Vor einigen Tagen hat John Stepper in seiner Working Out Loud (#wol) Community Änderungen an den Nutzungsbedingungen der Working Out Loud Circle Guides (#wolcg) angekündigt. Unbestritten, das Lernprogramm der Circle Guides ist sehr gut und hat schon vielen Menschen bei den ersten Schritten in die digital-vernetzte Welt des 21. Jahrhunderts geholfen. Auch klar: WOL in die Breite zu bringen ist John's Beruf und er muss damit Geld verdienen.

Die Änderung der Terms of Use in Richtung Geschlossenheit und Kommerzialisierung fühlt sich für mich aber nach einem weiteren Schritt an, rund um die WOLCG eine Atmosphäre zu schaffen, die nicht zum Kern des Themas passt. Ungefähr so, wie wenn man ein Lernprogramm zu Nachhaltigkeit anbieten würde, aber alle Teilnehmer_innen mit dem Privatjet einfliegt. Aber fangen wir mal ganz vorne an.

Die Wurzeln von Working Out Loud (WOL)

Die Ursprünge von Working Out Loud habe ich ausführlich in unserem Wiki beschrieben. Die Kurzfassung: der Begriff taucht erstmals 2006 im Blog Thinking and Working Out Loud von Glyn Moody auf. Dort beschreibt Glyn, wie ein offener Blog ihm dabei hilft, aufgenommenes Wissen zu "verdauen", zu verstehen, in einen Kontext zu setzen und ihn über die offene Verfügbarkeit der Inhalte quasi ganz nebenbei anderen zur Verfügung zu stellen. Man könnte das als Lernen durch Lehren bezeichnen, mit der Wissensteilung als Abfallprodukt.

Dave Winer weist in seinem Blog Narrate Your Work 2009 darauf hin, dass es bei der eigenen Wissensarbeit auch wichtig ist, über die eigene Arbeit zu erzählen (neudeutsch könnte man von "Storytelling" sprechen). Es ist nicht nur wichtig, dass andere wissen, woran man arbeitet, sondern auch, wo es Probleme gibt und was nicht funktioniert hat. Dave nennt Microblogs (Twitter) als wichtiges Tool dafür.

Angeregt durch den Blog Managing the visibility of knowledge work von Jim McGee schrieben Brian Tullis und Joe Crumpler 2010 ihren Beitrag Observable Work: The Taming of the Flow. Darin beschreiben sie, welche Rolle Plattformen wie SharePoint oder Jive dabei spielen können, Wissensarbeit von Anfang an sichtbar zu machen. Diesen Prozess hat Greg Lloyd in seinem Blog Enterprise 2.0 and Observable Work als "observable work" (#owork) bezeichnet hat.

Auf Basis dieser Vorarbeiten hat dann Bryce Williams in seinem Blog When will we Work Out Loud? Soon! im Jahr 2010 die Definition von Working Out Loud als Observable Work + Narrating Your Work (für mich nach wie vor die beste Definition). WOL ist also das sichtbar machen der eigenen Arbeit, das Erzählen darüber mit Hilfe von Tools wie Blogs, Microblogs, Wikis und Sozialen Netzwerken sowie der Aufbau eines persönlichen Netzwerks, das an der eigenen Arbeit interessiert ist und das einem bei Fragen und Problemen helfen kann.

Die Working Out Loud Guides (WOLCG)

Die heutigen Working Out Loud Circle Guides entstanden im Rahmen der Einführung von Jive als Enterprise Social Network (ESN) bei der Deutschen Bank. Zunächst als klassisches Seminar angelegt entwickelte sich der Inhalt Schritt für Schritt in Richtung eines 12-wöchigen Lernprogramms. John griff die Idee der LeanIn Circles (Frauennetzwerk zur persönlichen Entwicklung) von Sheryl Sandberg auf, um kleine Lerngruppen von 4-5 Personen das Lernprogramm gemeinsam durchlaufen zu lassen.

Ab August 2015 standen die WOLCG mit der Version 3.01 erstmals auch im Internet bereit. Zunächst ohne Lizenzvermerk erhielten sie von Version 3.5 (Mai 2016) bis Version 4.51 (Februar 2018) die Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0. Das ist eine vergleichsweise geschlossene Lizenz, die keine kommerzielle Nutzung und keine Bearbeitung zulässt. Anders als manchmal behauptet, waren die WOLCG nie Open Source, weil zu keinem Zeitpunkt bearbeitbare Quellen vorlagen (s.a. Open Definition).

Mit der Version 5 (März 2019) wurde die Creative Commons Lizenz entfernt und ein normaler Copyright-Vermerk eingefügt. Die Speicherung dieser Version in einem Intranet war aber noch erlaubt. Das änderte sich dann mit der Version 6, die die Ablage der WOLCG im Intranet explizit untersagt. Die persönliche Nutzung der Guides ist in Version 6 noch erlaubt.

Bei den aktuelleren Version des WOLCG gibt es meines Wissens nach keine nach außen sichtbare Versionierung mehr (kann man die aktuelle Version als 7 bezeichnen?). Im Jahr 2018 erschien das Working Out Loud Circle Journal, 2020 dann das Working Out Loud Circle Workbook. Das Circle Workbook gibt es aber nicht mehr als PDF oder Buch offen zu kaufen, sondern nur noch in einer Flipbook-Version online.

Ich hatte mal einen Versionsvergleich der Versionen 4.51 bis 7 gemacht. Über die Versionen hat sich das Design und das Format (PDF->Flipbook) stark verändert. Natürlich haben sich auch einige Übungen und Links verändert, die Grundstruktur des Lernprogramms ist aber seit Version 4.51 recht stabil geblieben. Da die Version 4.51 in sehr vielen Sprachen und der Creative Commons Lizenz verfügbar war, habe ich diese bei uns im Wiki mit Links auf archive.org archiviert, eine weitere Quelle ist das WOL.wiki von Magnus Rode (wichtig: falls ihr in den alten Versionen auf kaputte Links stoßt, müsst ihr euch die selber raussuchen :-)

Die Depublikation des WOL Blogs

Letzte Woche hat dann mein Linkchecker-Tool gemeldet, dass Links auf "workingoutloud.com/blog/..." nicht mehr funktionieren. Eine kurze Recherche ergab, das John seine Webseite neu gestaltet hat (sieht sehr schick aus) und dabei aber die über 400 Blogs offline genommen hat. Ich dachte zunächst, das sei ein technischer Fehler, aber es scheint wohl so, dass der Blog offline bleibt. Nicht gut.

Wie kann man mit einem WOL Mindset auf so eine Idee kommen? In dem Blog ist ein großer Teil der "Narration", wie es zu den WOLCG kam und welche Einflüsse und auch Fehltritte es gab. Es gibt vom W3C die schöne Regel Cool URIs don't change, die sollten alle Blog-Betreiber_innen beherzigen. Jetzt laufen viele Links auf Webseiten, Blogs und Intranets ins Leere und viele Inhaltsverantwortliche müssen Frage beantworten, warum denn die Links nicht mehr funktionieren. Auch nicht gut.

Glücklicherweise gibt es einen recht einfachen Weg, die Blog-Inhalte zumindest in das persönliche Archiv zu bringen. Der Dienst archive.org archiviert alle Seiten im Internet. Mit dem Ruby-Skript wayback-machine-downloader kann man sich ganze Websites von archive.org ziehen. Eine Befehlszeile und wenige Minuten später hat man alle Inhalte des Blogs auf seiner Festplatte liegen (wichtig: die darf man aus Urheberrechtsgründen natürlich NICHT im Internet veröffentlichen). Falls Interesse besteht, dass ich zeige wie das geht, kann ich gerne mal eine Session dazu machen.

Die neuen WOLCG Terms of Use

Die gerade angekündigten neuen Terms of Use (ToU) lassen die Verwendung der WOLCG Guides außerhalb von WOL Programmen oder Lizenzen jetzt überhaupt nicht mehr zu:

Effective February 15, 2022, access to WOL Workbooks will only be offered as part of a WOL program or license.

Es soll zwar immer wieder offene Programme und Pro-Bono-Lizenzen geben, aber die selbstgesteuerte Verwendung der WOLCG in einem Circle ist ab jetzt nicht mehr möglich. Für Unternehmen gibt es zwar über das WOL Circles Programm die Möglichkeit, die Inhalte für interne Nutzung zu lizensieren, mit einem Einstiegspreis von € 5.000,-/Jahr für 25 Personen dürfte aber die Einstiegsbarriere insbesondere für Graswurzelbewegungen sehr hoch liegen (Vergleich: Kauf eines 200-seitigen Buchs für € 200,-).

Das schrittweiße Schließen des WOLCG-Ansatzes zusammen mit der Depublikation der Blogs und den neuen Terms of Use hat mich zu der Phrase "Rolle Rückwärts" im Titel dieses Blogs bewogen, denn in Bezug auf die ursprüngliche Idee von Working Out Loud werden da nach meinem Gefühl (und jeder kann dazu gerne andere Gefühle haben) einige der WOL Werte nicht mehr gelebt (z.B. Visible Work, Growth Mindset->Develop an open curious approach). Aber wie Katha ganz richtig auf Twitter schreibt, die WOLCG sind John's Baby und er muss entscheiden, wie er es aufzieht. Auch wenn das nicht allen von uns passt.

Der offene Weg von lernOS & Co.

Ich selber war in der WOL Bewegung ja auch von Anfang an mit dabei. Nach vielen eigenen Zirkeln hatte ich versucht unter dem Label WOL+ meine Ideen und Verbesserungsvorschläge zum Lernprogramm in die Community einzubringen (s.a. Blogs zu WOL+ Canvas oder WOL+ - What happens after a WOL Circle?).

John bat mich damals allerdings, den Begriff WOL nicht dafür zu verwenden, da er von ihm geschützt und seinen eigenen Inhalten vorbehalten ist. Von der Session "In Search of a WOL Business Model" auf dem Knowledge Jam am 24.11.2016 bis zu einer Videokonferenz mit John im Juni 2018 habe ich immer wieder versucht, John von den Vorzügen eines offenen Geschäftsmodells im Stile von WordPress & Co. zu setzen. Leider ohne Erfolg.

Die Bemühungen habe ich dann wegen geringer Aussicht auf Erfolg eingestellt und unsere bis dahin erstellten WOL+ Inhalte in die Entwicklung des lernOS für Dich Leitfadens einfließen lassen. Dort haben wir zunächst im Lernpfad "Offenheit & Vernetzung" (ursprünglich noch WOL Lernpfad genannt) die Übungsfolge aus den WOLCG leicht modifiziert nachgebildet, den Lernpfad dann aber nach und nach an die ursprünglichen Ideen zu Working Out Loud wie oben beschrieben angepasst.

Der lernOS für Dich Leitfaden steht -wie alle anderen lernOS Leitfäden auch- unter der sehr offenen Creative Commons CC BY Lizenz. D.h. ihr könnt die Inhalte verwenden (auch kommerziell), verändern und natürlich auch in euer Intranet kopieren. Alle Inhalte (auch Grafiken) sind auf GitHub in bearbeitbaren Formaten vorhanden. Wenn ihr uns nicht traut? Kein Problem, ihr könnt euch die Releases als ZIP-Dateien herunterladen oder die Repos forken. Sollten wir die lernOS Inhalte mal depublizieren, habt ihr eure eigenen Kopien. Aber das werden wir nicht.

Kleiner Veranstaltungshinweis noch am Ende: auf der lernOS Convention am 05./06. Juli 2022 (#loscon22) werden wir ein Inhaltspakete vorstellen, mit dem man eine lernOS Anlaufstelle im eigenen Intranet (z.B. SharePoint Online Websites, Confluence) schaffen, das selbstorganisierte Lernen in Learning Circles fördern und eine Community dazu aufbauen kann. Auf der loscon22 werden wir natürlich auch über WOL und das WOL Circle Workbook sprechen. Alle Anwender_innen der WOLCG (egal welcher Version) sind herzlich willkommen. We're open, all creatures welcome!

KEEP CALM & LEARN ON!

Im letzten Blog habe ich vom Dillemma hybrider Veranstaltungen geschrieben und es sind einige tiefgründige Kommentare eingegangen. Auf Linkedin habe ich gestern einen Beitrag von Sabine zu den ersten Messen dieses Jahr kommentiert. Sie schreibt von leeren Hallen, wenigen Leuten in den Vorträgen, aber vielen online dabei (Faktor 10!).

Ich war vor kurzem mit Karlheinz auf der Messe Learning & Developlement Pro in München und wir haben dort eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht (Blog von Karlheinz). Auf der Messeflächee waren so wenig Menschen unterwegs, dass keine einzige(!) Barcamp-Session zustande gekommen ist. An dem hybriden CLC-Tisch (Podcast-Tisch mit Jitsi-Konferenz parallel). Dort kamen immerhin 3 Sessions zu stande mit im Schnitt 7 Teilnehmer_innen (3 vor Ort, 4 Remote).

Aber ich möchte in diesem Beitrag von einer anderer Erfahrung berichten. Ich habe mich die Tage vor der Fahrt nach München schon darauf gefreut, mal zwei Tage ohne Termine, ohne Videokonferenzen und ohne vorgegebenem Programm zu haben. In Zeiten der verteilten Zusammenarbeit folgt ja oft eine Videokonferenz der anderen und man muss oft dafür kämpfen, dass zumindest die Mittagszeit frei von Terminen bleibt (insbesondere in den internationalen Projekten).

So habe ich dann auch die beiden Tage vor Ort erlebt: man konnte sich treiben lassen, mal hier mal da mit jemand reden, einen Kaffee trinken und zusammen was essen. Wir saßen an unserem Stand (Tisch) und immer wieder ist jemand online oder offline vorbeigekommen und man konnte einen Plausch halten. Von den Ständen und den Vorträgen vor Ort habe ich gar nichts mitbekommen, das kann ich mir später auch noch ansehen.

Im Innovationsmanagement wird oft gesagt, die besten Ideen hat man nicht auf der Arbeit, sondern unter der Dusche oder beim Spazieren gehen. Das liegt meiner Meinung nach weniger daran, dass die Dusche ein besonders kreativer Ort ist, sondern, dass man dort keinen Druck hat und die kognitive Leistungsfähigkeit nicht anderweitig in Anspruch genommen wird.

Aus dem Blickwinkel kann man Offline-Messen und -Konferenzen als "professionelle Freizeit" sehen, in der wir gemeinsam ungeplante Zeit verbringen, die sich dann mit neuen Ideen und kreativen Einfällen füllen kann. Mit Karlheinz habe ich z.B. auf Hin- und Rückfahrt über viele Ideen für die Corporate Learning Community 2022 gesprochen, kommende Woche treffen wir uns und planen einige der Idee ein.

Das Dilemma in Organisationen wird sein, dass man keine Reisefreigabe für solche professionelle Freizeit bekommt. Es wird also das Aussteller- und Vortragsprogramm weiterhin brauchen (obwohl das genau so gut online abbildbar wäre), weil sonst viele Leute nicht kommen dürfen.

In unserem adidas Learning Campus Projekt hatte ich mit einem Manager gesprochen, der dafür einen sehr nützlichen Gedanken hatte. Sinngemäß hat er gesagt, dass es in der Sport- und Trainingslehre völlig klar ist, dass es Trainings- und Wettkampfphasen gibt und dass es nach Belastungs- auch Entlastungsphasen geben muss. Seiner Meinung nach versucht man in der Wirtschaft, 40 Stunden in der Woche und 52 Wochen im Jahr Marathon zu laufen. Und das geht nicht (ohne die Mitarbeiter_innen auszubrennen).

Idee: nach Phasen mit anstrengenden Projekten bewusst mal eine Woche professionelle Freizeit einplanen. Die Zeit kann man nicht nur für Messen und Konferenzen verwenden, sondern sich vielleicht auch mal in einer Unterkunft in der Natur einmieten, Themen und Neuigkeiten besprechen, gemeinsam reflektieren und neue Ideen spinnen. Kursierende Begriffe wie "Workation" und "Wollidays" deuten darauf hin, dass es solche Modi auch heute schon gibt.

Was haltet ihr von dem Gedanken?

Fast zwei Jahre mit digitalen, hybriden und jetzt auch wieder (kleinen) Veranstaltungen vor Ort liegen hinter uns. Aktuell wird zwar sehr viel über hybride Veranstaltungen gesprochen, ich sehe aber aus meinen Erfahrungen heraus ein großes Dilemma, dass ich in diesem Blog-Beitrag mal umreißen will.

Im ersten Schritt beschreibe ich mal, welche Elemente wir bei der Planung von Veranstaltungen wie Konferenzen, Un-Konferenzen (Barcamps, Open Spaces, etc.), Hackathons usw. mit einbeziehen. Mit kleinen Modifikationen kann man das Modell beispielsweise auch für Messen oder den Hochschul-Betrieb anwenden. Bei der Planung unterscheiden wir im Modell auch nicht, ob es sich um öffentliche oder interne Veranstaltungen handelt.

Vor Ort stattfindenden Veranstaltungen ist gemeinsam, dass die Teilnehmer_innen anreisen und untergebracht werden müssen. Die Anreise erfolgt i.d.R. im Auto (individuell oder in Gruppen) oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn. Bei international stattfindenden Veranstaltungen muss zusätzlich auch geflogen werden. Die Unterbringung kann z.B. in Hotels/Pensionen, gemeinsam in temporären Mietwohnungen (Airbnb, Couchsurfing & Co.) oder bei Freunden erfolgen.

Auch die Veranstaltungsorte unterscheiden sich konzeptionell meiner Erfahrung nach wenig. Man Betritt die Veranstaltung über eine Lobby, in der meist auch ein Checkin vorhanden ist. Dort gibt es dann ein Plenum (bei großen Veranstaltungen/Messen mehrere Plena), in das für Eröffnung und Keynotes alle passen. Für kleinere Vorträge oder die Session bei Barcamps gibt separate Räume (meist 5-10). Für das leibliche Wohl in Mittags- und Kaffeepausen wird in einem oder mehren Gastrobereichen gesorgt. Bei mehrtägigen Veranstaltungen gibt es eine Abendveranstaltung z.B. mit Conference Dinner oder Party für den informellen Austausch in lockerer Runde.

Ein zentrales Element von Veranstaltungen ist, auch wenn das oft gar nicht bewusst wahrgenommen wird, was man im englischen den "Hallway Track" nennt. Das ist der oder die Gänge, die die einzelnen Orte der Veranstaltung verbinden. Dort befinden sich immer Leute, sprechen miteinander, trinken einen Kaffee zusammen und vernetzen sich (in einem früheren Blog habe ich das mal als die "Zwischenräume" einer Veranstaltung bezeichnet). Tim beschreibt das in seinem Blog so:

But what exactly is a hallway track? The phrase is a reference to conferences having different tracks of presentation content. For example, there might be a series or track of discussion on one topic (e.g., security, networking, storage or community), or a series of lightning talks or birds of a feather sessions. These are formal sessions in reserved rooms, taking place at specific times on the official schedule. The hallways in the event center are filled with people moving between these formals sessions, and they naturally start mixing and mingling with each other. This usually leads to some fascinating unscheduled conversations. These informal discussions form the so-called “hallway track.”

Dass der Hallway Track ein sehr bedeutender Ort ist kann man auch daran sehen, dass dort oft die Sponsoren (bei kommerziellen Konferenzen und Messen) oder die Poster Sessions (bei wissenschaftlichen Konferenzen) platziert werden. Bei der Planung von Online-Veranstaltungen haben viele Veranstalter diesem Hallway Track keine oder kaum Bedeutung beigemessen. Der Bereich wurde nicht oder nur lieblos gestaltet.

Jetzt komme ich zu dem Dilemma, das ich für die Zukunft von öffentlichen und internen Veranstaltungen sehe:

  1. Lessons Learned: Wir haben gelernt, dass Plenum, Vorträge, Barcamp-Sessions und Messestände online mit Videokonferenzen sehr gut abgebildet werden können, dafür brauchen wir eine Zusammenkunft vor Ort nicht mehr.
  2. Mehrwert 1: Für die Teilnehmer_innen fallen bei Online-Veranstaltungen mehrere Werte der Veranstaltung weg: 1.) die gemeinsame Anreise mit Bekannten und Kollegen 2.) die gemeinsame Unterkunft mit Frühstück, Hotelbar & Co. 3.) die vielen informellen und zufälligen Begegnungen im Hallway Track, der Gastronomie und der Abendveranstaltung. Sie sind damit auch nicht mehr bereit, hohe Eintrittspreise zu bezahlen (bei kommerziellen Veranstaltungen).
  3. Mehrwert 2: Für die Sponsoren (bei kommerziellen Veranstaltungen) fällt die Platzierung am Hallway Track und damit ihre Kommunikations- und Verkaufschancen weg. Sie sind damit dann nicht mehr bereit, teure Sponsoring-Pakete zu kaufen.
  4. Tools als Ersatz: Technolgien wie Remo, Wonder, Workadventure & Co. zwar versuchen, einen Ort wie den Hallway Track nachzubilden, kommen dabei aber an die Vor-Ort-Variante bei weitem nicht heran. Ich sehe aktuell auch keine Technologien, die das zu leisten vermögen.

Was denkt ihr dazu? Was sind Wege und Möglichkeiten, dem Dilemma zu begegnen? Welche Erfahrungen habt ihr dazu in der Praxis gemacht? Wer mag dazu in den Kommentaren Gedanken und Ideen beisteuern?

 

Vom 09.-10. September 2021 findet die 1,5-tägige Herbst-Ausgabe des Corporate Learning Camp 2021 online statt (Preis: 25,-, Tickets über Xing Events). Nach den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen in Bayern können in der Cogneon Akademie in Nürnberg maximal 10 Personen gleichzeitig vor Ort sein (Schutz- und Hygienekonzept). Diese Gelegenheit wollen wir nutzen und uns parallel zum Online-Barcamp auch mal wieder persönlich zu treffen, uns auszutauschen und an der Veranstaltung teilzunehmen.

Wie wird das organisatorisch aussehen? An vielen Stellen wird aktuell über Konzepte für hybride Veranstaltungen nachgedacht und erste Ansätze in der Praxis erprobt. Wir wollen insbesondere drei Szenarien testen und Erfahrungen sammeln:

  1. Individuelle Sessionteilnahme (leicht): jeder nimmt an den Sessions teil, die ihn/sie am meisten interessieren. Dafür verteilen wir uns über die Akademie. Das ist das einfachste Szenario, weil es im Kern so ist, als ob jeder vom Home Office teilnimmt ... nur dass wir uns zwischen den Sessions austauschen und einen Kaffee zusammen trinken können.
  2. Gemeinsame Sessionteilnahme (mittel): wir suchen uns eine Session aus, an der wir vom Coworking Space der Akademie gemeinsam teilnehmen. Wir nutzen zwei Bildschirme (einen mit Inhalt, einen mit Remote-Teilnehmer_innen) und eine Videobar (Logitech Meetup) für die Teilnahme. Das Szenario ist mittelschwer, da der Schwerpunkt der Interaktion in der Videokonferenz liegt.
  3. Vor-Ort-Session mit Remote-Teilnahme (schwer): die Session zur neuen Version des lernOS für Organisationen Leitfadens (erscheint kurz vor dem clc21) machen wir in Form einer Fishbowl-Diskussion. Vor Ort wird der Kreis gebildet, andere Vor-Ort- und/oder Remote-Tln. können den freien Platz im Fishbowl einnehmen und mitdiskutieren. Dieses Szenario ist schwer, weil es höhere Anforderungen an die Kamera-Ausstattung und die individuelle Mikrofonierung stellt.

Hinweis: wir gehen davon aus, dass alle Vor-Ort-Teilgeber_innen ein eigenes mobiles Endgerät (mindestens Tablet, besser Laptop) und ein Headset (z.B. Jabra Evolve2 65) mitbringen. Wenn Ausstattung nicht vorhanden ist, können wir einiges an Equipment zum Testen verleihen (s.a. Multimedia Schrank).

Wer kann vor Ort teilnehmen? Neben einem kleinen Team von Cogneon (2 Personen) können wir maximal 8 Gäste willkommen heißen. Wer teilnehmen kann:

  • Verantwortliche oder Gestalter_innen des organisationalen Lernens IN Organisationen
  • Vor-Ort-Teilnahme am Barcamp-Tag (10.09.) ganztags, gerne auch am Nachmittag des Vortags und bei der Abendveranstaltung (09.09.)
  • Bereitschaft im Nachgang ein kleines Formular mit den Erfahrungen zur hybriden Teilnahme auszufüllen (Ergebnisse stellen wir bereit)

Hinweis: zum Schutz des Klimas empfehlen wir keine Anreisen mit Strecken >75km. Es empfiehlt sich in jedem Fall eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da wir Pandemie-bedingt keine Parkplätze an der Akademie bereitstellen können.

Wie kann ich teilnehmen? Einfach dieses Formular ausfüllen, wir melden uns dann Anfang September mit allen Details.

Am Freitag den 23. Juli 2021 habe ich eine zweistündige Making-of lernOS Convention 2021 angeboten und darin Erklärt, wie wir die Organisation der loscon21 gemacht haben, welche Plattformen wir verwendet haben, welche Hard- und Software auf der Bühne zum Einsatz kam und was wir alles für die Dokumentation und Nachbereitung gemacht haben. Ein bisschen haben wir auch darüber gesprochen, was wir uns für die loscon22 vornehmen, um "perfectly hybrid" zu werden.

Die Aufzeichnung der Making-of loscon21 Sesssion ist auf Youtube verfügbar. In der Beschreibung des Youtube-Videos findet ihr auch Kapitelmarken, mit denen ihr direkt zu den Stellen springen könnt, die euch interessieren.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Die lernOS Convention 2021 findet vom 24.-25. Juni 2021 unter dem Motto „Agil trifft Lernende Organisation“ als Online-Ausgabe mit Abendveranstaltung statt. Wir freuen uns auf eineinhalb großartige Veranstaltungstage mit unseren Redner_innen, Moderator_innen, Session-Owner, Supportern, dem Orga-Team und natürlich allen Teilnehmer*innen.

Alle Informationen sind auf der Webseite zu finden, aktuelle Ankündigungen, Tipps und Highlights posten wir auf Twitter. Das Orga-Team erreicht ihr über den Kanal in unserem Slack-Netzwerk (Beitrittslink).

loscon21 Erklärbär-Video

Unser loscon21 Erklärbär-Video fasst die Infos dieses Blogs nochmal übersichtlich in einem Screencast zusammen:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Update 17.06.2021: die Aufzeichnung der loscon21 Vorab-Webkonferenz am 17.06.2021 findet ihr auf YouTube (Dank Kdenlive und Auphonic konnten wir die F***Ups etwas ausbügeln ;-)

Dabei sein

Für die Teilnahme an der loscon21 benötigt ihr ein Ticket, mit dem ihr Zugang zur loscon21-Online-Veranstaltungsplattform und damit zum kompletten Programm der erhaltet. Unser Ticket-Shop ist auch für Kurzentschlossene auch noch bis zum 25. Juni geöffnet.

loscon21.venueless.events: Unsere Online-Veranstaltungsplattfom

Auf loscon21.venueless.events übertragen wir das Programm der . Zugang zur Online-Veranstaltungsplattform erhaltet ihr mit eurem Ticket auf pretix. Oben auf dem bezahlten Ticket findet ihr den Link:

Auf der Plattform findet ihr die Bühne mit Livestream, die Workshop-Räume für die Sessions und ihr könnt euch mit anderen austauschen und vernetzen. Der Infodesk ist die Anlaufstelle bei Fragen und Problemen aller Art. Auf unserer Insel könnt ihr euch frei bewegen, zu den Assemblies gehen und auf zufällige Begegnungen und Gespräche freuen.

Programm

Das komplette Programm mit allen Programmpunkten der findet ihr hier. Die Sessions und Workshops für Freitag planen wir im Barcamp-Modus am Morgen. Ihr könnt über den Call for Participation auch schon vorab Vorschläge für Sessions, Workshops und Lightning Talks einreichen.

Merch

Im #loscon21 Shop auf Spreadshirt könnt ihr euch mit Shirts, Sticker und Tassen für die Veranstaltung eindecken. Bestellt rechtzeitig, dass die Lieferung noch vor der Veranstaltung klappt.

Technik

Für die Teilnahme an der müsst ihr keine zusätzliche Software, die Teilnahme kann komplett über den Browser erfolgen. Für gutes Gelingen empfehlen wir aktuelle Versionen von Chromium, Chrome oder Firefox.

 

Wir freuen uns auf euch!
Das Orga-Team
Laura, Susann, Benedikt, Karlheinz, Magnus, Simon

Um zu testen, ob wir die Idee eines Audio-only Barcamps in unserer Infrastruktur umsetzen können, machen wir am Donnerstag 28.01.2021 von 11:00-12:00 Uhr einen Lasttest. Wir wollen mit mindestens einer dreistelligen Anzahl von Nutzer*innen auf unserem Audio-Chat-Server Comble testen. Wer Lust und Zeit hat ist herzlich eingeladen. Ihr könnt gerne auch noch Kolleg*innen dazu einladen. In diesem Blog findet ihr die Beschreibung, wie ihr am Lasttest teilnehmen könnt. Fragen gerne unten in die Kommentare schreiben.

Update: Ergebnis des Lasttests

Alles in allem hat der Lasttest sehr gut funktioniert, wir konnten die Agenda wie geplant durchführen und es gab keine größeren Probleme. Es waren etwas über 40 Personen beim Lasttest dabei. Die Serverkonsole hat zeitweise eine Auslastung von 150% angezeigt, es gab aber keine Aussetzer oder Abstürze. Für das audiobc21 werden wir den Server temporär noch 1-2 Stufen aufstocken.

Ergo: das audiobc21 Audio-only BarCamp wird stattfinden.

Aufzeichnung des Lasttests (links die Server-Konsole mit den KPIs, rechts COMBLE, Video ist im Zeitraffer, 10 Minuten = 2 Stunden):

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Erfahrungen aus dem Lasttest:

  • Bei Nutzung von Push-to-Talk müssen erst die Pegel eingestellt werden, damit das Mikrofon sinnvoll aktiviert wird.
  • Nach Installation von Mumble auf dem Mac erscheint eine Sicherheitsmeldung nach dem Start. Über Einstellungen->Sicherheit muss der Start von Mumble erst bestätigt werden.
  • Im Chat werden sehr viele Nachrichten angezeigt (Raum betreten/verlassen, Muten/Unmuten etc.). Diese Kann man in den Einstellungen manuell deaktivieren, schön wäre an Tln. eine Standardeinstellung zu verteilen.
  • Ein Screencast mit der Ersteinrichtung von Mumble auf einem Rechner und einem Smartphone wäre hilfreich.
  • Beim Saalmikrofon wäre es gut, wenn die Personen in der Reihenfolge des "Anstellens" angezeigt werden würden, aktuell geht es nach dem Alphabet (Simon prüft)

Als nächster Schritt wird eine Terminabstimmung an alle Tln. und auf Twitter bereitgestellt, mit dem wir den genauen Termin des Camps festlegen (Ende März/Anfang April).

Termin für das audiobc21 ist der 29.04.2021 (10-17 Uhr), außerdem wird es ein "Get Together" am Vorabend geben. Es haben sich einige Leute gefunden, die aktiv im Orga-Team mitwirken wollen. Wer noch dabei sein mag, einfach bei mir melden oder im Kanal in unserem Slack aufschlagen.

VORAUSSETZUNGEN

Ihr braucht einen Mumble-Client für die Teilnahme, am besten schon einige Zeit VOR dem Lasttest installieren. Diesen gibt es für alle Plattformen (etwas ausführlichere Dokumentation und Links in COPEDIA:

  • Download für Windows, Mac und Linux
  • iOS App: Mumble, Mumblefy (kostenpflichtig € 5,49, sonst habt ihr Werbung im Audio)
  • Android App: Plumble, Mumla
  • TIPP: wer auf Windows keine Software installieren möchte/darf, kann sich auch die Mumble Portable Version herunterladen
  • TIPP: in Mumble sollte man die Push-to-Talk-Funktion aktivieren, damit man nur beim Drücken einer Taste zu hören ist (vermindert Störgeräusche)
  • TIPP: die nervigen Audio-Ansagen kann man im Menü abschalten (Text-to-Speech)

EINWAHL

In Mumble müsst ihr einen Server mit folgenden Zugangsdaten hinzufügen und euch dann mit dem Server verbinden (geht zum Testen ab jetzt schon):

  • Adresse: meet.cogneon.de
  • Port: 64738
  • Benutzername: kann frei gewählt werden (am besten vornamenachname, Sonderzeichen sind nicht erlaubt)
  • Passwort: audiorocks

ABLAUF

  • 10:30 Uhr: ab jetzt ist jemand in der Lounge, ihr könnt euch schonmal einwählen und Fragen stellen/testen.
  • 11:00 Uhr: Begrüßung und Einführung in COMBLE und die Idee des Audio-only Barcamps.
    • Bitte kommt pünktlich um 11:00 Uhr in den Raum „Publikum“ im Plenum.
    • Die Idee des Audio-only Barcamps kurz erkärt
    • Der Ablauf heute (wichtigstes Ziel: Lasttest, Diskussion geeigneter Audio-Session-Formate, Anlegen temporärer Räume)
    • Die wichtigsten Funktionen von Mumble:
      • Hinweis: nicht alle Funktionen der Desktop-Anwendung sind in der mobilen App verfügbar
      • Tipps: Text-zu-Sprache deaktivieren, Anzahl der Benutzer je Kanal anzeigen (Einstellungen->Benutzerinterface)
      • Raumwechsel mit Doppelklick auf dem Raumnamen
      • Mute/Unmute manuell oder per Push-to-Talk (PTT)
      • Taub-schalten: wenn man sich kurz ausklinken will, kann man sich selber "taub" (deaf) stellen
      • Personen stumm stellen: per Rechtsklick auf einer Person, kann man diese für sich stumm stellen (nicht für andere) oder deren Lautstärke anpassen
      • Textchat im Raum und privat mit einzelnen Personen
      • Profil: über Avatar und Kommentar könnt ihr euch ein Miniprofil erstellen (wird per Mouse-over angezeigt)
  • 11:30 Uhr: Diskussion in 7 Kleingruppen
    • Welche Arten von Sessions eignen sich für ein Audio-only Barcamp?
    • Dokumentieren eure Ideen bitte in diesem Pad.
  • 11:45 Uhr: Gemeinsamer Abschluss
    • Was gefällt euch gut?
    • Gab es Probleme, was können wir besser machen?
  • 11:55 Uhr: Test des Anlegens eigener Räume
    • Klickt mit der rechten Maustaste auf die Lounge und legt einen temporären Raum an (Achtung: geht nur in Desktop-Anwendung, nicht in der mobilen App)
    • Gebt dem Raum einen sprechenden Namen (z.B. Thema, über dass ihr gerne sprechen wollt, oder einfach Walk&Talk), keine Sonderzeichen erlaubt
    • Wenn die letzte Person den Raum verlässt, schließt er sich automatisch (deswegen: temporär)
  • 12:00 Uhr: Ende des Lasttests (Zugang funktionier noch bis 28.01. EOB).

FAQ

Einige schon gestellte Fragen beantworte ich an dieser Stelle gleich:

  • Welche technische Ausstattung brauche ich?
    Ein Desktop-Computer, Smartphone oder Tablet mit einem Mumble-Client darauf. Für gute Audio-Qualität ein Headset oder zumindest einen Kopfhörer.
  • Geht es auch mit dem iPad?
    Ja, einfach die iOS App aus dem App Store installieren.
  • Ist die Nutzung direkt im Browser möglich?
    Nein, für die Nutzung von Mumble braucht ihr eine Desktop- oder Mobile-App.
  • Kann ich auch mobil teilnehmen?
    Ja, klar! Wir finden sogar, dass es eine gute Idee ist, am Audio-only Barcamp unterwegs, im Wald, beim Spazieren gehen, beim Wandern etc. teilzunehmen. In Videokonferenzen waren wir jetzt alle oft genug😉

Vom 29.-30. Oktober findet das nächste Corporate Learning Camp 2020 statt und in diesem Rahmen wir die Aktion stattfinden. Dabei werden wir das Spiel Minetest für einen Wettbewerb verwenden, in dem Teams ihren Lernraum 2025 bauen können. Am 29.10. um 15:00 Uhr gibt es eine Session zur Einführung. Ihr könnt aber jetzt schon anfangen, Gruppen zu bilden, Lernräume zu bauen und zu beschreiben. Alles was ihr dafür wissen müsst, ist in diesem Blog-Beitrag beschrieben.

Hinweis: am Freitag 23.10. von 14:30 Uhr machen wir die zweite Testsession (Aufzeichnung der Testsession am 16.10.). Wir treffen uns direkt in Minetest und nutzen den Sprachkanal "cl20crafting/allgemein" auf dem Discord-Server der Akademie (Beitrittslink siehe Schritt 1).

SCHRITT 1: Dem Discord Server beitreten

In Online-Spielen gibt es meist nur Text-Chat und keinen Audio-Chat. Will man sich im Spiel live unterhalten, muss man den Audio-Chat außerhalb des Spiels organisieren. Dafür kommen z.B. Mumble, Teamspeak und Discord zum Einsatz. Bei cl20crafting verwenden wir den Discord-Server der Cogneon Akademie.

  1. Über diesen Beitrittslink kannst du unserem Discord Server beitreten. Discord kann man auf dem Smartphone oder dem Computer verwenden.
  2. Auf Discord haben wir eine Kategorie "clc20crafting" angelegt. Dort gibt es den Text-Kanal "allgemein" für allgemeine Ankündigungen, Fragen und Tipps. Außerdem gibt es mehrere Sprachkanäle für die Kommunikation im Spiel. Dort findet ihr auch die Zugangsdaten zum verwendeten Minetest-Server.

SCHRITT 2: Gruppen bilden

Ziel von cl20crafting ist es, bis zum Abendprogramm des Corporate Learning Camp am 29. Oktober 2020 gemäß des Corporate Learning Jahresthemas "Lernräume gestaltet" die Vision eures perfekten Lernraums 2025 im Spiel Minetest zu bauen. Mitmachen kann man nur als Team, nicht als Einzelperson.

  • Suche dir Mitstreiter*innen, die gemeinsam im Team mit dir einen Lernraum 2025 bauen wollen.
  • Gemäß den Empfehlungen zur Teamgröße im Scrum Guide sollte die Gruppe nicht größer als 9 Personen sein, da sonst die Koordination zu aufwändig wird.
  • Nutzt dieses COPAD, um alle Gruppenmitglieder einzutragen. Wenn ihr wollt, könnt ihr eurer Gruppe auch einen coolen Namen geben, lasst die Nummern im Pad aber bestehen, damit die Zuordnung zu den Arealen im Minetest klar ist.
  • Gemäß den Tuckman Stufen der Teamentwicklung "forming, storming, norming, performing" durchläuft ein Team mehrere Phasen, bis es richtig produktiv ist. Macht zum "Formung" ein kleines Auftakttreffen zum Kennenlernen (z.B. als Videokonferenz) und plant eure Vorgehensweise. Stellt dabei sicher, dass alle Teammitglieder sich in Minetest bewegen können.

SCHRITT 3: Minetest installieren

Minetest ist ein Spiel, das dem bekannten Minecraft sehr ähnlich ist. Minetest ist kostenlos und für Windows, Mac, Linux und Android verfügbar. Um bei cl20crafting mitzumachen, musst du dir Minetest auf deinem Computer installieren.

  • Lade dir Minetest von der Webseite minetest.net unter Download herunter und installiere es.
  • Windows: die Heruntergeladene ZIP-Datei musst du auf deinem Rechner entpacken (rechte Maustaste auf der Datei). Im Unterordner "bin" findest du die Datei "minetest.exe", die du per Doppelklick öffnen kannst.
  • Mac: am einfachsten kannst du Minetest über Homebrew installieren. Dafür den Befehl "brew install minetest" in den Terminal eingeben.
  • Android: Achtung, hier ist die Bedienung etwas anders, als auf dem Computer.
  • Das Minetest Wiki bietet viele Informationen zum Spiel. Wenn ihr noch nie Minetest oder Minecraft gespielt habt, solltet ihr vielleicht das Minetest Tutorial einmal durchspielen. Das Tutorial bringt einem die grundlegende Spielmechanik bei.

SCHRITT 4: Die ersten Schritte in Minetest

Zunächst musst du mal lernen, dich in Minetest zu bewegen. Wer andere Computerspiele kennt, wird sich hier vermutlich schnell zurecht finden. Ansonsten muss man das ein kleines bisschen üben. Für die Bewegung nutzt man Tastatur und Maus (oder Trackpad).

  • Mit den vier Tasten W, A, S und D bewegst du dich vorwärts, links, rückwärts und rechts
  • Mit der Maus steuerst du deine Blickrichtung. In Kombination mit der Taste W verwendest du die Maus, um die in Minetest zu bewegen
  • Mit der linken Maustaste nutzt du deine Hand (siehst du vor dir). Hast du etwas in der Hand, nutzt du das (z.B. Essen). Achtung: wenn du deine Hand bei einem Mitspieler nutzt, schlägst und verletzt du ihn.
  • Zeigst du mit der Maus auf einen Gegenstand und drückst die rechte Maustaste, verwendest du den Gegenstand (z.B. eine Tür öffnen).
  • Mit der Leertaste springst du hoch.
  • Mit der Taste C kannst du deinen Blickwinkel ändern (Ich-Perspektive, von hinten, von vorne)

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

SCHRITT 5: Crafting & Bauen in Minetest

Minetest ist ein sog. Open World Spiel, d.h. du kannst im Spiel alles bauen und abbauen. Normalerweise muss man sich Werkzeuge und Objekte erst herstellen. Wir spielen aber im Kreativmodus, d.h. du hast alles in deinem Inventar schon zum Start zur Verfügung.

  • Wenn du mit der linken Maustaste in Minetest z.B. auf Erde oder Bäume klickst, baust du diese ab.
  • Die abgebaute Gegenstände landen in deinem Inventar (die Leiste unten).
  • Mit der Taste I gelangst du zu deiner Werkbank und siehst dein gesamtes Inventar.
  • Die Werkbank besteht aus einer 3x3 Matrix. Dort platzierte Gegenstände erzeugen neue Gegenstände. Aus dem Holz eines Baumes kannst du so beispielsweise eine Axt bauen.
  • Wir spielen im sog. Kreativmodus, d.h. du hast in deinem Inventar schon sehr viele Gegenstände zur Verfügung.
  • Übung: ein einfaches Haus kannst du bauen, indem du Erde abbaust und daraus ein rechteckiges Gebäude baust.

SCHRITT 6: Baut euren Lernraum 2025

Die Aufgabe beim cl20crafting ist, einen kreativen Lernraum 2025 zu bauen. Dafür bilden wir sieben Gruppen die jeweils ein eigenes Areal in Minetest bebauen können. Die Lernräume können an die echte Welt angelehnt (Gebäude, Räume) oder abstrakte Ideen sein.

  • Lest den Blog von Karlheinz zum Jahresthema 2020 "Lernräume gestalten" der Corporate Learning Community
  • Lest unsere Corporate Learning Vision 2025 aus dem MOOCathon 2017. Die vier Handlungsfelder der Vision könnten/sollten sich in eurem Lernraum 2025 wiederfinden.
  • Diskutiert im Team, welche Aspekte aus Jahresthema und Vision euch am wichtigsten sind. Die Diskussion könnt ihr gleich in Minetest führen. Trefft euch im Areal eurer Gruppe und unterhaltet euch auf Discord im Sprachkanal eurer Gruppe (zu eurem Areal kommt ihr in Minetest durch Eingabe von "/poi_jump Gruppe ", die "1" steht für die Nummer der Gruppe).
  • Überlegt euch dann, wie ihr die in Minetest an eurem Lernort umsetzen wollt.
  • Go Crafting! Baut euren Lernraum 2025 in Minetest. Verwendet dafür Naturmaterialien und die Gegenstände aus dem Inventar.
  • Dokumentiert euren Lernort. Dafür könnt ihr in Minetest Schilder (signs) oder das Wiki verwenden. In das Wiki kommt ihr über den Wiki-Block, der in jedem Gruppen-Areal platziert ist. Im Wiki hat jede Gruppe eine eigene Seite zum Dokumentieren.

SCHRITT 7: Am cl20crafting Wettbewerb teilnehmen

Im Rahmen des Abendprogramms des Corporate Learning Camps am 29.10.2020 kann jede Gruppe ihren Lernraum 2025 kurz vorstellen. Eine Publikumswahl bestimmt die Sieger des Wettbewerbs.

  • Im Rahmen des Abendprogramms des clc20da haben alle Gruppen die Möglichkeit, ihren Lernort 2025 in Minetest vorzustellen und zu erklären (Uhrzeit steht noch nicht fest).
  • Die Vorstellung werden wir live streamen, damit auch Nicht-Minetest-Spieler*innen zuschauen können.
  • Alle Zuschauer*innen können dann abstimmen, an welchem der gezeigten Lernorte sie 2025 am liebsten lernen möchten.
  • Die Gewinnerteams bekommen viel Lob und Ehre und ein Siegerfoto auf dem Treppchen an der Akademie.

FAQ

Hier sammeln wir alle Fragen und Antworten zu cl20crafting, die uns oft gestellt werden. Bookmarkt euch diese Seite am besten, damit ihr sie schnell im Zugriff habt. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr diese gerne auch unten in die Kommentare schreiben.

Vor einiger Zeit war das Thema Gamification (auch Spielifizierung) ein Trend in der betrieblichen Weiterbildung. Gemäß der Definition in der Wikipedia ist unter der Spielifizierung die Anwendung spieltypischer Elemente in spielfremden Kontexten zu verstehen.

Darüber haben wir uns in einer Gruppe bei der Abendveranstaltung beim letzten Corporate Learning Camp (#clc20hybrid) unterhalten. Im Rahmen des Sessionplans gab es tagsüber eine Session in der 3D-Welt TriCAT. Dort kann man recht einfach Lehr- und Workshop-Elemente umsetzen und sich mit einem Avatar in einer dreidimensionalen Welt bewegen. Ähnliches hatten wir beim Corporate Learning Camp im Frühjahr auch schon in Mozilla Hubs gemacht.

Nachteil dieser 3D-Welten ist, dass man mit der Welt nur in sehr geringem Umfang interagieren kann. Man hungert nicht, man kann nichts kaputt machen und nur wenig bauen. In dem Gespräch hat sich die Idee entwickelt, mal nicht ein formelles 3D-Lernmanagement-System zu verwenden und da etwas Gamification "dranzubasteln", sondern ein Spiel zu verwenden und darin eine Lernsituation einzubetten.

1. Idee: Minecraft

Die erste Idee war Minecraft, das in Schulen in Lehr-/Lernszenarien eingesetzt wird, weil fast alle Kinder das Spiel kennen. Als meine Tochter Marlene in der Corona-Pandemie von zuhause am Unterricht teilehmen musste war die Idee im Klassenchat auf Discord auch, einen Minecraft-Server für die Schule aufzusetzen. Problem war damals, dass der Server recht schwierig zu installieren war und die Spielversionen auf Windows, PS4, XBox, iOS etc. untereinander nicht kompatibel waren. Wir sind dann schließlich bei SuperTuxKart hängen geblieben.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

2. Idee: Minetest

Nach dem Gespräch beim Corporate Learning Camp habe ich dann nochmal recherchiert und bin auf das Spiel Minetest gestoßen, dass wie Minecraft auch auf der Grundidee einer offenen Voxelwelt von Infiniminer aufsetzt. Der Minetest-Server war auf unserem Jitsi-Server parallel schnell installiert und in kürzester Zeit konnte ich und Marlene mich mit dem Server verbinden und darauf spielen. Meine Entscheidung war daher schnell klar: ich will beim nächsten Corporate Learning Camp am 29. Oktober 2020 eine Session und ein Online-Spiel in Minetest anbieten.

Im Netz bin ich dann recht schnell auf das Minetest Bildungsnetzwerk gestoßen, habe Thomas dort kontaktiert und wir haben eine kurze Videokonferenz gemacht. Er hat mir die wichtigsten Tipps & Tricks aus deren Erfahrung zum Einstieg in das Lernen mit Minetest, die Serverkonfiguration und die notwendigen Erweiterungsmodule gegeben. Unser Server war schnell angepasst und ist seit letzer Woche einsatzbereit.

Jetzt geht es darum, sich zu überlegen, wie wir Minetest in das Corporate Learning Camp einbetten können. Auf unserer Community-Plattform CONNECT habe ich dazu erste Gedanken beschrieben. Das ist die grobe Idee:

  • Eine Session tagsüber, bei der ich in die Verwendung von Minetest als Lernwelt einführe und ein paar Beispiele zeige
  • Wir machen dann einen Wettbewerb zu unserem Motto "Lernräume gestalten", bei denen Gruppen ihre ideale Lernwelt zu bauen und zu beschreiben.
  • Da die Teilnehmer des CLC von zuhause aus teilnehmen und ihre Kinder als Minecraft-Expert*innen mit einbeziehen können :-)
  • Im Rahmen der Abendveranstaltung können alle Gruppen dann ihr Ergebnisse vorstelle und das Publikum wählt einen Gewinner.

Ich möchte nächste Woche eine Vorbereitungssession machen und dabei gemeinsam mit ein paar Interessierten an der Idee noch etwas feilen. Kontaktiert mich gerne, wenn ihr dabei sein wollt (Kontaktdaten unten).

Wie könnt ihr euch vorbereiten?

Wer sich vorstellen kann, bei der Session und der Aktion am Abend dabei zu sein, kann sich schonmal vorab ein bisschen vorbereiten. Wer noch nie von Minecraft oder Minetest gehört hat und sich gar nicht vorstellen kann, wie man sich in einer solchen Welt bewegt, kann sich erstmal dieses Let's Play Video ansehen:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Danach sollte man möglichst schnell ein paar Praxiserfahrungen sammeln. Dazu einige Tipps:

  • Ladet euch Minetest herunter, es ist kostenlos und für Windows, Mac, Linux und Android verfügbar. Auf Windows ist Minetest eine sog. Portable-Software, d.h. man braucht kein Administratoren-Recht, um die Software zu installieren.
  • Zum Spielen braucht man keinen Server, mit dem heruntergeladenen Spiel kann man sich schon eine Welt erzeugen und darin spielen. Außerdem wird ein Tutorial-Spiel mit installiert, das einem die Grundfähigkeiten mit einer Schnitzeljagd in einem Schloss beibringt.
  • Das Bewegen ist recht einfach: mit den Tasten WASD läuft man vor, links, zurück und rechts. Die Maus steuert die Blickrichtung und mit der Leertaste springt man. Ein Überblick über die vollständige Tastaturbelegung findet ihr im Minetest-Wiki.
  • Das Minetest Wiki bietet viele weitere Informationen für den schnellen Einstieg, unter anderem auch ein Getting Started und eine Anleitung zum Crafting.
  • Da Spiele i.d.R. nur Text-Chat und kein Audio-Chat bieten, werden wir für die Audio-Kommunikation den Discord-Server der Cogneon Akademie verwenden. Dort könnt ihr euch vorab schonmal anmelden, Anleitung dazu findet ihr in COPEDIA.

Damit müsstet ihr eigentlich ganz gut für die Minetest-Challenge auf dem Corporate Learning Camp gewappnet sein. Noch nicht angemeldet? Dann geht es hier lang!

Für das lernOS All Stars Camp (#loscamp20) vom 23.-24. Juni 2020 hatten wir eine klare Mission: wir wollten lernen, wie man die Elemente eines Barcamps oder einer anderen interaktiven Veranstaltung, die die typische Community Atmosphäre ausmachen, auch im virtuellen Raum abbilden kann.

Zu diesen Elementen gehören aus unserer Erfahrung z.B. das Treffen alter Bekannter, das Knüpfen neuer Kontakte, das zufällige Stolpern über Menschen und Themen, das Treiben lassen und nicht zielgerichtete Zuhören, das einen oft auf neue Ideen bringt und nicht zuletzt der Spaß und das gesellige Zusammensein.

Für das loscamp20 haben wir uns deswegen entschieden, nicht nur ein Videokonferenz-Tool wie Teams, Zoom oder WebEx für Plenum, Vorträge und Sessions einzusetzen, sondern haben zusätzlich mit Remo ein Werkzeug eingesetzt, das den Teilnehmer*innen das freie Bewegen in der Veranstaltung und den Austausch per Audio- und Videokonferenz an 6er-Tischen ermöglicht.

Außerdem hatten wir das loscamp20 als "24h Community-Event" angekündigt, damit die Teilnehmenden nicht nach dem letzten Programmpunkt auf die rote Taste eines Videokonferenz-Tools klicken und damit plötzlich wieder alleine sind. Es gab ein Abendprogramm ab 19 Uhr mit Konferenz Dinner, dem Online-Spiel lernOPardy (Jeopardy zu lernOS), einem Live-DJ ab 22:00 Uhr (Anhören) und einem Live-Podcast ab 23:00 Uhr (Anhören). Das hat dazu geführt, dass in Remo auch noch weit nach Mitternacht einiges los war.

Wir haben ein kurzes Video mit einer Zusammenfassung des lernOS All Stars Camp erstellt. Darin könnt ihr viele Elemente des Veranstaltungsdesigns sehen:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Angebot: uns hat das Tool Remo für den Einsatz interaktiver Veranstaltungen und virtueller Barcamps so begeistert, dass wir uns entschieden haben, die Lizenz dafür weiterhin zu behalten. Falls ihr in euren Unternehmen, Verbänden, Netzwerken etc. Lust auf eine derartige Veranstaltung habt, könnt ihr uns gerne für ein Projekt  anfragen.

Wir helfen in Veranstaltungskonzeption/-design, im Community Management und in der Veranstaltungsdurchführung z.B. mit Check-In, (Co-)Moderation, Impulsbeiträgen, Online-Podcasts/Interviews, Helpdesk und technischem Support. Wir haben in den letzten Monaten viel Erfahrung mit virtuellen, interaktiven Events gesammelt und geben diese gerne weiter.