Unsere Community-Plattform CONNECT auf Basis der Software Discourse hat uns in den letzten Jahren neben dem offenen Wiki COPEDIA viele gute Dienste geleistet und wir sind sehr zufrieden damit. Gemäß des Prinzips "Open First" haben wir die Plattform zum 1. November 2021 noch einen Schritt weiter geöffnet.

Schon in Vergangenheit konnten sich alle Interessenten ein kostenloses CONNECT-Konto anlegen, die Inhalte dort lesen und an Diskussionen teilnehmen. Über 1.600 Personen haben das getan. Ab jetzt kann man die Inhalte und Diskussionen auch ohne Anmeldung lesen, nur für die Erstellung eigener Beiträge und die Interaktion auf CONNECT ist ein Konto notwendig. Als angenehmen Nebeneffekt werden die offen Inhalte dann in Zukunft auch von Suchmaschinen indiziert und können einfacher gefunden werden.

Zur Öffnung von CONNECT haben wir auch einige inhaltliche und strukturelle Änderungen vorgenommen, die ich in diesem Beitrag beschreibe.

Benutzeroberfläche und Startseite

Die Grundstruktur der Startseite mit dem Kopfbereich und den Bedienelementen hat sich nicht geändert. Der Inhaltsbereich war bisher recht nüchtern und textuell gehalten:

Da viele Nutzer_innen sich mit dem Finden von Themen schwer getan haben, werden auf der Startseite neben dem Aktivitätenstrom (neueste Aktivitäten) jetzt auch die Kategorien (mit Kurzerklärung) und ein Banner mit Erklärtexten angezeigt (der Banner kann ein- und ausgeklappt werden):

Kategorien und Schlagworte

Das Kategoriensystem haben wir stark vereinfacht und flacher gemacht . Es gibt jetzt folgende Kategorien:

  • Fachliche Themen - Ort für alle inhaltliche Diskussion. Unterthemen können mit Schlagworten versehen werden
  • lernOS Core & Toolbox - Diskussion rund lernOS Leitfäden, Lernpfade und deren Anwendung
  • Community - alle Themen rund um die Community selbst inkl. Vorstellungsrunde und Verbesserungsvorschläge
  • Veranstaltungen - Kategorie für Veranstaltungen (eigene und fremde), die wir über CONNECT begleiten
  • Projekte - Ort für Projekte wie z.B. unsere Benchlearning-Projekte (die meisten sind zugangsbeschränkt)
  • Staff - Bereich für die Community-Moderator_innen

Der Großteil der Diskussionen auf CONNECT findet auf Deutsch statt. Um internationalen Community-Mitgliedern die Orientierung zu erleichtern, werden die Kategorien auch auf Englisch angezeigt. Alle Kategorien werden mit einer Kurzbeschreibung auf der Startseite erklärt. In der Kategorie lernOS empfehlen wir jetzt zum Gründen von lernOS Zirkeln statt des CircleFinders auf CONNECT den Peerfinder von Leonid.

Weitere Änderungen

  • Als Online-Hilfe sind die Seiten Erste Schritte und FAQ sind überarbeitet.
  • Beitrittslink zu unserem Slack-Netzwerk ist auf der Seite Erste Schritte verlinkt.
  • Login ist jetzt auch mit Twitter- und Github-Konto möglich.
  • Persönliche Lesezeichen sind in der Hauptnavigation zugreifbar (war in CONNECT wie auf Linkedin, Twitter & Co. man fand alte aber wichtige Diskussionen nie wieder).
  • Im Benutzerprofil können jetzt Twitter- und Linkedin-Profil verlinkt werden (viele hatten sich mehr Informationen im CONNECT-Profil gewünscht, wir wollen die Daten aber nicht redundant halten).
  • In Chrome und Edge kann CONNECT jetzt auch als Web-App installiert werden (in der Adresszeile des Browsers oben rechts).
  • Mit dem Server sind wir von einem nordamerikanischen in ein europäisches Rechenzentrum umgezogen. Die Datenschutzerklärung wird zeitnah angepasst.

Gestern habe ich mit Karsten Ehms angefangen, am sog. "lernOS Zero Bullshit Knowledge Management Lernpfad" (Arbeitstitel) zu arbeiten, der einem die Disziplin Wissensmanagement in einem lernOS Sprint (13 Wochen) nahebringen soll. Auf dem lernOS Camp 2019 gab es ja bereits eine Assembly dazu und auch beim Camp 2020 wird es wieder eine geben. Ich habe das Gefühl, dass dieser Lernpfad eine sehr gute Basis werden könnte, um zu verstehen, warum der lernOS Core aus den drei Ebenen Individuum, Team und Organisation besteht und woher die inhaltlichen Themen kommen. Unser Ziel ist, ein präsentable Version des Lernpfads bis zum Camp ferig zu haben.

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Der lernOS für Organisationen Leitfaden wird kompatibel mit dem neuen Wissensmanagement-Standard ISO 30401 Knowledge Management Systems, d.h. wer sich am Leitfaden orientiert, wird automatisch alle Anforderungen aus der Norm erfüllen. Dafür kuratiere ich gerade parallel die Quellen, die wir im Leitfaden verwenden wollen.

Eine dieser Quellen ist das D-A-CH Wissensmanagement Glossar, das ich neben der GfWM Wissenslandkarte und dem GfWM Wissensmanagement Modell vor 10 Jahren in meiner Funktion als Leiter des Fachteams Wissensmanagement in der Gesellschaft für Wissensmanagement mitentwickelt habe.

Gerade ist mit dem D-A-CH Wissensmanagement Glossar 2020 eine Variante des o.g. Glossars erschienen, die sich doch in einigen Teilen von der Version 1.1 unterscheidet. In diesem Blog vergleiche ich die zwei Versionen und ziehe ein kurzes Fazit für die Verwendung von Begriffen in lernOS. Der Blog-Beitrag wird sich im Lauf der nächsten Wochen kontinuierlich ergänzen. Für die schnellere Arbeit mit den Texten habe ich die Version 1.1 und die Version 2020 in unser offenes Wiki COPEDIA übertragen. Feedback, Gedanken und Ideen gerne direkt unten in die Kommentare.

Vergleich Glossar Version 1.1 und 2020

In der folgenden Tabelle findet ihr in der linken Spalte die Obermenge aller Begriffe in der Version 1.1. Das "X" in den Spalten zwei und drei zeigt an, ob der Begriff in der jeweiligen Glossar-Version enthalten ist (zur schnellen Navigation sind die Differenzen rot markiert). In der letzten Spalte werde ich nach der detaillierten Analyse noch Bemerkungen ergänzen.

Begriff Version 1.1 Version 2020 Bemerkung (noch in Arbeit)
Arbeiter X
Beziehungskapital X
Bilanz X
Chief Knowledge Officer X X
Community of Interest X
Community of Practice X X
Content-Management-System X X
Datenebene X
Erfahrung X
Erfahrungswissen X
Explizierbares Wissen X
Expliziertes Wissen X
Explizites Wissen X
Gemeinschaft X
Gesellschaft X
Handlungsebene X
Humankapital X
Implizites Wissen X X
Information X X
Informationsmanagement X X
Intellektuelles Kapital X X
Kapital X
Kollektives Wissen X X
Kompetenz X X Neue Sichtweise auf Kompetenz, in der Einleitung der Version 2020 beschrieben.
Kompetenzmanagement X X Neue Sichtweise auf Kompetenzmanagement, in der Einleitung der Version 2020 beschrieben.
Kultur X X
Lernende Organisation X X
Management X X
Manager X
Methode X X
Modell X X
Organisation X X
Organisationale Wissensbasis X
Organisationales Wissensmanagement X X
Persönliches Wissensmanagement X X
Prozedurales Wissen X
Prozess X X
Reflexion X
Rolle X X
Social Media X Warum nicht den deutschen Begriff "Soziale Medien" verwenden? Von der GfWM gibt es außerdem das Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0. Web 2.0 und Enterprise 2.0 sollten im Glossar auch aufgenommen werden.
Software X
Soziale Software X
Strategie X X
Strategisches Wissensmanagement X X
Strukturkapital X
System X X
Taxonomie X
Terminologie X
Wissen X X
Wissen vernetzen X
Wissensarbeiter X X
Wissensbilanz X X
Wissensdomäne X
Wissensebene X
Wissensgemeinschaft X X Als Synonym zu Community of Practice definiert, das kann man mit der Beschreibung im Buch von Kai Romhardt so nicht machen.
Wissensgenerierung X
Wissensgesellschaft X X
Wissensintensiver Prozess X X
Wissenskultur X X
Wissenslandkarte X X Definition von Cogneon durch andere ersetzt.
Wissensmanagement X X
Wissensmanagement-Methode X X
Wissensmanagement-Modell X X
Wissensmanagement-Prozess X X
Wissensmanagement-Strategie X X
Wissensmanagement-System X X
Wissensmanagement-Technik X
Wissensmanager X X Fundamental andere Definition des Wissensmanagers (Führungskraft vs. dedizierte Rolle)
Wissensprozess X X
Wissensrisiken X
Wissenssystem X
Wissenstransfer X
Zielebene X

Fazit für lernOS

Folgt in den nächsten Wochen.

Am Dienstag 28.01.2020 war der Teams Community Day, an dem sich in verschiedenen deutschen Städten Menschen zu Veranstaltungen rund um Microsoft Teams getroffen und ausgetauscht haben. In diesem Beitrag kuratiere ich mal die für mich spannenden Inhalte aus dem Twitter-Strom zum Hashtag #TeamsCommunityDay. Ich werde die Kuration erweitern, wenn ich weitere "Perlen" finde.


Sketchnote zum Teams Community Day:

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Buch-Tipp Adopt & Embrace Microsoft Teams - habe ich mir gleich bestellt (Affiliate-Link):

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Eine schöne Übersicht über Spezifikation und Begrenzungen von Microsoft Teams (z.B. maximale Anzahl Mitglieder in einem Team, maximale Anzahl Team-Owner, maximale Anzahl Teams in einem Tenant, maximale Anzahl private Channels pro Team):

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Eine Powershell-Skript Kollektion auf GitHub, z.B. zum Entfernen des Wiki-Tabs:

https://twitter.com/jhochwald/status/1222550889942212608?s=20


Vortrag zum "Collaboration Contract" in Office 365 (dazu gibt es auch einen guten Beitrag in der Microsoft Techcommunity):

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Beitrag zum Microsoft Composer for Bot Framework (GitHub), zur Erstellung von Bots mit dem Microsoft Bot Framwork:

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Einführung in Adaptive Cards, einem User-Interface-Container, in dem kurze Informationen und Aktionen angezeigt werden können:

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Chat Clients in Office 365 ... ganz schön viele :)

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Als Teil meiner Aktion Social Media Detox 2018 bin ich auch dabei, meine News- und RSS-Feeds zu bereinigen. Mir waren da zu viele Feeds enthalten, die zwar viele Neuigkeiten bringen, aber zu selten richtig gute Beiträge bringen. Daher habe ich gerade die größten Zeitfresser entfernt und die verbleibenden Feeds neu geordnet. Jetzt will ich natürlich auch prüfen, welche wertvollen Feeds mir noch fehlen, deswegen diese kleine Blogparade. Ich erkläre kurz, wie mein Feed-Ökosystem funktioniert und welche Themen mich interessieren. In den Kommentaren unten könnt Ihr dann Eure Top-Blogs und -Feeds eintragen. Meine vollständige Feed-Liste werde ich dann nach Ende der Blog-Parade am 07.01.2019 veröffentlichen.

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Zunächst ein paar Infos zu meinem Blog-/RSS-Ökosystem. Blogs bilden für mich neben Podcasts und Twitter eine ganz zentrale Wissensquelle. Ursprünglich war ich langjähriger Nutzer des Google Readers. Als dieser 2013 eingestellt wurde, haben wir uns in der Akademie auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Motiviert durch eine Rede von Sascha Lobo waren wir schnell der Meinung, dass wir uns nicht wieder in die Hände eines Webdienstes begeben, sondern die Infrastruktur für Feeds inkl. aller Auswertemöglichkeiten, Bookmarks, Notizen selber betreiben wollen. Die Wahl fiel auf die Open-Source-Anwendung Tiny Tiny RSS (tt-rss), da sie alle gewünschten Funktionen bietet und sich gut in unsere Infrastruktur (PHP + mySQL) einbettet.

Jeder Mitarbeiter kann sich in Cogneon Feeds beliebig viele RSS-Feeds abonnieren und diese in Kategorien strukturieren. Bei mir sind die Kategorien Blogs (meist von Einzelpersonen), News Tech, News Biz (Branchen-Neuigkeiten) und Kunden. Alle 30 Minuten werden die Feeds aktualisiert und es werden die neuesten in einem Aktivitätenstrom angezeigt.

Man kann sich jeden Beitrag für später markieren oder auch einzelne Beiträge veröffentlichen. Die veröffentlichen Beiträge erscheinen in einem öffentlich zugänglichen RSS-Feed, den ich mit einer IFTTT-Regel automatisch mit einem vorangestellten "Link-Tipp: ..." auf Twitter veröffentliche. Meistens lese ich die Neuigkeiten nicht im Browser, sondern mit der App tiny Reader, die sich mit der Webversion synchronisiert. Alle eigenschaften wie merken und teilen sind auch in der App verfügbar.

In regelmäßigen Abständen aktualisiere ich in meiner persönlichen Wissenslandkarte die Themen, die mich kurz-, mittel- und langfristig interessieren. Zu allen Themen suche ich mir dann die interessantesten Wissensquellen zusammen und abonniere die, die einen RSS-Feed anbieten. Aktuell sind das z.B.:

  • Agile Organisation
  • Ambidextrie
  • Change Agent Netzwerke
  • Demografischer Wandel & Wissensbewahrung
  • Digitale Transformation
  • Dual Operating System
  • Getting Things Done
  • Lean Management
  • Lebenslanges Lernen
  • Modern Workplace, Digital Workplace
  • New Work
  • New Leadership, Management 2.0
  • Objective & Key Results
  • Office 365
  • Organisationssoziologie
  • Scrum
  • Soziokratie
  • Wissensarbeit
  • Wissensmanagement, ISO 30401
  • Workhacks

Und jetzt seid ihr dran! Welche guten Blogs und Feeds kennt ihr zu den oben genannten Themen. Schreibt diese als Link zur Quelle oder Link zum Feed bis zum 06.10.2019 unten in die Kommentare. Ich werde daraus dann eine neue Feedsammlung kuratieren und diese am 07.01.2019 hier veröffentlichen.

HAPPY BLOGPARADING!

Das Ende des Jahres ist immer eine gute Gelegenheit, die Social-Media-Kanäle und -Filter mal wieder zu bereinigen und schlanker zu machen. Dieser Blog dient mir als Checkliste, was noch alles zu tun ist.

Organisationale Kanäle

  • @cogneon auf Twitter IFTTT-Regel zum Posten von Link-Tipps von feeds.cogneon.de löschen (@cogneon wird Announcement-Kanal zu Aktivitäten der Cogneon Akademie)
  • IFTTT-Regel zum Posten von @cogneon Tweets auf LinkedIn Unternehmensprofil einrichten (über Buffer)
  • IFTTT-Regel zum Posten von Blogs einrichten (cogneon.de alle)
  • Instagram  Account löschen
  • Flickr und Yahoo Account löschen (nach dem Verkauf von Flickr sind dort nur noch 1000 Bilder kostenfrei möglich, wir ziehen zu Google Photos um)
  • Xing Unternehmensprofil Hinweis und News mit Verweis auf LinkedIn Unternehmensprofil erstellen
  • Slideshare Account Folien nach https://cogneon.de/media (Portfolio/Presentations) umziehen
  • Scribd Account mgmt20mooc Dokumente nach https://cogneon.de/media (Portfolio/Publications) umziehen
  • Facebook-Seite Cogneon Akademie löschen
  • LinkedIn Seite aktualisieren (inkl. Titelbild)
  • Kopplung Eventbrite - LinkedIn für Veranstaltungen mit Anmeldung prüfen (geht nur über Zappier?)
  • Flow-Regel zum Posten von Tweets von Mitarbeitern auf Twitter mit Hashtag #grny auf GRNY einrichten

Persönliche Kanäle

  • IFTTT-Regeln von meinem Account in Cogneon Account umziehen (Historie)
  • IFTTT-Regel zum Posten von Blogs auf Twitter/LinkedIn einrichten (cogneon.de meine)
  • IFTTT-Regel zum Posten von Link-Tipps einrichten (feeds.cogneon.de)
  • IFTTT-Regel zum Posten von Podcast-Tipps einrichten (fyyd.de)
  • IFTTT-Regel zum Posten von Video-Tipps einrichten (YouTube-Favoriten)
  • Franz für alle genutzten Messenger einrichten
  • Hootsuite auf allen Endgeräten für Nutzung von Twitter und LinkedIn parallel einrichten
  • Xing-Profil Hinweis auf LinkedIn-Profil einrichten (geht wohl nicht mehr)
  • Facebook-Gruppe Knowledge on Air löschen (Ulrich und ich schaffen es nicht wirklich, die Gruppe sinnvoll zu betreuen)
  • Facebook Kontakte auf Freunde und persönlich gute Bekannte reduzieren (vorher: 333, nachher ...)
  • Twitter Gefolgte prüfen (vorher 789, nachher: ...)
  • Author Box auf cogneon.de mit Standard-Bio bestücken (auch für Vorträge)
  • Gravatar-Profil aktualisieren
  • LinkedIn-Profil aktualisieren und Pro-Account bestellen
  • Bookmarks von delicious (1359) nach Copedia umziehen
  • Bookmarks von diigo (8) nach Copedia umziehen
  • Feed-Liste auf feeds.cogneon.de aktualisieren und OPML veröffentlichen (vorher: 43, nachher: ..., OPML)
  • Podcast Abos prüfen (vorher: ..., nachher: ...)

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) veranstaltet im Vorfeld der re:publica 2018 (#rp18) eine Blogparade mit dem Titel we dream big (#DGFPc18), zu dem ich mit diesem Blog gerne einen Beitrag leisten möchte. Es geht darin um fünf Leitfragen rund um das Selbstverständnis von Personalabteilungen, Tools und Equipment, überkommene Ansätze und über die generelle Zukunftsperspektive von HR in Organisationen.

Genau dieses Thema haben wir in der Corporate Learning Community letztes Jahr im Corporate Learning 2025 MOOCathon (MOOCathon = MOOC + Hackathon) behandelt. Wir wollten herausfinden, was eine Vision für das Corporate Learning im Jahr 2025 sein könnte und haben schon im Trailer die Metapher der Weltraumreise und den Aufbau einer Station auf fernen Planeten thematisiert:

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Ablauf des Corporate Learning 2025 MOOCathon

Im MOOC-Teil von Mai bis Juli haben die acht Unternehmen Merck, Continental, ottobock, DNV GL, Viessmann, Aareal Bank, Bosch und Audi ihren Status quo und ihre Vision für das organisationale Lernen vorgestellt. Die fast 2000 Teilnehmer*innen konnten dann die Sommerpause nutzen, um ihr persönliches Fazit aus den Fallbeispielen in einer Abschlussarbeit aufschreiben. Anfang September haben wir dann einen zweitägigen Hackathon in Frankfurt veranstaltet, in dem wir die Fallbeispiele, die Vision, eine Roadmap ein Rollenmodell und eine Toolsammlung im offenen Wikibook Organisationales Lernen im Digitalen Zeitalter dokumentiert haben. Das Wikibook steht unter Creative Commons Lizenz (CC BY) und kann gerne weiter verwendet werden.

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Vision Corporate Learning 2025

Schon das Titelblatt des Wikibooks zeigt, wohin die Reise geht: die Lerner, die sich bisher in einem fremdgesteuerten Lern-Gefängnis befinden, befreien sich und kommen miteinander ins Gespräch. Dadurch entstehen ganz neue Lernformate jenseits von Weiterbildungskatalog, Klassenraum Training und e-Learning per WBT. Communities in Enterprise Social Networks (ESN), Meetups, Working Out Loud und Fuckup Nights sind einige Beispiele solcher innovativen Lernformen. Im Wikibook-Kapitel zur Vision (Seite 35) sind dazu dann vier konkrete Ziele benannt worden, die es in Unternehmen und Organisationen bis 2025 zu erreichen gilt:

 

  • Learning & Development 2025

    Von der Abteilung zum interdisziplinären Lern-Netzwerk

  • Die Lernenden 2025

    Vom zentral gesteuerten Lernen zum selbstorganisierten und kollaborativen Lernen

  • Lernumgebung 2025

    Vernetztes Arbeiten in virtuellen und physischen Räumen

  • Leadership & Lernkultur 2025

    Von „Wissen ist Macht“ zu „Wissen teilen ist Macht“

Learning & Development 2025

Eine Abteilung für Weiterbildung oder Learning & Development wird es auch 2025 noch geben. Sie wird jedoch weniger im eignen Silo agieren, sondern in einem interdisziplinären Netzwerk den Umgang mit Wissen und Lernen in der Organisation gestalten. Übergeordnetes Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung des Unternehmens zu einer Lernenden Organisation.

[bctt tweet="HR wird bis 2025 Teil eines interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerks zur Entwicklung einer Lernenden Organisation sein. " username="cogneon"]

Zu den Akteuren im Netzwerk gehören z.B. Führungskräfte, IT, Digitalisierungs-Teams, Kommunikation, Projektmanagement/Agile, QM/Leand, Innovation, Lean, Mitarbeitervertretung und die Arbeitsplatzgestaltung. Ansätze von solchen interdisziplinären Multiplikatoren-Netzwerken sieht man heute schon z.B. bei Continental (GUIDES), Deutsche Telekom (TSN Guides), Bosch (Ambassadoren) und Audi (Zusammenarbeit 2.0).

Die Lernenden 2025

An vielen Stellen werden Weiterbildungen noch vom Chef als Belohnung vergeben. Die Mitarbeiter haben wenig Einfluss auf die Auswahl von Bildungsmaßnahmen. Der Weiterbildungskatalog gibt vor, welche Maßnahmen überhaupt in Frage kommen. Bis 2025 werden die Lerner mehr Freiraum haben, Ihren Lernprozess und die Lernmedien selbst zu gestalten.

[bctt tweet="Das 'self-directed life-long learning' ist das Leitbild für die Lernenden im Jahr 2025. " username="cogneon"]

Im Fallbeispiel des adidas Learning Campus (Präsentation) kann dieser Ansatz bereits heute beobachtet werden: in den 5 New Learning Principles (Seite 11 in der verlinkten Präsentation) wird explizit "Create a new culture of self-driven life-long learning" aufgeführt.

Lernumgebung 2025

Unter Lernumgebungen wird heute oft noch das Schulungszentrum mit Seminarräumen, Seminar-Tisch-U und Getränkekreisel verstanden. Sehr oft findet dort klassischer Frontalunterricht statt. Die von L&D unterstützte digitale Lernumgebung beschränkt sich oft auf Learning-Management-Systeme (LMS) und Autoren-Umgebungen. Formate und Tools zur Unterstützung des informellen Lernens werden von HR nicht angeboten und/oder gefördert.

[bctt tweet="Die optimale Lernumgebung 2025 besteht aus digitalen und physischen Elementen. Sie unterstützt das formelle und das informelle Lernen gleichermaßen. " username="cogneon"]

Bis 2025 muss HR sowohl physische als auch virtuelle Lernumgebungen gestalten, die den formellen und den informellen Lernprozess der Lernenden optimal unterstützen. Damit kommen auch Schlagworte wie Coworking/Colearning Spaces, Kreativ- & Lernräume, Future Workplace, Enterprise Social Networks, Video-Portale, Office 365 uvm. in das Themenspektrum von HR.

Leadership & Lernkultur 2025

Die Rolle von Führungskräften und die zu entwickelnde Lernkultur sind wahrscheinlich das wichtigste Element der Corporate Learning 2025 Vision. Führungskräfte spielen eine ganz Zentrale Rolle, um die Vision der Lernende Organisation bis 2025 Wirklichkeit werden zu lassen. Grund: "lead by example" ist nicht nur eine Change Methode, sondern wahrscheinlich die einzige!

[bctt tweet="Die Führungskräfte unterstützen eine lernförderliche Unternehmenskultur und agieren in der täglichen Führungspraxis als Vorbild für alle Mitarbeiter. " username="cogneon"]

Nach dem Kulturebenen-Modell der Organisationskultur nach Schein gehört zur Kultur die Haltung (das Mindset), die gemeinsamen Werte und die darauf basierenden sichtbaren Verhaltensweisen und Maßnahmen. Die Lernkultur nimmt damit nicht nur Kultur in Bezug auf klassische Trainings in den Fokus (Lehrkultur), sondern auch und vor allem Fehlerkultur (Lernen aus Fehlern), Kommunikationskultur (Wissenskommunikation), Zusammenarbeitskultur (Learning by Doing), Führungskultur (Knowledge Leadership) und Innovationskultur (Innovation = Learning).

Ausblick

Über die Vision und die Themen der Roadmap wird im Rahmen der regionalen Corporate Learning Communities aktuell viel diskutiert. Beim nächsten Meetup von clc90 in Nürnberg werden wir z.B. einen Podcast zur Corporate Learning 2025 Vision aufnehmen und im Corporate Learning Podcast veröffentlichen. Die Weiterentwicklung von Vision und Roadmap wird dann sicher auch auf dem Corporate Learning Camp 2018 vom 04.-05.10.2018 in Frankfurt eine große Rolle spielen. Außerdem wird der 30. Knowledge Jam das Thema "Corporate Learning 2025" behandeln. Karlheinz Pape (er hat auch einen Beitrag zur Blogparade erstellt) und ich werden am Vormittag zwei Impulsvorträge halten, am Nachmittag gibt es Barcamp-Sessions zum Thema.

P.S.: eine Reise zum Mars ist kein Wochenendausflug! Ihr müsst Komfortzonen verlassen, neue Wege gehen, Dinge ausprobieren, Scheitern und Lernen. Falls Du Dir einen Eindruck von den Anstrengungen einer Reise zum Mars verschaffen möchtest, empfehle ich Dir den neuen Gimlet-Podcast The Habitat, in dem sechs Freiwillige eine simulierte Reise zum Mars übernehmen.

P.P.S: ich konnte es nicht lassen, einen kleinen (ironisch gemeinten!) XKCD-Comic-Remix zum Problem von HR zu erstellen :-)

https://twitter.com/SimonDueckert/status/991919452538200066

Für die neuen Online-Angebote der Akademie haben wir eine neue Community-Plattform ausgewählt und bereits technisch umgesetzt. Auch bei der Frage des Onboardings wollten wir neue Wege gehen und neben den klassischen Instrumenten wie Einführungsbeitrag, Online-Hilfe und FAQ auch einen Chatbot einsetzen, der neue Nutzer in die Bedienung der Plattform einführen kann.

Die Idee des Onboarding mit Chatbot

Wir kennen das alle noch von den Videorekordern früher und anderen technischen Geräten: keiner liest gerne Bedienungsanleitungen! Ganz ähnlich ist das mit Online-Hilfen von Software, die selten von den Nutzern zu Rate gezogen wird. Diese erwarten, dass Plattformen intuitiv bedienbar sind. Die Usability geht als zentraler Faktor "wahrgenommene Einfachheit" in die Akzeptanz einer neuen Technologie ein. Doch leider sind die meisten Community-Plattformen und Enterprise Social Networks (ESN) nicht vollständig selbsterklärend, die "wahrgenommene Nützlichkeit" ist nicht gleich zum Start bei jedem Nutzer hoch. Da die meisten Plattformen auch Möglichkeiten für private Nachrichten oder Chats bieten, hat man hier die Möglichkeit, Chatbots zu integrieren. Ein Chatbot zeigt sich wie ein gewöhnlicher Nutzer, mit dem man in der Plattform interagieren kann:

In unserem Fall haben wir uns für den Nutzernamen Uhl (altdeutsch für Eule) und das Profilbild einer Eule entschieden. Der Chatbot kann mit diesem Nutzernamen kontakiert werden und meldet sich mit den möglichen Optionen.

Einführung in die Grundfunktionen

Einmal angechattet meldet sich Uhl innerhalb von Sekunden und erklärt mir, wie er mir helfen kann. Eine der Optionen ist, ein interaktives Tutorial für neue Benutzer zu durchlaufen. Über das Kommando "starte neuer Benutzer" erhält man eine Einführung in die grundlegenden Funktionen der Plattform.

Nach dem Start des Tutorials weist Uhl darauf hin, dass er nur ein Chatbot ist und bietet Links zum Verzeichnis der Community Moderatoren (echte Menschen!). Im Verlauf des Tutorials erlernt man folgende Funktionen, indem man sie direkt in der Plattform ausprobiert:

  • Lesezeichen setzen
  • Links einfügen und dadurch Vorschau-Boxe erzeugen
  • Emojis in Beiträgen verwende
  • @Mention zum Erwähnen von Personen verwenden
  • Textformatierung wi z.B. fett und kursiv verwenden
  • Zitate in Antworten verwenden
  • Bilder im Text einfügen
  • Like-Funktion auf einen Beitrag anwenden
  • Melden-Funktion für einen Beitrag verwenden (z.B. Spam)
  • Such-Funktion verwenden
  • Erweiterte Suche verwenden
  • Tastenkombinationen verwenden

Nach jeder Aktion erhält man ein Feedback von Uhl sowie Tipps und Tricks und weitere Anweisungen. Nach erfolgreich durchlaufenem Tutorial stellt einem Uhl sogar ein Zertifikat aus - New World meets Old World!

Fragt man Uhl noch nach einer Einführung in erweiterte Funktionen, bekommt man auch dazu einen Dialog, der nach dem Ausprobieren der Funktionen Benutzereinstellungen, Nachträgliches Bearbeiten, Löschen, Wiederherstellen, Hashtags, Themen folgen, Benachrichtigungen, Umfragen erstellen und Textteile verstecken (z.B. Lösungen bei Schulungsfragen) wieder mit einem Zertifikat endet.

Fazit

Ich war mir in der Konversation mit Uhl zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass ich mit einer Maschine und nicht mit einem Menschen chatte. Trotzdem hatte das "Gespräch" etwas leichtfüßiges und unterhaltendes.Habe ich mal eine Weile nicht geantwortet, hat Uhl mich kontaktiert und nachgehakt - ganz wie ein Reverse Mentor. Ich bin mit Uhl die gleichen Schritte durchgegangen, die mir auch ein erfahrener Nutzer der Plattform gezeigt hätte.

[bctt tweet="Chatbots sind eine interessante Option für das Nutzer-Onboarding bei Community-Plattformen oder Enterprise Social Networks (ESN)." username="cogneon"]

Das direkte Ausprobieren der Funktionen und Interagieren mit der Plattform ist dabei viel effizienter, als Dokumentation zu lesen oder Screenshots zu betrachten. Muss man in einer großen Organisation sehr viele Nutzer durch so ein Onboarding bringen, ist ein Chatbot eine interessante Alternative oder Ergänzung zu Schulung oder Online-Hilfe. Da Chatbots mit Frameworks wie dem Microsoft Bot Framework oder Hubbot mittlerweile sehr einfach selbst erstellt werden können, sind Chatbots sicherlich ein heisses Thema für die Zukunft.

Gerade ist in der International Organization for Standardization (ISO) ein Prozess im Gange, um eine Wissensmanagement-Norm mit dem Titel ISO 30401 Knowledge Management Systems - Requirements zu veröffentlicht. Federführend ist das Technical Committee (TC) 260 Human Resources Management. Der aktuelle Status ist "Draft International Standard" (DIS) und es wird über die nationalen Normungsinstitute Feedback eingesammelt. Über die BSI Group kann man den aktuellen Stand einsehen und zu allen Passagen der Norm Kommentare abgeben.

Um Euch ein bisschen neugierig auf die Norm zu machen, hier der Auszug mit den "Guiding Principles":

  1. NATURE OF KNOWLEDGE: knowledge is intangible and complex. Knowledge primarily originates from human experience and insights.
  2. VALUE: knowledge is a key source of value for organizations to meet their objectives. The determinable value of knowledge is in its impact on organisational purpose, objectives, policies, processes and performance. Knowledge management is a means of unlocking the potential value of knowledge.
  3. FOCUS: knowledge management serves the organizational objectives, strategies and needs.
  4. ADAPTIVE: There is no one knowledge management solution that fits all organizations within all contexts. Organizations may develop their own approach to the scope of knowledge and knowledge management and how to implement these efforts, based on the needs and context.
  5. SHARED UNDERSTANDING: people create their own knowledge by their own understanding of the input they receive. For shared understanding, knowledge management should include interactions between people, using content, processes, and technologies where appropriate.
  6. ENVIRONMENT: knowledge is not managed directly; knowledge management focuses on managing the working environment thus nurturing the knowledge lifecycle.
  7. CULTURE: culture is critical to the effectiveness of knowledge management.
  8. ITERATIVE: implementation of knowledge management should be phased, incorporating learning and feedback cycles.

Klingt doch schon mal gar nicht schlecht, oder? Wenn Ihr Lust und Zeit habt, klinkt Euch gerne in den Feedback-Prozess ein, damit wir am Ende einen tollen Standard für das Wissensmanagement erhalten!

Falls Ihr Euch auch für das Thema Prozessorientiertes Wissensmanagement im Rahmen der ISO 9001:2015 interessiert, dann empfehle ich Euch diese Webinar-Aufzeichnung vom 12.05.2017: