Heute habe ich bei der MFG Baden Würtemberg die Veranstaltung Innovative Wege im Wissensmanagement moderiert, die mit 25 Teilnehmern ausgebucht war und auf großes Interesse gestoßen ist. Meine Notizen zu den Vorträgen:

Vortrag 1: Simon Dückert (Cogneon GmbH): 100 Jahre Wissensmanagement – wo stehen wir heute?

  • Taylorismus (Mass Production), Deming (TQM), Balanced Scorecard, ISO 9000:2000 (Prozessorientierung), Toyotismus (Lean Production)
  • KM Frameworks
    • Cogneon KM Framework
    • Siemens sozio-technisches KM Framework
    • Hinweis: siehe auch Wiki zu Knowledge Management Frameworks
  • Literaturliste
    • … folgt noch …

Vortrag 2: Gabriele Vollmar (VOLLMAR Wissen + Kommunikation): Pragmatisch, praktisch gut – erfolgreiches Wissensmanagement in der Praxis

  • http://www.wissenmanagen.net (Beispiele guter Praxis, 25 Fallbeispiele)
  • “Wissensmanagement” vs. “Umgang mit Wissen”
  • Fallbeispiele
    • malerweiß GmbH (Baustellenmappe, Kundenaufträge prozessbezogen standardisieren, dokumentieren und reflektieren, neue Mirarbeiter haben einmal pro Monat vier Stunden Schulung)
    • bad&heizung concept AG (Netzwerk von 36 selbstständigen Sanitärbetrieben, Extranet, regelmäßige Fachworkshops)
    • incowia GmbH (Softwarefabrik, spezialisierte MitarbeiterInnen-Teams bearbeiten einzelnen Prozessschritte, Wiki, Lessons Learned, Knowledge Ocean, Zielvereinbarungen
    • Schweizer Electronic AG (Integrierte Mehrebenen-Qualifikation, Ausbildung zum Innovationsberater, Ausbildung ist Freizeit, trotzdem sind Wartelisten lang, Seminare sind für Kunden und Mitbewerber offen)
    • usd.de AG (usd Akademie, steht Mitarbeiter, Kunden und Partner offen, Standardisierung der Vorbereitung von Seminaren durch die Mitarbeiter selbst (DIN-A4-Checklist), Mitarbeiter schulen Mitarbeiter)
  • Zusammenfassung kritischer Erfolgsfaktoren
    • am konkreten Problem ansetzen
    • Problem: der Mensch denkt nicht präentiv
    • interne Fortbildung fokussieren
    • Fokussierung
    • Identifikation mit dem Unternehmen fördern, Unternehmenskultur
    • Mitarbeiter einbeziehen (partizipative Unternehmensführung)
  • Buchtipp: Knowledge Gardening

Vortrag 3: Dr. Heiko Beier (moresophy GmbH): Moderierte Such- und Lernumgebungen – Lösungen zur Etablierung einer lernenden Organisation

  • Bedarfsgerechte Strukturierung und Informationsvermittlung (Kontext)
  • Produkt L4
  • “Menschen denken nicht hierarchisch, sondern in Beziehungen”, “Verknüpfung von Wahrnehmungen” (Assoziation), “Bedeutung liegt in Verknüpfungen”
  • Semantische Netze
  • McKinsey-Studie: The next revolutions in interactions
  • Fallbeispiel: Wissensbasierte Schadensbearbeitung in einer Versicherung, Demonstration anhand von L4
  • Hinweis: Taxonomy vs. Folksonomy (s.a. http://www.fastforward.com)
  • Vorgehensmodell
    • Analyse Wissensressourcen und -prozess
    • Spezifikation der Wissensflüsse
    • Strukturierung des Kernwissens im semantischen Netz
    • Verteilung und Nutzung des Wissens
  • Netze haben 500-1000 Knoten
  • Einsatzbereiche: Schadenbearbeitung, Marktbeobachtung, Sales Support, Produktentwicklung, Ideenmanagement, Marktbeobachtung
  • Hinweis: siehe auch Semantic Mediawiki
  • Einsatzmöglichkeiten
    • Persönliches Notizbuch
    • Glossar
    • Dokumentation
    • Wissens- und Projektmanagement
    • Expertensuche
    • E-Learning
  • Extreme Documentation (in Anlehnung an Extreme Programming)
  • Wiki Gardening (“Unkraut jäten”)

Vortrag 4: Heiko Wöhr: Wiki in Organisationen – Einsatzpotenziale und Fallbeispiele

  • Soziale Prozesse
  • AK Innovationsprogramm Web 2.0
  • Thesen
    • Der Mensch bleibt der Herrscher über die Semantik
    • Semaktik Web und KI werden überschätzt
    • IT ist dann sinnvoll eingesetzt, wenn sie soziale Prozesse geschickt unterstützt
    • Köpfe sind die Nervenzellen des Organismus, Computer steuern deren Zusammenspiel (ob wir das wollen?)
  • Mediawiki und TracWiki
  • Angezeigt werden die letzten fünf leser und Redakteure, dadurch soll Inhalt und Interessenten verlinkt werden

Vortrag 5: Miguel Ribas (EnBW Systems Infrastruktur Support GmbH): Dezentrales Wissensmanagement: von der Informationssuche zur Wissenssuche

  • EnBW als erster deutscher Konzern mit dem Thema Wissensmanagement in seiner Vision (letzter Punkt)
  • Zentrales vs. dezentrales Wissensmanagement
  • Schwerpunkte: Wissensbilanz, E-Learning, Blended Learning, Prozessorientiertes Wissensmanagement, Kundenwissen, Innovation, CoP zu WM, Suche/Information Retrival mit iSearch
  • iSearch durchsucht Bilddatenbank, Telefonbuch, Teamservices, EnBW intranet, EnBW.com, Fileserver
  • Verbesserungspotenziale aus Wissensbilanz für die Regional AG
    • Wissensbasis optimieren
    • EnBW interne Kooperation und Vernetzung sicherstellen
  • Dezentrals Wissensmanagement folgt dem Trend, dass die Strategie heutzutage vornehmlich auf persönlichen Netzwerken und weniger auf Kodifizierung basiert.
  • Top-Taxonomie: Kernthemen, Kunden&Markt, Wertschöpfungsprozesse, Produkte, Organisation, Querschnittsfunktion
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