Heute ergab sich im Verlauf eines Gespräches der Bedarf, einen Überblick über interessante Einstiegspunkte ins organisationale Wissensmanagement bereitzustellen. Hier meine Antwort:

Allgemeines

  • Die internationale Norm ISO 9000:2000 die ein solides Grundgerüst für das “Betriebssystem” einer Organisation bereitstellt und zusätzlich prozessorientiert ist. Hiermit ergeben sich die richtigen Ansatzpunkte für Lean Management wie es auch Toyota praktiziert und womit Toyota zur Most Admired Knowledge Enterprise 2006 geworden ist. Auch das Cogneon Wissensmanagement Modell (KM Framework) basiert auf der ISO 9000:2000.
  • Meine Top20 Wissensmanagement-Links auf gfwm.de, der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., einem gemeinnützigen Verein, der auch einen regionalen, monatlichen Stammtisch in der Region Mittelfranken betreibt, auf dem Praxisbeispiele vorgestellt und diskutiert werden.
  • GfWM-Wissenslandkarte, die einen Überblick über die Themen gibt, die aus Sicht der GfWM zum Thema Wissensmanagement gehören. Verlinkt von diesem Weblog aus.

Fachgebiete und Schlagworte

Methoden

  • Community of Practice nach Etienne Wenger
  • Un-Conferencing
  • Expert Debriefing
  • Wissenslandkarte
  • Wissensstrategieprozess (Beispiel Siemens)
  • Prozessorientiertes Wissensmanagement
  • Wissensbilanz (Leitfaden, Software, beides kostenlos)
  • Getting things done (Selbstmanagement-Methode nach David Allen)
  • Jobma, Pendant zu Prozesslandkarte und Wissenslandkarte auf Ebene eines einzelnen Wissensarbeiters

Praxisbeispiele

  • Praxisbeispiel Schaeffler (Vortrag auf der Knowtech 2006): Methoden Wissensmanagement Modell, Lernende Organisation, Wissensstrategieprozess, Wissenslandkarte, Wiki-Wissensbasis, Expert Debriefing, Communities of Practice
  • Praxisbeispiel Robert Bosch (Vortrag auf der Knowtech 2005): Methoden Wissensstrategieprozess, Wissenslandkarte, Ablagesystematik, Communities of Practice
  • regiolog.com, das Wissensportal für die Metropolregion Nürnberg, das auf dem Open-Source Portalsystem Drupal basiert und in dem Methoden wie Wissenslandkarte, Communities of Practice, Yellow Paging (YP Personen, YP Organisationen), Weblogs und Terminkalender implementiert sind. Siehe hierzu auch Präsentation zum Vortrag auf dem GfWM-Stammtisch Mittelfranken.

Literatur

  • Buchtipp Erfolgsfaktor Wissen, schöne, Storytelling-artige Einführung anhand einer Geschichte
  • Pragmatisch, einfach, gut – erfolgreicher Umgang mit Wissen – 25 Beispiele Guter Praxis aus kleinen und mittleren Unternehmen
  • Siehe auch Literatur und Weblinks im Weblog zum Seminar Wissensmanagement und die Zukunft der Arbeitswelt.

Konkrete Einstiegspunkte

  1. Personenorientiert: wer sind unsere wichtigsten Wissensträger? Welches Wissen haben diese? Müssen wir ihr Wissen verbessern oder verteilen? Sind die Wissensträger in unserer Organisation vernetzt oder bilden sie Wissensinseln?
  2. Prozessorientiert: was sind unsere wissensintensivsten Prozesse? Wie unterstützen wir diese? Müssen wir explizite Wissensprozesse definieren?
  3. Veränderungsorientiert: wie ist die aktuelle Situation unserer Organisation? Was sind unsere Kunden und Produkte? Wie wird sich diese Situation in Zukunft ändern? Was bedeutet das für das Wissen und das “Betriebssystem”, das wir in Zukunft brauchen? Wie sieht “Unsere Organisation 2.0” aus?
  4. Persönlich: bin ich ein Wissensarbeiter? Welches sind meine wissensintensiven Aufgaben und wie hängen diese mit den Prozessen meiner Organisation zusammen? Was wird sich in Zukunft ändern? Welche persönliche Wissensstrategie kann ich daraus ableiten?
  5. IT-orientiert: was sind die Bestandteile unserer IT-Infrastruktur? Wofür benutzen wir welches IT-System? Wie sind IT-Systeme untereinander vernetzt? Wie sind sie strukturiert und wie sind die Inhalte? Wie könnte eine ideale “Wissensinfrastruktur” aussehen?
  6. Kulturorientiert: wie sehen die gelebten(!) Werte und Verhaltensweisen aus? Fördern oder vermeiden diese Wissensgenerierung und Wissensaustausch? Wie müssten ideale Werte und Verhaltensweisen aussehen? Wer muss diese vorleben?
  7. Ganzheitlich: Punkte 1-6 :-)

Wenn Sie weitere interessante Einstiegspunkte kennen, gerne unten per Kommentar einhängen.

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