Dieser Post ist der Auftakt einer ganzen Postreihe in der wir anhand eines einheitlichen Steckbriefes unterschiedliche Wiki Fallbeispiele skizzieren. Den Anfang macht das Fallbeispiel der SFS Services AG:

Unternehmen SFS Services AG
Branche IT Services
Abteilung Technology & Operations (interne IT)
Nutzerzahl 80
Ausgangssituation
  • Heterogene Informationslandschaft – Dokumente wurden an unterschiedlichsten Stellen dokumentiert (Datenbanken, Office Dateien, Ordner etc.)
  • Das Auffinden von relevanten Informationen wurde als sehr aufwändig angesehen.
Anwendungsfall
  • Einheitliches Dokumentationssystem für Handbücher, Checklisten, Aufgaben und Kontrollberichte
  • Suchfunktion zum Auffinden relevanter Informationen
Ergebnis
  • Hohe Nutzerakzeptanz
  • Wiki Nutzung fest in bestehende Arbeitsprozesse integriert (täglich Bearbeitung von Kontrollberichten im Wiki)
  • Ausweitung auf weitere Abteilungen geplant
Weiterführende Informationen Fallstudie + Interview Videos

Am vergangenen Freitag fand bundesweit der Deutsche Weiterbildungstag mit insgesamt über 500 Veranstaltungen statt. Wir hatten kurzfristig in die Cogneon Akademie zum Weiterbildungsfrühstück eingeladen.

Einer der Teilnehmer kam aus dem Nürnberger Nachhaltikeitsprojekt "Stadtgarten" der Bluepingu e.V. Im Verlauf des Frühstücks erzählte er, dass es im Stadtgarten gewisse Herausforderungen in Bezug auf Wissensmanagement gibt:

  • Im Stadtgarten arbeitet ein professioneller Gärtner (Experte) in Teilzeit und viele Freiwillige, die vom Gärtnern mehr oder weniger viel verstehen (Laien)
  • Es gibt drei Zeiträume pro Woche, in denen im Stadtgarten für mehrere Stunden gearbeitet wird. Zu diesen Zeiten sind aber nicht immer alle Aktiven anwesend (Problem Asynchronität)
  • Der Gärtner erklärt den Aktiven viel, es gibt aber keine oder kaum Dokumentation so dass zu befürchten ist, dass viel Wissen verloren geht (Problem Wissensdokumentation)
  • Über ganz Deutschland hinweg gibt es über 150 Stadtgärten, aber keine gemeinsame Austauschplattform

Bei dem Frühstück haben wir nur kurz über mögliche Lösungsansätze gesprochen. Im Nachhinein habe ich mir aber einige Gedanken gemacht, in wie weit sich ein Wissensmanagement-Ansatz in einem Unternehmen von dem in einem Stadtgarten unterscheiden würde und der Unterscheid ist meiner Meinung nach gar nicht so groß.

Es gibt einen oder mehere Experten mit tiefem Fachwissen und Laien (oder Semi-Experten), zu denen ein Wissenstransfer stattfinden soll. Die Wissenskommunikation findet natürlich am besten von Angesicht zu Angesicht (gleicher Ort, gleiche Zeit) direkt im Stadtgarten (wg. Kontext-gebundenheit von Wissen) statt. Da bestimmtes Wissen persistent dokumentiert werden soll, braucht es zusätzlich einen Mechanismus der Wissensdokumentation. Da viele Themen im Stadtgarten miteinander vernetzt sind (z.B. Aufgabe, Jahreszeit, Pflanzenart) könnte sich hierfür ein Wiki eignen. Neben der textuellen Beschreibung könnten dort Tätigkeiten anschaulich auch per Video erläutert werden (Gärtner erklärt einmal, Laien können beliebig oft ansehen). Bei einem der nächsten Dienstagstreffen des Stadtgarten-Teams werden wir mal über folgende Lösungsansätze sprechen:

  1. Erstellung einer Wissenslandkarte, um alle wichtigen Themen des Stadtgartens auf einen Blick visualisieren zu können (z.B. Pflanzen, Jahreskalender, Aufgabenliste, Aufgabenbeschreibungen, Dünger, Tipps&Tricks)
  2. Verwendung eines Wikis (evtl. zunächst Nürnberg, später für alle Stadtgärten in DE?) zur Wissensdokumentation
  3. Verwendung von eigenen Smartphones (Bring-Your-Own-Device, BYOD), um Video-Tutorials zum Stadtgarten zu erstellen, auf eine Video-Plattform zu laden und ins Wiki einzubinden
  4. Einsatz eines sozialen Netzwerks (vom Computer oder Smartphone), damit sich die Stadtgarten-Aktivisten flexibel austauschen können

Heute bin ich auf dem IBM JamCamp in Frankfurt eingeladen, über das Thema Wissensmanagement und Enterprise 2.0 zu sprechen. Ich werde dafür das brandneue GfWM Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0 als Grundlage verwenden. Hier die Präsentation:

GfWM Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0 View more presentations from Simon Dückert

Darüber hinaus möchte ich einige meiner Notizen zu den anderen Vorträgen hier teilen.

How Social Networking drives Information and Knowledge Management at Bayer

  • Referent: Kurt De Ruwe (CIO, Bayer MaterialScience AG)
  • Ausgangssituation: 1.) verschiedene Teams haben weltweit verteilt an den gleichen Problemen gearbeitet 2.) Alternde Belegschaft (35% des Teams gehen in den nächsten 10 Jahren in Ruhestand.
  • Zunächst gab es einen Pilot mit 2000 Nutzern auf Yammer. Es gab eine große Diskussion, ob SharePoint oder Connections als Produkt eingesetzt werden soll. Ergebnis war, Connections, weil SharePoint eher ein Baukasten ist und viel Arbeit bis zum produktiven Einsatz benötigt.
  • IT-Infrastruktur besteht aus Connections, SharePoint und Dokumentum.
  • Pilot mit IBM Connections 2.5 out of the box (nur Single Sign On). Zwei Piloten mit Forschung und Entwicklung und Organisation und Information, zunächst keine Schulung, später Connections-Training eingebettet in Rollout von MS Office (über 2 Jahre von 100 Teilnehmer auf über 7.000).
  • Ungefähr 60% der bestehenden Communities ist geschlossen. Trotzdem ist zu erkennen, dass Wissensaustausch über Abteilungsgrenzen und Regionen hinweg stattfindet.
  • In einigen Monaten wird Connections von einem Geschäftsbereich mit 15.000 auf alle Bayer Mitarbeiter ausgeweitet (115.000).
  • “People think in directories” :-) Der neue Weg heißt Tags! Stand heute gibt es in Connections 8000 Tags, ist kein Selbstläufer.
  • Connections soll als “Expert Finder” eingesetzt werden.
  • “Senior management is reading but not acting (yet)”.
  • Die Abteilung Unternehmenskommunikation leistet aktuell am meisten Wiederstand.

Social Business and Social CRM

  • Referent: Tom Schuster (General Manager SugarCRM)
  • Old-World- (sternförmig) vs. New-World-CRM (jeder redet mit jedem)
  • Gedanklick mit dem Kunden und nicht mit dem Prozess anfangen. Kundenakquise, –pflege und Wachstum ist das Ziel von CRM.
  • SocialCRM ist kein Ersatz, sondern eine Erweiterung von klassischem CRM.
  • Ca. 70% von CRM-Projekten sind nicht erfolgreich, Hauptgrund ist die Benutzerakzeptanz. Schlüsselfaktor für den Erfolg ist “Simplicity” (intuitiv, offen, flexibel).
  • Komponenten eines SocialCRM: Conferencing, Clout, Collaboration and Community.
  • Fallbeispiel: Hillel (Studentenorganisation) hat Facebook als Eingabeinterface für das CRM.

connect.BASF – Einführung eines internen Online Business Networks

  • Referentin: Cordelia Krooß (BASF)
  • Kampagne zum Start: Brief vom Vorstandssponsor an die oberen Führungskräfte, E-Mail-Kampagne mit zwei E-Mails an alle Mitarbeiter im Abstand einer Woche (1. Mail zur Vorbereitung, 2. Mail mit Link zur Intranetseite mit Zugangsbeschreibung und Videos), Nutzung aller Online und Offline-Medien (Print, Newsletter etc.).
  • Nutzer-Evolution: 05/2010 Start, 01/2011 ca. 17.000 Nutzer, 10/2011 ca. 27.000 Nutzer.
  • Über 2000 Communities, 50% sind Mitglieder, jeder, der möchte, kann eine Community gründen. Community-Typen sind Experten/Professions zum Wissensaustausch, Personal Networks (z.B. Women in Business, Buchclub), Initiativen und Organisationseinheiten zur interaktiven Kommunikation nach außen, Projektteams und Arbeitsgruppen. Communities können ganz offen, Zutritt per Klick oder moderiert/geschlossen sein.
  • Alle Inhalte sind Englisch, damit alle verstehen, worüber gesprochen wird.
  • Der Betriebsrat war von der Konzeptionsphase an eingebunden.
  • Aus dem Management gibt es einen aktiven Video-Blogger, eine Veranstaltung zum Thema wie kann “Führung in connect.BASF” aussehen.
  • Erfolgsfaktoren:
    • Neben einem Einführungsprojekt muss eine Organisation hinter dem Business Network stehen (ein Mentor aus dem Board, zwei hauptberufliche Community Manager, Community Builder (=Koordinatoren), Advocates, die die Plattform in ihrer Organisationseinheit promoten.
    • Freiwilliger Charakter (opt-in).
    • Sichtbare Unterstützung des Top-Managements.
    • “Face-to-face events foster adoption”.
    • Kommunikation von Vorteilen und Erfolgsgeschichten (z.B. mit Kurzvideos)
  • Best-Practice-Beispiele: 1. Mitarbeiter erhält Studie zu Marktforschung durch Post auf Microblog; 2. Projekt dokumentiert sich in einer virtuellen Gruppe selber (kritischer Projektschritt konnte um 25% verkürzt werden) 3. Community “Origami Cranes for Hope” für die Mitarbeiter in Japan als Unterstützung nach dem Tsunami.
  • In der nächsten Version der Plattform wird es Ober-/Untercommunities geben.

Die Videos des Vortrags von James Alexander (USDA/FSIS) zeigen den dort angewendeten Ansatz der Wissensbewahrung.

Inspiriert von der internationalen Coworking-Bewegung und der ganz konkreten Coworking-Initiative in der Metropolregion Nürnberg machen wir morgen ein Experiment: ein “Kunden-Coworking”. Ein Kunde von uns möchte sich in das Thema “Lernende Organisation” einarbeiten zu dem wir seit mittlerweile 10 Jahren beraten und vermutlich das meiste an Literatur und Quellen haben, was zu diesem Thema existiert. Wir machen also ein Coworking bei uns vor Ort. Er bekommt einen Schreibtisch, Internet- und Bibliothekszugang und wir können uns bei Bedarf austauschen, beim Mittagessen informell sprechen und bei einem Kaffee auf unserer Dachterasse kreativ sein.

Als Quellen stellen wir u.a. bereit:

Dieser Blog-Beitrag wurde von der ehemaligen Nutzerin kerstin.buecher erstellt.

Die fünf Sieger des Spitzencluster-Wettbewerbs des BMBF stehen fest. Heute wurden sie von Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Berlin bekannt gegeben.

Das regionale Cluster Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Erich R. Reinhardt gehört zu den Gewinnern. Die Cluster, die jetzt mit Unterstützung in Millionenhöhe rechnen können, sind damit:

Mehr Infos beim BMBF unter http://www.bmbf.bund.de/press/2770.php

Dieser Blog-Beitrag wurde von der ehemaligen Nutzerin kerstin.buecher erstellt.

Im Rahmen des Cogneon Knowledge Jams am 03.12.2009 mit dem Thema Lessons Learned und Lernende Organisation berichteten mehrere Unternehmen (u.a. Detecon,  reinisch, Continental, Brose, SZST) von ihren Erfahrungen. Christoph Hechler stellte dabei den Lessons Learned Ansatz der Continental AG vor, über den er am Abend auch beim GfWM-Stammtisch Metropolregion Nürnberg berichtete:

Lessons-Learned-bei-Continental

 

Vortrag von Bernd Vellgut beim BITKOM KEM Treffen am 26.04.2006 in Bad Homburg. Meine Notizen:

  • Branche: Softwareentwicklung
  • Anzahl Mitarbeiter: 65.000
  • Produktlebenszyklus: 3-4 Jahre -> erfordert Innovationen
  • Innovationsreife = “Readiness” (technical, sales, support)
  • Alle Mitarbeiter müssen kontinuierlich Vorträge über eigene Produkte halten (vom Entwickler bis zum Vorstand, Anzahl interner Präsentationen teilweise in den Zielvereinbarungen)
  • Wissensweitergabe als Bestandteil der Zielvereinbarungen
  • Viele Tools als Self-Service-Angebot (z.B. Webcasts, Collaboration-Rooms, Verteilerlisten) ergänzt um Präsenzveranstaltungen (z.B. Quotas für Teilnahme)
  • Zentralität in Redmond ist Strategie
  • Terminologie: Content Design and Delivery Group (Taxonomie-Tabellen, 25-sprachig, Content hauptsächlich englisch, Dublin Core, XML-Dokumente, Tools zur Verschlagwortung von Dokumenten)
  • IT-Landschaft (seit 2003 von 100 Standorten, die IT gehostet haben, auf 4 reduziert)
    • 92700 Nutzer in 83 Ländern
    • 11000000 remote Verbindungen pro Monat
    • 300000 PCs und Devices (PDA etc.)
    • 104000 E-Mail Accounts
    • 1 SAP-Single-Instance (1,8 TB)
    • 156906 SharePoint-Sites (4,4 TB)
    • 14000000 Telefonanrufe pro Monat
    • 3000000 interne E-Mails
    • 10000000 externe E-Mails (davon 8500000 geblockt)
    • 187 Managed PBX-Systeme (Private Branch Exchange)
  • Knowledge Management und Communities (die meisten Applikationen können per “Self-Service” eingerichtet werden)
    • SharePoint
    • Integrated Collaborative Environment (ICE) (IDC ICE-Report)
    • TSP-Portal
    • Solutionsportal
    • AcademyLive (Webcast, Speechserver 2007)
    • Voyager (e-Learning, Learning Management System, sah sehr Moodle-ähnlich)
    • Skills (Expert location)
    • Best Practices
    • AutoGroup (E-Mail-Verteiler, gute Auswertungsmöglichkeit)
  • Jeder Mitarbeiter kann eigenen Weblog nach intern und/oder extern machen (s.a. MSDN Blogs)