Dieser Blog-Beitrag wurde von der ehemaligen Nutzerin kerstin.buecher erstellt.

“Von Wissensmanagement zu reden ist ungefähr so aussagekräftig, wie im Zusammenhang mit der Entstehung oder auch Aufführung einer Beethoven-Symphonie von Sound-Management zu reden oder die Kunst Claude Monets als Pinsel-Management zu bezeichnen.” schrieb Fredmund Malik in der Kolumne des manager magazins (27.11.2001) und weiter: “Das würde ebenso deprimierend wenig über Beethoven und Monet, über Musik und Malerei sagen, als es beschämend viel über den Benutzer solcher Begriffe sagte.”

Richtig. Und dennoch scheinen mir, wenn wir “management” durch “Handhabung” übersetzen, auch Soundmanagement und Pinselmanagement ihre Berechtigung zu haben, solange wir sie als Teil des Ganzen betrachten, der allein tatsächlich nicht annähernd alle Aspekte erfassen kann, die Kunst und Wissen in sich tragen. Denn auch Beethoven und Monet wussten um die richtige Technik, mussten ihr Handwerk beherrschen, um virtuos Neues zu erschaffen bzw. Altbekanntem eine neue, bewundernswerte Form zu geben. Farben und Töne gab es schon vor ihnen. Sie aber haben durch Handwerk und Genie dem Existierenden zu neuer Geltung verholfen. –

Das könnte ein Leitsatz sein für uns, die wir im Wissensmanagement unsere Profession sehen: Die Kunst liegt darin, das vorhandene, das verborgene Wissen auf gekonnte Weise vielleicht mit neuen Methoden, neuer Technik und neuen Erkenntnissen so zu verarbeiten, dass es überhaupt wahrgenommen werden kann, dass es bekannt wird und wenn es richtig eingesetzt wird, selbst Wunderwerke hervorbringen kann. Das Management, das gekonnte Handhaben, unsere Handwerkskunst, ist die Basis, auf der wir aufbauen können. Und da gebe ich Herrn Malik wieder recht: Also geht es um die Menschen, um jene neue Spezies der Wissenarbeiter, die anders als früher alleinige Besitzer der Ressource sind, die sie zum Arbeiten benötigen.

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