Wie jedes Jahr fand in den vier Tagen zwischen Weihnachten und Sylvester wieder der mittlerweile 32. Chaos Communication Congress (#32c3) statt. Dieses Mal kamen mehr als 12.000 Besucher ins CCH nach Hamburg und mehr passen da auch nicht rein. Thema des Kongress war „Gated Communites“, eine Kritik an den geschlossenen Ökosystemen im Netz, die die Bequemlichkeit von Menschen ausnutzt und sie von kritischem Denken und eigenem Schaffen abhält (Botschaft: seid nicht nur Otto-Normal-Facetuber!).

Wenn in den Medien über Hacker berichtet wird, hat das oft eine kriminelle Note. Doch gerade den Sicherheitsforschern und Hackern im Chaos Computer Club (CCC) ist ihre Hackerethik sehr wichtig. Und im Prinzip ist der Kongress auch in seinem 32. Jahr noch sehr ähnlich, wie die Tagesschau schon 1984 zu berichten wusste – nur viel größer.

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Letztes Wochenende (24.-25.10) fand in Berlin das diesjährige Community Camp statt. Die als BarCamp konzeptionierte Veranstaltung zielt darauf einen Wissensaustausch von Social Media und Community Managern zu ermöglichen. Mit ca. 200 Teilnehmern war es das bisher größte BarCamp, das ich bisher besucht habe. So vielfältig die Teilnehmer und ihre Hintergründe, so vielfältig waren auch die angebotenen Sessions der zwei Tage. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Hier ein paar Impressionen der Veranstaltung:

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Meine persönliche Agenda für Tag eins startete mit einer Session „Geschäftsmodelle Youtube“. Vor dem Hintergrund unternehmensinterner Entwicklungen von Video Plattformen, war hier interessant zu erfahren, was ein gutes Video auszeichnet. Da ich persönlich jetzt auch stärker im internationalen Rollout involviert bin, besuchte ich im Anschluss eine Session zu interkulturellem Community Management. An dieser Stelle gab es eine Reihe von Aspekten, die wir in der Session diskutierten. Hier eine Liste der Themen: Sprache, Stereotypen und Vorurteile, Gestik und Mimik, Bildsprache und Symbolik, Emotionalität (Hofstede’s Distanz-Nähe Dimension), Multikulturalität, Werte und Moralvorstellungen, Minderheit und Mehrheit, Regeltreue, Zeit und Pünktlichkeit, Humor, Kanäle, Feiertage und Wochenende, Zeitunterschied, Events und Dresscode, Religion.

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Daraufhin haben Katharina Perschke von Bosch und Ich ebenfalls eine Session angeboten, in der wir das Benchlearning Projekt „Internes Community Management“ vorgestellt haben. Hier noch einmal eine Kurzbeschreibung des Projekts: Das Benchlearning-Projekt Internes Community Management (#blp15) war ein Projekt von Cogneon mit dem Ziel, die teilnehmenden Unternehmen in Bezug auf internes Community Management voneinander lernen zu lassen.. Das Projekt lief von Januar bis Oktober 2015. Hierfür wurden gemeinsam mit den Teilnehmern die drei Schwerpunktthemen „Community Ansatz“, „Community Kennzahlen und Erfolgsmessung sowie „Change Management und kultureller Wandel“ definiert. Die Ergebnisse werden in einem Benchlearning-Bericht zusammengefasst und veröffentlicht. Auf dem Abschluss-Workshop im Oktober 2015 wurde gemeinsam beschlossen, das Projekt im Jahr 2016 fortzusetzen.

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Schließlich fand am späten Nachmittag die Hauptversammlung des BVCM statt – dem Bundesverband für Social Media und Community Manager. Erwartungsgemäß fiel der Sessionplan für Tag zwei etwas kürzer aus. Hier besuchte ich die Sessions „Vorstellung Telekom Social Network“ und „Mehr Community Engagement mit Lego“.

Am 28.7.2015 fand an der Hochschule in Hof der 9. Wissenschaftstag der Europäischen Metropolregion Nürnberg (Einwohner: 3,6 Mio., BIP: > 100 Mrd.) statt. Angemeldet waren über 850 Gäste. Die Veranstaltung wurde mit einer indischen Lichterzeremonie eröffnet, ein symbolischer Akt für das Partnerland der Hochschule Indien. Traditionell rotiert der Wissenschaftstag an den Hochschulen der Metropolregion, um die überregionale Wissensvernetzung zu fördern.

 

Dr. Wolfgang Streitenberger von der Europäischen Kommission stellte in seinem Eröffnungsvortrag „Die neue EU-Regionalförderpolitik für Forschung und Innovation“ die Eckpunkte der Strategie Europa 2020 vor. Smart Specialization ist dabei ein neues Konzept der Innovationspolitik, das die regionalen Wettbewerbsvorteile berücksichtigen soll. Gefördert werden nicht nur technologische Innovationen, sondern auch soziale und ökologische Innovationen (magisches Dreieck der Nachhaltigkeit).

Danach wurden vier Fachpanels angeboten, in denen interdisziplinär und hochschulübergreifend diskutiert werden kann:

  • Internationalisierung – Metropolregion goes India
  • Demografischer Wandel – Chancen für die Region
  • Mehrwert durch Vernetzung
  • Zukunftswelt Wasser und Zukunftswelt Energie

Mein Vortrag „Open Innovation in Communities of Practice“ am Beispiel des Spitzenclusters Medical Valley, werde ich im Nachgang der Veranstaltung auf YouTube bereitstellen.

Meine Notizen zur Konferenz Professionelles Wissensmanagement im Rahmen der Veranstaltung Wissensgemeinschaften 2015 vom 25.-26.6.2015 in Dresden. Die drei Keynotes werden live gestreamt (Do. 10:45 Uhr und 17:00 Uhr und Fr. 14:00 Uhr).

  
Die Beiträge, die mich besonders interessieren (Notizen zu besuchten Vorträgen s.u.):

  • KEYNOTE: Knowledge Management – Advancements and Future Research Needs
  • Welche Use Cases eignen sich für die Umsetzung in einem Enterprise Social Network? Eine Fallstudie der N-ERGIE AG
  • Barrieren im interorganisationalen Wissensaustausch auf individueller Ebene – Ordnungsrahmen und Analysemethoden
  • Assessing Informal Social Learning at the Workplace
  • Studierende als vernetzte Lerner? Evaluation eines cMOOCs an der Hochschule
  • Flipped Classroom in der Hochschullehre der TU Dresden
  • Gamification in der Hochschullehre
  • Barrierefreiheit im MOOC
  • Praktische Entwicklung einer wissensorientierten Unternehmenskultur. Entwurf einer Zertifizierungsmethode
  • KEYNOTE: Wissensmanagement 2.0 – Das nächste Jahrhundert

Knowledge Management – Advancements and Future Research Needs

  

  • Referent: Peter Heisig
  • Global Survey „Knowledge and Information Needs from the past and for the future“, 24 Partnerländer, N=2950, Methode: Delphi
  • Verwendete Frameworks: European Guide to Good Practice in Knowledge Management, APO Knowledge Management Participants Guide
  • Bereiche des Interviewleitfadens: Business Outcome, Human and Social Factors, Technology Enablers, Knowledge Processes, Capabilities, Strategy, Environment, Knowledge Economy and Knowledge Society
  • Studienergebnisse Fortschritte: Theorie und Praxis haben Fortschritt gemacht, Soziale Netzwerke und Vernetzung wird als Fortschritt gesehen, Communities werden als zentrales Element der Vernetzung gesehen, einzige explizit genannte KM-Theorie ist Nonakas Knowledge Spiral
  • Studienergebnisse Herausforderungen: wichtigste Herausforderung ist der Nutzennachweis des Wissensmanagements (identische Herausforderung hat das Personalmanagement), ein Ansatz mit mehr Multidisziplinarität und Interdisziplinarität ist notwendig, schärfere Definition von Wissen (tacit/implicit – explicit, DIKW, knowing as practice, organizational knowledge)
  • Vorschläge Forschungsbedarf: Basic Concepts and Theoretical Understanding of Knowledge, Business Outcome (Beyond ROI), Human and Social Factors (Power, Legitimization, Culture, Motivation, Leadership), Capabilities (Organizational Learning, Innovation), Strategy (Strategy Process with Web 2.0, Alignment of Strategies), KM Prozesses
  • Conclusions: KM is a discipline but suffers from overselling of KM by vendors and consultants, KM has not yet a prope home, KM is complexe and inter-/multidisciplinary, BUT ist also brings a strategic disadvantage as academic discipline

Strukturierte Wikis – Konzept und Anwendungsbeispiel

  

  • Referent: Stefan Voigt
  • Wiki-Software: ICKEwiki (aus Forschungsprojekt ICKE 2.0)
  • Besonderheiten: strukturierte Navigation, strukturierte Informationsobjekte (Datenbank-ähnlich), Strukturen innerhalb von Seiten
  • Vorgehensweise nach proWIS-Methode (Prozessorientiertes Wissensmanagement)
  • Inhaltsschwerpunkt aus der Analyse: Kundeninformationen für Monteure (Besonderheiten, Hotels, kulturelle Gegebenheiten) inkl. Länder (Reiseinformationen, Flüghäfen mit Besonderheiten, Kundenstandorte, Städte)
  • Inhaltsverzeichnis des Wiki: Profil, Länder, Flughäfen, Standorte, Kundenstandorte, Häufige Fragen (FAQ), Hilfe, Werkzeuge
  • Nachfolgeprojekt: sprintDOC

The SIFA Community as a Virtual Learning Space in OSH

  

  • Referent: Thomas Köhler
  • Ansatz: Communities of Practice (CoP), Etienne Wenger (1998)
  • Beispiel: Community von Fachkräften für Arbeitssicherheit mit Sifa-Langzeitstudie (8 Jahre Längsschnitt)
  • Im Fokus: Expertise von Kollegen erlangen
  • Fünf Bereiche: Langzeitstudie, Community, Wissen, Praxis

Vernetztes Arbeiten – Wie wichtiges Know-How im Unternehmen fließen kann

  

  • Referent: Peter Geißler
  • Herausforderung Mensch (Fluktuation, Wissen als persönliches Eigentum, ungeeignete Kultur, Informationsüberlastung, Suche nach Informationen, Suche nach Wissensträgern), Organisation (Zeitintensive Abstimmungen und Meetings, fehlender Austaus, Doppelarbeit, Entscheidungsintransparenz), Technik (E-Mail basierte Zusammenarbeit, Schatten-IT, statische Aufbereitung von Wissen, Datensilos, Dokumenten-Zentriertheit)
  • Problematik Knowledge-Flow Team -> Organisation
  • Drei Evolutionsstufen des Wissensmanagements: IT-Sicht, Nicht-IT-Sicht, Ganzheitliche sozio-technische Sicht
  • Beispiel Zeitscheiben eines typischen Wissensarbeiters: Sachbearbeitung, Projektarbeit, Recherche und Problemlösung, Austausch mit Kollegen, Administration
  • Warum wird Wissen nichtgeteilt wird : Keine Motivation, Ängste, Können
  • Umsetzung eines „Digital Workplace“ mit SharePoint 2013: Dokumentationsstrategie, Personifizierungsstrategie, Durchlässigkeit von Grenzen
  • Kontextualisierung, Mashups (z.B. Projekträume, Themenportale) und Knowledge Flow (z.B. Wissensfluss aus Projekten ins „Unternehmensgedächtnis“) als Lösungsansätze
  • Beispiel Microsoft Delve
  • Die Kultur ist entscheidend: Strategiekultur, Kommunikationskultur, Entscheidungskultur, Innovationskultur

Productivity 4.0 – Der Wert von Wissen im Digitalen Zeitalter

  

  • Referent: Thorsten Hübschen
  • Dialog Arbeit 4.0 des Bundesarbeitsministeriums (Grünbuch Arbeit 4.0)
  • Arbeit 1.0: Muskelkraft, Arbeit 2.0: Manuelle Arbeit, Arbeit 3.0: Computation
  • Das Digitale Zeitalter: Zuse Z1 (1937), IBM PC 5150 (1981), Windows 3.0 (1990), WWW (1991), eCommerce/Amazon (1994), Advertising+Search/Google (1998), Musik/iPod (2001), Soziale Netzwerke/Facebook (2004), Fotografie/Instagram (2008)
  • Moorsches Gesetz in Aktion: die Kosten von 1 Million Transistoren sind von $222 (1992) auf $0.06 (2012) gesunken
  • Trends: Urbanisierung (seit kurzer Zeit prozentual mehr Menschen in Städten, als auf dem Land), Technologie, Demografie, Globale Flüsse
  • 21. Jahrhundert: Think Local, Act Global! (was soll das heißen?)
  • „In USA sind viele Jobs von Anwälten weggefallen, da Recherche in Präzedenzfällen durch Computer gemacht wird“
  • Vergleich Börsenwert Facebook+Alibaba+airbnb+uber (500 Mrd.) vs. Summe Dax 30 (1.3 Bln.)
  • Die Assets im 21. Jahrhundert sind „People“ (Mitarbeiter und Kunden), „Intellectual Property“ (Daten, Algorithmen, Marken, Patente) und „Brands“ (Aufmerksamkeit, Vertrauen)
  • Wissensarbeit als Nicht-Routine-Arbeit, Kernfrage ist die Produktivität von Wissensarbeitern
  • Produktivitätsfaktoren für Wissensarbeiter: Teamarbeit, Kommunikation, Aufmerksamkeit, Storytelling
  • Ansatzpunkte „Re-Inventing Work“: Organsation, Technologie, Spaces

Hinweis: parallel findet vom 26.-27.6. das KnowledgeCamp der Gesellschaft für Wissensmanagement statt.

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Dieses Jahr werde ich es leider nicht auf die re:publica 2015 (#rp15) schaffen, da ich mitten in Projektvorbereitungen für die kommende Woche stecke. Einen Tag hätte ich wohl freimachen können, aber das lohnt sich bei der re:publica erfahrungsgemäß kaum. Und so bleibt mir nichts, als den wichtigsten Vorträgen per Livestream (nur Stage 1) bzw. später per zeitsouveränem Nachsehen zu lauschen (vorandene Aufzeichnungen habe ich in Klammern mit „VIDEO“ oder „FOLIEN“ verlinkt soweit vorhanden). Hier meine Favoriten aus dem Programm mit über 800 Vortragenden:

Dieses Jahr war ich erstmalig auf der Swiss eLearning Conference (14.-15.04.2015, #selc15) in der Schweiz. Daniel Stoller-Schai hatte mich eingeladen die Abschluss-Keynote auf der Konferenz zu halten. An beiden Tagen fanden neben der SeLC auch noch Personal Swiss (Fachmesse für Personalmanagement) und Swiss Professional Learning (Fachmesse für Personalentwicklung und E-Learning) gegenüber in der Messe Zürich statt. Viele Anlässe also, nicht nur zur Keynote anzureisen, sondern beide Tage mitzuerleben. In diesem Blog möchte ich speziell auf die Besonderheiten des Formats eingehen.

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In der Eröffnung hat Daniel (rechts) zusammen mit Prof. Andreas König (links) den Ablauf erklärt, der recht abwechslungsreich und interaktiv gestaltet wurde. Den Start machten zwei Keynotes (10:00-12:00 Uhr) von Nicolai Andersen (Deloitte, Innovationsmanagement) und Phillipe Wampfler (Lehrer Kantonschule Wettingen). Die Mittagspause war mit zwei Stunden (12:00-14:00 Uhr) großzügig bemessen und bot Gelegenheit, an einer geführten Tour über die beiden Fachmessen teilzunehmen. Darauf folgte in zwei Runden von 14:00-15:00 Uhr und 15:20-16:30 Uhr der sog. Marktplatz.

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Alle Anbieter von “Markständen” stellten Ihr Angebot vorab in einigen Sätzen vor, damit sich die TeilnehmerInnen ein Bild machen konnten. Der Ablauf ähnelte dann dem World-Café-Format, d.h. pro Runde bestand zwei Mal die Möglichkeit zum Wechsel des Marktstands. So war ich beispielsweise am Stand der Credit Suisse, wo über Erfahrungen mit einem internem MOOC, Lern-Communities und Führungskräfte-Enabling zu sozialen Medien berichtet wurde. Darüber hinaus bei SAP in einer intensiven Diskussionsrunde um die Lernangebote für die Generation Y.

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Ein weiterer interessanter Ansatz war das sog. “SeLC Production”, mit dem der Lerntransfer der TeilnehmerInnen verbessert werden soll. Zu Beginn der Konferenz wurde ein Arbeitsblatt mit einigen Leitfragen an alle verteilt (z.B. Welche Lernsituationen für die Generation Y gestalten Sie? Was gelingt Ihnen heute bereits gut und könnte andere interessieren? Welche Fachfragen stellen Sie sich Ihnen zu Beginn der Konferenz? Was ist der bestmögliche Lerngewinn für Sie aus der Konferenz? Welchen Lerngewinn und welche neuen Fragen ziehen  Sie aus den beiden Keynotes? Welche Antworten möchten Sie auf dem Marktplatz gewinnen?). Im Ablauf der Konferenz wurde immer wieder Zeit gegeben, das Arbeitsblatt zu ergänzen und Fragen zu beantworten. Von 13:30-15:00 Uhr wurde die Session “SeLC Production” angesetzt, bei der die TeilnehmerInnen zunächst einzeln, dann in Tandems und schließlich in Kleingruppen ihre Erkenntnisse aus der Konferenz erarbeiten und sich gegenseitig vorstellen sollen.

Sehr vorbildlich war auch der virtuelle Teil der Konferenz. In Zusammenarbeit mit Swisscom wurden Vorträge und ausgewählte Kleingruppen in hervorragender Qualität live gestreamt (im Schnitt zwischen 30-40 ZuschauerInnen), Ellen Trude (@e_trude) übernahm die Moderation der Twitter-Kommentare aus der Ferne. Und so wird auch meine Abschluss-Keynote “Lernen grenzenlos!” von 15:45-16:30 Uhr live und kostenfrei im Internet zu sehen sein (LINK). Für alle Interessierten hier vorab schon Mal die Folien auf Slideshare, Fragen dazu an mich gerne per Twitter mit Hashtag #selc15.

Vom 16.-18. März fand die Social Business Arena im Rahmen CeBIT statt, bei der sich der Kern der deutschsprachigen Enterprise 2.0 Szene traf. An den drei Tagen gab es insgesamt über 50 Vorträge, Demonstrationen und Diskussionen. Da ich an dieser Stelle nicht von allen berichten kann, ist der Twitter-Hashtag #cebitsba zu empfehlen, um sich einen Gesamteindruck von der Veranstaltung zu verschaffen. Hier möchte ich kurz die drei Beiträge von IBM, Bosch und Continental beleuchten.

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IBM

Der IT-Konzern IBM war naturgemäß schon sehr frühzeitig im Bereich Enterprise 2.0 aktiv. So wurde das Intranet von IBM im Jahr 2006 in der Intranet-Studie der Norman Nielsen Group als eines der Top 10 Intranets identifiziert. Als Begründung wurden u.a. personalisierte News, das Mitarbeiterverzeichnis IBM BluePages und die Blog-Plattform BlogCentral genannt.

In einer Diskussionsrunde auf der Social Business Arena sprach IBM-Mitarbeiterin Barbara Koch (@Social_Babs) darüber, dass auch heute noch nicht alle IBM-Führungskräfte die sozialen Medien in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Aus ihrer Sicht ist an dieser Stelle das individuelle Coaching von einzelnen Führungskräften enorm wichtig. Die Coaching-Sitzungen bestehen aus regelmäßigen Terminen von ca. 30 Minuten Dauer, in denen Fragen geklärt und Anwendungsszenarien besprochen werden.

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Zusätzlich stellte Dr. Peter Schütt (@schu) den neuen eMail-Ansatz IBM Verse vor (s.a. Video IBM Verse – Changing the way you work). IBM geht davon aus, dass in Zukunft E-Mail und soziale Medien nebeneinander existieren werden. Das soll in einer Anwendung zusammengeführt werden, die gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Nutzers auf die wichtigsten Dinge lenkt. Gleichzeitig muss bei den Nutzern ein gemeinsames Verständnis für die Abgrenzung von E-Mail und soziale Medien hergestellt werden. Schütt gab einige Anhaltspunkte für die Unterscheidung:

  • E-Mail: Persönliche Nachrichten, individuelle Benachrichtigungen, Einladungen und Kommunikation mit Externen (wenn kein Zugang zu internen, sozialen Medien)
  • Soziale Medien: Fragen stellen, Erfolge herausstellen, Informiert werden, (im Projekt) zusammenarbeiten, Crowdsourcing und Ideenfindung

Bosch

Katharina Perschke (@Katha_Pe) von Bosch war in der Diskussionsrunde „Internes Community Management“ vertreten. Sie ist Teil des Teams „Enabling Enterprise 2.0 @ Bosch“ und ist eine der erfahrendsten Expertinnen zum Thema Community Management im Unternehmen.

Katharina betonte die Wichtigkeit der „Management Attention“ im Prozess der Enterprise 2.0 Begleitung (Adoption). Es hilft nicht, „web-affinen Praktikanten“ einzusetzen, da für den Einsatz von sozialen Medien in der täglichen Arbeit die Prozesse und Arten der Zusammenarbeit bekannt sein müssen. Zusätzlich ist oftmals für Änderung die Autorität der Führungskraft notwendig. Bosch setzt an dieser Stelle auf Reverse Mentoring von Führungskräften (s.a. Video Reverse Mentoring and the Bosch Social Business Platform), um Führungskräfte in Breite zu befähigen.

Zusätzlich gehört Bosch zu den ersten Unternehmen in Deutschland, bei denen man „Community Manager“ als offizielle Rolle im Rahmen der ERA-Profile haben kann. Als ERA-Niveaubeispiel wird der „Koordinator für kontinuierliche Verbesserung“ verwendet. Bei Bosch gibt es aktuell über 20.000 Communities. Der überwiegende Anteil der Community Manager verwendet für die Aufgabe einen kleinen, einstelligen Prozentsatz der Arbeitszeit. Aber es gibt auch bereits vier Vollzeit-Community-Manager.

Continental

Von Continental waren zwei sehr unterschiedliche Vertreter vor Ort. Betriebsratschef Frank Hell nahm gemeinsam mit Karl-Heinz Brandl von der ver.di Bundesverwaltung an der Diskussionsrunde „Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit“ teil.

Der Betriebsrat von Continental nahm als Gruppe bereits zu Beginn des Enterprise 2.0 Projekts teil, um zu lernen, an welchen Stellen überhaupt Regelungsbedarf besteht. Als wichtigste Themen haben sich Informationsflut, Entgrenzung von Privatleben und Beruf sowie der Druck auf Aktivitäten in den sozialen Medien schnell reagieren zu müssen herausgestellt. Initiale Stimmen im Betriebsrat mit dem Tenor „das läuft sich tod“ haben sich nicht bewahrheitet. Aktuell hat Continental über 8000 Communities bei über 60000 Nutzer. Auf die Frage nach einem Wunsch für die Zukunft äußerte Hell, dass Communities, Blogs, Foren und Wikis nicht zu Arbeitsverdichtung führen sollten, sondern er insbesondere bei der Innovationsförderung großes Potential sieht. Außerdem war ihm wichtig zu betonen, dass soziale Medien persönlichen Austausch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Als zweiter Continental-Vertreter sprach Harald Schirmer (@haraldschirmer) aus dem zentralen Enterprise 2.0 Projektteam. Das Projekt ConNext wurde von Continental-Vorstand Elmar Degenhart initiiert und von einem Projektkonsortium bestehend aus IT, Personal, Kommunikation und Wissensmanagement umgesetzt. Anhand einer Infografik mit dem Titel „Organisationsentwicklung – Change Management 2.0“ erläuterte Harald die Anforderungen an den Wandel im Kontext der Digitalen Transformation. Im Zentrum standen u.a. die Arbeit an Kultur und Werte, die Förderung von Wissensaustausch und Vernetzung sowie die Weiterentwicklung der Führungsprinzipien in Richtung „Leadership 2.0“.

Da man Kultur nicht direkt managen kommt es auf die Grundhaltung der Führungskräfte an und wie sie sich zwischen den folgenden Parametern positionieren:

  • „Boss“ oder „Leader“
  • „Kontrolle“ oder „Vertrauen“
  • „Gesteuert“ oder „Engagiert“
  • „Regeln“ oder „Freiheit“
  • „Hierarchie“ oder „Netzwerk“
  • „Schutz“ oder „Transparenz“
  • „Macht“ oder „Respekt“.

Nach Auskunft von Björn Negelmann werden die Videos von der Social Business Arena in der kommenden Woche im YouTube-Kanal von Kongress Media veröffentlicht. Vielen Dank an alle Beteiligten für die tollen drei Tage.

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Vom 16.-18.03. findet im Rahmen der CeBIT wieder die Social Business Arena statt (Halle 4/A72). Dr Titel „Social als Wegbereiter der digitalen Transformation“ stellt die SBA in das CeBIT-Leitthema der Digitalisierung, das sich auch im CeBIT-Motto „d!conomy“ wiederfindet. Die Social Business Arena ist neben dem Enterprise 2.0 Summit in Paris der zentrale Treffpunkt der E2.0-Szene in Europa. Einen Livestream von der Veranstaltung gibt es leider nicht, die Beiträge werden aber erfahrungsgemäß im Nachgang auf YouTube bereitgestellt. Tipp für Twitter-Nutzer: der Hashtag auf Twitter ist #cebitsba.

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Um von den Vorträgen und Gesprächen vor Ort zu profitieren haben ich natürlich vorab einen Blick in das Programm der drei Tage geworfen und einige Highlights identifiziert:

  • Montag, 16.03.2015
    • Eröffnungspanel „Quo vadis Enterprise 2.0 & Social Collaboration“ u.a. mit Stefan Pfeiffer (IBM, @digitalnaiv) und Dr. Richard Heigl von Hallo Welt Wiki (10:50 Uhr)
    • Keynote „Social als Treiber der digitalen Transformation“ von Dion Hinchcliffe (@dhinchcliffe) (11:30 Uhr)
    • Diskussion „Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit“ u.a. mit Dr. Gerald Becker-Neetz (Bundesarbeitsministerium) und Frank Michael Hell (Konzernbetriebsratsvorsitzender Continental AG) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Entwicklungen zum Collaborative Learning“ mit Karlheinz Pape (Barcamp-Moderator, @KhPape), Jochen Robes (weiterbildungsblog.de, @jrobes) und mir (@simondueckert) (15:30 Uhr)
    • Experten-Panel „Erfolgsfaktoren zum internen Community & Engagement Management“ u.a. mit Katharina Perschke (Bosch, @Katha_PE) und Ben Ellermann (Bundesverband Community Management, @DonElmo) (17:20 Uhr)
  • Dienstag, 17.03.2015
    • Diskussion „Transformation der Management-Kultur in der digitalen Wirtschaft“ u.a. mit Carsten Schmidt (Fraunhofer Institut für Arbeitsorganisation), Sabrina Rödig (Manager HR People Development, Telefonica) und Sirka Laudon (Leiterin Personalentwicklung Axel Springer) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Ermittlung des ROI von Social Collaboration“ (15:30 Uhr)
    • Keynote „Towards a Closed Loop Approach – the Quantified Enterprise” von Lee Bryant (@leebryant) (16:20 Uhr)
    • Praxis-Panel: “Projekterfahrungen mit der Veränderung der digitalen Arbeitsorganisation“ (16:50 Uhr)
    • Experten-Panel „Status-Quo zum Social Business Process Management” u.a. mit Niclas Otte (@ottenic) von SAP (17:20 Uhr)
  • Mittwoch, 18.03.2015
    • Experten-Panel “Social Collaboration als Change-Werkzeug” u.a. mit Harald Schirmer (Continental AG, @haraldschirmer) und Kati Sünderhauf (Referentin Change Management, Axel Springer, @KSuenderhauf) (11:20 Uhr)
    • Praxis-Panel „Erfahrungen mit neuen Organisationsstrukturen“ mit Daniel Pankatz (Digital Media Manager, Deutsche Post DHL, @daniel_pankatz) (12:10 Uhr)
    • Keynote-Diskussion „Zukunft der digitalen Arbeitsorganisation“ u.a. mit Prof. Ayad Al-Ani (Zukunftsforscher) und Stefan Ehrlich (Knowledge Research Center e.V.) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Perspektiven im Wissensmanagement – Vom Enterprise 2.0 bis zur ISO 9001 Revision 2015“ u.a. mit Hans-Georg Schnauffer (Gesellschaft für Wissensmanagement e.V.), Andreas Matern (Organisator GfWM KnowledgeCamp) und mir (14:00 Uhr)
    • Keynote „Building Blocks for Digital Leadership“ mit Dion Hinchcliffe (15:00 Uhr)
    • Keynote “Rolle von HR in der Organisation von morgen” von Prof. Peter Wald (Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalmanagement, HTWK Leipzig) (16:20 Uhr)

Als Vorbereitung haben die Organisatoren der Social Business Arena eine Online-Talk-Runden mit Google Hangout durchgeführt. Wer sich schon Mal „warmschauen“ will findet diese auf YouTube:

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Vom 3.-5. Februar fand in Paris der Enterprise 2.0 Summit mit dem Schwerpunktthema Digitale Transformation statt. Wie in den Jahren zuvor bestand der Summit aus Keynotes von Vordenkern wie z.B. Jane McConnell, Lee Bryant, Dion Hinchcliffe sowie Praxisbeiträgen von Unternehmen. Nachdem die E20-Community meist sehr offen mit ihren Inhalten umgeht, gibt es einige der Inhalte frei im Internet zu finden. Ich habe mal die aus meiner Sicht interessantesten zusammengesucht:

  • Enterprise 2.0 Summit – der Enterprise 2.0 Summit (Twitter-Hashtag #e20s) ist eine jährliche europäische Enterprise 2.0 Konferenz in Paris
  • The Workplace in the Digital Age – Folien zur Keynote von Jane McConnell mit den Ergebnissen der 9. Jährlichen Umfrage zum Digitalen Arbeitsplatz
  • Towards the Quantified Organization? – Folien zur Keynote von Lee Bryant (@LeeBryant), mit dem Paradigmenwechsel zur „Human Centric Organization“ als zentraler These
  • Culture Mapping Digital Transformation – Folien zur Keynote von Rawn Shah (@rawn). Interessante Aussage: „Start with Processes not Tools“
  • The Strategic Value of Social Business – Sammlung von Fakten zu einem Worksop von Dion Hinchcliffe im Rahmen des Summits. Interessant die Darstellung qualitativer und quantitativer Nutzeffekte
  • Die Bosch Community Management Geschichte – Geschichte auf Storify zum Bosch-Beitrag auf dem #e20s und der Aussage, dass es jetzt bei Bosch intern 20.000 Online-Communities gibt
  • Strategies for Corporate Change & the New Role of HR – Folien zum Vortrag von Harald Schirmer (@haraldschirmer, war auch auf der letzten Zusammen 2.0 bei Audi zu Gast) mit dem Übergang von „Human Resources“ zu „Human Relations“ und den drei Impact Leveln von HR (personal, social, structural) und einem schönen Ghandi-Zitat für Führungskräfte
  • Roadmap of Organizational Development for Digital Transformation – Folien zum Vortrag von mit drei Dimensionen der Digitalen Transformation (intern, extern, Geschäftsmodell)
  • Reflektion Prof. Niemeier – Persönliche Reflektion von Prof. Joachim Niemeier (@JoachimNiemeier) zum Enterprise 2.0 Summit. Sein Fazit: #e20 ist noch kein Mainstream, aber auf einem guten Weg

Tipp: in der neuen Episode des Management 2.0 Podcast hatte ich den Organisator Björn Negelmann von Kongress Media sowie Katharina Perschke von Bosch und Harald Schirmer von Continental zu Gast. Wir sprechen über Geschichte, Hintergründe und aktuelle Trends des Summits.

Letztes Wochenende (25.-26.10) fand in Berlin das diesjährige Community Camp statt. Die als BarCamp konzeptionierte Veranstaltung zielt darauf einen Wissensaustausch von Social Media und Community Managern zu ermöglichen. Mit ca. 200 Teilnehmern war es das bisher größte BarCamp, das ich bisher besucht habe. So vielfältig die Teilnehmer und ihre Hintergründe, so vielfältig waren auch die insgesamt ca. 55 angebotenen Sessions der zwei Tage. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch bei dem Orga-Team bedanken. Beim Community Camp stimmte einfach alles – angefangen von der tollen Idee eines Community Camp Buches anstelle von losen Blättersammlungen, über die Qualität der Sessions, der Verpflegung, der Abendveranstaltung bis hin zu solchen kleinen Details wie den “gebrandeten” Seifenspender. In folgenden Zeilen ein paar Notizen zu meinen besuchten Sessions:

Thema Session Owner Notizen
Internes vs. externes Community Management Katharina Perschke

Aufbauend auf einem 9-stufigen Community Lifecycle haben die Bosch Kollegen um Katharina Perschke ein sog. Wimmelbild entwickelt. Es visualisiert sowohl wichtige Aspekte des internen Community Managements als auch konkrete Aufgaben eines internen Community Managers. Ziel der Session war es neue Ideen für weitere Aufgaben als Feedback zu erarbeiten. eine interessante Parallele dazu ist die Aufgaben Visualisierung die wir bei unseren Community Management Seminaren einsetzen.

Das Berufsbild des Community Managers Vivian Pein

In ihrer Session hat Vivian über die Prozess der Buchveröffentlichung (Social Media Manager) berichtet. Insbesondere die Themen Kompetenzen eines Community Managers und das dazu bald erscheinende Whitepaper des BVCM wurden näher betrachtet.

Ausbildung interner Community Manager Benedikt Scheerer

In meiner Session habe ich unser Community Manager Aufgabenframework inkl. dem Community Canvas vorgestellt. Darüber hinaus habe ich ein paar Praxisbeispiele gezeigt.

BVCM Mitglieder Versammlung

BVCM

Auch wenn ich inhaltlich an dieser Stelle keine Interna liefern kann, möchte kurz anmerken wie herzlich ich aufgenommen wurde. Im kommenden Jahr werde ich mich beim BVCM in dem Themenbereich des internen Community Managements engagieren.

Interkulturelles Community Management Franziska Hauck

Franziska berichtete aus ihrer erfahrung als Community Managerin für globale Expat Communities. Dabei haben wir spannende Aspekte und Anekdoten diskutiert. Konkrete Themen waren u.a.: Feiertage, Kultur, Events, Sprache, Bildsprache/Symbolik, Kommunikation (schriftlich vs. mündlich/zwischen den Zeilen), Stereotypen/Vorurteile, Storytelling, Perspektivenwechsel, emotionale Bindung.

Content Marketing Olliver Ueberholz

Olli präsentierte ein klasse durchdachtes Konzept für Content Marketing in Verbindung mit CRM Aktivitäten. Dabei greifen unterschiedliche Tools sehr gut ineinander. Eingesetzte Tools dabei sind: Salesforce als zentrales Informationssystem, MailChimp, Feedly (Research), Tweetable, CleverReach.

165+ Tools Olliver Ueberholz

Im Anschluss an seine Session “Content Marketing” präsentierte Olli seine Erfahrungen zu 165+ Tools aus den Bereichen Collaboration, Communication, Data & Content und Monitoring Productivity. Eine ausführliche Übersicht findet man in seinem Whitepaper.