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Projektmanager als Brückenbauer in vernetzten Welten (PM Forum 2014)

Frau Prof. Doris Weßels von der FH Kiel hat auf dem PM Forum 2014 in Nürnberg einen Vortrag mit dem Titel “Projektmanager als Brückenbauer in vernetzten Welten” gehalten. Im folgenden meine Notizen zum Vortrag.
  • Entwicklung Wissensgesellschaft (60er Jahre), Informationsgesellschaft (70er Jahre), Netzwerkgesellschaft (ab 2000).
  • Situationsanalyse: vom I-, über den T- zum X-Shaped Manager.
  • Walter Benjamin (deutscher Philosoph): “Wann immer sich die Medien ändern, ändert sich die Gesellschaft”.
  • Sven Gabor Janzsky über die Arbeitswelt 2020: Kunden werden zu Vertrauten, Experten zu elektronischen Assistenten, Produkte adaptiv, Mitarbeiter zu Projektarbeitern, Unternehmen zu fluiden Netzwerken und Führung zu Moderation.
  • Deutsche Bank Research (2007): Gesellschaft und Wirtschaft – Strukturwandel bis 2020, kooperative Netzwerkstrukturen (in und zwischen Organisationen) = intraorganisationale Netzwerke.
  • Strukturwandel in Organisationen: 1.) statische, hierarchische Struktur 2.) Projekte neben der Linienorganisation (Matrix) 3.) Projekte als dominierende Organisationsform, fluide Organisation als Knotenpunkt intraorganisationaler Netzwerke.
  • Wandel der Führung: Paradigmenwechsel (Kruse 2013) mit Qualitätsfalle, Machtverlagerung und Kernschmelze der strukturellen Grenzen (s.a. forum-gute-fuehrung.de). Moderne Führungskräfte sind Partner, Impulsgeber in Netzwerken und Coaches.
  • Quelle Führungskräftenefragung 2014 mit über 350 Führungskräften.
  • T-Shaped Manager (Breite und Tiefe der Skills) vs. X-Shaped Manager (Vernetzung, Beziehungsstärke, Cross-Disziplinäres Denken und Handeln, Mut und Offenheit für Neues, intraorganisationaler Brückenbauer, Fähigkeit zu Selbstorganisation und -Selbstreflexion, hohe Widerstandskraft und Belastbarkeit (Resilienz), Führung als Kunst loszulassen).
  • Von diesen Managern müssen Brücken zwischen Organisationen, Kulturen, Fachdisziplinen, Rollen und Generationen gebaut werden.
  • Systemdenken aus der Fünften Disziplin nach Peter Senge (s.a. Lernende Organisation) als Kerndisziplin für X-Shaped Manager.
  • Abschließende These: Nocht nur Organisationen werden zunehmend “fluider”, auch unsere bisherigen Managementausrichtungen verschmelzen immer stärker (z.B. Wissensmanager, Innovationsmanager, Projektmanager).

 

 

Der Weg von der Projektidee zur Markteinführung des BMW i3 (PM Forum 2014)

Meine Notizen zum Vortrag von Klaus Ahrweiler (BMW) auf dem 31. Internationalen Projektmanagement Forum 2014 in Nürnberg.
  • Vergleich Kodak Filmrolle vs. SD Karte (1990: 100% analog, 2000: 99% analog, 2010: 1% analog).
  • Aktienkurse Kodak, Apple und Nokia im Vergleich.
  • Beschäftigung mit globalen Megatrends führte zu der Erkenntnis, dass Senkung der CO2-Emissionen das wichtigste Einzelthema ist (Beispiel Luftqualität-App in Peking).
  • Innovation in vielen Feldern ist notwendig: Neue Fahrzeugkonzepte, Antriebskonzepte, Produktionswege, Materialien, Dienstleistungen, Designsprache, Kunden, Marken etc.
  • Kleines autarkes Projektteam startete im 2. Stock in Halle 81 damit, Minis und 1er umzubauen (Mini E, BMW Active E).
  • Erste Reaktionen in der Organisation “Da kommt Jugend forscht” oder “Die E-Spinner” :-)
  • Bei den i-Modellen ging es nicht darum, ein neues Auto auf den Markt zu bringen, sondern ein neues Geschäftsfeld aufzubauen.
  • Kerneigenleisrungsstrategie: es wird definiert, in welchen Feldern man sich vom Wettbewerb unterscheiden will. Diese werden nicht herausgegeben, sondern selber gemacht. Im i-Projekt waren das der Elektromotor und die Hochvolt Lithium-Ionen Batterie (Vorteil: “Wir wissen genau, was die kann”).
  • Ergänzende Mobilitätsdienstleistungen waren notwendig, z.B. Ladekabel, Wallbox, Remote App, Ladestation in Navi, Charge Now Karte, Naturstrom, Solar Concepts, Add-On Mobility.
  • Live-Drive-Architektur (50% leichter als Stahl, 30% leichter als Alu, längere Lebensdauer als Stahl, optimale Sicherheit).
  • Kernkompetenz Carbon-Herstellung mit Prozess über Japan, USA und Deutschland. BMW benötigt 13,5% der Weltmarktproduktion von Carbon, daher Kerneigenleistung.
  • Produktion der i-Modelle in Leipzig setzt in Bezug auf Nachhaltigkeit Benchmark in der Automobilindustrie (Wiederverwendung Carbon-Verschnitt im Dach, PET-Flaschen für Sitzbezüge, kaum behandeltes Eukalyptus-Holz für Amarturen).
  • Markenspreizung “i” nach Vorbild von McDonalds (McCafe) und Boss (Boss Elements).
  • In der Kommunikation wurden zunächst nur Menschen, dann Menschen und Materialien und erst dann Fahrzeuge gezeigt.

 

PM-Forum 2014 – meine Vortragsauswahl

Morgen und übermorgen findet das 31. internationale Projektmanagement Forum (#pmf14) der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) in Nürnberg statt. Dort werde ich mit Martin Binder von Audi einen Vortrag zu Projektmanagement mit sozialen Medien halten.
Jetzt am Wochenende habe ich mich mal hingesetzt und mir aus dem Programm (PDF) die Vorträge ausgesucht, die ich mir anhören möchte:
  • Klaus Ahrweiler (BMW): BMW i – Mobilität und Automobilbau neu gedacht. Der Weg von der Projektidee 2008 bis zur Markteinführung des BMW i3 2013.
  • Prof. Doris Weßels (FH Kiel): Projektmanager als Brückenbauer in vernetzten Welten. Mit Blick auf die Megatrends der Arbeitswelt der Zukunft werden das Zukunftsbild des Projektmanagements und das Anforderungsprofil des Projektmanagers vorgestellt.
  • Boris Gloger: Selbstorganisation braucht Führung – wie managed man agile? Dieser Vortrag räumt mit der Legende auf, eine agile Organisation braucht kein Management. Die agile Organisation braucht sogar viel stärkere Manager!
  • Prof. Ayelt Komus (Hochschule Koblenz): GPM Studie Status Quo Agile 2014 – Agiles und klassisches Projektmanagement – miteinander statt gegeneinander.
  • Lothar Becker, Thomas Röllecke: Social Project Management – Wie soziale Medien Projektmanagement effizienter machen können. Der Vortrag beleuchtet Herausforderungen und beschreibt Lösungsansätze des Einsatz von sozialen Medien im Projektmanagement.

Boris und Prof. Komus haben mir erlaubt, ihre Vorträge auf Video aufzunehmen. Diese werden wir zeitnah in der Community und in der Speaker Series auf YouTube bereitstellen.

 

 

Episoden

M2P013 14 Jahre Wissensmanagement bei Schaeffler

In dieser Episode des Podcast spreche ich mit Paul Seren, der in den vergangenen 14 Jahren das Wissensmanagement in dem Maschinenbau-Unternehmen Schaeffler in Herzogenaurach aufgebaut hat.

Vorstellung Paul Seren / Geschäftsleitung COI / Ausgangspunkt 1999: IT und Informationsverteilung / Wissen ist mehr als Dokumente / Abteilungen für Wissensmanagement und Innovationsmanagement / Erster Schwerpunkt: Intranet / Inhalte und(!) Personen finden / Ansprechpartnersuche und Expertise Location / Schwarzes Brett als “Aktivitätenstrom” auf der Startseite / Beteiligung von mittlerem und Top-Management / Communities of Practice (CoP) bei Schaeffler: Networks of Competence (s.a Wissensmanagement in der Schaeffler Gruppe, S. 15ff.) / Aktuell ca. 150 NoCs/ Vorsitzender der Geschäftsleitung als Treiber / Integration von Wissen in die Bewertungskriterien der Mitarbeiter (Wissen weitergeben, aufnehmen und Freiraum geben) / Integration Wissensmanagement in Management-Trainings / Demografischer Wandel / Expert Debriefing bei Schaeffler 2004-2005 (s.a. Wissenstransfer und organisationales Lernen mit Expert Debriefing und Wikis) / Terminologiemanagement /  / Schaeffler Wiki (s.a. Erfahrungsbericht Schaeffler Wiki) / Erfolgsfaktor Wiki Anwendungsfälle / Schaeffler Wissensforen als offenes Veranstaltungsformat für den Wissensaustausch / Lessons Learned Workshops zur Reflexion von Erfahrungen in Projekten (s.a. Lessons Learned in der Schaeffler Gruppe) / Reifegrade des Wissensmanagement bei Schaeffler (s.a. Buchartikel von Paul in Wissensmanagement beflügelt) / Lernende Organisation Lebenslanges Lernen als A und O / 5 Thesen zum Wissensmanagement der Zukunft / Nächste Schritte bei Schaeffler / Wissensmanagement in der ISO/DIN 9001 als Instrument der “Beflügelung”