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Podiumsdiskussion bei der Jahresversammlung des Stifterverband

Am 27. Juni 2017 war ich zu einer Podiumsdiskussion des Stifterverbandes in die Paulskirche in Frankfurt am Main eingeladen (Dokumentation). Gemeinsam mit Prof. Dr. Birgitta Wolff (Präsidentin der Goethe-Universität), Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes und Karl von Rohr (Mitglied des Vorstandes der Deutsche Bank AG) diskutierten wir über den Einfluss der Digitalisierung auf Forschung, Lehre und Innovation. In diesem Zusammenhang brachte ich Erfahrungen aus Corporate Learning 2.0 MOOC und Corporate Learning 2025 MOOCathon ein. Moderiert wurde das Podium von Gundula Gause.

Der Stifterverband-Dreiklang “Bildung. Wissenschaft. Innovation” ist mir übrigens sehr positiv aufgefallen, weil er alle Facetten der Wissensgesellschaft abdeckt. Voraussichtlich werden wir mit Cogneon im Stifterverband Mitglied werden.

#cl20 Offene vs. geschlossene Lernsysteme

Da ich im Corporate Learning 2.0 MOOC in der letzten Woche Unternehmenspate von Festo war, diese Woche der Abschluss unseres Benchlearning Projekts “Internes Community Management” und nächste Woche die Knowtech ist, habe ich leider diese Woche nicht viel Zeit für den MOOC. Auf der Heimfahrt von Ingolstadt gestern habe ich es gerade so geschafft, mir die Audio-Version des Mitschnitts der Wocheneröffnung vom Montag anzuhören.

Thema der Woche ist offene vs. geschlossene Lernsysteme. Aus der Eröffnung entnehme ich, dass es dabei hauptsächlich um die Unterscheidung “Zugang zu Lerninhalten mit vs. ohne Login” und die Konsequenzen, die sich daraus für Messung und Lernerfolgskontrolle ergeben geht. Durch Communities wie den Chaos Computer Club, openBIT (ehem. Open Source Business Foundation) und die Podcaster-Community bin ich inhaltlich und geistig sehr nah an der Open-Source-Geschichte und -Szene. Daher finde ich es wichtig, wenn man von “open” im Kontext des Lernens spricht, diesen Hintergrund mit einzubeziehen.

Im Bereich Open Source gab/gibt es eine lange Diksussion rund um die Begriffe open/libre/free (s.a. Wikipedia-Artikel Gratis vs. Libre). Da das dem 2.0 innewohnende Prinzip “Offenheit” sich ausgehend von Open Source in den 70ern verbreitet hat (Open Access, Open Education, Open Innovation, Open Data, Open Science, Open Hardware, Open Business etc.), lohnt sich meiner Meinung nach die Beschäftigung mit dieser Entwicklung. Wer etwas mehr Zeit dafür investieren möchte, dem empfehle ich den Film “Revolution OS” auf YouTube.

Die Open Source Initiative legt in Ihrer Open Source Definition zehn Kriterien für Open Source dar (Details of der OSI-Seite):

  1. Free Redistribution
  2. Source Code
  3. Derived Works
  4. Integrity of the Author’s Source Code
  5. No Discrimination Against Persons Or Groups
  6. No Discrimination Against Fields Of Endeavour
  7. Distribution Of License
  8. License Must Not Be Specific To A Product
  9. License Must Not Restrict Other Software
  10. License Must Be Technology Neutral

Ähnlich verhält es sich im Bereich Open Education. Aufbauend auf der Open-Source-Idee geht es nicht nur um freie Inhalte (Open Content), sondern auch um freie Software und freie Lizensen (z.B. Creative Commons). Vor diesem Hintergrund würde ich bei dieser Themenwoche eher von “Lernsystemen mit/ohne Login bzw. Personalisierung” sprechen, da der Begriff “offen” missverständlich sein könnte. Vielleicht könnten Claudia und Herr Ortmeyer aber in der Livesession am Freitag auf den Aspekt mal eingehen?

Da “Open Source” neben “Speed”, “Cities” und “Accelerated Growth” eine der vier Säulen der adidas Stragtegie 2020 ist, werde ich als Unternehmenspate versuchen, den Aspekt in der letzten MOOC-Woche (9.-13. November) aus Perspektive von adidas zu beleuchten.

#cl20 MOOC: Rückblick auf die vierte Woche mit FESTO

Die Woche vom 12.-16.10.2015 mit Festo im Corporate Learning 2.0 MOOC war die erste Woche, in der ich als Unternehmenspate seitens der Corporate Learning Alliance gemeinsam mit Renate Aheimer, Eva-Maria Bruch und Benjamin Schaich von Festo aktiv war. In der Woche davor war ich auf dem Corporate Learning Camp (#clc15) in Frankfurt, wo ich mich um die Technik zur  Live-Übertragung der MOOC-Woche mit ÖAMTC gekümmert habe (s.a. Planungsdokument Technik). Außerdem habe ich über das CLC ein paar Stimmen gesammelt und daraus eine neue Episode des Management 2.0 Podcasts zusammengeschnitten.

Auf die Woche mit Festo habe ich mich sehr gefreut, da ich im Kontext Wissensmanagement und Lernende Organisationen schon sehr lange mit den Kollegen zu habe. Ein paar Links für alle, die sich für diese Themen bei Festo interessieren:

Die Woche des MOOCs hatten wir didaktisch in zwei Hälften geteilt. In der ersten Wochenhälfte sollten die Teilnehmer das Programm ProFIT (Professional Festo Industry Segment Training) zur Ausbildung von Vertriebsingenieuren verstehen. Da es sich dabei um ein komplexes Thema handelt, haben wir neben den Materialien (Folien, Video, Podcast) ein Forum zum Sammeln von Fragen bereitgestellt und diese in einer 30-minütigen Sprechstunde am Dienstag beantwortet.

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Sprechstunde über Adobe Connect, kein Input, nur Fragen beantworten

Die zweite Wochenhälfte war als Ideenwettbewerb gestaltet. Für den fiktiven Lerner “Sam” sollten Ideen für informelle Lernoptionen entwickelt werden, die das formale Programm ProFIT ergänzen. Für die in einem separaten Forum geposteten Ideen wurde auch der Badge der Woche vergeben. Hierbei kamen erstaunliche 68(!) Ideen zusammen. Vielen Dank an alle Ideengeber an dieser Stelle! Als kleines Dankeschön erhalten alle einen Schlüsselanhänger von Festo, die drei erstplatzierten eine signierte Ausgabe des Buchs HR Innovation (für alle anderen: hier gibt es das Buch unter Creative Commons Lizenz frei zum Download :-)

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Alle Ideen haben wir aus dem Forum in eine Tabelle übertragen, um in der Jury bei der Bewertung besser damit arbeiten zu können. Falls jemand die Tabelle weiterverwenden möchte, stellen wir sie als Google Doc (zum Kommentieren freigegeben, gerne Hinweise, Links etc. eintragen), Word-Dokument und PDF-Dokument bereit.

In einer Jury-Sitzung haben Renate und Eva-Maria ihre Favoriten bestimmt. Kriterien für die Auswahl waren die Umsetzbarkeit in der Vertriebsorganisation, die Neuartigkeit sowie der Quick-Win-Charakter des Ansatzes. Hier die drei Erstplatzierten aus Sicht der Jury von Festo (Nummern in Klammern sind die Nummern in der Ideen-Tabelle):

  • 1. Platz: “Leuchtturm Projekt” von Tanja Willers (Nr. 29)
  • 2. Platz: “Location- and Tag-based Learning” von Adrian Weidmann (Nr. 65)
  • 3. Platz: “Link Battle” von Christine Knieriemer (Nr. 39)

Parallel hatten wir eine Doodle-Umfrage bereitgestellt, in der auch alle MOOC-TeilnehmerInnen ihre Ideen-Favoriten bestimmen konnten. Zum Zeitpunkt der Blog-Erstellung haben 33 Personen abgestimmt. Das waren die platzierten Ideen:

  • 1. Platz (9 Stimmen): Communities of Practice (Nr. 3), Mentoring (Nr. 17)
  • 2. Platz (8 Stimmen): Lernpartnerschaft (Nr. 2), Lerncommunities (Nr. 9), Corporate MOOC (Nr. 12), Corporate Barcamp (Nr. 26), Unternehmenskultur der Wertschätzung (Nr. 27), Raum geben (Nr. 41)
  • 3. Platz (7 Stimmen): Bildungsdatenbank (Nr. 8)

Die nächste MOOC Woche wird von Miele mit dem Thema “LMS vs. öffentliche Plattform bestritten”. Montag um 14:00 Uhr wird es eine Livesession zum Auftakt geben, der Wocheabschluss am Freitag wird ab 14:00 Uhr live vom HRM Corporate Learning Forum in Berlin gestream. Ich habe Karlheinz Pape diese Woche noch einen kleinen Crashkurs in Streamingtechnik gegeben und drücke die Daumen, dass vor Ort auch alles klappt!

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Karlheinz Pape beim Crashkurs Livestreaming

#cl20 MOOC: Rückblick auf die erste Woche mit DB Training

Anfang dieser Woche fiel der Startschuss für den Corporate Learning 2.0 MOOC (#cl20). Seit dem Management 2.0 MOOC ist das der erste öffentliche Online-Kurs an dessen Organisation ich über meine Mitgliedschaft in der Corporate Learning Alliance (CLA) beteiligt bin. Ziel der CLA ist dabei, das informelle Lernen in Unternehmen zu fördern.

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Ich erinnere mich noch an das CLA-Treffen am 7. Januar 2015 in Frankfurt am Main, bei dem wir u.a. über unsere Zielvorstellung bezüglich der Teilnehmerzahl gesprochen haben (“massive”). Beim MOOC Maker Course (#mmc13) hatte man sich darauf geeinigt, bei cMOOCs schon ab 150 TeilnehmerInnen von massiv zu sprechen. Das schien mir damals aber in Anbetracht der Bedeutung des Themas als zu “unsportlich”. Ich stellte das Ziel von 1.000 in den Raum und sah mich einiger Skepsis gegenüber. Um so zufriedener bin ich, dass wir einen Tag vor MOOC-Start knapp 900 Anmeldungen hatten und am Tag des Starts die Schallmauer von 1.000 durchbrochen haben. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die tatkräftig in der Kommunikation mitgewirkt haben.

In den kommenden Wochen wird jeweils ein Unternehmen seinen Corporate-Learning-2.0-Ansatz vorstellen und im Kurs besprechen. Im Kern sind alle Themenwochen gleich aufgebaut: jeweils samstags um 10:00 Uhr werden Materialien und und ein Forum auf der oncampus-Plattform bereitgestellt. Jeweils freitags gibt es von 13:00-14:00 Uhr eine Live-Session, die per Adobe Connect übertragen wird (connect.oncampus.de/cl20, Gastzugang verwenden). Als MOOC-Plattform verwenden wir das System mooin.oncampus.de der Fachhochschule Lübeck.

oncampus-plattformDie ersten Schritte auf mooin sind etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss verstehen, dass sich die Inhalte in einem Bereich der Navigation (das YouTube-artige Symbol) und das Diskussionsforum in einem anderen (die Sprechblasen) befindet. Die Navigation in den Inhalten ist zweigeteilt: mit dem Bilder-Karussell navigiert man zwischen den einzelnen Themenwochen, die Lektionen-Reiter stellen die Kapitel der jeweiligen Themenwochen dar. Als Nachteil empfinde ich, dass mooin mittlerweile gewohnt Social-Media-Funktionen wenig unterstützt (z.B. Vernetzung, soziale Funktionen, mobiler Zugriff). Es gibt Profile, aber man kann sich nicht vernetzen (folgen, “adden”, Freunde werden). In die Profile kann man Links zu Plattformen wie Twitter einfügen, das führt aber nicht zu Links oder Content Syndication. Es gibt kein Microblogging (Status-Updates, “Learning Out Loud”). Das Forum erinnert an klassische Discussion-Boards wie phpBB & Co. (keine tags, kein @mention, kein like, kein share, kein filtern der Beiträge etc.).  Allerdings gab es in der ersten Woche knapp 500 Beiträge im Forum, die Teilnehmer scheinen also mit der Plattform zurecht zu kommen. Mir liegen die gewohnten digitalen Medien mehr, weshalb meine Kommunikation zum MOOC hauptsächlich auf Twitter und in der Facebook-Gruppe zum MOOC stattfindet. Zusätzlich habe ich mir zur Übersicht in unserem Wiki eine Seite mit den wichtigsten Infos und Links angelegt.

adobe-connect

Zur Unterstützung von Live-Sessions wird Adobe Connect eingesetzt (Achtung: Adobe verwendet Flash, ist in vielen Unternehmen untersagt, in diesen Fällen die App verwenden). Die Live-Sessions werden aufgezeichnet und hinterher im Kursbereich zum zeitsouveränen Ansehen bereitgestellt. Neben ein paar kleinen Wackeligkeiten (Tonaussetzer, Video bleibt stehen, Referenten sind nicht zu sehen sprechen aber) funktioniert das ganz gut. In der Benutzeroberfläche kann man links die eingewählten Teilnehmer sehen (Eröffnung: 260, Freitag: 113), in der Mitte die Live-Videos der Referenten und rechts den Chat. Twitter ist nicht integriert, in der Nürnberger Lerngruppe haben wir uns mit einer zusätzlichen Twitter-Wall auf Tweetwally beholfen (s.o.).

Exkurs zur synchronen Kommunikation: gemeinsam mit Harald Schirmer habe ich beschlossen, zusätzlich eine wöchentliche Live-Session anzubieten, in der wir mit Gästen gemeinsam die Ereignisse im MOOC besprechen. Im Rahmen der Vorbereitung zum International Podcast Day bin ich auf die Plattform blab.im gestoßen, die wir dafür einsetzen (Woche 1, Woche 2). Dazu später mehr.

Inhaltlich wurde die erste Themenwoche von DB Training (einer Tochter der Deutschen Bahn AG mit ca. 1000 Mitarbeitern) und deren Projekt “Next Education” bestritten. Es gab unter Moderation von CLA-Mitglied Prof. Werner Sauter eine Diskussion zwischen Prof. Rolf Arnold (Berufs- und Erwachsenenpädagogik,. TU Kaiserslautern) und Prof. John Erpenbeck (Kompetenzmanagement, Steinbeis Uni), die Präsentation einer Zielgruppenanalyse, die Erläuterung theoretischer Konzepte (Ermöglichungsdidaktik, Pädagogische Professionalisierung) sowie die Darlegung von vier abgeleiteten Lernarrangements (E-Learning, Blended Learning, Social Blended Learning und Social Workplace Learning). Zwei Fragen sind bei mir nach der ersten Themenwoche offen geblieben:

  1. Konkrete Maßnahmen: was sind die genauen Maßnahmen, die in der Deutschen Bahn auf Basis des Projekts “Next Education” jetzt umgesetzt werden? Eine konkrete Roadmap und ein Budget 2016 gibt es nach Aussage des Programm-Leiters Andreas Eckelt in der Live-Session noch nicht.
  2. Soziale Medien: obwohl im Projekt die Begriffe “Social Blended Learning” und “Social Workplace Learning” verwendet werden, taucht der Einsatz Sozialer Medien (Soziale Netzwerke, Wikis, Blogs & Co.) in der Themenwoche nicht auf. Gerade bei der vom Projekt bevorzugten iterativen Vorgehensweise mit Prototypen und schnellen Lernschleifen würde sich das doch anbieten?

Zu dem zweiten Punkt habe ich Freitag Nachmittag noch ein bisschen recherchiert: bei der Deutschen Bahn gibt es eine konzernweite Digitalisierungsoffensive mit über 150 Einzelprojekten (s.a. Digitale Revolution bei der Deutschen Bahn). Aus den DB Innovationslaboren kam die “Innovations-Initiative 4.0” mit den Unterthemen Mobilität 4.0, Logistik 4.0, Infrastruktur 4.0, Produktion 4.0, IT 4.0 und Arbeitswelten 4.0 (s.a. Digitalisierung gibt den Takt vor). Innerhalb von Arbeitswelten 4.0 hat die Deutsche Bahn bereits im Frühsommer 2015 ein Social Intranet mit dem Namen “DB Together” gestartet. Zur Vorstellung von DB Together wurden drei ziemlich schicke Videos frei zugänglich auf YouTube bereitgestellt (Video 1, Video 2, Video 3).

Verantwortlich scheint die Unternehmenskommunikation der Deutschen Bahn zu sein, in den Videos erscheinen Jens Appelt (Leiter Multimedia-Kommunikation DB-Konzern, derappelt.de) und Antje Neubauer (Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern). Wissensteilung und Zugriff auf Expertise von Kollegen werden in den Videos thematisiert. Ich werde mal versuchen, Hr. Appelt und Fr. Neubauer in den #cl20 Blab am Montag 25.09. (16:30 Uhr, ca. 30 Minuten) einzuladen, vielleicht können wir da zusätzlich noch etwas über Möglichkeiten und Ziele des sozialen Intranets der Deutschen Bahn lernen.

Episoden

M2P018 Corporate Learning 2.0 MOOC – Blab Woche 2

avatar Jochen Robes
avatar Harald Schirmer
avatar Simon Dückert

Diese Episode ist der Audiomitschnitt des #cl20 Blabs, den Harald Schirmer und Simon Dückert im Rahmen des Corporate Learning 2.0 MOOCs durchführen. Der Replay des Videomitschnitts von Blab ist unter https://blab.im/simon-dueckert-corporate-learning-2-0-mooc-mit-harald-schirmer-und-simon-dueckert-woche-2 zu finden.

Um den Teilnehmerinnen den Podcast schnell zur Verfügung zu stellen, sind aktuell keine Shownotes vorhanden. Falls jemand Lust auf Shownote-Schreiben hat, einfach melden.