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DIY Livestream Session auf dem Knowledge Camp

Auf dem Knowledge Camp in Potsdam habe ich eine Session mit dem Titel “DIY Livestream” gehalten. Ziel der Session war, den Session-Teilnehmer*innen beizubringen, den Vortrag von Prof. Eric Tsui am ersten Barcamp-Tag von 18:30-20:00 live zu streamen. In der Session jabe ich zunächstmal unsere verwendete Sendekette vorgestellt.

Den Redner Eric Tsui haben wir mit einem Lavallier-Funk-Mikrofon ausgestattet. Zusätzlich hatten wir ein Hand-Funk-Mikrofon für den Moderator/das Publikum und eine Hör-Sprech-Kombination für die Regie. Alle Audiosignale haben wir in ein Audio-Mischpult gespeist. Das Summensignal des Mischpults ging per XLR-Kabel in die Kamera.

Der Präsentationsrechner war mit HDMI-Ausgang ausgestattet. Mit einem HDMI-Splitter haben wir das Videosignal geteilt. Das eine Kabel haben wir direkt in den Beamer eingespeist. Das andere Kabel haben wir zunächst in einen HDMI-Scaler gersteckt, der uns ein 720p50 Signal erzeugt hat. Dieses Signal ging dann in einen zweikanaligen Videomischer.

Die Kamera war oben im Hörsaal auf einem Stativ mit Videokopf platziert, damit wir Eric mit der Kamera gut verfolgen konnten. Über den SDI-Anschluss der Kamera haben wir das Videobild in den Videomischer einzuspeisen und dort zwischen Eric und seinen Folien hin- und herschalten zu können. Die Kamera haben wir zusätzlich verwendet, um ein Backaup auf SD-Karte aufzuzeichnen.

Der verwendete Videomischer hatte einen USB-2.0-Ausgang, über den wir die Verbindung zu einem Windows-10-Laptop hergestellt haben. Der Videomischer ist dort als Signalquelle wie eine Webcam verfügbar. Mit einer Video-Streaming-Software haben wir über das Videosignal noch das GfWM-Logo gelegt und das Ergebnis dann zu YouTube-Live übertragen.

Als Rollen hatten wir (in Anlehnung an die CCC VOC Rollen) definiert: Kamerakind, Tontechnik, Videoregie, Stream, Streamkontrolle, Komentarmoderation und Mikrofon-Engel definiert und eingeübt. Im Bild oben seht Ihr das Dreamteam/Streamteam in Aktion. Wir haben gezeigt, dass man auch ohne oder mit wenig Vorkenntnis einen Livestream auf die Beine stellen kann, mit (nur) einer Barcamp-Session als Vorbereitung. Das Ergebnis könnt Ihr Euch auf YouTube ansehen.

Making of Seminar WM&ISO9001 Livestream

Heute habe ich im Rahmen der GfWM Mitgliederversammlung ein Seminar zum Thema Wissensmanagement und ISO 9001:2015 in der Praxis gehalten. Das Seminar habe ich live ins Internet übertragen, um die Teilnahme für einen größeren Personenkreis zu ermöglichen. Vor Ort haben 8 Personen teilgenommen, im Livestream 24. Wenige Stunden nach Seminarende hatte das Video bereits über 100 Abrufe. In diesem Blog will ich kurz das technische Setup des Livestreams beschreiben.

Als Streaming-Plattform habe ich YouTube-Live (Konto der GfWM) verwendet. Für die Übertragung eines Videostreams zu YouTube wird das Real Time Messaging Protokoll (RTMP) verwendet. Gestreamt habe ich in 720p-Auflösung (1280×720, kleines HD).

Die Folien mit dem Vortrag habe ich in der Akademie von meinem Notebook (Lenovo Carbon X1, Windows 10) präsentiert. An diesem Notebook war ein USB-Headset (Sennheiser PC 36) und eine USB-Webcam (Logitech ConferenceCam Connect) angeschlossen.

Um aus dem Bildschirm und dem Webcam-Video einen Livestream zu machen benötigt man eine sog. Encoder-Software. Hierfür habe ich die Open-Source-Software OBS Studio verwendet. In OBS kann man verschiedene Audio-/Videoquellen kombinieren. Im Fall des Seminars war das der Notebook-Bildschirm und die Webcam im Side-by-Side-Modus (im Gegensatz zu Picture-in-Picture nebeneinander, damit die Folien nicht überdeckt werden). In OBS trägt man einfach den Streaming-Key aus seinem YouTube-Kanal ein, klickt “Streaming starten” und der Stream ist live.

YouTube stellt nach Beendigung des Livestreams das aufgezeichnete Video direkt im Kanal zur Verfügung. Mit dem YouTube-Video-Editor habe ich Anfang und Ende des Videos getrimmt und das Video dann gespeichert.

Falls Ihr Fragen zum Workflow, der Software oder der Hardware habt, gerne unten in die Kommentare.

Livestreaming von Veranstaltungen auf dem Easterhegg 2017

Traditionell findet über Ostern mit dem Easterhegg das Oster-Treffen des Chaos Computer Clubs statt. Dort gibt es viel Co-Creation, Wissens- und Erfahrungsaustausch und ein breites Vortragsprogramm. Dieses Jahr auf dem #eh17 in Mühlheim am Main war auch ein Vortrag zu Livestreaming von Sebastian (@Livestream_de) dabei, der sicher auch für Veranstalter von Meetups im Kontext des Wissensmanagements interessant sein könnte:

Der Vortrag geht zum Thema Videostreaming zwar technisch nicht zu sehr in die Tiefe, bietet aber damit gerade Enisteiger*innen leicht Zugang zum Thema. Mir hat auch die Geschichte gefallen, wie sich aus der ehrenamtlichen Betätigung in dem Feld letztendlich ein Geschäftsmodell ergeben hat. Viel Glück damit!

Weitere Beiträge, die ich mir im Nachgang noch ansehen werden:

Alle Videos vom #eh17 findet Ihr auf media.ccc.de oder auf Youtube. Der nächste Easterhegg wird vom 30.03.-02.04.2018 in Würzburg stattfinden.

KnowTouch 2016 Dokumentation

Die KnowTouch 2016 ist vorüber und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bei allen Beteiligten Bedanken (alles inkl. *innen): den Pre-Webinar-Referenten, den Webinar-Teilnehmern, den Aktiven in der Blog-Parade, den Keynotern und Vortragenden, allen Teilnehmern und natürlich dem gesamten Orga-Team. Ohne Euch wären auf dem Gruppenbild der KnowTouch nicht so viele lachende Gesicher zu sehen!

knt16-gruppenbild

Die vier Keynotes wurden live gestreamt und aufgezeichnet und mit Ausnahme von ein paar kleinen Pannen hat das auch ganz gut geklappt. Somit können diese Vorträge auch auf YouTube zeitsouverän nachgesehen werden. Meine Keynote hat sich mit dem Status quo und der Zukunft der Lernenden Organisation beschäftigt:

Durch die Livestreams konnten auch die Teilnehmer, die nicht bis zum Ende da waren, alle Beiträge bequem von zu Hause verfolgen. Das ist scheinbar auch sehr gut für die Nachwuchsarbeit im Wissensmanagment!

knt6-stream

Alle öffentlich verfügbaren Materialien sammeln wir auf der Seite KnowTouch 2016 in Copedia. Dort gibt es bereits die Aufzeichnungen und Folien der Pre-Webinare, die Aufzeichnungen und Folien der Keynotes sowie das Flickr-Album mit den Impressionen. Die acht Vorträge der Knowtouch sind zunächst den Connect-Mitgliedern vorbehalten und werden im Lauf 2017 in unserem YouTube-Kanal veröffentlicht. Am besten den Kanal oder die KnowTouch-Playlist abonnieren, um das nicht zu verpassen.

Livestreaming von Vorträgen – Ein Beispiel

Heute war ich bei einer Akademie für genossenschaftliche Organisationen, um dort im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung einen der Vorträge live zu streamen. Im Folgenden ein Überblick und ein kurzer Erfahrungsbericht zum Projekt.

Die wichtigste zu klärende Frage im Vorfeld ist immer die der Konnektivität vor Ort. Für einen HD-Livestream benötigt man ca. 2,5 MBit Bandbreite im Upstream. Die Netzanbindung sollte über Kabel und nicht über WLAN erfolgen. Idealerweise ist man mit dem Videostream nicht im Gastnetz der Teilnehmer, sondern in einem separaten Netz mit garantierter Bandbreite. Mit Diensten wie dem DSL Speedtest kann man sich einen Überblick über die vorhandene Bandbreite verschaffen. In Fall in Montabaur sah die Messung schonmal sehr positiv aus:

montabaur-bandbreite

Da ich mit dem Zug am Vortag für Aufbau und Test angereist bin, habe ich mich aus unserem Media Lab für ein sehr leichtgewichtiges Setup entschieden:

  • Kamera: Canon XA25 mit Speisemöglichkeit für externe Audioquellen über XLR. Zusätzlich habe ich die Zoom-Fernbedienung mitgenommen, um den Zoom am Stativgriff bequem einstellen zu können.
  • Stativ: Manfrotto 290 xtra mit Carbon-Füßen (Gewicht) und einem Manfrotto Fluid-Videokopf 509 HD für flüssige Schwenks.
  • Streaming: Matrox Monarch HD, das über ein HDMI-Kabel (Mini-HDMI auf HDMI) das Audio- und Video-Signal bekommt und über einen LAN-Anschluss an den Videostreaming-Dienst (in unserem Fall YouTube Live) überträgt.
  • Audio-Backup: für den Fall, dass man den Ton nicht aus der Mikrofonanlage der Akademie vor Ort bekommt, hatte ich eine Sennheiser EW100 G3 Funkstrecke dabei (musste sie aber glücklicherweise nicht einsetzen).
  • Kabel: 20 Meter Netzwerkkabel Cat6, 10m Verlängerungskabel Strom, Mehrfachsteckdose 4 x Strom und 2 x USB, 30 Meter Audiokabel XLR-XLR.
  • Erste-Hilfe-Koffer: ein Zipper Bag mit Adaptern, Werkzeug, Klebeband, Batterien etc.

So sah der Aufbau nach ca. 30 Minuten Aufbauzeit dann aus:

streaming-aufbau

Als kleine Checkliste für die Veranstalter (und alle, die so etwas auch mal machen wollen) hier die wichtigsten Schritte des Aufbaus:

  1. Geigneten Ort für den Kameraaufbau finden. Darauf achten, dass Redner in der Standard-Position nicht vor den Folien stehen (Kamera diagonal zum Redner). Kameraposition sollte so hoch sein, dass Publikum i.d.R. nicht im Bild ist (Stichwort: Recht am eigenen Bild). Außerdem sollte die Kamera außerhalb der Laufwege platziert sein, damit das Publikum nicht aus versehen dagegen stößt.
  2. Beamer- oder Fernsehfrequenz testen. Videokameras (in Europa) nehmen meist mit 25 Hz Frequenz (=25 Bilder pro Sekunde) auf. Manche Beamer oder Fernseher projezieren mit anderen Bildwiederholraten, z.B. 60 Hz bei Beamer. Das führt dazu, dass das aufgenommene Beamerbild flackert. Einfachste Abhilfe in dem Fall ist, den Beamer auf 50 Hz umzustellen.
  3. Beleuchtung testen und einstellen. In vielen Veranstaltungslokation gibt es keine separate Bühnenbeleuchtung, sondern nur Deckenlicht. Das führt dazu, dass projezierte Folien und Redner von der Helligkeit sehr unterschiedlich sind. Ist in der Kamera die automatische Belichtung aktiviert, führt das meist dazu, dass das helle Beamer-Bild dominiert und sich die Kamera danach ausrichtet. In der Folge erscheint der Sprecher dann zu dunkel (“absaufen”). Optimiert mann die Helligkeit auf den Redner, ist das Beamer-Bild so hell, dass kein Kontrast mehr vorhanden und die Folien nicht lesbar sind (“ausbrennen”). In meinem Fall habe ich versucht, die Belichtung über eine Spanne von 2,5 Stufen manuell nachzuführen.
  4. Tonsignal in die Kamera einspeisen. In meinem Fall hat die Kamera einen Audioeingang über XLR-Kabel. Die Techniker vor Ort konnten mir aus der Mikrofonanlage ein langes Cinch-Kabel mit dem gemischten Tonsignal (Redner-Mikro, Moderatoren-Mikro, Publikums-Mikro) bereitstellen. Mit einem Cinch-XLR-Adapter ging das dann in die Kamera. Wichtig: alle Mikrofone sollten gleich laut sein. Am besten auch die Redner und in der Moderation darauf hinweisen, dass der Abstand Mikrofon-Mund idealerweise immer gleich sein sollte.
  5. Streaming-Device anschließen und testen. Der Matrox Monarch HD verfügt nur über einen LAN Zugang. Die Techniker vor Ort konnten mir am Kamera-Ort ein LAN-Kabel zur Verfügung stellen. Für die Verbindung musste die MAC-Adresse des Matrox in der Netzwerkumgebung freigeschaltet weden (der Matrox kann nicht über Netze, die Login/Passwort benötigen, verbunden werden!). Das hat problemlos geklappt, ein Knopfdruck und der Livestream war im YouTube-Kanal der Organisation zu sehen.

Soweit mein Bericht. Falls jemand dieses kleine Rezept verwendet oder andere Ansätze hat, bin ich auf weitere Tipps und Erfahrungen per Kommentar gespannt.

So war mein 32C3

Wie jedes Jahr fand in den vier Tagen zwischen Weihnachten und Sylvester wieder der mittlerweile 32. Chaos Communication Congress (#32c3) statt. Dieses Mal kamen mehr als 12.000 Besucher ins CCH nach Hamburg und mehr passen da auch nicht rein. Thema des Kongress war “Gated Communites”, eine Kritik an den geschlossenen Ökosystemen im Netz, die die Bequemlichkeit von Menschen ausnutzt und sie von kritischem Denken und eigenem Schaffen abhält (Botschaft: seid nicht nur Otto-Normal-Facetuber!).

Wenn in den Medien über Hacker berichtet wird, hat das oft eine kriminelle Note. Doch gerade den Sicherheitsforschern und Hackern im Chaos Computer Club (CCC) ist ihre Hackerethik sehr wichtig. Und im Prinzip ist der Kongress auch in seinem 32. Jahr noch sehr ähnlich, wie die Tagesschau schon 1984 zu berichten wusste – nur viel größer.

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