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Drei Haupttypen von Wikis für den Einsatz im Unternehmen

Wiki=Wiki? – nicht ganz. Wie bei vielen Dingen, lohnt es sich auch bei Wikis eine differenzierte Sichtweise einzunehmen. Beispielsweise nutzt Firma x  Wikis für die Projektarbeit während Firma y vornehmlich Wikis für die Bereitstellung von unternehmensweiten Vorlagen nutzt. Wie dieses kurze Beispiel zeigt, bieten Wikis im Unternehmen verschiedene Anwendungsfelder, auch Use Cases genannt. Basierend auf diesen Anwendungsfeldern, kann man eine Typisierung vornehmen  – Die Wissenschaft unterscheidet hierbei folgende drei Wiki-Typen:

Firmenwikis

Diese Art von Wikis dienen zur Sammlung und Bearbeitung bereichsübergreifender und unternehmensweit relevanter Informationen für alle Mitarbeiter eines Unternehmens. Prominente Beispiele hierfür sind in etwa Häufig gestellte Fragen (FAQ), Glossare, aber auch Vorlagen, Anträge und sonstige Formulare.

Gruppenwikis

Diese Wikis hingegen werden nur im Kreis von Mitarbeitern einer Gruppe (z.B. Abteilungen, Projekte oder Communities) genutzt. Dementsprechend kleiner ist hier die Nutzungsgruppe. Klassische Anwendungsbeispiele sind Projektlisten, Agenda/Protokolle, Aufgaben und Zusammenarbeit der Mitarbeiter.

Persönliche Wikis

Diese Form des Wiki entspricht nicht der klassischen Nutzung von Wikis, bei der mehrere Personen den Inhalt kreieren (Co-Creation). Ein persönliches Wiki dient in erster Linie dem persönliche Lernen sowie als persönliche Aufgaben und Notizensammlung.

Wichtig an dieser Stelle anzumerken ist, dass sich ein sinnvoller Einsatz von Wikis im Unternehmen nicht auf einen Typ beschränkt, sondern es sich vielmehr anbietet mehrere Wiki Typen parallel zu nutzen. Ein Verständnis der oben aufgezeigten Wiki Typen mit ihren unterschiedlichen Zielgruppen und Anwendungsgebieten schließlich ermöglicht es Firmen Wikis zielgerichtet einzusetzen und ebenfalls Zugriffsrechte zu steuern.

Zu diesem Thema hat Microsoft Research auf der WikiSym 2010 eine Veröffentlichung präsentiert, http://research.microsoft.com/pubs/138572/WikiSymTaxonomy.pdf

Enterprise 2.0: Web 2.0 & die Wechselwirkungen im Unternehmenskontext

Abbildung 1: Eigene Darstellung (2011)

Damit man zu einem tieferen Verständnis über Web 2.0 und dessen Implikationen für den Unternehmenseinsatz kommen kann, habe ich zuerst mit dem Begriff Web 2.0 näher befasst. In Anlehnung an Fuchs-Kittowski, begreife ich persönlich Web 2.0 als ein Konstrukt aus drei Schichten:

Technologie

Die Basis sind neue Technologien, die sich im Laufe der zeit entwickelt haben. Hierzu zählt z.B. Ajax.

Anwendungen

Erst durch diese technologischen Innovationen konnten sich Anwendungen entwickeln, die die zweite Schicht charakterisiert. Dazu zählen unter anderem Wikis, Microblogs, soziale Netzwerke, Blogs, etc.

Wirk-Prinzipien

Die dritte Schicht schließlich beschreibt die Wirk-Prinzipien dieser Anwendungen.

Auf Basis dieses Frameworks, hat sich dann meine Auffassung des Begriffs Enterprise 2.0 entwickelt. Für mich beschreibt dieser Begriff nicht primär die Nutzung von Web 2.0 Anwendungen (Wiks, Blogs, etc.) im Unternehmen, sondern deren Wirk-Prinzipien (Kollaboration, Netzwerkeffekte, etc.)

Meiner Ansicht nach, haben diese Web 2.0 Wirk-Prinzipien und Anwendungen drei fundamentale Wechselwirkungen im Unternehmenskontext:

Unternehmensziele

Die Nutzung von Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen ist kein Selbstzweck, sondern muss an die Unternehmensziele gekoppelt sein.

Unternehmenskultur

Dire Web 2.0 Wirk-Prinzipien wiederum haben einen Einfluss auf die Führungs- und Unternehmenskultur.

Mitarbeiterziele

Schließlich besteht zwischen der Nutzung von Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen und den Mitarbeiterzielen eine Beziehung. Nur wenn diese Anwendungen dem einzelnen Mitarbeiter einen Mehrwert bei seiner täglichen Arbeit bieten, haben diese Anwendungen für den Mitarbeiter eine Existenzberechtigung.

Versuch einer Systematisierung

In diesem möchte ich versuchen Orientierung zu schaffen – Orientierung bezüglich der vielfältigen Begrifflichkeiten, die im Bereich der neuen Medien aufgekommen sind. Die folgende Darstellung zeigt häufig genannte Begriffe:

Bei der Vielfalt der Begrifflichkeiten ist es ein Leichtes den Überblick zu behalten. Daher habe ich mir überlegt wie man diese Begrifflichkeiten voneinander abgrenzen und somit systematisieren kann. Hier ein Vorschlag für eine Abgrenzung:

Marktübersicht– Enterprise Social Platforms

In der aktuellen Marktstudie des Marktforschungsunternehmens “Forrester Research” werden die wichtigsten Anbieter von “Enterprise Social Platforms” verglichen. Unter “Enterprise Social Platforms” versteht Forrester Anwendungen, die mehrere Social Media Funktionalitäten in einer Anwendung gebündelt anbieten. Darunter fallen insbesondere Folgende:

  1. Blogs
  2. Wikis
  3. Profile
  4. Microblogs
  5. Activity Streams
  6. Tags
  7. RSS
  8. Diskussionsmöglichkeit

Folgende Anbieter wurde aufgrund ihrer Breite an Funktionen sowie ihrer bestehenden Marktpräsenz in den Vergleich aufgenommen – Anbieter (Produktname):

  • Atlassian (Confluence)
  • Cisco (Quad)
  • IBM (Connections)
  • Jive (Jive SBS)
  • Microsoft (Sharepoint)
  • NewsGator (Social Sites 2.0)
  • OpenText (Open Text Social Communities)
  • Socialtext (Socialtext)
  • Telligent (Telligent Enterprise)

Die nachfolgende Abbildung illustriert die Marktführer nach Ansicht von Forrester Research:

Abschließend werden die jeweiligen Anbieter in einem kurzen Steckbrief skizziert.

Forrester Research, “The Forrester Wave™: Enterprise Social Platforms, Q3 2011”, abgerufen am 18. Januar 2012

Enorme Bedeutung von Social Media im Personalbereich

Die auf einer Umfrage unter ca. 2000 HR Managers in Europa basierende BCG Studie “Creating People Advantage 2011” beleuchtet momentan und zukünftig wichtige HR Themen und gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen.  Die wichtigsten Themen dabei sind:

  • Managing talent
  • Improving leadership development
  • Transforming HR into a strategic partner
  • Strategic workforce planning

Die folgende Abbildung zeigt nochmals alle Themen:

Der demographische Wandel führt bereits in naher Zukunft zu einer Verknappung an hochqualifizierten Absolventen um die Unternehmen folglich konkurrieren. Daher hat dieses Thema die höchste Bedeutung. Damit Unternehmen auch zukünftig Talente für sich gewinnen können, spielt die Nutzung von Social Media eine zentrale Rolle. Employer Branding und Recruting über soziale Netzwerke sind hierbei die wichtigen Schlagwörter.

Ebenfalls sehen HR Manager Handlungsbedarf bei der Entwicklung von Führungskräften. Hierzu ist es notwendig dass HR eine strategische Position einnimmt, damit eine systematische Entwicklung der Mitarbeiterkompetenzen ermöglicht werden kann. Hier zeigt sich  auch die zunehmende Bedeutung von Social Media im unternehmensinternen Einsatz um z.B. Mitarbeiter besser zu vernetzen und Wissensaustausch zu verbessern.

Zusammenfassend zeigt die Studie die zunehmende Bedeutung von Social Media im Bereich Talent Management, Employer Branding und Recruiting sowie der Notwendigkeit einer stringenteren Kompetenz- und Wissensentwicklung der Mitarbeiter.

Quelle: Boston Consulting Group, “Creating People Advantage 2011”, abgerufen am 20. Januar 2012

Enterprise 2.0 Studien im Vergleich (2)

In diesem Post nehme ich weitere Studien in den Vergleich auf. Die folgende Abbildung stellt die jeweiligen Studien gegenüber:

European Commission, “Enterprise 2.0 study”, abgerufen am 20. Januar 2012

DB Research, Enterprise 2.0 – Wie Unternehmen dass Web 2.0 für sich nutzen”, abgerufen am 20. Januar 2012

McKinsey, “The rise of the networked enterprise”, abgerufen am 20. Januar 2012

Bitkom, “Enterprise 2.0 – Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft”, abgerufen am 20. Januar 2012

Centrestage, “Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung”, abgerufen am 20. Januar 2012

Enterprise 2.0 Studien im Vergleich

In diesem Post möchte ich zwei Enterprise 2.0 vergleichen – nämlich die Studien der DB Research und der Europäischen Kommission.

Aus der untenstehenden Darstellung wird ersichtlich, dass die EU Studie einen weitaus differenzierteren Überblick über die Nutzung von Web 2.0 im Unternehmen gibt. So analysiert sie nicht nur den Nutzen und die Ziele von Enterprise 2.0, sondern darüber hinaus auch den Markt, die unterschiedlichen Tools und gibt Handlungsempfehlungen für den Einführungsprozess.

Ein weiterer qualitativer Unterschied ergibt sich aus der Datenbasis, der den Studien zugrunde liegt: Während die DB Research Studie sich ausschließlich auf Sekundärquellen stützt, berücksichtigt die EU Studie neben einer qualifizierten und umfangreichen wissenschaftlichen Literatur, Fallstudien und Interviews.

Aufgrund des größeren Umfangs (99 vs. 16 Seiten), weist die Enterprise 2.0 Studie der europäischen Kommission eine größere Detailtiefe auf als die Studie von DB Research und empfiehlt sich als zusätzliche Literatur für Enterprise 2.0 Interessierte.

European Commission, “Enterprise 2.0 study”, abgerufen am 20. Januar 2012

DB Research, “Enterprise 2.0 – Wie Unternehmen das Web 2.0 für sich nutzen”, abgerufen am 20. Januar 2012

Social Software for business performance

Viele der bisher veröffentlichten Studien zum Thema Enterprise 2.0 blicken oftmals aus einer IT Brille auf die Thematik. Das vorliegende Paper von Deloitte hingegen nimmt eine Managementperspektive ein.

Zurecht kritisieren die Autoren der vorliegenden Studie, dass der Erfolg von Enterprise 2.0 Initiativen bisher häufig mit Kennzahlen zum Nutzerverhalten und der Adoption Rate gemessen werden. Solche Kennzahlen stellen allerdings nur Indikatoren dar wohin die Reise geht.

Wenn es allerdings darum geht Resistenz gegenüber Enterprise 2.0 Initiativen auf Seiten von Mitarbeitern und des Managements effektiv zu begegnen, bedarf es eines Business Cases für den Einsatz von Social Media im Unternehmen.

Hierbei sollte man sich nicht nur auf allgemeine Potentiale beschränken, sondern vielmehr konkrete Probleme im Unternehmen aufdecken und deren mögliche Beseitigung durch spezifizierte Use Cases aufzeigen. Dabei geht es nicht um eine genaue ROI Betrachtung sondern vielmehr um konkrete Problemlösungsbeispiele auf unterster Ebene.

Dass sich Unternehmen mit Social Media / Enterprise 2.0 in der heutigen agilen und komplexen Wirtschaftswelt auseinandersetzen müssen steht außer Frage. Will man allerdings dass volle Potential an Möglichkeiten nutzen lohnt es sich genau zu analysieren welche Probleme Social Media im Unternehmen lösen kann.

Hierbei sieht Deloitte dass größte Potential bei wissensintensiver Arbeit, die abseits von routinemäßigen und vordefinierten Geschäftsprozessen stattfindet – überall dort wo Ausnahmen die Regel darstellen und erhöhter Koordinations- und Abstimmungsbedarf bereichsübergreifend besteht.

Das es in der Praxis auch anders geht zeigen die beiden in der Studie aufgegriffenen Beispiele der Unternehmen Alcoa und OSIsoft. Allerdings bleibt die Frage offen inwieweit und ob konkrete Messgrößen für den Großteil von Use Cases überhaupt erhoben werden können.

Deloitte, “Social software for business performance – The missing link in social software: Measureable business performance improvements”, abgerufen am 19. Januar 2012

The rise of the networked enterprise

Die recht kurze McKinsey Studie (2011) blickt aus strategischer Perspektive auf die Thematik Enterprise 2.0. Hierbei wird zwischen drei Organisationstypen unterschieden.

  • Typ 1 nutzt Web 2.0 Technologien hauptsächlich innerhalb der Unternehmensgrenzen
  • Typ 2 nutzt Web 2.0 Technologien hauptsächlich für den Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern
  • Typ 3 nutzt Web 2.0 Technologien sowohl intern als in der externen Zusammenarbeit und Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern

Basierend auf einer Umfrage unter ca. 3300 Entscheidern in Unternehmen kommt die Studie zu der Kernaussage, dass vor allem Unternehmen des Typ 3 höhere Marktanteile sowie höhere Renditen erzielen. Zwar werden statistische Auswertungen zur Argumentation herangezogen, die kausale Wirkungskette kann meiner Meinung allerdings dadurch nicht ausreichend erklärt werden.

“McKinsey’s new survey research finds that companies using the Web intensively gain greater market share and higher margins.”

Konkrete operationale Use Cases werden nicht thematisiert, die unterschiedlichen “Business benefits” liefern aber wichtige Erkenntnisse welche grundsätzlichen Vorteile die Nutzung von Web 2.0 Technologien im Unternehmen ermöglichen. Davon ausgehend können Praktiker, abhängig von ihren konkreten Herausforderungen im Unternehmen, eben solche Use Cases besser konzipieren.

McKinsey & Company, “The rise of the networked enterprise, abgerufen am 13. Dezember 2011

Enterprise 2.0 Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft

Mit diesem Blog beginnt eine Blogreihe zum Thema Enterprise 2.0 & Future of Work. Zum einen werden hierbei interessante Studien, Fallbeispiele, Leitfäden und Paper zusammengefasst, zum anderen möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen der Thematik reflektieren.

Starten möchte ich in diesem Post mit der BITKOM Studie “Enterprise 2.0 Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft”. Auf Basis einer Online Befragung unter ca. 400 Teilnehmern, illustriert die Studie anschaulich den aktuellen Stand (2008)  unterschiedlicher Enterprise 2.0 Aspekte in deutschen Unternehmen.

Durch diverse Auswertungen, u.a. der allgemeinen “Awareness” der Thematik, der Nutzen und Barrieren, der eingesetzten Technologien, der Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg sowie der Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, erhält der Leser schnell einen differenzierten Überblick über den Status Quo in der deutschen Wirtschaft.

Bzgl. der Entwicklung zu einem Enterprise 2.0 verdeutlicht meiner Meinung nach folgendes Zitat DIE erfolgskritische Perspektive:

“Die größte Relevanz hat Enterprise 2.0 für die Mitarbeiter. Auf die Mitarbeiter sollten sich auch alle Bemühungen konzentrieren, den Wandel zum Enterprise 2.0 zu bewältigen.”

BITKOM, “Enterprise 2.0 Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft”, abgerufen am 13. Dezember 2011