Dass die Corona-Pandemie wie ein Brennglas auf viele Bereiche unseres Lebens wirkt, haben wir mittlerweile vielerorts gelesen, gehört und gesehen. Durch Homeoffice und verteilte Arbeit gilt das natürlich auch für den digitalen Arbeitsplatz. Schon sehr früh machten Witze in den sozialen Medien die Runde, dass Covid-19 in Bezug auf die digitale Transformation der Arbeit geschafft hat, woran sich CEO und CIO vorher die Zähne ausgebissen haben (Quelle: businessillustrator.com):

In welchen Bereichen das Brennglas aktuell besonders stark wirkt, zeigen sich die sechs großen Trends aus dem Gartner Hype Cycle für den digitalen Arbeitsplatz 2020:

  1. The new work nucleus: der neue Kern der Werkzeuge für die Zusammenarbeit besteht aus Tools für persönliche Produktivität, Kommunikation und Kollaboration, die in ein Cloud-Office-Produkt integriert sind. Zu einem großen Anteil wird das vermutlich Office 365 sein, aber auch andere Werkzeuge wie GSuite oder Nextcloud.
  2. Bring your own thing: Mitarbeiter*innen nutzen zunehmend eigene Geräte. Dazu gehören die klassischen Bring-Your-Own-Device Endgeräte (Smartphone, Tablet, Laptob), aber auch Fitness Tracker, Sprachassistenten, smarte Kopfhörer und VR Brillen.
  3. The distance economy: vor der Pandemie waren persönliche Treffen die Regel und virtuelle Treffen die Ausnahme. Dieses Verhältnis hat sich jetzt komplett umgekehrt. Das gilt nicht nur für interne Besprechungen und Trainings, sonder auch für die Interaktion mit Kunden und Bewerbungsgespräche.
  4. Smart workspaces: die Arbeitsumgebungen werden “smarter” (ich vermeide an dieser Stelle immer “smart” mit “intelligent” zu übersetzen). Gemeins sind Technologien, wie IoT, Digital Signage, virtuelle Arbeitsumgebungen, Bewegungssensoren und Gesichtserkennung.
  5. Desktop-as-a-service: ein Schub für die Entwicklung hin zu Infrastrukturen mit virtuellen Desktops, die die Nutzung von Anwendungen z.B. von privaten Endgeräten wie Tablets oder Laptops ermöglichen.
  6. Democratized technology services: nicht mehr die IT-Abteilung definiert die finale App oder Anwendunge, sondern die zukünftigen Nutzer wirken mit oder entwickeln ihre Anwendung auf Basis von low-code/no-code Plattformen selber (Citizen Developer).

Wie in den Gartner Hype Cylce Trendberichten üblich, enthält auch dieser wieder eine Kurve, in der die Trends und die Dauer bis zum Erreichen des “Plateaus der Produktivität” eingetragen sind (Quelle: Gartner):

Für unsere Arbeit in der Cogneon Akademie sind daraus folgende Themen besonders interessant und verfolgenswert:

  • Immersive Workspaces – durch die zunehmende Verbreitung von AR/VR-Technik, wird das für die verteilte Zusammenarbeit an physischen Objekten interessant
  • Internal Talent Marketplaces – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels werden es sich immer weniger Unternehmen leisten können, Wissensarbeiter*innen einfach gehen zu lassen
  • Virtual Events – einfache Konferenzen oder BarCamps kann man recht leicht in Videokonferenzen und Chats abbilden. Insbesondere die soziale Komplexität von Community-Veranstaltungen, Messen und Weiterbildungen bleiben dabei aber oft auf der Strecke
  • Voice of the Employee – ist sowohl intern in Form von Blogs, Podcasts und vLogs für den Wissenstransfer, als auch extern als Firmenbotschafter und Innovation Scouts ein sehr wichtiges Thema
  • Data Literacy – in unseren Workshops Digita Literacy in a Day merken wir, wie groß der Bedarf an dem Aufbau von Medienkompetenz in der Breite einer Organisation ist. Der spezielle Fokus auf Data Literacy wird hierbei in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
  • Knowledge Graphs – neben dem Sammeln, Dokumentieren und Vernetzen von unstruktierten Inhalten wird die Silo-übergreifende Vernetzung von Informationen große Mehrwerte bringen. Ein Beispiel ist das Projekt Cortex von Microsoft und der Microsoft Graph.
  • Conversational User Interfaces – ich bin persönlich kein großer Fan von Sprachassistenten, sehe aber in meinem Umfeld, dass sich diese kontinuierlich verbreiten. Auf vielen Webseiten im Internet sieht man mittlerweile kleine Chat-Fenster für den synchronen Dialog (mit Menschen oder Chatbots). Das wird auch Einzug in die Intranets halten.
  • Employee Wellness – unsere Arbeit erzeugt mittlerweile immer weniger phyische Krankheiten. Aber Arbeitsverdichtung, Stress und Unsicherheit führt zu immer mehr psychischen Erkrankungen. Hier braucht es maßnahmen zur stressfreien und produktiven Arbeit (z.B. lernOS) und zur gezielten Entspannung. Hier freut es mich besonders, dass dazu noch in diesem Jahr getrieben durch ein Team rund um Rebecca und Hardy der lernOS Mindfulness Guide erscheinen wird.

Themen wir Cloud Office und Enterprise Social Networks (ESN) haben mittlerweile das Platteau der Produktivität erreicht. Wer als Organisation hier immer noch keine Lösung hat, sollte sich ranhalten, um nicht zu den “laggards” zu gehören :-)

Welche Trends seht ihr im Bereich des digitalen Arbeitsplatz aktuell? Schreibt eure Meinung und Gedanken gerne unten in die Kommentare.

Heute morgen hat Till auf Twitter folgende Frage gestellt: “Wann ist eure Transformation im Unternehmen eigentlich erfolgreich? Wenn der Kunde eine “bessere” Leistung attestiert? Wenn das Unternehmensergebnis besser ist? Wenn die Menschen im Unternehmen zufriedener sind? Spielt Nachhaltigkeit eine Rolle?”. Ich habe nachgefragt, welche Transformation er meint, z.B die digitale Transformation, die agile Transformation” oder die lean Transformation. Seine Rückfrage war dann, ob die digitale Transformation nicht die beiden anderen umfasst.

Spontan war meine Antwort nein, weil jeweils etwas anderes im Fokus der Transformation. Aber mir wurde klar, dass ich auch keine scharfe Abgrenzung aus dem Ärmel schütteln konnte. Da solche Fragestellungen in der Praxis öfters vorkommen, habe ich angefangen etwas zu schmökern, z.B. in der Wikipedia bei Digitale Transformation (betrifft die ganze Gesellschaft) und Digitale Business Transformation (betrifft Unternehmen). Aus der zweiten Quelle stammt auch die Definition, die wir in unserem Wiki Copedia verwenden:

Die Digitalisierung verändert durch die Möglichkeiten und Potenziale digitaler Medien langfristig das Fundament jedes Unternehmens in seiner Strategie, Struktur, Kultur und seinen Prozessen.

Digital, Agil & Lean

Ein kleines Zwischenfazit nach einer halben Stunde lesen: der zentrale Treiber der digitalen Transformation ist die Informationstechnik. Durch das Moorsche Gesetz entwickelt sich die zur Verfügung stehende Rechenkapazität exponentiell. Das führt dazu, dass die Halbwertszeit des Wissens im Bereich IT- und EDV-Wissen besonders klein ist (Quelle):

Daraus entsteht insbesondere in technischen Bereichen wie z.B. Software-Entwicklung, Maschinen- und Automobilbau die Notwendigkeit, schnell und lebenslang zu lernen. Somit ist es auch kein Zufall, dass die agilen Methoden ihren Ursprung zunächst in der Produktinnovation (s.a. Nonaka, I.: The New New Product Developement Game) und dann in der Software Entwicklung (s.a. Scrum Guides) haben.

Die leichte Verbreitung von dokumentiertem Wissen durch Informationstechnik und die Globalisierung führen zusätzlich zu einem starken Wettbewerbsdruck in vielen Branchen. Neben dem Treiben von Innovationen können Unternehmen diesem Druck durch möglichst effiziente Prozesse begegnen. Ein wichtiger Ansatz in diesem Feld ist das Lean Management bzw. Lean Thinking (Mindset), bei dem alle Verschwendungen (jp.: Muda) systematisch aus Prozessen entfernt wird.

Randbemerkung: neben diesen drei von Till angesprochenen Transformationsarten bin ich bei der Recherche auf viele weitere gestoßen, z.B. New Work Transformation, Industrie 4.0 Transformation, Leadership Transformation und kulturelle Transformation. Ein Grund mehr bei Transformationen in Unternehmen sprachlich sehr sauber zu beschreiben, was gemeint ist, damit man nicht im Bullshit-Bingo-Spieler-Eck steht.

Tranformation

Ein finaler Gedanke noch zum Begriff der Transformation, der in unterschiedlichen Kontexten ganz verschiedene Bedeutung haben kann. In der Betriebswirtschaft bedeutet er “den Prozess der Veränderung, vom aktuellen Zustand (IST) hin zu einem angestrebten Ziel-Zustand in der nahen Zukunft. Eine Transformation repräsentiert einen fundamentalen und dauerhaften Wandel” (Quelle: Wikipedia). Wer sich also aktuell in einer begrifflichen Buzzwort-Wolke wiederfindet und vor lauter Transformationen gar nicht weiß, wo er anpacken soll, dem helfen vielleicht vier gedankliche Schritte aus dieser Misere:

  1. Transformationsobjekt: Was ist das Objekt, das transformiert werden soll? Ein Produkt? Ein Prozess? Die Zusammenarbeit? Der Führungsstil? Das Projektmanagement? Das Geschäftsmodell?
  2. Ist-Zustand: Wie können wir den Ist-Zustand beschreiben? Welche Eigenschaften charakterisiert das Transformationsobjekt heute?
  3. Ziel-Zustand: Wie können wir den gewünschten Ziel-Zustand beschreiben? Mit welchen Eigenschaften können wir das Transformationsobjekt in der Zukunft beschreiben?
  4. Transformationspfad: In welchen Schritten können wir die Transformation von Ist- zu Ziel-Zustand vollziehen? Welche Risiken und Barrieren sind zu erwarten und wie können wir diesen begegnen?

Bevor jetzt jemand in den Kommentaren schreit “aber alles ist doch so VUCA und wir wissen gar nicht was das Ziel ist”. Natürlich wird man sich in der Transformation darauf einstellen müssen, dass man nicht von einem stabilen Zustand in den nächsten geht. So lange das Moorsche Gesetzt gilt wird der Wandel beständig bleiben und sich weiter beschleunigen. Das ist aber kein Grund, die Transformation nicht in einem überlegten Prozess anzugehen und die Vorgehensweise wenn nötig agil anzupassen (inspect & adapt). Oder wie eines meiner Lieblingszitate von Deming lautet:

If you can’t describe what you are doing as a process, you don’t know what you’re doing.

Die Transformation sollte ruhig, überlegt und ohne Aktionismus oder Alarmismus angegangen werden.

Tipp für Führungskräfte und Führungskräfteentwickler*innen: wer eine der o.g. Transformationen in seinem Unternehmen fördern möchte oder muss, sollte sich mit dem Konzept der transformationalen Führung (Bass, B., 1985) beschäftigen

Nach der viel beachteten Studie Arbeit 4.0: Megatrends digitaler Arbeit der Zukunft – 25 Thesen der Telekom (2015) ist im Januar 2018 eine neue Studie mit dem Titel Digitale Arbeitsplatzgestaltung – Hub für vernetztes Arbeiten in Zusammenarbeit mit crisp Research erschienen (N=401, Methode: Befragung von IT-, Strategie- und weiteren Business-Entscheidern). Untersucht wurden mobile Technologien und Werkzeuge für den digitalen Arbeitsplatz, die eine Grundlage für agile und flexible Arbeits- und Kommunikation bilden.

Applikationen, Endgeräte und Technologien

In dem sog. Technologie-Modell der Studie , werden die fünf Ebenen Backend, Management, Plattform, Endgeräte und Anwendungen unterschieden. Die Dimension Endgeräte erscheint mit PC, Laptop, POS/Kassensystem, Smartphone, Tablet, Smartwatch und Augmented Reality vollständig und für die Zukunft vorbereitet. Als Applikationskategorien werden genannt:

  • Kommunikation: UCC/VOIP, Voice, Collaboration, Chat, E-Mail, Videokonferenz
  • Teamwork: Filesharing, Office, Projektmanagement, Social Intranet
  • Produktivität: Office, Design, Kalender, CRM/ERP
  • Weiteres: Fieldservice, Mobile Web, Marketing, Support, ERP

Das Technologie-Modell gibt damit eine gute Orientierung der Handlungsfelder. Es weist eine Ähnlichkeit mit dem Aperto-Framework zur Auswahl, Einführung und Optimierung von Corporate Social Software auf. Eine Kombination von beiden könnte sich lohnen, um auch die Dimensionen Geschäftsprozesse und Anwendungsfälle zu berücksichtigen.

Hoffnungen und Ziele

Bei den mit der Etablierung eines digitalen Arbeitsplatzes verfolgen Zielen ist mir positiv aufgefallen, dass die Studienteilnehmer Produktivität, Wissensmanagement & Kreativität ganz nach oben gewählt haben und die Kosteneinsparung nicht im Mittelpunkt steht:

  1. Produktivität der Mitarbeiter steigern (48%)
  2. Verbesserung des Wissensmanagements und der Teamarbeit (38%)
  3. Kreativität der Mitarbeiter steigern (38%)
  4. Kundenkontakt optimieren (35%)
  5. Realisierung flexibler Arbeitszeitmodelle (34%)
  6. Abbildung sämtlicher Geschäftsprozesse als digitaler Service (25%)
  7. Reduktion der Reisekosten durch geringere Reisetätigkeit (23%)
  8. Grundlage für digitale Geschäftsmodelle, Kundeninteraktion schaffen (22%)
  9. Vereinheitlichung des Endgerätemanagements, Unified Endpoint Management (20%)
  10. Kosteneinsparung innerhalb der IT-Operations (15%)

[bctt tweet=”Produktivitätssteigerung, Verbesserung des Wissensmanagements und Förderung von Kreativität sind die zentralen Ziele der Etablierung digitaler Arbeitsplätze.” username=”cogneon”]

Verdrängt der Chat die E-Mail?

Im Bereich der Produktivitätssteigerung ist die Ablösung oder drastische Reduzierung von E-Mails ist seit den Anfänge von Enterprise 2.0 im Jahr 2006 ein oft gehörtes Argument (s.a. Atos Zero E-Mail-Programm). Doch ein solcher Rückang des geschäftlichen E-Mail-Verkehrs ist in der Praxis nicht zu beobachten (s.a. der Radicati Group), ein kürzlich erschienener wiwo-Artikel (Ausgabe 16/2018) benennt die durchschnittliche tägliche Beschäftigungsdauer mit E-Mail auf zwei Stunden.

Trotzdem sieht die Studie einen Trend hin zu Chat-basierten Collaboration-Plattformen als “zentrale Plattform digitaler Arbeitsplätze”. Bisher isolierte und schlecht vernetzte Einzellösungen wie Office-, Datei- und Management-Lösungen gruppieren sich in diesem Leitbild um die Chat-Plattformen, die sich im Workspace 2.0 (Chat-based Workspace) wie eine “Spinne im Netz” positionieren (Quelle: crisp).

Eingesetzte Chat-basierte Collaboration-Lösungen

Zu den in der Studie genannten Chat-basierten Collaboration-Lösungen gehören (in Klammern jeweils in Prozent: Nutzung heute, in Evaluation, Nutzung zukünftig, keine Nutzung):

  1. Office 365 (35/23/25/16)
  2. Skype (35/18/16/331)
  3. Skype for Business (29/20/25/26)
  4. Google Hangouts, G Suite (18/25/20/36)
  5. Cisco WebEx, Jabber (14/23/19/44)
  6. Slack (13/26/13/48) – die Abkürzung steht übrigens für “Searchable Log of all Conversation and Knowledge”
  7. Citrix (12/18/19/51)
  8. Cisco Spark (12/23/18/47)
  9. Unify Circuit (11/17/24/47)
  10. teamwork (11/20/15/54)
  11. Mitel MiCollab (11/19/17/54)
  12. Workplace by Facebook (10/22/17/54)
  13. Cisco Team-One (9/17/18/55)
  14. Atlassian Hipchat (7/17/17/58)
  15. Jive (7/19/13/61)
  16. Teamwire (4/12/8/75)
  17. Mango Office (8/20/12/62)
  18. fuze (6/18/10/66)
  19. 8×8 (4/18/13/65)

Fazit

Bei der Klassifizierung der Bestandteile eines Digitalen Arbeitsplatzes im Benchlearning Projekt Social Intranet 2012 (PDF-Bericht, S. 4) haben Chat-basierte Collaboration-Plattformen noch keine Rolle gespielt. Das hat sich mittlerweile geändert. Plattormen wie Slack werden vermutlich wegen der Datenhaltung in USA in der deutschen Industrie und in Großunternehmen keine große Rolle spielen. Aber bei den Einführungsprojekten von Office 365 kann man klar erkennen, dass neben Skype for Business insbesondere Microsoft Teams sehr stark im Fokus steht.

[bctt tweet=”Chat-basierte Collaboration-Plattformen werden ein zentrales Element des Digitalen Arbeitsplatzes. Office 365 und Microsoft Teams werden heute und in Zukunft am häufigsten eingesetzt.” username=”cogneon”]


Hinweis: die Studie kann gegen Bezahlung mit persönlichen Daten online bestellt werden.

Als wir 2012 unser erstes Benchlearning Projekt mit dem Titel „Soziale Intranets“ gestartet haben, war ein Ergebnisse aus einem Teilprojekt die Enterprise 2.0 Flower (s.a. Enterprise 2.0 in Copedia und blp12 Abschlussbericht). Inspiriert durch das Social Media Prism zeigte sie die Kategorien Sozialer Software, die in den Unternehmen damals relevant waren (Soziale Netzwerke, Weblogs, Wikis, Redaktionelle Intranets (CMS), Suchmaschinen, Videoportale, Dashboards/PIM, Groupware).

Auch wenn sich die wichtigsten Akteure im Inneren der Blume etwas verändert haben, stimmen die acht Kategorien meiner Meinung nach im Wesentlichen noch. Aber ein „New Kid on the Block“ gibt es: Enterprise Messenger. Unter einem Enterprise Messenger (EM) verstehe ich – ähnlich wie bei Enterprise Blogs, Enterprise Wikis und Enterprise Social Networks – Instant Messenger (IM), die besonders für den Einsatz im Kontext von Unternehmen geeignet sind.

Die Liste von Instant Messengern ist lang, doch in der Praxis kommt nach meiner Beobachtung nur eine überschaubare Anzahl von Produkten zum Einsatz. Ich zähle hier erweiterte SMS-Dienste wie iMessage oder eher privat genutzte Messenger wie WhatsApp nicht dazu, auch wenn diese in der Praxis durchaus eine Rolle spielen (WhatsApp dürfte einer der häufigsten genutzte Dienst kn der „Schatten-IT“ sein). Meine Top 5 EM‘s (Reihenfolge alphabetisch):

  1. Hipchat: Hipchat unterstützt Gruppenchats, Videochats und Bildschirmübertragung. Zunächst unabhängig wurde Hipchat 2012 von Atlassian (den Machern von Jira und Confluence) übernommen.
  2. Skype for Business: Skype4B (früher Lync) ist eigentlich eher eine Web-/Telefon-/Videokonferenz-Software, aber mit Chat-Funktion. Darüber hat es eine weite Verbreitung in Unternehmen. Mit Skype Live-Meeting lassen sich Konferenzen an bis zu 10.000 Teilnehmende streamen.
  3. Slack: erster Messenger, der intensiv auf Integration externer Dienste wie Github, Dropbox und Trello gesetzt hat. Slack unterstützt mehrere „Workspaces“ (wie Gruppen bei Facebook), Workspaces können durch „Channels“ strukturiert sein. das Beitragsbild dieses Blogs stammt aus einer einseitigen Slack-Anzeige im Handelsblatt.
  4. Teams: Microsoft Teams ist ein recht neues Produkt aus dem Hause Microsoft und Bestandteil von Office 365. In der grundsätlichen Nutzung erinnert es stark an Slack. In Teams können verschiedene Dienste aus Office 365 und dem Internet integriert werden.
  5. Threema: Threema ist ein Messenger aus der Schweiz, der besonders auf Sicherheit durch Schlüsseltausch per QR-Code und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt. In Threema sind Gruppen mit bis zu 50 Personen möglich. Mit Threema Work lässt sich der Messenger in MDM-Systeme integrieren.

Wie sieht das in Euren Organisationen aus? Teilt Ihr die Beobachtung der Beduetungszunahme von Enterprise Messengern? Welche werden eingesetzt und wofür? Wis stehen die Messengern zu anderen Tools aus der Enterprise 2.0 Flower?

Vom 28.-29. Oktober 2017 fand in Berlin die erste WikidataCon in Berlin statt. Anlass war das 5-jährige Bestehen des Projekts. Wikidata ist ein Schwesterprojekt der Wikipedia, das sich mit der Erfassung und Organisation von strukturierten Daten rund um die Wikipedia beschäftigt.

Zwei wichtige Anwendungsfälle sind der schnelle Aufbau von Basisinformationen (in Form der Infoboxen und „ArticlePlaceholder“) in „kleineren Versionen“ der Wikipedia und die Möglichkeit von komplexen Suchanfragen z.B. Mit SPARQL (aktuell ca. 8,5 Mio. Abfragen/Tag). So können z.B. alle Städte ab einer bestimmten Einwohnerzahl mit weiblichen Bürgermeistern sehr schnell ermittelt werden. In ihrem Vortrag Wikidata: State of the Project gibt die Lydia Pintscher, die Produkmanagerin von Wikidata, einen tiefen Einblick in das Projekt:

Einige Informationen und Links zu Themen, die Lydia in Ihrem Vortrag anspricht:

Dank @c3voc gibt es die Vorträge der WikidataCon auch wieder als Aufzeichnung. Außerdem hat sich der Chaosradio Podcast in der Episode 240 ausführlich mit der Geschichte von Wikidata beschäftigt. Zu den Anfangsideen gibt es auch noch den CRE Podcast Episode 205 mit Jens Ohlig.

P.S.: schmunzeln muss ich, dass auch in diesem Kontext die Trennlinie zwischen Daten, Information und Wissen nicht sauber gezogen ist („data items“ vs. „knowledge base“). T.D. Wilson ist also immer noch aktuell (s.a. T.D. Wilson: The Nonsense of Knowledge Management)!

Vom 25.-29.09.2017 fand die Microsoft Ignite in Orlando, Florida statt. Die Ignite ist die größte Kundenkonferenz von Microsoft, auf der viele Produktneuheiten und Anwendungsbeispiele gezeigt werden. Die Videos der Vorträge und Diskussionsrunden sind öffentlich verfügbar. Die Keynote zur Eröffnung hat Microsoft CEO Satya Nadella gehalten (zusätzlich gab es noch ein Interview mit Nadella und Walter Isaac):

Insgesamt sind 748 Vorträge aufgezeichnet worden, die ich natürlich nicht alle nachschauen kann und werde. Vorteil im Vergleich zu einer Vor-Ort-Teilnahme ist aber, dass man zeitsouverän auch parallele Beiträge ansehen kann. Hier sammle ich eine Liste von Videos, die mich interessieren und die ich im Lauf der nächsten Wochen anschauen/-hören werde:

Office 365 allgemein

Outlook & Office 365 Groups

Microsoft Teams, Skype for Business, Skype Meeting Broadcast, Meeting Rooms

Yammer & Enterprise Social Network

SharePoint & OneDrive

Task Management, To-Do, Planner, Workflow

Security

Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Bots, Big Data, BI

OneNote, Delve, Workplace Analytics

Lernen, Virtueller Klassenraum

Multimedia, Video, Visiualisierung

Windows 10

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Sonstige

Man kann behaupten, dass die Disziplin Wissensmanagement im deutschsprachigen Raum in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum feiert. Denn 1996 sind mit den Erstausgaben von “Wissen managen” (Probst, Raub, Romhardt) und “Wissen gewinnt” (Zucker, Schmitz) zwei der wichtigsten deutschsprachigen Standardwerke erschienen. Beide hatten in den Untertitel bereits Hinweise auf die Interdisziplinarität des Themas Wissensmanagement (z.B. Das intelligente Unternehmen, Wissen als wertvollste Ressource).

Doch  etwas später wurde Wissensmanagement sehr stark von der IT “absorbiert”. Der IT-Branchenverband BITKOM gründete 1999 die KnowTech, die sich im Lauf der Jahre zum wichtigsten Klassentreffen der Wissensmanagement-Community etabliert hat. Auch wenn in den letzten Jahren vermehrt auch Führungs-, Kultur-, Organisations- und Personalthemen vertreten waren, blieb die KnowTech im Kern ihrem Untertitel “IT-gestütztes Wissensmanagement” treu. In meiner Beobachtung gab es zwei große Wellen des IT-orientierten Wissensmanagement: Portale, DMS, ECMS rund um die Jahrtausendwende und Soziale Medien so ungefähr ab 2007/2008.

Parallel dazu haben die anderen notwendigen Disziplinen wie beispielsweise Personal, Unternehmenskommunikation, Qualitäts-/Prozessmanagement, Projektmanagement, Innovationsmanagement bis hin zur Führungskräfteentwicklung das Thema Wissensmanagement bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie die IT. In einigen der genannten Disziplinen kommt gerade erst der Megatrend der Digitalisierung an, die Bedeutund des Trends der Wissensgesellschaft ist noch kaum angekommen.

Wie gerade auf der CeBIT zu beobachten war, ist sind die Themenfelder Enterprise 2.0/Soziale Medien/Social Business jetzt durch. Damit meine ich nicht, dass die Einführung und der Veränderungsprozess in allen Organisationen schon abgeschlossen ist, aber die First Mover und die Early Adopter haben ihre Piloten abgeschlossen, es ist klar, dass Soziale Medien in Unternehmen einen deutlichen Mehrwert erzeugen und jetzt wird irgendwann die Late Majority nachkommen. Die IT-Branche setzt auf die nächsten innovative Themen wie Big Data, Advanced Analytics, Robotics und Machine Learning. Viele der Anbieter hatten ihre Angebote im Bereich Enterprise 2.0 auf der CeBIT schon gar nicht mehr in der Auslage.

in dieses Bild passt auch, dass der BITKOM sich entschlossen hat, die KnowTech im Jahr 2016 nicht fortusetzen. Der Arbeitskreis Knowledge Management wird sich in Arbeitskreis Cognitive Computing umbenennen. Als Jahresveranstaltung für diesen Arbeitskreis wird voraussichtlich der BITKOM Big Data Summit dienen, der jährlich im Februar stattfindet. Und damit verliert das Wissensmanagement sein jährliches Klassentreffen.

Doch das muss nicht unbedingt Grund sein, den Kopf in den Sand zu stecken. In der Situation steckt auch die Chance, sich von der IT-Lastigkeit der letzten Jahrzehnte zu emanzipieren und Wissensmanagement da zu platziern, wo es eigentlich hingehört: als eine Interdisziplin, die die Führung und Gestaltung Lernender Organisationen im Fokus hat. Mit allen Facetten inkl. wissensorientierter Führung, wissensorientierten Prozessmanagments, wissensorientierten Projektmanagements usw. Wir arbeiten gerade bei Cogneon an einem Veranstaltungskonzept, dass die Funktion des Klassentreffens in 2016 übernehmen und als Plattform dienen soll, einen Dialog über die Zukunft des Wissensmanagements in den kommenden 20 Jahren anzustoßen. Termin wird der 26.-27. Oktober sein.

Lasst uns die Fokussierung auf Wissensdatenbanken & Co. endgültig beerdigen und uns daran machen, echte Lernende Organisationen zu entwickeln. Damit können wir der Vision der Wissensrepublik einen großen Schritt näher kommen.

  

Wenn man sich mit einem Thema wie Enterprise 2.0 beschäftigt, wie das z.B. aktuell im Enterprise 2.0 MOOC geschieht, sollte man sich zunächst auf eine Definition bzw. ein gemeinsames Begriffsverständnis einigen. Dazu ein kurzer Blick in die Historie. Der Begriff Web 2.0 wurde im Jahr 2004/2005 durch den Verleger Tim O'Reilly bekannt gemacht, der seine Sicht auf die neue Nutzungsform des Webs in dem Artikel What is Web 2.0? beschreibt. Wichtige Aspekte darin sind die tabellarische Gegenüberstellung zwischen Web 1.0 und Web 2.0 (z.B. Britannica vs. Wikipedia, persönliche Hompages vs. Weblogs), die Web 2.0 Meme Map, das Prinzip der Nutzung kollektiver Intelligenz, die Hervorhebung der Bedeutung von Daten (“Data is the Next Intel Inside”) sowie eine Liste von acht Web 2.0 Design Patterns, zu denen auch der Long Tail und User Generated Content gehören.

 

Andrew McAfee, Direktor des Center for Digital Business am MIT, übertrug die Grundidee des Web 2.0 auf Unternehmen und beschrieb seine Sicht in dem 2006 veröffentlichten Artikel Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration. Darin führte er das SLATES Meme ein (Search, Links, Authoring, Tags, Extensions, Signals), benannte zwei “ground rules” von Enterprise 2.0 (Ease of Use, Nutzungsoffenheit) sowie die wichtige Rolle von Führungskräften. Als kleine Randnotiz kann man noch anführen, dass McAfee das Ende von “Knowledge Management Systems” durch Enterprise 2.0 zu einer Zeit prognostiziert, als der Disziplin Wissensmanagement längst klar war, dass es so etwas wie Wissensmanagementsysteme gar nicht gibt. Systeme sind immer nur Teil der Infrastruktur, ob dadurch Wissen generiert, transferriert oder dokumentiert wird, hängt maßgeblich von der Motivation der Nutzer und den Rahmenbedingungen im Unternehmen ab.

In dem genannten Artikel war keine klare Enterprise-2.0-Definition enthalten, sondern nur die Umschreibung “I use the term Enterprise 2.0 to focus only on those platforms that companies can buy or build in order to make visible the practices and outputs of their knowledge workers”. Später brachte McAfee in seinem Blog zwei Versionen von Definitionen:

  1. Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms by organizations in pursuit of their goals.
  2. Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers.

Mittlerweile gab es auch Versuche, Definitionen zu erstellen, die nicht auf die technischen Werkzeuge abzielen, sondern den übergeordneten Nutzen der Werkzeuge für Wissenstransfer und Lernen herausstellen. Dazu gehört z.B. “Ein Enterprise 2.0 ist eine Lernende Organisation, die ihre Ziele durch lernförderliche Handlungsmuster und den Einsatz von sozialen Medien erreicht” im GfWM Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0 (englisch). Eine wichtige Erkenntnis in der Erarbeitung des Positionspapier war aus meiner Sicht, dass man Enterprise 2.0 nur “werden” und nicht “einführen” kann. Trotzdem bin ich mittlerweile überzeugt, dass die Ankopplung an das Konzept der Lernenden Organisation für einen Großteil der Zielgruppe zu abstrakt und zu wenig greifbar ist. Daher schlage ich für den Enterprise 2.0 MOOC folgende Definition vor, die eine deutschsprachige Zusammenführung der beiden Definitionen von McAfee darstellt:

Enterprise 2.0 beschreibt den Einsatz sozialer Medien in Unternehmen, sowie zwischen Unternehmen, Partnern und Kunden, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Dabei finde ich “Soziale Medien” griffiger, als eine wörtlichere Übersetzung von “emergent social software platforms”. Die beiden Definitionen habe ich zusammengeführt, da mir sowohl der organisationsübergreifende Aspekt (“within companies, or between companies and their partners or customers”), als auch der Strategiebezug (“in pursuit of their goals”) bei Enterprise-2.0-Ansätzen wichtig sind.

P.S. die aus “Social Software” abgeleitete Begriffe (z.B. Social Enterprise, Social Business) nutzen wir insbesondere im deutschen Sprachraum nicht, da das soziale Unternehmen hier ganz anders belegt ist.

 

 

Notizen zum Vortrag auf der KnowTech 2013.

  • Referent: Alexander Richter (UniBW München, Forschungsgruppe Kooperationssysteme)
  • Felder des Wandels zur vernetzten Organisation
    • Kultureller Wandel: Rolle des Mitarbeiters als “mündiger Mitgestalter”, intrinsische Motivation und Vertrauen, Information als freies Gut, Entgrenzung
    • Neue Organisationsstrukturen: mehr Verantwortung in Händen selbstorganisierter Wissensarbeiter, Überwinden von Abteilungs- und Unternehmensgrenzen, Netzwerke koexistieren neben Hierarchien, Projektorientierung
    • Übergang ins Virtuelle: Zusammenarbeit in räumlich und zeitlich verteilten Teams
    • Zusnehmende Zusammenarbeit über digitale Medien
  • Insgesamt wurden 15 einstündige Interviews im Q2/2012 geführt und ausgewertet (4 Bereichsleiter, 6 Abteilungsleiter, 5 Referatsleiter); der Fokus lag auf der Identifikation wahrgenommener Chancen und Risiken:
    • Chance: Effiziente Kommunikation
    • Chance: Verfügbarmachen von Expertenwissen
    • Chance: Mehr Feedback, sowohl fachlich, als auch auf Beziehungsebene
    • Chance: Gute Informationsquelle
    • Chance: Freie Gestaltung der Arbeitszeit
    • Chance: Attraktivität für junge MItarbeiter
    • Risiko: Informationsverlust und –überflutung
    • Risiko: Informationsflüsse nicht kontrollierbar
    • Risiko: Verschwimmen von Privat- und Berufsleben (Entgrenzung)
    • … (es wurden noch mehr genannt) …
  • 13 von 15 Führungskräften empfanden es als Vorteil, dass Mitarbeiter Hierarchien überspringen können(!)
  • ÜBERRASCHEND: Von den Führungskräften wird wenig Einfluss auf die Führungspraktiken erwartet!? (Anmerkung: das deckt sich mit den Ergebnissen der Enterprise 2.0 Studie der europäischen Kommission)
  • Abgeleitet wurden ein Rollnrepertoire einer Führungskraft 2.0 mit den drei Dimensionen:
    • Facilitator: Offene Kultur fördern, Leitfigur (Transformationale Führung), Authentizität und Transparenz, Orientierung geben, Offenheit und Beteiligung einfordern
    • Virtual Leader: Auf Distanz führen, digitales Beziehungsmanagement, interkulturelle Kompetenz, Kompetenter Umgang mit der IT
    • Primus inter Pares: Spagat zwischen Netzwerk und Hierarchie (“Kollege” aber auch “Chef”), Coach und Mentor sein, (“Dienstleister” für die Mitarbeiter), Selbstorganisation zulassen/koordinieren/moderieren
  • Je höher die Hierarchiestufe desto notwendiger ist es, einen Coach für Führungskräfte zur Verfügung zu stellen

Vor einiger Zeit hat Frau Back in Ihrem Blog eine erste Version einer Begriffslandkarte Web 2.0 und Social Media veröffentlicht. In einigen aktuellen Projekten habe ich die Problematik, dass die Begrifflichkeiten rund um “2.0” und soziale Medien recht unterschiedlich verwendet werden. Deswegen habe ich auch versucht, die Schlüsselbegriffe in einer Konzeptkarte Enterprise 2.0 neu zu ordnen (s.u.).

Zu unterscheiden ist prinzipiell zwischen Firmen-interner (Intranet, Business2Employees) und Firmen-externer Anwendung. Bei der externen Anwendung ist, so wie das auch schon im GfWM Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0 gemacht wurde, zwischen der Endkunden-orientierten Nutzung (Web 2.0, Business2Customer) und der Anwendung zwischen Unternehmen und Partnern/Lieferanten (Extranet, Business2Business) zu unterscheiden.

Gemäß der Definition von McAfee (“Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers”) wird von Enterprise 2.0 dann gesprochen, wenn Web-2.0-Werkzeuge in Unternehmen und/oder zwischen Unternehmen, Partnern und Kunden eingesetzt werden. Aktuell hat Enterprise 2.0 hauptsächlich den Fokus des Einsatzes im Intranet, zur Firmen-übergreifenden Nutzung gibt es erste Gehversuche. Wie der Diskussion im Blog von Fr. Back zu entnehmen ist ist es wichtig, dass Enterprise 2.0 neben dem Einsatz sozialer Software auch auf die Förderung einer partizipativen Unternehmenskultur abzielt.

Bei der internen Anwendung bin ich im Gegensatz zu anderen Stimmen überzeugt, dass redaktionelle Intranets (z.B. mit News und eher statischen Inhalten) auch im Kontext von Enterprise 2.0 eine wichtige Rolle spielen werden. Aus dieser Perspektive würden soziale Intranets (oder Extranets) aus den bereits bestehenden redaktionellen Intranets, angereichert um soziale Funktionen (z.B. Kommentieren, Sharen, Liken), und zusätzlicher sozialer Software wie z.B. sozialen Netzwerken (Corporate Facebook), Weblogs (Corporate WordPress), Wikis (Corporate Wikipedia), Videoportalen (Corporate YouTube) etc. bestehen. Dieses Raster kann helfen, Enterprise-2.0-Ansätze in einem Unternehmen schärfer voneinander abzugrenzen.

Da sich die meisten Unternehmen in Bezug auf Enterprise 2.0 noch in einem sehr frühen und experimentellen Stadium befinden, beschäftigen sie sich aktuell stark mit den Einzelthemen. Ich glaube, dass es in naher Zukunft vier Themen geben wird, die dringend zu klären sind:

  1. Übergeordnete Informationsarchitektur: wie kann ein Ansatz einer übergeordneten Informationsarchitektur aussehen, der eine für die Mitarbeiter logische Klammer um die einzelnen Bestandteile des sozialen Intranets bildet.
  2. Persönliches Dashboard: welches Werkzeug verwenden Mitarbeiter, um den Überblick sowohl über E-Mails, Termine, Aufgaben und Kontakte, als auch die neuen Medien (Stichwort: Aktivitätenstrom) zu behalten. Für mich ist noch offen, ob das Systeme wie iGoogle/Netvibes sein werden, oder ob sich klassische PIM-Software wie Outlook in diese Richtung entwickeln werden.
  3. Übergänge/Schnittstellen Intranet/Internet: wie sehen die Übergänge zwischen Informationen im Internet, im Extranet und im Intranet aus? Das gilt sowohl für den Informationsfluss von außen nach innen, als auch umgekehrt.
  4. Medienkompetenz der Mitarbeiter: mit welchen Maßnahmen bauen wir bei den Mitarbeitern die notwendige Medienkompetenz auf? Standardisiert verfügbare Workshops wie unser Web-2.0-Führerschein können helfen, sind aber sicher noch durch Programme in Bereichen wie “virtuelle Führung”, “selbstgesteuertes, informelles Lernen” und “Selbstorganisation 2.0” zu ergänzen.