Für das Wissensmanagement-Team eines Kunden, das Web 2.0 und Enterprise 2.0 verstehen und für sich nutzen möchte, begleite ich einen eintägigen Workshop. Ziel des Workshops “Web 2.0 Führerschein” ist es, die Prinzipien, Methoden, Werkzeuge und vor allem die Geisteshaltung im Web 2.0 zu “spüren”, zu verstehen und auf Übertragbarkeit in die eigene Organisation zu prüfen. Die Idee zum Begriff “Web-2.0-Führerschein” stammt nicht von mir, sondern aus einer Session von Oliver Gassner und Alex Wunschel auf dem Barcamp in Nürnberg.

Der Workshop zielt darauf ab, das Web 2.0 zu “fühlen”. Deswegen werden wir uns den ganzen Tag in den entsprechenden Anwendungen und Diensten bewegen um die dahinter liegen Prinzipien zu erfahren. Der rote Faden durch den Tag:

Vorbereitung und Theorie Web 2.0

  1. Aufgabe: Legen Sie in Ihrem Internen Wiki eine Seite zum Workshop an und verlinken Sie diese mit diesem Weblog.
  2. Hinweis: Tag zum Aggregieren: “cogneon-e20” (verwenden Sie heute immer auch diesen Tag bei der Erstellung von Inhalten). Achtung: achten Sie bei der Erstellung von Inhalten im Web darauf, dass es sich nicht um vertrauliche Informationen handelt.
  3. Aufgabe: Legen Sie sich durch die Registrierung beim Newsletter einen MindMeister-Account an, da wir die Inhalte des Workshops in der kollaborativen Wissenslandkarte Enterprise 2.0 dokumentieren wollen.
  4. Aufgabe: Lesen Sie den Wikipedia-Artikel Web 2.0.
  5. Aufgabe: Lesen Sie den Artikel von Simon Dückert: Enterprise 2.0 – Neues Denken statt neue Technologie.
  6. Wahrnehmung: Web 1.0: “We USE the web”, Web 2.0: “We ARE the web”
  7. Technische Bestandteile des Web 2.0: Small pieces loosly joined, RSS, ATOM, Mashups (s.a. webmashups.com), AJAX.
  8. Aufgabe: Dokumentieren Sie Ihre Sicht auf Enterprise 2.0 und Web 2.0 in der Wissenslandkarte und diskutieren Sie Ihre Meinungen.

Praxis Web 2.0

  1. Mindmeister: Online-Mind-Map-Anwendung. Ähnlich wie mit MindManager oder Freemind können mit Mindmeister online Mind Maps erzeugt werden. Im- und Export zu MindManager und Freemind sind möglich. Die gleichzeitige Bearbeitung durch mehrere Benutzer ist möglich, eine Historie wird automatisch erstellt. Die Verlinkung der Mind Map mit anderen Quellen ist leider (noch?) nicht möglich. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen Mindmeister-Account an.
    2. Workshop Moderator: Schalten Sie die Teilnehmer für die Mind Map mit dem Titel “Knowledge Map Enterprise 2.0” frei.
    3. Tragen Sie während des Workshops wichtige Erkenntnisse, Methoden, Beispiele etc. in die Wissenslandkarte ein.
  2. del.icio.us: Social-Bookmarking-Dienst. Im Gegensatz zum Speichern von Bookmarks in den Favoriten des Browsers werden Bookmarks im Web gespeichert und sind für andere zugänglich. Zu jedem Bookmark können ein Kommentar und Tags angegeben werden. Die Tags können durch den Nutzer zusätzlich gruppiert werden. Die Bookmarks werden wie bei einem Weblog in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angezeigt. Zu jedem Bookmark ist erkennbar, wie viele Nutzer dieses Bookmark noch gespeichert haben. Social Networking wird durch die Funktion “network” unterstützt. In Browsern wie dem Internet Explorer oder Flock kann del.icio.us direkt integriert werden. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen del.icio.us-Account an.
    2. [optional] Installieren Sie del.icio.us für Ihren Browser.
    3. Recherchieren Sie für 10 Minuten den Begriff Enterprise 2.0 und speichern Sie Ihre drei besten Links in del.icio.us (Angabe von Tags nicht vergessen). Verwenden Sie bei Ihrer Recherche auch die Blog-Suchmaschine technorati.
    4. Prüfen Sie, ob andere Nutzer die gleichen Links gebookmarkt haben. Falls ja, recherchieren Sie deren Quellen.
  3. flickr: Online-Bilder-Verwaltung. Bilder können hochgeladen sowie mit einer Beschreibung und Tags versehen werden. Mit einem kostenlosen flickr-Account ist das monatliche Upload-Volumen begrenzt. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen flickr-Account an.
    2. Fotografieren Sie das Workshop-Team.
    3. Laden Sie die Bilder in den Flickr-Account.
  4. netvibes: Online-Desktop, der durch den Nutzer mit vorgefertigten Komponenten (sog. Widgets) frei konfiguriert werden kann. Widgets existieren z.B. für Feeds, Wetter, Spiele, Checklisten, Links und Dateiablage. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen Netvibes-Account an.
    2. Erstellen Sie die Seite “Nachrichten” mit Nachrichten von FAZ, Spiegel und Handelsblatt.
    3. Erstellen Sie die Seite “Wissensmanagement” mit den Feeds von cogneon.de, gfwm.de, der Dokumentbibliothek von knowledgeboard.com und dem Weblog Knowledge at Work von Denham Grey.
    4. Erstellen Sie die Seite “Bookmarks” mit Ihren del.icio.us-Links.
    5. Erstellen Sie eine Seite “Enterprise 2.0” mit einem Feed zum Tag “cogneon-e20”.
    6. Erstellen Sie die Seite “Bilder” mit Ihren Flickr-Bildern.
  5. Wiki am Beispiel Wikipedia: Mediawiki ist eine Online-Enzyklopädie, die auf dem Wiki-Prinzip basiert und die Wiki-Engine Mediawiki verwendet. In einem Wiki kann jeder Nutzer alles lesen und alles editieren. Wichtige Inhalte und Funktionen sind: Startseite, Portale, Kategorien, Benutzerseiten, Namensräume, Vorlagen, Bearbeiten, Wiki-Syntax, Versionen, Letzte Änderungen, Benachrichtigungsfunktion. Neben dem technischen System ist auch bei der Wikipedia das soziale System entscheidend. Treffen, wie beispielsweise die Wikimanio oder Kommunikation über E-Mail sowie IRC-Kanäle dienen der Community rund um die Wikipedia als Plattform. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen Wikipedia-Account an.
    2. Recherchieren Sie eine Seite zu einem Ihrer Fachgebiete und ergänzen Sie eine Information.
  6. Blogger:Weblog-Dienst. Die Weblog-Einträge können mit einem WYSIWYG-Editor bearbeitet und mit sog. Labeln (Tags) versehen werden.
    1. Legen Sie einen Blogger-Account an.
    2. Erstellen Sie einen kurzen Weblog zu Enterprise 2.0.
    3. Erstellen Sie in Ihrem netvibes-Account die Seite “Weblogs” mit den Weblogs der Teilnehmer.
  7. Barcamp (Unconference, Coferencing 2.0, s.a. Weblog Un-Conferencing): weltweite Veranstaltungen zum Thema Web 2.0. Das Un-Conference-Veranstaltungsformat gibt die Verantwortung für die Inhalte der Veranstaltung in die Hände der Teilnehmer. Es wird keine strikte Trennung zwischen Rednern und Zuhöreren gemacht. Die gesamte Veranstaltung wird in der Vor- und Nachbereitung stark durch Web-2.0-Werkzeuge (hauptsächlich Wiki, Blogs und Tags) unterstützt.
    1. Recherchieren Sie im Barcamp-Wiki, ob es in Ihrer Nähe ein Barcamp gibt.
    2. Öffnen Sie das Barcamp-Nürnberg-Wiki.
    3. Recherchieren Sie die “Anatomie” des Wiki (Welche Seiten gibt es? Mit welchen externen Quellen sind diese verlinkt? Welche Funktionen erfüllen die Seiten vor, während und nach der Veranstaltung?).
    4. Erstellen Sie eine kurze PowerPoint-Präsentation zur Methode Un-Conference (max. 5 Seiten).
  8. slideshare: Online-Dienst zur Anzeige von PowerPoint-Präsentationen im Web. Die Präsentation wird im PPT-Format hochgeladen und daraus eine Flash-Variante erstellt. Diese Flash-Variante kann durch den Nutzer im Web angeschaut werden.
    1. Legen Sie einen slideshare-Account an.
    2. Laden Sie Ihre Un-Conference-Präsentation hoch.
    3. Fügen Sie die Präsentation in Ihren Blogger-Account ein.
  9. Podcast: ein Podcast ist eine Audioaufzeichnung, die im Internet veröffentlicht und über einen RSS-Feed zugreifbar ist. Der Begriff setzt sich aus den Worten i-Pod und Broadcast zusammen.
    1. Surfen Sie einige Minuten durch die Podcasts Killer Innovations (Innovationsmanagement) und PDCAuditing (Qualitätsmanagement) und hören Sie in den Podcast hinein.
    2. Notieren Sie sich persönlich Ihre 3 wichtigsten Erkenntnisse des Tages.
    3. Ein Teilnehmer: schneiden Sie die Gesprächsrunde mit einem digitalen Audio-Aufzeichnungsgerät als MP3 mit. Achten Sie beim Timing darauf, dass keine Nachbearbeitung notwendig ist.
    4. Machen Sie eine Gesprächsrunde, in der jeder Teilnehmer ein kurzes Statement zu seinen wichtigsten Erkenntnissen abgibt.
  10. box.net: Online-Dienst zurVerwaltung von Dateien (Document Repository). In einen box.net-Accountkönnen bis zu 4GByte Dateien kostenlos hochgeladen und inWeb-Anwendungen eingebunden werden. Aufgaben:
    1. Legen Sie einen box.net-Account an.
    2. Fügen Sie den box.net-Accout in netvibes ein.
    3. Laden Sie den Podcast über netvibes in den box.net-Accout hoch.
  11. Abschlussdiskussion
    1. Diskutieren und Finalisieren Sie die Wissenslandkarte in einer gemeinsamen Abschlussrunde.
    2. Exportieren Sie die Wissenslandkarte ins Freemind-Format.
    3. Setzen Sie interessierte Kollegen und Kolleginnen über die erstellten Informationen in Kenntnis und animieren Sie sie zur Partizipation in der weiteren Diskussion.
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.