Aktuell läuft der #feuer40 MOOC auf mooin. In einem Diskussionsbeitrag ging es um die Fähigkeiten, die wir brauchen, um im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein. Das hat mich an den Vortrag “21st Century Skills” von Prof. Andreas Schleicher (OECD) auf der re:publica 2013 erinnert, den ich hier nochmal hervorholen möchte.

Er stellt darin fest, dass sich Länder aus Wirtschaftskrise nicht durch Rettungspakete oder das Drucken von Geld retten kann. Wichtig ist vielmehr, möglichst viele Menschen durch Bildung auf die Wissensgesellschaft vorzubereiten.

Ein paar Stichworte aus der Tonspur: Kompetenzen statt formale Qualifikationen, Vom formalen Lernen zum Beginn des Lebens hin zum lebensbegleitenden Lernen, Growing Knowledge-intensity (# Forscher, # Patente), Different skills (routine manual, nonroutine manual, routine cognitive, nonroutine analytic, nonroutine interactive), Ways of thinking, working & tools for working, Learning Now & Then, Lernen ist kein Ort sondern eine Aktivität, Lernen als sozialer und kollaborativer Prozess, Vernetzung von Themen im Lernen statt Silos, Spezialisten vs. Generalisten, 21st century teachers, Beispiel Finnland, Enhanced teaching activities, Bildungsprozesse folgen dem Vorbild Industrialisierung, Beste Technologie kann schlechte Lernprozesse nicht ersetzen.

Seit Oktober 2016 liegt mit dem Dokument Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft die neue Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung  vor.

Titelblatt des Dokuments Strategie für die digitale Wissensgesellschaft

Bundesministerin Wanka greift im Vorwort die Digitalisierung der Gesellschaft als Treiber auf und spannt den Bogen zum Lebenslangen Lernen:

Wir möchten Menschen in die Lage versetzen, sich selbstbestimmt in der digital geprägten Gesellschaft zurechtzufinden. Gute Bildung ist dafür die Voraus­setzung. Für eine freie Entfaltung, für gesellschaftliche und soziale Teilhabe wird das Beherrschen digitaler Technologien an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Risiken einschätzen und mit ihnen umgehen zu können. Alle Bildungsbereiche – von der frühkindlichen Förderung über die Schulen, Ausbil­dung und Studium bis hin zum lebenslangen Lernen – müssen hier ihren Beitrag leisten.

Beim Lesen des Dokuments und Betrachtung der genannten Handlungsfelder hatte ich das Gefühl, dass es mehr um Digitale Transformation und Digitale Medien als um den Aspekt der Wissensgesellschaft geht (s.a. Merkmale der Wissensgesellschaft). Ich stolpere auch über den Begriff “digitale Wissensgesellschaft”, denn wir Menschen bilden diese Gesellschaft und wir werden ja auf absehbare Zeit analog bleiben. Ich spreche daher im Folgenden lieber von der “digital-vernetzten Wissensgesellschaft”.

Ich glaube, wir müssen in den nächsten Jahren in der Gesellschaft und in Unternehmen alle Bestandteile der digital-vernetzten Wissensgesellschaft in den Blick nehmen:

  • Digitalisierung: Digitale Medien, Digitale Fähigkeiten. Digitale Führung, Digitalisierung von Prozessen, Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen, Digitale Geschäftsmodelle
  • Vernetzung: insbesondere die Vernetzung über bestehende Silos hinweg (Abteilungen, Unternehmen, Wissenschaft/Wirtschaft, International), Formate, Veranstaltungen und Orte der Vernetzung (Barcamps, Podcasts, Blogs, Vlogs, Coworking Spaces, Science/Knowledge Slam, Communities of Practice)
  • Wissen und Lernen: Faktenwissen, prozedurales Wissen (know-how), Erfahrungswissen, Formelles und informelles Lernen, 70/20/10-Ansätze, Blended Learning

Wenn jeder diese Themen in seinen Einfluss- und Wirkbereich bringt, werden wir überrascht sein, wie schnell wir gemeinsam voran kommen.

Vergangenen Freitag war ich von der Akademie für Führungskräfte in Überlingen am Bodensee gebucht, um auf deren jährlichen Trainertag einen Vortrag zur Bedeutung von Lernen im 21. Jahrhundert zu halten und am Nachmittag zwei Hands-On-Workshops zum gleichen Thema abzubieten.

Im Vortrag war mir wichtig zu aufzuzeigen, dass es beim Lernen der Zukunft um viel mehr geht, als nur bisherige Lernprozesse zu digitalisieren oder den Fokus von der Vermittlung von Faktenwissen auf das Aneignen von Kompetenzen (aka prozedurales Wissen) zu erweitern.

Meiner Meinung nach geht es darum, Wissen und Lernen als Kernkompetenz für dieses Jahrhundert zu begreifen. Jede Aktivität der Organisation – operativ und strategisch – muss ein Anlass zum Lernen werden. Jeder Quadratmeter der Organisation – physisch und virtuell – muss als Lernort verstanden und entwickelt werden. Erst dann wird echtes organisationales Lernen möglich und die Lernende Organisation von der Utopie zur gelebten Vision.

Wichtig war mir im Vortrag auch, die Rolle der Führungskräfte zu betonen. So wie viele Bildungsstudien die Chancenlosigkeit von Kindern bildungsferner Eltern zeigen, haben auch Organisationen mit Wissens- und lernfernen Führungskräften keine guten Zukunftsaussichten. Siehe dazu auch mein Kapitel Das Leitbild der digitalen Führungskraft im Buch Digital Leadership von Prof. Petry.

Meine Folien zum Vortrag (PPT-Version und MP3-Audiomitschnitt, Passwort zum Audiomitschnitt für alle Teilnehmer*innen des Events über den Veranstalter):

Bei den beiden zweistündigen Workshop-Durchläufen am Nachmittag habe ich die Teilnehmer*innen abstimmen lassen, welche Themen sie zur Vertiefung bevorzugen. Durchgesetzt haben sich die Kombination von Präsenzformaten mit digitalen Ansätzen (Teilnehmer-O-Ton: “Pimp my Learning 1.0”), innovative Lernformate (Barcamp, MOOC, Working out Loud, Communities of Practice) sowie das Modul Voice-over-Powerpoint (einfache Vertonung von Vortrags- und Trainingsfolien) aus dem adidas Media Lab Training.

  
Im Lauf der zwei Workshops habe ich mir einige Links notiert, die ich hier noch bereitstellen möchte (falls was fehlt, einfach unten per Kommentar nachfragen):

  • Corporate Learning Camp – Barcamp für die Corporate Learning Community (nächste Veranstaltung 13.-14. Oktober 2016 in Frankfurt)
  • Knowledge Jam – Beispiel für das Hybrid-Format aus Konferenz und Barcamp, das die Cogneon Akademie seit 2005 anbietet (nächste Veranstaltung zum Thema Working Out Loud am 2. Juni 2016 in Nürnberg)
  • sendegate.de – Community-Plattform der deutschsprachigen Podcasting Communit
  • Subscribe 7 – Kombination aus Konferenz und Barcamp für die Sendegate-Community (nächste Veranstaltung 4.-6. Mai in Berlin)
  • Media Lab – Übersicht Ausrüstung, Software und Apps, die in adidas Media Lab und Cogneon Media Lab zum Einsatz kommen
  • Twitter 101 – nachdem sehr viele Workshop-Teilnehmer*innen noch nicht auf Twitter sind, ein kleiner Beitrag zum Einstieg ;-)

Vielen Dank an der Stelle auch nochmal an Simone Schönle und Dr. Simon Beck, stellvertretend für das gesamte Akademie-Team, sowie alle Mitstreiter*innen im Programm, u.a. Steffi Krügl (openBIT), Thor van Horn (Quantum Kunst), die Video-Profis von blink.it und den zweiten Referenten Thomas Tillmann (abc tillmann).

Im Jahr 2013 haben wir im Management 2.0 MOOC erstmals ganz bewusst den Begriff Lernen 2.0 für eine der Themenwochen verwendet. Seitdem gab es viele Anfragen, Vorträge, Workshops und Projekte zum Thema. Doch bis heute gibt es noch viele Gelegenheiten, bei denen man merkt, dass die Grundidee von “2.0” eigentlich noch gar nicht verstanden ist – und das obwohl die Marketing-Karawane schon zu “4.0” weitergezogen ist. Da diese beiden Konzepte aber weitgehend synonym gebraucht werden, möchte ich meine Sicht auf Lernen 2.0 hier mal in groben Zügen darlegen.

Der Begriff Web 2.0 wurde erstmals von Darcy DiNucci in Ihrem Beitrag Fragmented Future im Jahr 1999(!) erwähnt. Darin schreibt sie, die grundlegende Eigenschaft des Web 2.0 ist, keine sichtbaren Eigenschaften zu haben. In Breite bekannt wurde Web 2.0 dann durch den Autor und Verleger Tim O’Reilly mit seinem Artikel What is Web 2.0? aus dem Jahr 2005. Hören wir zunächst, wie Tim Web 2.0 in knapp einer Minuten definiert:

Sein zentrales Argument ist, dass das Web als Plattform begriffen werden muss, auf der die Regeln für Unternehmen grundlegend anders sind. Insbesondere ist neu, dass Nutzer zur Wertschöpfung beitragen. Zentrale Aufgabe für Unternehmen muss also sein, Geschäftsmodelle zu finden, die das berücksichtigen. Neben dieser Eigenschaft nennt Tim in der Web 2.0 Meme Map in seinem Beitrag noch 20 weitere, darunter z.B.:

  • 2.0 ist eine Einstellung, keine Technologie
  • Tagging statt Taxonomie
  • Partizipation statt Publikation durch Weblogs
  • Radikales Vertrauen wie bei Wikipedia
  • Radikale Dezentralisierung wie bei BitTorrent
  • Den Long Tail ermöglichen
  • Daten als das neues “Intel Inside” (s.a. Big Data Diskussion)
  • Anpassung durch Hackability
  • Der Zustand des Perpetual Beta
  • Das Recht der Wiederverwendung durch “some rights reserved” (s.a. Diskussion zu Open Access, Open Content, Open Science)
  • Das Prinzip der Emergenz, statt der Vorherbestimmtheit
  • Das Web als Baukasten oder auch Small Pieces Loosley Joined

Kurze Zeit später prägte MIT-Professor Andrew McAffee den Begriff Enterprise 2.0. Wie er in seiner kurzen Definition im Video darlegt, geht es dabei wenig überraschend um den Einsatz von Web-2.0-Technologien (Wikis, Soziale Netzwerke, Microblogs, Social Bookmarks) in Unternehmen zur Verfolgung der organisationalen Ziele:

In seinem Aufsatz Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration aus dem Jahr 2006 verwendet er die Abkürzung SLATES, um die sechs Komponenten von Enterprise 2.0 Technologien zu beschreiben:

  • Search: die Suche als zentrale Funktion neben der Navigation, um sich in großen Informationssystemen zurecht zu finden.
  • Links: In vielen Intranets wird Querverlinkung sehr sparsam und von kleinen Redakteursgruppen eingesetzt. Alle Nutzer müssen in die Lage versetzt werden, Links einzufügen (z.B. über Kommentare).
  • Authoring: Mitarbeiter über einfache Werkzeuge zu Autoren machen, damit diese Wissen, Einsichten, Erfahrungen, Kommentare, Fakten, Links usw. beitragen können.
  • Tags: durch einfaches Hinzufügen von Tags ermöglichen, dass Nutzer ihre Struturn hinzufügen können, statt die Strukturen der Autoren verwenden zu müssen (siehe dazu auch Vortrag von David Weinberger in der Library of Congress).
  • Extensions: durch die Anzeige weiterer Inhalte auf Basis von ähnlichen Inhalten oder Amazon’s Nutzer-die-dieses-Buch-gelesen-haben-Strategie Nutzer aktiv weitere Inhalte vorschlagen.
  • Signals: Nutzer in Form von E-Mail-Benachrichtigungen oder RSS-Feeds auf neue Inhalte hinweisen und diese aggregieren, damit sie nicht aktiv einzelne Webseiten regelmäßig öffnen müssen.

Gary Hamel, Gastprofessor für Strategisches Management an der London Business School und Co-Autor von The Core Competence of the Corporation, spannt den zeitlichen Bogen gleich über ein ganzes Jahrhundert. In seinem 2007 erschienenen Buch The Future of Management verwendet er die Metapher des Software Forking, um auf die Notwendigkeit der Entwicklung komplett neuartiger Management-Ansätze hinzuweisen. Mit dem finalen Kapitel Forking Management 2.0 will er Management 2.0 als “21st Century Management” verstanden wissen. Ich lege allen dringend ans Herz, sich knapp 17 Minuten Zeit zu nehmen und den Vortrag Reinventing the Technology of Human Accomplishment anzusehen, den wir damals auch als Eröffnung des Management 2.0 MOOCs verwendet haben:

Im Management 2.0 Hackathon, 2011 gemeinsam von der Plattform Management Innovation Exchange (MIX), Saba und der Enterprise 2.0 Conference durchgeführt, haben die über 900 Teilnehmer*innen gemeinsam die 12 Prinzipien von Management 2.0 ermittelt:

  1. Offenheit
  2. Community
  3. Meritokratie
  4. Aktivismus
  5. Zusammenarbeit
  6. Sinn
  7. Autonomie
  8. Entdeckungen durch glückliche Zufälle (serendipity)
  9. Dezentralisierung
  10. Experimentieren
  11. Geschwindigkeit
  12. Vertrauen

Ich finde, dass von Web 2.0 über Enterprise 2.0 hin zu Management 2.0 eine klare Linie zu erkennen ist, wie wir im 21. Jahrhundert Arbeiten, Management und Lernen sollten.

Doch bevor ich hier an dieser Stelle meine Interpreation von Lernen 2.0 ergänze, mache ich das gleiche wie in Vorträgen an dieser Stelle: ich frage Sie/Euch die Leser*innen wie die persönliche Interpretation von Lernen 2.0 aussieh? Gerne als Kommentar hier im Blog oder Link zu Blog/Video etc. unten eintragen.

P.S. bitte keine Kommentare wie “2.0 ist doch schon alt, wir sind längst bei 3.0, 4.0, X.0” – die hier beschriebene Idee von 2.0 gilt für das kommende Jahrhundert :-)

Vortrag “MOOCs als Anwendungsfall in sozialen Intranets?” von Simon Dückert auf der KnowTech 2013 in Hanau.

[mp3]

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Die zweite Folge des Online-Kurses Wirklichkeit 2.0 hatte das Thema “Soziale Medien”. Einige Interessante Gedanken und Ideen daraus:

  • 21 Millionen Bürger (s.a. ARD-ZDF-Online-Studie) in Deutschland kommunizieren über Soziale Netzwerke (Hauptsächlich wurde über Facebook, Twitter Xing und LinkedIn gesprochen, Nischen- und Special-Interest-Netzwerke wie Researchgate wurden nicht erwähnt).
  • Das englische “social” hat eine andere Bedeutung als das deutsche “sozial”, das mit sozialer Verantwortung in Beziehung gesetzt wird.
  • Manfred Spitzer: “nur über Computer kann man keine echten Beziehungen pflegen.
  • Ein “like” oder ein “gefällt mir” ist ein digitales Lächeln.
  • Ein soziales Netzwerk ähnelt mehr einem Börsenticker (Strom von Nachrichten), als einer normalen Webseite.
  • Soziale Netzwerke als “private Öffentlichkeit”.
  • Jan-Hinrik Schmidt kam mehrfach zu Wort.
  • Beziehungsmanagement und Kontaktpflege sind wichtige Aufgaben.
  • Wie in unserem Web 2.0 Führerschein wurde die Dunbar-Zahl erwähnt :)
  • Eine Schülerin berichtet, wie ein Englisch-Referat vollständig über Facebook vorbereitet wurde (soziale Netzwerke als Lernplattformen).
  • Gibt es die Filterblase (filter bubble)?
  • Daten in sozialen Netzwerken werden für kommerzielle Zwecke ausgewertet (soziale Netzwerke sind nicht kostenlos, man bezahlt mit Daten, nicht Geld). Medienkompetenz ist ein wichtiger Schlüssel.

Bisher gab es bei Wirklichkeit 2.0 unter #fkmedien so gut wie keinen Twitter-Verkehr während der Sendung. Das ist auch mal schön, einfach entspannt und konzentriert zuzuhören. Die Hintergrundmusik ist recht anstrengend, vielleicht handelt es sich dabei um hörbar gemachten Netzwerkverkehr?

Auf Grundlage von Aussagen der Panel Experten werden in dieser Studie die aktuellsten HR Trends und Themen in den folgenden 12 Untersuchungsbereichen aufgeführt:

  1. Corporate Social Responsibility and Sustainability
  2. Employee Health, Safety and Security
  3. Employee Relations
  4. Ethics
  5. Global HR
  6. Human Capital Measurement / HR Metrics
  7. Labor Relations
  8. Organizational Development
  9. Staffing Management
  10. Technology & HR Management
  11. Total Rewards / Compensation & Benefits

Unter anderen kommt die vorliegende Studie zu einigen interessanten Aussagen, die zeige, dass ökonomische und gesellschaftliche Trends bereits heute in den Überlegungen von HR Managern mit einbezogen werden. (“Future of Work”). Auch in dieser Studie wird einmal mehr ersichtlich, welche enormen Chancen Social Media generell und speziell im Personalbereich bieten kann:

  • Zunehmende Bedeutung von Social Networking, besonders im Bezug auf Personalbeschaffung bzw. Recruiting
  • Globalisierung und Marktabhängigkeiten führen zu erhöhter Volatilität und erfordern daher erhöhte Flexibilität
  • Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern trotz hoher Arbeitslosenzahlen (US) und Bedenken ob der US Bildungssektor in der Lage sein wird diese Nachfrage zu befriedigen.
  • Demographischer Wandel und deren Einfluss auf die Personalstruktur & Verfügbarkeit

Aktuell mache ich bei einem Online-Kurs mit, der sich anders anfühlt, als andere. Normalerweise werden bei einem MOOC wöchentliche Inputs über soziale Medien gegeben und die Online-Gemeinde antwortet in ebendiesen. Der Kurs Wirklichkeit 2.0 des Hessischen Rundfunk ist anders. Es werden insgesamt 23 halbstündige Folgen im Radio ausgestrahlt (ja, das gibt es noch!). Da man hier in Bayern keinen hessischen Rundfunk empfängt, folge ich den Senungen mit der radio.de App. Man kann die Beiträge auch als Podcast herunterladen.

Feedback kann über Twitter (#fkmedien), Facebook und einen Kursblog gegeben werden. Im Vergleich zu anderen MOOCs passiert in den sozialen Medien meiner Wahrnehmung mach etwas weniger. Nach den 23 Beiträgen kann man dann bei den Volkshochchulen sogar eine Prüfung ablegen und ein Zertifikat erhalten.

Ich finde insbesondere die Kombination aus klassischen und neuen Medien sowie informellen undmformellen Lernen spannend, da diese bestimmt auch beim Einsatz solcher Formate in Unternehmen notwendig sein wird.

 

Nachdem ich mir in einem früheren Blog schon einmal Gedanken zum Vergleich von Konferenz und Un-Konferenz (aka Barcamp) gemacht habe, interessiert mich jetzt eine andere Fragestellung. Spricht man mit Camp-Beführwortern werden oft die Argument vorgebracht, dass Unkonferenzen intensiveren Wissenstransfer ermöglichen und mehr Aktivität im Vorfeld und im Nachgang zur Konferenz haben. Kritische Beobarchter oder Camp-Interessierte haben mich schon oft gefragt, ob dem tatsächlich auch so ist. Aus dem Bauch heraus habe ich immer geantwortet, dass die Aktivitätslevel der Community vor der Unkonferenz schon deutlich höher ist als bei einer klassischen Konferenz und dass das Verhältnis von guten zu weniger guten Beiträgen sich auf Konferenz und Unkonferenz nicht unterscheiden.

Da wir hier in Deutschland mit der KnowTech (24.-25.10., ca. 400-450 Teilnehmer) und dem KnowledgeCamp (12.-13.1., ca. 100-130 Teilnehmer) jeweils eine etablierte Konferenz und Unkonferenz haben, möchte ich dieses Jahr die beiden Veranstaltungen verwenden, um einige Kennzahlen zu ermitteln:

  • Zeitraum der Betrachtung: jeweils ein Monat vor und nach der Veranstaltung
  • Wissenstransfer gemessen in den Dimensionen Wissensdokumentation und Wissenskommunikation
  • Wissensdokumentation möchte ich anhand der prozentualen Quantität an Beitragsdokumentationen (z.B. verfügbare Paper oder Präsentation im Verhältnis zu Anzahl der Sessions) und deren Qualität (rudimänter/gut/herausragen)
  • Wissenskommunikation möchte ich anhand der Anzahl Tweet mit dem jeweiligen Hashtag für KnowTech (#knowtech) und KnowledgeCamp (#amk12 für AKWM-Symposium meets KnowledgeCamp) sowie der Rate von Mentions und Reteets messen.

Hierfür habe ich einige digitale Helferlein entwickelt, die diese Arbeit möglichst automatisiert übernehmen. Zu erwarten wäre, dass bei beiden Veranstaltungen der Peak jeweils am Veranstaltungstermin ist, die Unkonferenz aber vorher deutlich schneller ansteigt und danach langsamer abfällt. Die Tweets werden bereits seit Anfang Oktober gesammelt. Hier ein " Sneak Preview" zum aktuellen Stand. Mehr davon dann einen Monat nach der Knowtech (Achtung: aktuell noch andere Skalierung der Y-Achse):

#knowtech #amk12

In Deutschland ist die Einkommensungleichheit seit 1990 erheblich stärker gewachsen als in den meisten anderen OECD-Ländern. In den 80er und 90er Jahren gehörte das Land zu den eher ausgeglichenen Gesellschaften, inzwischen liegt es nur noch im OECD-Mittelfeld.
Quelle: OECD.