Automattic ist das Unternehmen, das hinter der Entwicklung von WordPress steht. WordPress ist ein Blog- und Content-Management-System, mit dem ca. ein Drittel der Seiten des Internets betrieben werden.

Im Urlaub habe ich das Buch The Year Without Pants (Affiliate-Link) von Scott Berkun über das Arbeiten bei Automattic gelesen. Interessant ist, dass die knapp 1.000 Mitarbeiter*innen alle remote und über die Welt verteilt arbeiten. Automattic hatte eine sehr moderne (newworkige) Location am Pier 38, hat diese aber bereits 2007 geschlossen, weil dort nur selten jemand gearbeitet hat.

Im Gegensatz zu Präsenzkulturen muss man sich bei komplett verteilter Arbeit sehr viel mehr Gedanken über Routinen und Tools für die Kommunikation und die Kollaboration in der Organisation und den Teams machen.

Natürlich gibt es bei Automattic auch E-Mail, aber wie der Gründer von Automattic Matt Mullenweg in seinem Blog schreibt, kam E-Mail nach IRC und Skype schon immer an letzter Stelle der Kommunikationswege. Mit der Einführung von P2 (Project Log), einem auf Status-Updates basierendem Gruppen-Blog, hat sich das Gleichgewicht der Kommunikation noch weiter verschoben (Seite 48 im Buch):

  1. Blogs (P2): 75 Prozent
  2. IRC: 14 Prozent
  3. Skype: 5 Prozent
  4. E-Mail: 1 Prozent

Wichtig ist, dass alle P2s intern für alle offen einsehbar und kommentierbar sind, so dass komplette Transparenz entsteht. Für den Support von Nutzeranfragen gibt es nochvein Ticket-System, über das Tickets erstellt und nachverfolgt werden. Andere Werkzeuge wie Team-Videokonferenzen, Whiteboards etc. wurden zwar ausprobiert, haben sich aber bei verteilten Teams als nicht robust genug erwiesen.

Was können wir aus der Automattic Story lernen? Ich habe für mich folgende Punkte identifiziert:

  1. Open by Default als Leitprinzip: jeder sollte Informationen zu Zwecken der Kommunikation und Kollaboration offen einsehen können, um Silo-Bildung zu vermeiden.
  2. Blog als E-Mail-Ersatz: der gemeinsame Team-Blog kann die Team-internen E-Mails weitestgehend ersetzen. Die Öffnung des Blogs für alle ermöglicht Wissenstransfer aus dem Team heraus und Unterstützung des Teams von aussen.
  3. Chat und Audio-Konferenz als Gesprächsersatz: als Ersatz für das schnelle Gespräch im Büro braucht es Online Chats und Audio-Konferenz-Tools, die möglichst schnell und einfach funktionieren. Chat (asynchron) ist der synchronen Audiokonferenz oft überlegen.
  4. Digitaler Raum für das Team: wo das P2 eines Teams als dessen Whiteboard zur Dokumentation verstanden werden kann, bildet IRC das digitale Büro. Jedes Team hat dort einen Kanal als Raum, jeder kann jedem Raum Beitreten (digitale Open Door Policy). Ich kenne bis heute kein Werkzeug, dass das besser abbilden kann, als das Anfang der 1990er Jahre entstandene IRC.
  5. Tickets zur Nachverfolgung: für alle Themen (issues), die nicht verloren gehen dürfen und nachverfolgt werden müssen, braucht es ein Ticketsystem wie Trac, OTRS, Zendesk oder Zammad. Nur so können transparen Verantwortlichkeiten für wichtige Themen vergeben werden.

Habt ihr das Buch auch gelesen? Was sind eure Schlussfolgerungen für zeitgemäße Kommunikation und Zusammenarbeit in verteilten Teams?

Wer sich noch tiefer für die Arbeit bei Automattic interessiert, dem empfehle ich den Podcast Distributed mit Matt Mullenweg.

Ich mache Barcamp-Moderationen gerne gemeinsam mit 1-2 anderen Personen, weil man sich da gut gegenseitig die inhaltlichen Bälle zuspielen kann. Ähnlich wie bei einem Podcast sind zwei oder mehr Personen nach meinem Gefühl dynamischer und die Moderation droht weniger, langweilig zu werden.

Bisher habe ich diese Moderation immer gemeinsam mit anderen Menschen gemacht. Nächste Woche wird es bei einem internen Barcamp am 4. Juli eine Premiere geben: ich moderiere gemeinsam mit Pepper, einem humanoiden Roboter. Pepper ist 1,20 Meter groß und verfügt über vier Mikrofone, zwei HD-Kameras, einen 3D-Abstandssensor, einen Gyrosensor, zwei Sonarsensoren und sowie sechs Laserscannern. Auf der Brust hat er ein Touchscreen, über das er Informationen anzeigen kann.

Für die Moderation des Barcamps haben wir folgende Idee entwickelt: die Moderation ist an sich auf deutsch, die NLP-Engine von Pepper kann aber nur Englisch. Wir werden ihn daher im Ablauf der Moderation immer auf Englisch ansprechen müssen. Wir verwenden das Anmoderationsskript, das ich gerade für den lernOS Barcamp Leitfaden mit Karlheinz Pape erstelle. Wir werden Pepper sich vorstellen lassen und dann nach konkreten Begriffen wie beispielsweise “Barcamp” oder “Tim O’Reilly” fragen.

Anfang nächster Woche ist die Probe. Ich werde den Teil des Barcamps in einem kleinen Video aufzeichnen und hier im Blog veröffentlichen. Bis dahin könnt ihr Pepper in diesem kurzen YouTube-Video schonmal kennenlernen:

Der erste Akademie Talk wird am kommenden Freitag den 18.05. von 10:30-11:30 Uhr stattfinden. Der Akademie Talk ist ein monatliches und einstündiges Webinar mit interaktivem Dialog. Zur Premiere haben wir mit Harald Schirmer (Twitter: @haraldschirmer) von der Continental einen ganz besonderen Gast gewinnen können, denn Harald steht mit seiner großen Bandbreite von Enterprise Social Networks (ESN) über Multiplikatoren-Netzwerke bis hin zu Ansätzen der Personal- und Organisationsentwicklung in ganz besonderer Weise für den interdisziplinären Ansatz unserer Akademie.

Akademie Talk mit Harald Schirmer

Beim Akademie Talk wird Harald von seinen Erfahrungen bei der Etablierung des Guide-Netzwerks bei Continental in den letzten Jahren berichten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Guides bei dem aktuellen Projekt zum Rollout von Office 365 bei Continental. Harald war zu dem gleichen Thema vor kurzem im Audi Zusammenarbeit 2.0 Meetup zu Gast. Den Vortrag dort haben wir aufgezeichnet und über Harald’s Kanäle als Audio-Version und Video-Version bereitgestellt. Für alle Teilnehmer*innen des Akademie Talk empfehlen wir, sich diesen Vortrag vorab schonmal anzuschauen. Harald wird im Talk am Freitag nochmal eine kompakte Zusammenfassung geben, so dass im Anschluss viel Zeit für Eure Fagen bleibt!

Zugangsdaten Skype for Business

Im Rahmen der neuen Angebote Akademie Plus und Akademie Pro bieten wir im Mai 2018 einen kostenlosten Schnuppermonat an. In diesem Rahmen ist der Akademie Talk mit Harald Schirmer frei zugänglich. Den Livestream machen wir über Skype for Business, hier die Zugangsdaten:

  • Skype for Business Link (18.05.2018, 10:30-11:30 Uhr)
  • Telefoneinwahl: +4969505004903 (Konferenz-Kennung: 1588515)

Die Aufzeichnung des Talks werden wir im Nachgang unter https://cogneon.de/lernflix bereitstellen. Gerne die Info zum Talk an zusätzliche Interessierte weiterleiten:

[bctt tweet=”Tipp: am Freitag den 18.05. von 10:30-11:30 Uhr Akademie Talk mit Harald Schirmer zu New Work Style @ Continental. Jetzt Termin im Kalender eintragen!” username=”cogneon”]

Die Robert Bosch GmbH gehört zu den Unternehmen, die vergleichsweise lange im Bereich Enterprise 2.0 aktiv sind. In einer Präsentation des technischen Projektleiters Dr. Erik Wüstners heißt wird beschrieben, dass Bosch sich im Jahr 2011 für die Plattform IBM Connections entschieden hat. In 2012 wurde dann eine Plattform mit dem Namen Bosch Connect für bis zu 60.000 Nutzer aufgebaut, die ab 2013 sukzessive erweitert wurde. Schon damals stand bei Enterprise 2.0 nicht nur die Technik, sondern auch Richtlinien (Governance), Führung und Organisation im Fokus. Die Erwartungshaltung des Top Managements waren neue Formen von Führung und Zusammenarbeit (Quelle: EFQM-Präsentation von Bosch 2013):

Das Handlungsfeld “Führung” wurde im Lauf der Zeit zu “Führung, Change und Enabling” erweitert und in diesem Rahmen Change-Methoden wie Community Management (s.a. Vortrag Corporate Community Management @ Bosch) und Working Out Loud (WOL, s.a. Blog Working Out Loud @ Bosch) eingesetzt. Die neuen Führungsprinzipien aus “We LEAD Bosch” bilden eine gute argumentative Basis für WOL, da doert alle Führungskräfte und Mitarbeiter adressiert werden. Im Zeitraum 2015 bis 09/2017 wurden bereits 185 interne WOL Circles absolviert, die interne WOL Community hat über 1.700 Mitglieder aus 38 Ländern und von 145 unterschiedlichen Standorten (Quelle: Twitter).

Jetzt hat Katharina Krentz, seit Beginn eine der Protagonistinnen von Enterprise 2.0, ein Interview mit Isabel De Clercq (Herausgeberin des Buchs Social Technologies in Business) gemacht, dass ich Euch allen wärmstens empfehle.

Meine Notizen zum Video mit Zeitmarken (Format: mm:ss):

  • 01:00: Erfolgsfaktoren von Bosch Connect, weltweit sind 60% der Nutzer aktiv.
  • 02:40: Wie wurde diese große Anzahl aktiver Nutzer erreicht?
  • 03:50: Support-Angebote im Team “Enabling Enterprise 2.0 @ Bosch” (Tool-Training, Community-based Working, Training Community Manager, Video Tutorials, User Tutorials, Wiki Pages, Call-the-Experts-Sessions, Open Chats).
  • 05:30: Die Bedeutung von Community Management und Community Managers, 4 verschiedene Trainings (Tool-Erklärung, 2-tägiges Training Tool und Theorie entlang des Community Lifecycle (s.a. Folien CCM @ Bosch DS, Folie 8), 10-wöchiger Blended Learning Kurs mit 10-15 Teilnehmenden durch einen Lerncoach geführt.
  • 10:50: Unterstützung durch das Top Management. Eine Person aus dem Vorstand ist verantwortlich für das Projektteam und das Thema. Für Working Out Loud ist ein anderer Vorstand aus dem Bereich Industrie der Sponsor.
  • 12:08: Unternehmensübergreifender Austausch und Teilnahme an Benchlearning-Projekten u.a. zusammen mit Daimler, Audi, Volkswagen, Deutsche Telekom, ZF Friedrichshafen, Siemens, Henkel, Deutsche Post DHL und Continental.
  • 15:45: Was sind die “Business Values” von Enterprise 2.0 für das Unternehmen? Beispiel WeChat in China: Profile mit Bildern, Kontakte, Vernetzung, Partizipation, Lernen, Feedback (beide Richtungen). Gleiche technologische Plattform ist Voraussetzung.
  • 19:25: Einsatz von Sozialen Medien in kleineren Organisationen. Abhängig davon, ob Personen zur gleichen Zeit am gleichen Ort arbeiten (Anm.: siehe hierzu auch die Raum-Zeit-Matrix aus dem Bereich CSCW).
  • 20:58: Die Rolle von Vertrauen für Enterprise 2.0. Offenheit und Vertrauen schon sehr lange in den Werten von Bosch verankert.
  • 23:05: Lessons Learned, Tipps & Tricks von Katharina: 1.) Trainiere Community Manager (der temporäre Praktikant kann das nicht!!!) 2.) Starte Working Out Loud sofort, es ist vermutlich der mächtigste Enabler (und durch die kostenlosen WOL Circle Guides der kostengünstigste) 3.) Bleibe neugierig und helfe den Menschen die Veränderungen zu bewältigen.

Tipp: wer nicht so lange Video schauen mag, kann sich mit youtube-dl auch eine Audio-Version des Videos für unterwegs herunterladen.

Am 13. September 2007 war es so weit, ich habe meinen ersten Tweet auf Twitter abgesetzt. Inhalt war ein Status Update mit der Information, dass ich gerade beim Bitkom im Arbeitskreis Wissensmanagement sitze. Seitdem habe ich 9.915 Tweets abgesetzt, folge 542 Personen und 2003 Personen folgen mir. Meine Tweets haben im 24-Stunden-Durchschnitt eine Reichweite von 2568 Impression.

Doch das sind nur Zahlen. Was hat mir Twitter gebracht und warum nutze ich es heute immer noch? Der Hauptgrund ist für mich: Lernen! Ich folge Menschen zu Themen und Wissensgebieten, die für meine Arbeit relevant sind. Die Twitter-Timeline wird so für mich zur perfekten personalisierten Fachzeitschrift. Natürlich kann man nicht alle Tweets und vor allem nicht alle verlinkten Artikel lesen (aber das schaffe ich bei meinen abonnierten Fachzeitschriften auch nicht). Es hat etwas Zeit und Energie gekostet zu akzeptieren, dass man dem Twitter-Lesen eine fixe “Timebox” geben muss, um sich nicht im Informationsstrom zu verlieren. Aber das habe ich mittlerweile ganz gut gemeistert.

Ein weiterer Grunde ist Working Out Loud. Ich bin vom Mindset sehr nah am Open Source Gedankengut und teile gerne möglichst viele meiner Gedanken und Inhalte. Auch hierfür ist Twitter das perfekte Werkzeug, weil sich Gedanken und Ideen meist gut in 140 Zeichen artikulieren und Inhalte in Blog, YouTube, Slideshare etc. auch sehr gut verteilen lassen. Dieses Publizieren ist über den Ansatz Lernen durch Lehren am Ende auch wieder meinem Persönlichen Wissensmanagement oder Lebenslangem Lernen zuzurechnen.

Ich möchte Twitter im Portfolio meiner Lernwerkzeuge nicht missen (hoffe an der Stelle, dass Twitter noch ein nachhaltiges Geschäftsmodell findet. Ein nächster Schritt für mich wird sein, mit Methoden aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Machine Learning meinen Twitter-Strom maschinell auszuwerten. Meine Vermutung ist, dass sich Trends, heiße Themen und relevante Inhalte gut automatisiert entdecken lassen und so ein Persönlicher Lernassistent entsteht, der mir Vorschläge machen und mich in meinem Lernprozess unterstützten kann.

Meine Erfahrungen mit Twitter habe ich für Einsteiger*innen in der Seite Twitter 101 in Copedia zusammengefasst. Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu wagen!

Die Woche vom 12.-16.10.2015 mit Festo im Corporate Learning 2.0 MOOC war die erste Woche, in der ich als Unternehmenspate seitens der Corporate Learning Alliance gemeinsam mit Renate Aheimer, Eva-Maria Bruch und Benjamin Schaich von Festo aktiv war. In der Woche davor war ich auf dem Corporate Learning Camp (#clc15) in Frankfurt, wo ich mich um die Technik zur  Live-Übertragung der MOOC-Woche mit ÖAMTC gekümmert habe (s.a. Planungsdokument Technik). Außerdem habe ich über das CLC ein paar Stimmen gesammelt und daraus eine neue Episode des Management 2.0 Podcasts zusammengeschnitten.

Auf die Woche mit Festo habe ich mich sehr gefreut, da ich im Kontext Wissensmanagement und Lernende Organisationen schon sehr lange mit den Kollegen zu habe. Ein paar Links für alle, die sich für diese Themen bei Festo interessieren:

Die Woche des MOOCs hatten wir didaktisch in zwei Hälften geteilt. In der ersten Wochenhälfte sollten die Teilnehmer das Programm ProFIT (Professional Festo Industry Segment Training) zur Ausbildung von Vertriebsingenieuren verstehen. Da es sich dabei um ein komplexes Thema handelt, haben wir neben den Materialien (Folien, Video, Podcast) ein Forum zum Sammeln von Fragen bereitgestellt und diese in einer 30-minütigen Sprechstunde am Dienstag beantwortet.

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Sprechstunde über Adobe Connect, kein Input, nur Fragen beantworten

Die zweite Wochenhälfte war als Ideenwettbewerb gestaltet. Für den fiktiven Lerner “Sam” sollten Ideen für informelle Lernoptionen entwickelt werden, die das formale Programm ProFIT ergänzen. Für die in einem separaten Forum geposteten Ideen wurde auch der Badge der Woche vergeben. Hierbei kamen erstaunliche 68(!) Ideen zusammen. Vielen Dank an alle Ideengeber an dieser Stelle! Als kleines Dankeschön erhalten alle einen Schlüsselanhänger von Festo, die drei erstplatzierten eine signierte Ausgabe des Buchs HR Innovation (für alle anderen: hier gibt es das Buch unter Creative Commons Lizenz frei zum Download :-)

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Alle Ideen haben wir aus dem Forum in eine Tabelle übertragen, um in der Jury bei der Bewertung besser damit arbeiten zu können. Falls jemand die Tabelle weiterverwenden möchte, stellen wir sie als Google Doc (zum Kommentieren freigegeben, gerne Hinweise, Links etc. eintragen), Word-Dokument und PDF-Dokument bereit.

In einer Jury-Sitzung haben Renate und Eva-Maria ihre Favoriten bestimmt. Kriterien für die Auswahl waren die Umsetzbarkeit in der Vertriebsorganisation, die Neuartigkeit sowie der Quick-Win-Charakter des Ansatzes. Hier die drei Erstplatzierten aus Sicht der Jury von Festo (Nummern in Klammern sind die Nummern in der Ideen-Tabelle):

  • 1. Platz: “Leuchtturm Projekt” von Tanja Willers (Nr. 29)
  • 2. Platz: “Location- and Tag-based Learning” von Adrian Weidmann (Nr. 65)
  • 3. Platz: “Link Battle” von Christine Knieriemer (Nr. 39)

Parallel hatten wir eine Doodle-Umfrage bereitgestellt, in der auch alle MOOC-TeilnehmerInnen ihre Ideen-Favoriten bestimmen konnten. Zum Zeitpunkt der Blog-Erstellung haben 33 Personen abgestimmt. Das waren die platzierten Ideen:

  • 1. Platz (9 Stimmen): Communities of Practice (Nr. 3), Mentoring (Nr. 17)
  • 2. Platz (8 Stimmen): Lernpartnerschaft (Nr. 2), Lerncommunities (Nr. 9), Corporate MOOC (Nr. 12), Corporate Barcamp (Nr. 26), Unternehmenskultur der Wertschätzung (Nr. 27), Raum geben (Nr. 41)
  • 3. Platz (7 Stimmen): Bildungsdatenbank (Nr. 8)

Die nächste MOOC Woche wird von Miele mit dem Thema “LMS vs. öffentliche Plattform bestritten”. Montag um 14:00 Uhr wird es eine Livesession zum Auftakt geben, der Wocheabschluss am Freitag wird ab 14:00 Uhr live vom HRM Corporate Learning Forum in Berlin gestream. Ich habe Karlheinz Pape diese Woche noch einen kleinen Crashkurs in Streamingtechnik gegeben und drücke die Daumen, dass vor Ort auch alles klappt!

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Karlheinz Pape beim Crashkurs Livestreaming

Anfang dieser Woche fiel der Startschuss für den Corporate Learning 2.0 MOOC (#cl20). Seit dem Management 2.0 MOOC ist das der erste öffentliche Online-Kurs an dessen Organisation ich über meine Mitgliedschaft in der Corporate Learning Alliance (CLA) beteiligt bin. Ziel der CLA ist dabei, das informelle Lernen in Unternehmen zu fördern.

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Ich erinnere mich noch an das CLA-Treffen am 7. Januar 2015 in Frankfurt am Main, bei dem wir u.a. über unsere Zielvorstellung bezüglich der Teilnehmerzahl gesprochen haben (“massive”). Beim MOOC Maker Course (#mmc13) hatte man sich darauf geeinigt, bei cMOOCs schon ab 150 TeilnehmerInnen von massiv zu sprechen. Das schien mir damals aber in Anbetracht der Bedeutung des Themas als zu “unsportlich”. Ich stellte das Ziel von 1.000 in den Raum und sah mich einiger Skepsis gegenüber. Um so zufriedener bin ich, dass wir einen Tag vor MOOC-Start knapp 900 Anmeldungen hatten und am Tag des Starts die Schallmauer von 1.000 durchbrochen haben. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die tatkräftig in der Kommunikation mitgewirkt haben.

In den kommenden Wochen wird jeweils ein Unternehmen seinen Corporate-Learning-2.0-Ansatz vorstellen und im Kurs besprechen. Im Kern sind alle Themenwochen gleich aufgebaut: jeweils samstags um 10:00 Uhr werden Materialien und und ein Forum auf der oncampus-Plattform bereitgestellt. Jeweils freitags gibt es von 13:00-14:00 Uhr eine Live-Session, die per Adobe Connect übertragen wird (connect.oncampus.de/cl20, Gastzugang verwenden). Als MOOC-Plattform verwenden wir das System mooin.oncampus.de der Fachhochschule Lübeck.

oncampus-plattformDie ersten Schritte auf mooin sind etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss verstehen, dass sich die Inhalte in einem Bereich der Navigation (das YouTube-artige Symbol) und das Diskussionsforum in einem anderen (die Sprechblasen) befindet. Die Navigation in den Inhalten ist zweigeteilt: mit dem Bilder-Karussell navigiert man zwischen den einzelnen Themenwochen, die Lektionen-Reiter stellen die Kapitel der jeweiligen Themenwochen dar. Als Nachteil empfinde ich, dass mooin mittlerweile gewohnt Social-Media-Funktionen wenig unterstützt (z.B. Vernetzung, soziale Funktionen, mobiler Zugriff). Es gibt Profile, aber man kann sich nicht vernetzen (folgen, “adden”, Freunde werden). In die Profile kann man Links zu Plattformen wie Twitter einfügen, das führt aber nicht zu Links oder Content Syndication. Es gibt kein Microblogging (Status-Updates, “Learning Out Loud”). Das Forum erinnert an klassische Discussion-Boards wie phpBB & Co. (keine tags, kein @mention, kein like, kein share, kein filtern der Beiträge etc.).  Allerdings gab es in der ersten Woche knapp 500 Beiträge im Forum, die Teilnehmer scheinen also mit der Plattform zurecht zu kommen. Mir liegen die gewohnten digitalen Medien mehr, weshalb meine Kommunikation zum MOOC hauptsächlich auf Twitter und in der Facebook-Gruppe zum MOOC stattfindet. Zusätzlich habe ich mir zur Übersicht in unserem Wiki eine Seite mit den wichtigsten Infos und Links angelegt.

adobe-connect

Zur Unterstützung von Live-Sessions wird Adobe Connect eingesetzt (Achtung: Adobe verwendet Flash, ist in vielen Unternehmen untersagt, in diesen Fällen die App verwenden). Die Live-Sessions werden aufgezeichnet und hinterher im Kursbereich zum zeitsouveränen Ansehen bereitgestellt. Neben ein paar kleinen Wackeligkeiten (Tonaussetzer, Video bleibt stehen, Referenten sind nicht zu sehen sprechen aber) funktioniert das ganz gut. In der Benutzeroberfläche kann man links die eingewählten Teilnehmer sehen (Eröffnung: 260, Freitag: 113), in der Mitte die Live-Videos der Referenten und rechts den Chat. Twitter ist nicht integriert, in der Nürnberger Lerngruppe haben wir uns mit einer zusätzlichen Twitter-Wall auf Tweetwally beholfen (s.o.).

Exkurs zur synchronen Kommunikation: gemeinsam mit Harald Schirmer habe ich beschlossen, zusätzlich eine wöchentliche Live-Session anzubieten, in der wir mit Gästen gemeinsam die Ereignisse im MOOC besprechen. Im Rahmen der Vorbereitung zum International Podcast Day bin ich auf die Plattform blab.im gestoßen, die wir dafür einsetzen (Woche 1, Woche 2). Dazu später mehr.

Inhaltlich wurde die erste Themenwoche von DB Training (einer Tochter der Deutschen Bahn AG mit ca. 1000 Mitarbeitern) und deren Projekt “Next Education” bestritten. Es gab unter Moderation von CLA-Mitglied Prof. Werner Sauter eine Diskussion zwischen Prof. Rolf Arnold (Berufs- und Erwachsenenpädagogik,. TU Kaiserslautern) und Prof. John Erpenbeck (Kompetenzmanagement, Steinbeis Uni), die Präsentation einer Zielgruppenanalyse, die Erläuterung theoretischer Konzepte (Ermöglichungsdidaktik, Pädagogische Professionalisierung) sowie die Darlegung von vier abgeleiteten Lernarrangements (E-Learning, Blended Learning, Social Blended Learning und Social Workplace Learning). Zwei Fragen sind bei mir nach der ersten Themenwoche offen geblieben:

  1. Konkrete Maßnahmen: was sind die genauen Maßnahmen, die in der Deutschen Bahn auf Basis des Projekts “Next Education” jetzt umgesetzt werden? Eine konkrete Roadmap und ein Budget 2016 gibt es nach Aussage des Programm-Leiters Andreas Eckelt in der Live-Session noch nicht.
  2. Soziale Medien: obwohl im Projekt die Begriffe “Social Blended Learning” und “Social Workplace Learning” verwendet werden, taucht der Einsatz Sozialer Medien (Soziale Netzwerke, Wikis, Blogs & Co.) in der Themenwoche nicht auf. Gerade bei der vom Projekt bevorzugten iterativen Vorgehensweise mit Prototypen und schnellen Lernschleifen würde sich das doch anbieten?

Zu dem zweiten Punkt habe ich Freitag Nachmittag noch ein bisschen recherchiert: bei der Deutschen Bahn gibt es eine konzernweite Digitalisierungsoffensive mit über 150 Einzelprojekten (s.a. Digitale Revolution bei der Deutschen Bahn). Aus den DB Innovationslaboren kam die “Innovations-Initiative 4.0” mit den Unterthemen Mobilität 4.0, Logistik 4.0, Infrastruktur 4.0, Produktion 4.0, IT 4.0 und Arbeitswelten 4.0 (s.a. Digitalisierung gibt den Takt vor). Innerhalb von Arbeitswelten 4.0 hat die Deutsche Bahn bereits im Frühsommer 2015 ein Social Intranet mit dem Namen “DB Together” gestartet. Zur Vorstellung von DB Together wurden drei ziemlich schicke Videos frei zugänglich auf YouTube bereitgestellt (Video 1, Video 2, Video 3).

Verantwortlich scheint die Unternehmenskommunikation der Deutschen Bahn zu sein, in den Videos erscheinen Jens Appelt (Leiter Multimedia-Kommunikation DB-Konzern, derappelt.de) und Antje Neubauer (Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern). Wissensteilung und Zugriff auf Expertise von Kollegen werden in den Videos thematisiert. Ich werde mal versuchen, Hr. Appelt und Fr. Neubauer in den #cl20 Blab am Montag 25.09. (16:30 Uhr, ca. 30 Minuten) einzuladen, vielleicht können wir da zusätzlich noch etwas über Möglichkeiten und Ziele des sozialen Intranets der Deutschen Bahn lernen.

Meine Notizen zum Vortrag von Klaus Ahrweiler (BMW) auf dem 31. Internationalen Projektmanagement Forum 2014 in Nürnberg.
  • Vergleich Kodak Filmrolle vs. SD Karte (1990: 100% analog, 2000: 99% analog, 2010: 1% analog).
  • Aktienkurse Kodak, Apple und Nokia im Vergleich.
  • Beschäftigung mit globalen Megatrends führte zu der Erkenntnis, dass Senkung der CO2-Emissionen das wichtigste Einzelthema ist (Beispiel Luftqualität-App in Peking).
  • Innovation in vielen Feldern ist notwendig: Neue Fahrzeugkonzepte, Antriebskonzepte, Produktionswege, Materialien, Dienstleistungen, Designsprache, Kunden, Marken etc.
  • Kleines autarkes Projektteam startete im 2. Stock in Halle 81 damit, Minis und 1er umzubauen (Mini E, BMW Active E).
  • Erste Reaktionen in der Organisation “Da kommt Jugend forscht” oder “Die E-Spinner” :-)
  • Bei den i-Modellen ging es nicht darum, ein neues Auto auf den Markt zu bringen, sondern ein neues Geschäftsfeld aufzubauen.
  • Kerneigenleisrungsstrategie: es wird definiert, in welchen Feldern man sich vom Wettbewerb unterscheiden will. Diese werden nicht herausgegeben, sondern selber gemacht. Im i-Projekt waren das der Elektromotor und die Hochvolt Lithium-Ionen Batterie (Vorteil: “Wir wissen genau, was die kann”).
  • Ergänzende Mobilitätsdienstleistungen waren notwendig, z.B. Ladekabel, Wallbox, Remote App, Ladestation in Navi, Charge Now Karte, Naturstrom, Solar Concepts, Add-On Mobility.
  • Live-Drive-Architektur (50% leichter als Stahl, 30% leichter als Alu, längere Lebensdauer als Stahl, optimale Sicherheit).
  • Kernkompetenz Carbon-Herstellung mit Prozess über Japan, USA und Deutschland. BMW benötigt 13,5% der Weltmarktproduktion von Carbon, daher Kerneigenleistung.
  • Produktion der i-Modelle in Leipzig setzt in Bezug auf Nachhaltigkeit Benchmark in der Automobilindustrie (Wiederverwendung Carbon-Verschnitt im Dach, PET-Flaschen für Sitzbezüge, kaum behandeltes Eukalyptus-Holz für Amarturen).
  • Markenspreizung “i” nach Vorbild von McDonalds (McCafe) und Boss (Boss Elements).
  • In der Kommunikation wurden zunächst nur Menschen, dann Menschen und Materialien und erst dann Fahrzeuge gezeigt.

 

Im Rahmen des Audi Kolloquiums hat Prof. Koch vom Lehrstuhl für Kooperationssysteme der UniBW München heute einen Vortrag mit dem Titel “Enterprise 2.0 – Schaffung und Nutzung von Freiräumen für Mitarbeitern” gehalten. Das passt zum Startschuss der internen sozialen Medien, der diese Woche bei Audi gegeben wurde (siehe hierzu auch Vorstellung des Buchs “Erfolg im Digitalen Zeitalter” mit Audi-Vorstand Rupert Stadler als Mitherausgeber im Audi Blog).

Die aus meiner Sicht wichtigsten Aussagen waren:

  • Bei Enterprise 2.0 geht es um den Einsatz moderner IT zur Unterstützung von Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Beteiligung, Tranzparenz, Selbstorganisation und (persönlicher) Nutzen sind die wichtigsten Konzepte des Web 2.0
  • Vergleich Yammer als soziales Intranet bei Four Leaf mit Facebook zeigt, dass die Metapher “Facebook im Unternehmen” greift
  • Zitat Peter Drucker: “You can't manage knowledge. Knowledge is between two ears, and only between two ears.”
  • Zitat John Hagel, John Seely Brown: ” Knowledge is moving from stocks to flows.” (Buchtipp: The Power of Pull)
  • Paradigmenwechsel: von Informationshierarchien zu Informationsnetzwerken. Störende Informationshierarchien (bei Informationsweitergabe) können beseitigt werden, Entscheidungshierarchien müssen erhalten bleiben
  • Zitat Mike Riversdale: “Enterprise 2.0 is the application of the Web 2.0 technology and mindset within an organization.” (E20 New Zealand Style)
  • Wichtiger Vorteil von Enterprise 2.0 ist der “long tail” von Informationen (Chris Anderson: The Long Tail, vorsicht, deutsche Übersetzung evtl. irreführend :-)
  • Studie zur Nutzung der Kommunikationsmedien im Arbeitsalltag: E-Mail (98%), Instant Messaging (46%), DMS (44%)
  • Änderungen für das Management: mehr “Enabler” als “Gatekeeper
  • Grafik “Was macht Wissensarbeiter produktiv”: Quelle Oscar Berg, thecontenteconomy recherchieren
  • BITKOM-Studie: 62% arbeiten zumindest hin und wieder von zu Hause aus, 79% nutzen mobile Geräte für die Arbeit
  • Vergleich Clay Shirky (Cognitive Surplus) Zeitaufwand für Fernsehen vs. Gesamtdauer für die Erstellung der Wikipedia (USA)
  • Bring Your Own Device (BYOD), Bring Your Own Servie (BYOS): 35% nutzen private Notebooks, 50% nutzen private Handys/Smartphones (Quelle: BITKOM)

Hinweis für Audi MitarbeiterInnen: der Vortrag wurde aufgezeichnet und wird in der Community “Zusammenarbeit 2.0” bereitgestellt.

 

Notizen zum Vortrag auf der KnowTech 2013.

  • Referent: Jochen Pfender (“start small but start!”, “eine Gruppe in einem Netzwerk ist noch keine Community”)
  • Ziel: “Mitarbeiter helfen Mitarbeiter”
  • Telekom Social Network auf Basis von Jive seit Februar 2012
  • Im strategischen Zielbild Social Media Business@TDG steht der “Kunde als zentraler Bestandteil der Aktivitäten”.
  • Vorläufer des TSN waren Blog-Platform, PeopleNet, Wiki-Platform (Insellösungen) wurden durch TSN abgelöst
  • Telekom Social Network
    • 70.000 registrierte Nutzer, davon ca. 10% aktiv
    • 83.900 Beiträge (36.000 Dokumente, 11.300 Diskussionen, 13.400 Kommentare auf Dokumente)
    • 75% der Gruppen sind geschlossen, mehr Öffnung ist gewünscht
  • Community Building (Stärkung Cross-funktionales Zusammenarbeiten)
    • Pilot-Communities: Marketing Deutschland, Programm Social Media Business (Organisationsstruktur siehe unten), Kundenservice, CRM, Sekretariate (wichtige Zielgruppe, da nach oben und nach unten sehr gut vernetzte)
    • Community Manager werden durch Community Manager Schulungen und eine Community Manager Gruppe “Social Business Live!” unterstützt
    • Erfahrung: Community Building läuft schleppend (viel Überzeugungsarbeit durch f2f-Termine)
    • Erfahrung: Rolle des Community Managers auf der Fachseite ist nötig, um Aktivität aufrecht zu erhalten
    • Erfahrung: Community Manager sollte sich der Unterstützung durch Multiplikatoren versichern, um nicht alles alleine machen zu müssen
  • Aufbau eines Botschafter Programms wurde in 09/2013 gestartet
    • Ziel ist, Aktivität im TSN zu erhöhen
    • Eine Botschafter Community wird etabliert (Gamification-Ansatz: Aktivität wird durch Aufgaben-Set gestaltet)
    • Botschafter Kick-off Event zur Information und Motivation
    • Erfahrung: nicht Social Media benötigt den Kulturwandel, sondern: Kulturwandel ergibt sich durch die Überzeugungsarbeit von vielen intrinsisch motivierten KollegInnen und die Anwendung von konkreten Use Cases
    • Erfahrung: spezielle Herausforderung im Konzern: “den Silo zu managen”
  • Mit Reverse Mentoring werden Manager begleitet
  • 2013 wurden Initiativen gestartet (Test&Learn), die 2014 ausgebaut und in der Organisaiton verankert werden müssen (Establish)