen organisatorischen Stellen verortet sind (z.B. Trainer, eTrainer, (Führungskraft als) Lernbegleiter, Learning Facilitator, Barcamp-Moderator, WOL-Circle-Facilitator, Agile Coach, Community Manager, Retrospective Facilitator). Im hierfür notwendigen Change Management wird weder Top-Down noch Bottom-Up, sondern der Middle-Up-Down-Ansatz verwende. Die LOC stellt hierbei das Bindeglied zwischen Top-Management und operativen Ebenen her und dient als “Übersetzungsschicht”.

Was ist unsere Anti-Vision? Wie soll das Corporate Learning im Jahr 2025 auf keinen Fall sein?

Lernen wird externen Kräften und dem Zufall überlassen

Die Lern-Abteilung wurde vollständig “durch-industrialisiert” und in der Folge outgesourct. Intern gibt es keinen Kompetenzen mehr zum Organisationalen Lernen. Lernende müssen notwendige Lernprozesse vollständig selbst organisieren, erhalten von der Organisation aber überhaupt kein Unterstützung. In der Organisationskultur wird nur “echte Arbeit” als Wertschöpfung angesehen, Lernen ist eher Zeitverschwendung. Das Image der Lern-Abteilung ist so schlecht, dass keine guten Mitarbeiter gewonnen werden können, bestehende Mitarbeiter verlassen die Organisationseinheit (Brain Drain).

Als Effekt gibt es sehr viel hektisches Anpassungslernen und wenig vorausschauendes, strategisches Lernen zu den Zukunftsthemen der Organisation. Die Organisation verliert in ihrer wissensintensiven Branche ihre Marktposition und ist zunehmend in ihrer Existenz bedroht.

Welche konkreten Schritte bringen uns in den Jahren 2017-2025 zu unserer Vision?

Von der Lern-Abteilung zum interdisziplinären Lern-Netzwerk

Um die Vision der Lernenden Organisation Wirklichkeit werden zu lassen werden sieben strategische Handlungsfelder definiert:

  1. Modernisierung bestehender Lernangebote: bestehende Trainings und Kurse werden systematisch auf “Lernen 2.0 Readiness” geprüft und moderniert. Hier kommen z.B. Blended Learning, Flipped Classroom, Lern-Videos, Lern-Communities, Themen-Wikis sowie Experten-Blogs und -Podcasts zum Einsatz.
  2. Aufbau einer Learning Toolbox: um den Lernenden die Vielfalt bestehender Lern-Angebote nahe zu bringen, wird eine “Learing Toolbox” mit Instrumenten des formellen und informellen Lernens bereitgestellt. Hierfür werden Self Services (Dokumentation, Videos, Checklisten, Vorlagen) und Services (Beratung, Schulung, Begleitung) angeboten.
  3. Lernen 2025 Leuchttürme: zu ausgewählten Instrumenten der Learning Toolbox werden Leuchtturm-Projekte durchgeführt, mit dem Ziel, diese in der Organisation zu verbreiten (z.B. Barcamps, Working Out Loud, Failure Nights, Meetups, MOOCs).
  4. Aufbau einer Learning Organization Coalition: die Lern-Abteilung vernetzt sich interdisziplinär und Silo-übergreifend und bildet dadurch eine Learning Organization Coalition mit der gemeinsamen Vision der Lernenden Organisation. Teil dieser Koalition sind z.B. Verantwortliche für Strategie, Führungskräfteentwicklung, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Qualitäts-/Prozessmanagement, Projektmanagement, Innovation, IT, Facility Management sowie verantwortliche relevanter strategischer Initiativen (z.B. Digitalisierung, Digital Leadership, Kulturentwicklung, Diversity, Demografie, New Work, Future Worplace).
  5. Lernen 2025 Kampagne: mit einer organisationsweiten Lernen 2025 Kampagne wird das Lernen in der Organisation repositioniert. In die Kampagne sind alle Funktionen und Hierarchieebenen eingebunden, damit die strategische Relevanz von Wissen und Lernen klar wird. Die Learning Toolbox und die Leuchtturm Porjekte liefern das “Fleisch” für die Kampagne.
  6. Gestaltung einer ganzheitlichen Lern-Architektur: gemeinsam mit der Learning Organization Coalition wird eine ganzheitliche Lern-Architektur gestaltet. Diese schließt die Unterstützung des formellen und des informellen Lernens genauso mit ein, wie die physischen und virtuellen Lern-Orte (z.B. Learning Management Systeme, Autorentools, Enterprise Social Networks, Social Intranets, Wikis, Multimedia-Portale, Schulungsräume, Bürokonzepte, Kreativräume, Coworking Spaces).
  7. Lernbefähigung von Prozessen: gemeinsam mit der Learning Organization Coalition wird ein Verfahren entwickelt und umgesetzt, um alle Prozesse der Organisation (Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse), insbesondere die wissensintensiven Prozesse, auf “Learning Excellence” zu prüfen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen zu definieren und umzusetzen.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Corporate Learning in KMUs

Ich habe vor kurzem die Lernziele der Teilnehmer*innen im Corporate Learning 2025 MOOCathon ausgewertet. Bei den Top 6 Lernzielen war das Themengebiet “Learning@KMU” dabei, das ich als zeitgemäße Ansätze des organisationalen Lernens in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) interpretiere. Da ich im Kontext von Wissensmanagement und Lernenden Organisationen hauptsächlich in Großunternehmen aktiv bin und wenig KMU-Erfahrung habe, will ich mich im MOOCathon mit den Unterschieden der Ansätze in Großunternehmen und KMU beschäftigen.

Dazu habe ich mir erstmal die KMU-Definition der Europäischen Kommission angesehen, um ein Gefühl für die Größenordnungen von KMU zu bekommen:

  • Kleinst-Unternehmen: bis 9 Mitarbeiter, bis 2 Mio. Umsatz/Jahr
  • Kleine Unternehmen: bis 49 Mitarbeiter, bis 10 Mio. Umsatz/Jahr
  • Mittlere Unternehmen: bis 249 Mitarbeiter, bis 50 Mio. Umsatz/Jahr
  • Großunternehmen: über 249 Mitarbeiter, über 50 Mio. Umsatz/Jahr

Von 3,65 Mio. Unternehmen in Deutschland zählen 3,64 Mio. zu den KMU, das sind 99,6 Prozent! 58,5 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Jobs sind in KMU und 81,1 Prozent der Auszubildenden. Auch wenn ich oft schon Aussagen wie “der Mittelstand als Rückrat der Wirtschaft” gehört habe, haben mir diese Zahlen nochmal die Bedeutung von KMU für die Wissensrepublik Deutschland verdeutlicht.

Um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie der aktuelle Stand des Corporate Learning in KMU ist, bin ich mal auf die Suche nach Studien gegangen. Dabei bin ich auf die Studie e-Learning im Mittelstand (N=193, Online-Fragebogen) von MMB und der Haufe Akademie aus dem Jahr 2014 gestoßen. Als Grenze zwischen KMU und Großunternehmen wurde in der Studie eine Mitarbeiterzahl von 499 verwendet, da “Unternehmen ab dieser Größe aufwärts im Allgemeinen über eine strategische Personalentwicklung und hierfür zuständiges Personal verfügen, während kleine Unternehmen diese Funktion – wenn überhaupt – durch andere Abteilungen mit abdecken”. Einige Ergebnisse der Studie:

  • 55,5% der KMU setzen e-Learning bereits ein (Großunternehmen: 66%)
  • Räumliche und zeitliche Flexibilität ist der entscheidende Vorteil von e-Learning (KMU: 87%, Großunternehmen 91%)
  • Top 10 Lernformen und -tools:
    • Web Based Training (72%/66%)
    • Virtuelle Klassenräume/Webinare (56%/49%)
    • Wikis (52%/59%)
    • Social Media (47%/48%)
    • Blended Learning (45%/52%)
    • Videobasierte Lernformen (40%/38%)
    • Microblogging (24%/13%)
    • Simulationen (15%/33%)
    • Mobiles Lernen (13%/17%)
    • Spielebasiertes Lernen, Serious Games (12%/20%)
  • Videobasiertes Lernen ist auf dem Vormarsch
  • IT und Management sind die wichtigsten inhaltlichen Themen der e-Learning-Angebote; Soft Skills, Sprachen und technische Fachkompetenzen bilden das Schlusslicht
  • Die drei wichtigsten “Aspekte des digitalen Lernens” sind Lern Management Systeme (LMS), IT-Sicherheit und Cloud-basierte Systeme
  • Open Content Strategien und Open Educational Resources werden in KMU stärker genutzt, als in Großunternehmen

Am Ergebnis fand ich spannend: der deutsche Mittelstand gehört in vielen Bereichen zur absoluten Marktspitze (Stichwort: Hidden Champions, Exportquote). Die Tatsache, dass es in KMU oft keine Abteilung für strategische Personalentwicklung gibt, sollte also nicht zu der Schlussfolgerung führen, dass das organisationale Lernen dort nicht professionell ist. Vielmehr würde ich vermuten, dass es dort eine hohe Selbstorganisationskompetenz gibt. Ist nicht ausreichend Budget vorhanden, werden keine eigenen Lerninhalte produziert, sondern kreativ auf bestehende Open-Content-Angebote aus dem Netz zurückgegriffen (Stichwort: content curation). Auch das ist eine Fähigkeit, die nach Mozilla zu den 21st Century Skills gehört.

Wer sich im Bereich “Learning@KMU” gut auskennt kann gerne weitere Erkenntnisse und Einsichten unten in die Kommentare schreiben. Mein Eindruck: in KMU gibt es viele spannende Ansätze, die auch für Großunternehmen als Vorbild genommen werden können. Beide Seiten können viel voneinander lernen.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Corporate Learning 2025 MOOCathon startet am 8. Mai 2017

Das neue Projekt der Corporate Learning Community ist der Corporate Learning 2025 MOOCathon. Ähnlich wie 2015 im Corporate Learning 2.0 MOOC wird es auch in diesem Projekt einen MOOC-Teil geben, in dem acht Unternehmen (Merck, Continental, Ottobock, DNV, Viessmann, Aareal Bank, Bosch, Audi) ihren Status quo und ihre Vision für das organisationale Lernen im Jahr 2025 vorstellen und mit den Teilnehmer*innen diskutieren.

Um die Erkenntnisse aus dem MOOC-Teil in einem geschlossenen Konzept zusammenzufassen, wird vom 7.-9. September einen Hackathon in Frankfurt am Main durchgeführt, bei dem alle Teilnehmer*innen gemeinsam eine Zusammenfassung auf der Wikipedia-Plattform Wikibooks erstellen werden. Dieses Wikibook wird unter Creative Commons Lizenz (CC BY) offen verfügbar sein und kann beliebig weiterverwendet werden. Das Ergebnis des Hackathons wird im Rahmen einer Session auf dem Corporate Learning Camp (28.-29.09. in FFM) vorgestellt.

Wer sich zum MOOCathon noch nicht angemeldet hat, sollte das am besten jetzt gleich nachholen! Der Hashtag für den MOOCathon auf Twitter ist #cl2025.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Vier KnowTouch Webinare – Euer Fazit

Im Vorfeld der KnowTouch haben wir vier Webinare mit nationalen und internationalen Expert*innen des Wissensmanagements und der Lernenden Organisation angeboten. Es war das erste Mal, dass wir in größerem Umfang die Plattform GoToWebinar eingesetzt haben und das hat eigentlich auch ganz gut geklappt. Die wenigen Nachteile: es gibt keinen offenen Chat (so wie wir ihn im Corporate Learning 2.0 MOOC in Adobe Connect verwendet haben) und es gibt keine Möglichkeit, kostenpflichtige Webinare anzubieten (falls hier jemand einen Tipp/Workaround hat, wäre ich dankbar).

Im Folgenden findet Ihr die Aufzeichnungen der vier Webinare zum nachsehen. Alternativ könnt Ihr Euch auch eine ZIP-Datei mit den Audio-Spuren der Webinare herunterladen (80 MB), falls Ihr Euch das z.B. beim Joggen oder im Auto anhören wollt. Mich würde in den Kommentaren unten interessieren, was Ihr aus den Webinaren mitgenommen hab, was interessant war und was Euer Fazit aus der kleinen Webinar-Reihe ist.

Angelika Mittelmann

Angelika (Webseite) hat ihren Beitrag entlang der Methode Future Backwards aufgebaut. Nach einem kompakten Überblick über ihren persönlichen Werdegang im Wissensmanagement hat sie uns Ihre Vision des Wissensmanagements vorgestellt: Freie Bildungsressourchen, Freier Zugang zu Wissen, Mensch-Maschine Kooperation, Menscengerechte Organisation sowie die wissensbewusste und innovationsfreudige Gesellschaft. Alles in allem ein schönes Plädoyer für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts. FOLIEN ZUM WEBINAR

Peter Schütt

Peter ging zunächst auf die nach wie vor bestehende Begriffsverwirrung im Wissensmanagement ein und hat mit Zitaten und Definitionen von Nonaka, Snowden und Prusak etwas Licht ins Dunkel gebracht. Es folgte eine Unterscheidung zwischen mechanisch-systemischen und komplex-systemischen Zugängen zu Wissensmanagement. Sehr schön auch die Hypekurve mit relevanten Quellen aus 100 Jahren Wissensmanagement und die kurze Einführung zu Machine Learning und Cognitive Computing. FOLIEN ZUM WEBINAR

Werner Sauter, Daniel Stoller Schai und Jochen Robes

Das dritte Webinar fand nicht per GoToWebinar, sondern als Session live auf dem CorporateLearningCamp in Frankfurt statt. Werner, Danie und Jochen sprachen über Ihre Sicht auf den Status quo des Corporate Learnings (als Teil des Wissensmanagements) und Ihre Aussichten auf die Zukunft. In der zweiten Hälfte der Session kommen die Session-Teilnehmer*innen mit Ihren Wünschen für die Zukunft des Corporate Learning zu Wort.

Nick Milton

Das Webinar mit Nick fand natürlich in Englisch statt. Nick erzählte seine Geschichten von den Anfängen im Wissensmanagement bei BP Norwegen bis zu seinen aktuellsten Erkenntnissen. Insbesondere seine gedankliche Entwicklung von Wissensmanagement als Tool, als Toolkit und als Framework ist bei mir hängengeblieben. FOLIEN ZUM WEBINAR

Über Kommentare und Fazit zu den Webinaren in den Kommentaren unten würde ich mich wirklich sehr freuen! Wer mag, kann sich auch noch ein Livestream-Ticket für die KnowTouch kaufen (€ 49,-), geströmt werden die vier Keynotes.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

KnowTouch Livestream-Test gelungen

Wir haben heute zum International Podcast Day erstmalig das Livestream-Setup getestet, das wir auch für die Übertragung der Keynotes der KnowTouch einsetzen wollen. Den Aufbau wollten wir so einfach wie möglich haben: als Kamera kommt eine Canon XA25 zum Einsatz, die über SDI an einem ATEM Telvision Studio (TVS) angeschlossen ist. Die Folien des Vortragenden kommen von der Bühne über HDMI und einen Scaler (720p) in das TVS.

Über die iOS App “Strata Lite” kann man mit einem iPod Touch zwischen Kamera und Folien wechseln. Der Ton kommt über drei Sennheiser XSW Funkstrecken (Vortragener mit t.bone Earmic 500, Publikum mit Handmikrofonen) und einen HDMI-Audio-Extraktor (um den Ton vom Notebook des Vortragenden zu übertragen) in ein Behringer XENYX UFX1204 Mischpult und von dort über die Aux-Sends in eine A/D-Wandler und in das TVS. Das Programm-Signal des TVS geht direkt in ein Matrox Monarch HD, der den Videostream an YouTube Live schickt.

Verbesserungspotential: idealerweise kann man in das Setup noch eine Kamera mit der Totalen und eine Detailkamera für die Bühne aufnehmen. Außerdem müssen wir die Lichtsituation auf der Bühne noch verbessern, da war es etwas dunken (vermutlich mit LED-Strahlern, die wir an einer Travers vor der Bühne montieren). Falls Ihr noch Ideen zur Professionalisierung habt, gerne unten in die Kommentare posten!

Bei der KnowTouch vom 26.-27. Oktober 2016 übertragen wir die vier Keynotes (siehe PDF-Programm). Für nur € 49,- kann man sich ein Livestream-Ticket dafür zulegen und ist live dabei!

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

#cl20 Offene vs. geschlossene Lernsysteme

Da ich im Corporate Learning 2.0 MOOC in der letzten Woche Unternehmenspate von Festo war, diese Woche der Abschluss unseres Benchlearning Projekts “Internes Community Management” und nächste Woche die Knowtech ist, habe ich leider diese Woche nicht viel Zeit für den MOOC. Auf der Heimfahrt von Ingolstadt gestern habe ich es gerade so geschafft, mir die Audio-Version des Mitschnitts der Wocheneröffnung vom Montag anzuhören.

Thema der Woche ist offene vs. geschlossene Lernsysteme. Aus der Eröffnung entnehme ich, dass es dabei hauptsächlich um die Unterscheidung “Zugang zu Lerninhalten mit vs. ohne Login” und die Konsequenzen, die sich daraus für Messung und Lernerfolgskontrolle ergeben geht. Durch Communities wie den Chaos Computer Club, openBIT (ehem. Open Source Business Foundation) und die Podcaster-Community bin ich inhaltlich und geistig sehr nah an der Open-Source-Geschichte und -Szene. Daher finde ich es wichtig, wenn man von “open” im Kontext des Lernens spricht, diesen Hintergrund mit einzubeziehen.

Im Bereich Open Source gab/gibt es eine lange Diksussion rund um die Begriffe open/libre/free (s.a. Wikipedia-Artikel Gratis vs. Libre). Da das dem 2.0 innewohnende Prinzip “Offenheit” sich ausgehend von Open Source in den 70ern verbreitet hat (Open Access, Open Education, Open Innovation, Open Data, Open Science, Open Hardware, Open Business etc.), lohnt sich meiner Meinung nach die Beschäftigung mit dieser Entwicklung. Wer etwas mehr Zeit dafür investieren möchte, dem empfehle ich den Film “Revolution OS” auf YouTube.

Die Open Source Initiative legt in Ihrer Open Source Definition zehn Kriterien für Open Source dar (Details of der OSI-Seite):

  1. Free Redistribution
  2. Source Code
  3. Derived Works
  4. Integrity of the Author’s Source Code
  5. No Discrimination Against Persons Or Groups
  6. No Discrimination Against Fields Of Endeavour
  7. Distribution Of License
  8. License Must Not Be Specific To A Product
  9. License Must Not Restrict Other Software
  10. License Must Be Technology Neutral

Ähnlich verhält es sich im Bereich Open Education. Aufbauend auf der Open-Source-Idee geht es nicht nur um freie Inhalte (Open Content), sondern auch um freie Software und freie Lizensen (z.B. Creative Commons). Vor diesem Hintergrund würde ich bei dieser Themenwoche eher von “Lernsystemen mit/ohne Login bzw. Personalisierung” sprechen, da der Begriff “offen” missverständlich sein könnte. Vielleicht könnten Claudia und Herr Ortmeyer aber in der Livesession am Freitag auf den Aspekt mal eingehen?

Da “Open Source” neben “Speed”, “Cities” und “Accelerated Growth” eine der vier Säulen der adidas Stragtegie 2020 ist, werde ich als Unternehmenspate versuchen, den Aspekt in der letzten MOOC-Woche (9.-13. November) aus Perspektive von adidas zu beleuchten.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

#cl20 MOOC: Rückblick auf die vierte Woche mit FESTO

Die Woche vom 12.-16.10.2015 mit Festo im Corporate Learning 2.0 MOOC war die erste Woche, in der ich als Unternehmenspate seitens der Corporate Learning Alliance gemeinsam mit Renate Aheimer, Eva-Maria Bruch und Benjamin Schaich von Festo aktiv war. In der Woche davor war ich auf dem Corporate Learning Camp (#clc15) in Frankfurt, wo ich mich um die Technik zur  Live-Übertragung der MOOC-Woche mit ÖAMTC gekümmert habe (s.a. Planungsdokument Technik). Außerdem habe ich über das CLC ein paar Stimmen gesammelt und daraus eine neue Episode des Management 2.0 Podcasts zusammengeschnitten.

Auf die Woche mit Festo habe ich mich sehr gefreut, da ich im Kontext Wissensmanagement und Lernende Organisationen schon sehr lange mit den Kollegen zu habe. Ein paar Links für alle, die sich für diese Themen bei Festo interessieren:

Die Woche des MOOCs hatten wir didaktisch in zwei Hälften geteilt. In der ersten Wochenhälfte sollten die Teilnehmer das Programm ProFIT (Professional Festo Industry Segment Training) zur Ausbildung von Vertriebsingenieuren verstehen. Da es sich dabei um ein komplexes Thema handelt, haben wir neben den Materialien (Folien, Video, Podcast) ein Forum zum Sammeln von Fragen bereitgestellt und diese in einer 30-minütigen Sprechstunde am Dienstag beantwortet.

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Sprechstunde über Adobe Connect, kein Input, nur Fragen beantworten

Die zweite Wochenhälfte war als Ideenwettbewerb gestaltet. Für den fiktiven Lerner “Sam” sollten Ideen für informelle Lernoptionen entwickelt werden, die das formale Programm ProFIT ergänzen. Für die in einem separaten Forum geposteten Ideen wurde auch der Badge der Woche vergeben. Hierbei kamen erstaunliche 68(!) Ideen zusammen. Vielen Dank an alle Ideengeber an dieser Stelle! Als kleines Dankeschön erhalten alle einen Schlüsselanhänger von Festo, die drei erstplatzierten eine signierte Ausgabe des Buchs HR Innovation (für alle anderen: hier gibt es das Buch unter Creative Commons Lizenz frei zum Download :-)

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Alle Ideen haben wir aus dem Forum in eine Tabelle übertragen, um in der Jury bei der Bewertung besser damit arbeiten zu können. Falls jemand die Tabelle weiterverwenden möchte, stellen wir sie als Google Doc (zum Kommentieren freigegeben, gerne Hinweise, Links etc. eintragen), Word-Dokument und PDF-Dokument bereit.

In einer Jury-Sitzung haben Renate und Eva-Maria ihre Favoriten bestimmt. Kriterien für die Auswahl waren die Umsetzbarkeit in der Vertriebsorganisation, die Neuartigkeit sowie der Quick-Win-Charakter des Ansatzes. Hier die drei Erstplatzierten aus Sicht der Jury von Festo (Nummern in Klammern sind die Nummern in der Ideen-Tabelle):

  • 1. Platz: “Leuchtturm Projekt” von Tanja Willers (Nr. 29)
  • 2. Platz: “Location- and Tag-based Learning” von Adrian Weidmann (Nr. 65)
  • 3. Platz: “Link Battle” von Christine Knieriemer (Nr. 39)

Parallel hatten wir eine Doodle-Umfrage bereitgestellt, in der auch alle MOOC-TeilnehmerInnen ihre Ideen-Favoriten bestimmen konnten. Zum Zeitpunkt der Blog-Erstellung haben 33 Personen abgestimmt. Das waren die platzierten Ideen:

  • 1. Platz (9 Stimmen): Communities of Practice (Nr. 3), Mentoring (Nr. 17)
  • 2. Platz (8 Stimmen): Lernpartnerschaft (Nr. 2), Lerncommunities (Nr. 9), Corporate MOOC (Nr. 12), Corporate Barcamp (Nr. 26), Unternehmenskultur der Wertschätzung (Nr. 27), Raum geben (Nr. 41)
  • 3. Platz (7 Stimmen): Bildungsdatenbank (Nr. 8)

Die nächste MOOC Woche wird von Miele mit dem Thema “LMS vs. öffentliche Plattform bestritten”. Montag um 14:00 Uhr wird es eine Livesession zum Auftakt geben, der Wocheabschluss am Freitag wird ab 14:00 Uhr live vom HRM Corporate Learning Forum in Berlin gestream. Ich habe Karlheinz Pape diese Woche noch einen kleinen Crashkurs in Streamingtechnik gegeben und drücke die Daumen, dass vor Ort auch alles klappt!

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Karlheinz Pape beim Crashkurs Livestreaming

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

#cl20 MOOC: Rückblick auf die erste Woche mit DB Training

Anfang dieser Woche fiel der Startschuss für den Corporate Learning 2.0 MOOC (#cl20). Seit dem Management 2.0 MOOC ist das der erste öffentliche Online-Kurs an dessen Organisation ich über meine Mitgliedschaft in der Corporate Learning Alliance (CLA) beteiligt bin. Ziel der CLA ist dabei, das informelle Lernen in Unternehmen zu fördern.

cl20mooc-banner

Ich erinnere mich noch an das CLA-Treffen am 7. Januar 2015 in Frankfurt am Main, bei dem wir u.a. über unsere Zielvorstellung bezüglich der Teilnehmerzahl gesprochen haben (“massive”). Beim MOOC Maker Course (#mmc13) hatte man sich darauf geeinigt, bei cMOOCs schon ab 150 TeilnehmerInnen von massiv zu sprechen. Das schien mir damals aber in Anbetracht der Bedeutung des Themas als zu “unsportlich”. Ich stellte das Ziel von 1.000 in den Raum und sah mich einiger Skepsis gegenüber. Um so zufriedener bin ich, dass wir einen Tag vor MOOC-Start knapp 900 Anmeldungen hatten und am Tag des Starts die Schallmauer von 1.000 durchbrochen haben. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die tatkräftig in der Kommunikation mitgewirkt haben.

In den kommenden Wochen wird jeweils ein Unternehmen seinen Corporate-Learning-2.0-Ansatz vorstellen und im Kurs besprechen. Im Kern sind alle Themenwochen gleich aufgebaut: jeweils samstags um 10:00 Uhr werden Materialien und und ein Forum auf der oncampus-Plattform bereitgestellt. Jeweils freitags gibt es von 13:00-14:00 Uhr eine Live-Session, die per Adobe Connect übertragen wird (connect.oncampus.de/cl20, Gastzugang verwenden). Als MOOC-Plattform verwenden wir das System mooin.oncampus.de der Fachhochschule Lübeck.

oncampus-plattformDie ersten Schritte auf mooin sind etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss verstehen, dass sich die Inhalte in einem Bereich der Navigation (das YouTube-artige Symbol) und das Diskussionsforum in einem anderen (die Sprechblasen) befindet. Die Navigation in den Inhalten ist zweigeteilt: mit dem Bilder-Karussell navigiert man zwischen den einzelnen Themenwochen, die Lektionen-Reiter stellen die Kapitel der jeweiligen Themenwochen dar. Als Nachteil empfinde ich, dass mooin mittlerweile gewohnt Social-Media-Funktionen wenig unterstützt (z.B. Vernetzung, soziale Funktionen, mobiler Zugriff). Es gibt Profile, aber man kann sich nicht vernetzen (folgen, “adden”, Freunde werden). In die Profile kann man Links zu Plattformen wie Twitter einfügen, das führt aber nicht zu Links oder Content Syndication. Es gibt kein Microblogging (Status-Updates, “Learning Out Loud”). Das Forum erinnert an klassische Discussion-Boards wie phpBB & Co. (keine tags, kein @mention, kein like, kein share, kein filtern der Beiträge etc.).  Allerdings gab es in der ersten Woche knapp 500 Beiträge im Forum, die Teilnehmer scheinen also mit der Plattform zurecht zu kommen. Mir liegen die gewohnten digitalen Medien mehr, weshalb meine Kommunikation zum MOOC hauptsächlich auf Twitter und in der Facebook-Gruppe zum MOOC stattfindet. Zusätzlich habe ich mir zur Übersicht in unserem Wiki eine Seite mit den wichtigsten Infos und Links angelegt.

adobe-connect

Zur Unterstützung von Live-Sessions wird Adobe Connect eingesetzt (Achtung: Adobe verwendet Flash, ist in vielen Unternehmen untersagt, in diesen Fällen die App verwenden). Die Live-Sessions werden aufgezeichnet und hinterher im Kursbereich zum zeitsouveränen Ansehen bereitgestellt. Neben ein paar kleinen Wackeligkeiten (Tonaussetzer, Video bleibt stehen, Referenten sind nicht zu sehen sprechen aber) funktioniert das ganz gut. In der Benutzeroberfläche kann man links die eingewählten Teilnehmer sehen (Eröffnung: 260, Freitag: 113), in der Mitte die Live-Videos der Referenten und rechts den Chat. Twitter ist nicht integriert, in der Nürnberger Lerngruppe haben wir uns mit einer zusätzlichen Twitter-Wall auf Tweetwally beholfen (s.o.).

Exkurs zur synchronen Kommunikation: gemeinsam mit Harald Schirmer habe ich beschlossen, zusätzlich eine wöchentliche Live-Session anzubieten, in der wir mit Gästen gemeinsam die Ereignisse im MOOC besprechen. Im Rahmen der Vorbereitung zum International Podcast Day bin ich auf die Plattform blab.im gestoßen, die wir dafür einsetzen (Woche 1, Woche 2). Dazu später mehr.

Inhaltlich wurde die erste Themenwoche von DB Training (einer Tochter der Deutschen Bahn AG mit ca. 1000 Mitarbeitern) und deren Projekt “Next Education” bestritten. Es gab unter Moderation von CLA-Mitglied Prof. Werner Sauter eine Diskussion zwischen Prof. Rolf Arnold (Berufs- und Erwachsenenpädagogik,. TU Kaiserslautern) und Prof. John Erpenbeck (Kompetenzmanagement, Steinbeis Uni), die Präsentation einer Zielgruppenanalyse, die Erläuterung theoretischer Konzepte (Ermöglichungsdidaktik, Pädagogische Professionalisierung) sowie die Darlegung von vier abgeleiteten Lernarrangements (E-Learning, Blended Learning, Social Blended Learning und Social Workplace Learning). Zwei Fragen sind bei mir nach der ersten Themenwoche offen geblieben:

  1. Konkrete Maßnahmen: was sind die genauen Maßnahmen, die in der Deutschen Bahn auf Basis des Projekts “Next Education” jetzt umgesetzt werden? Eine konkrete Roadmap und ein Budget 2016 gibt es nach Aussage des Programm-Leiters Andreas Eckelt in der Live-Session noch nicht.
  2. Soziale Medien: obwohl im Projekt die Begriffe “Social Blended Learning” und “Social Workplace Learning” verwendet werden, taucht der Einsatz Sozialer Medien (Soziale Netzwerke, Wikis, Blogs & Co.) in der Themenwoche nicht auf. Gerade bei der vom Projekt bevorzugten iterativen Vorgehensweise mit Prototypen und schnellen Lernschleifen würde sich das doch anbieten?

Zu dem zweiten Punkt habe ich Freitag Nachmittag noch ein bisschen recherchiert: bei der Deutschen Bahn gibt es eine konzernweite Digitalisierungsoffensive mit über 150 Einzelprojekten (s.a. Digitale Revolution bei der Deutschen Bahn). Aus den DB Innovationslaboren kam die “Innovations-Initiative 4.0” mit den Unterthemen Mobilität 4.0, Logistik 4.0, Infrastruktur 4.0, Produktion 4.0, IT 4.0 und Arbeitswelten 4.0 (s.a. Digitalisierung gibt den Takt vor). Innerhalb von Arbeitswelten 4.0 hat die Deutsche Bahn bereits im Frühsommer 2015 ein Social Intranet mit dem Namen “DB Together” gestartet. Zur Vorstellung von DB Together wurden drei ziemlich schicke Videos frei zugänglich auf YouTube bereitgestellt (Video 1, Video 2, Video 3).

Verantwortlich scheint die Unternehmenskommunikation der Deutschen Bahn zu sein, in den Videos erscheinen Jens Appelt (Leiter Multimedia-Kommunikation DB-Konzern, derappelt.de) und Antje Neubauer (Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern). Wissensteilung und Zugriff auf Expertise von Kollegen werden in den Videos thematisiert. Ich werde mal versuchen, Hr. Appelt und Fr. Neubauer in den #cl20 Blab am Montag 25.09. (16:30 Uhr, ca. 30 Minuten) einzuladen, vielleicht können wir da zusätzlich noch etwas über Möglichkeiten und Ziele des sozialen Intranets der Deutschen Bahn lernen.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.

Episoden

M2P018 Corporate Learning 2.0 MOOC – Blab Woche 2

avatar Jochen Robes
avatar Harald Schirmer
avatar Simon Dückert

Diese Episode ist der Audiomitschnitt des #cl20 Blabs, den Harald Schirmer und Simon Dückert im Rahmen des Corporate Learning 2.0 MOOCs durchführen. Der Replay des Videomitschnitts von Blab ist unter https://blab.im/simon-dueckert-corporate-learning-2-0-mooc-mit-harald-schirmer-und-simon-dueckert-woche-2 zu finden.

Um den Teilnehmerinnen den Podcast schnell zur Verfügung zu stellen, sind aktuell keine Shownotes vorhanden. Falls jemand Lust auf Shownote-Schreiben hat, einfach melden.

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.