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Enterprise 2.0 in Europe

 

Die in diesem Post genannte, für die Europäische Kommission, vonTech4i2, IDC und Headshift veröffentlichte Studie (2010), repräsentiert eine der profundesten Arbeiten zur Thematik Enterprise 2.0.

Das 99 Seiten umfassende Papier stützt sich sowohl auf eine breite akademische Literaturrecherche als auch auf diverse praktische Fallbeispiele und gliedert sich wie folgt:

  1. Was bedeutet der Begriff Enterprise 2.0?
  2. Warum und inwiefern stellt Enterprise 2.0 einen Mehrwert dar?
  3. Wie entwickelt man sich zu einem Enterprise 2.0?
  4. Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus für die Europäische Komission?

Gerade für Praktiker im Unternehmen, sind meiner Meinung nach vor allem zwei Abschnitte sehr interessant:

Wo hat Enterprise 2.0 einen Einfluss? – Die Use Cases (S.17-27)

Basierend auf einer Use Case Typologie werden die insgesamt 12 Anwendungsfelder jeweils kurz beschrieben und an einem Praxisbeispiel eingehend erläutert.

Wie entwickelt man sich zu einem Enterprise 2.0? (S.37-51)

Auf Grundlage einer Literaturrecherche werden hier unterschiedliche Einflussgrößen auf die Entwicklung zu einem Enterprise 2.0 beschrieben und jeweils durch ein Praxisbeispiel sehr gut verdeutlicht. Gerade an der Schnittstelle von Theorie und Praxis steht der Leser oftmals allein vor der Transferaufgabe. In der vorliegende Studie allerdings wird hier eine direkte Reflektion vereinfacht.

Insgesamt ist das Paper sehr zu empfehlen. Die wichtigsten Inhalte für Praktiker finden sich auf den Seiten 13-51.

Tech4i2, IDC und Headshift, “Enterprise 2.0 in Europe”, abgerufen am 13. Dezember 2011

Der Business Case von Enterprise 2.0

Ausgangslage

In diesem Beitrag möchte ich die Relevanz von Enterprise 2.0 für Unternehmen im 21. Jahrhundert aus strategischer Sicht erläutern. In die bestehende Literatur bzgl. der Notwendigkeit von Enterprise 2.0 werden meiner Auffassung nach zwar Nutzen für Unternehmen genannt, die Erforderlichkeit auf strategischer Ebene kommt allerdings oftmals zu kurz.

Daher möchte ich im Folgenden mein Verständnis aufzeigen: Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist die Analyse der makroökonomischen Trends, die die Kriterien für den Unternehmenserfolg bestimmen. Davon ausgehend versuche ich zu eruieren inwieweit Enterprise 2.0 die Erfüllung dieser Kriterien unterstützen kann. Das folgende Framework fasst diese Überlegungen zusammen:

Analyse

Nach Drucker (1999), Kotelnikov (2010) und Kruse (2009) ist die heutige Wirtschaftswelt von drei Kerntrends gekennzeichnet:

  • Geschwindelt des Wandels (Volatilität der Märkte)
  • Höhere Komplexität
  • Gestiegene Marktmacht der Konsumenten (mehr Transparenz durch Internet)

Aus einer aktuellen Studie von Ernst & Young (2011) geht gleichzeitig hervor, dass erfolgreiche Unternehmen vier wesentliche Eigenschaften besitzen:

  • Operationale Agilität und damit die Fähigkeiten auf sich ändernde Umweltbedingungen schnell reagieren zu können
  • Customer Reach – die Fähigkeit besitzen den Kunden & die Märkte zu befriedigen
  • Stakeholder Confidence
  • Kosteneffizienz

Quelle: http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/Competing_for_growth_Winning_in_the_new_economy/$FILE/1110EDA034_competing_growth_main_report_web.pdf, abgerufen am 12.05.2011

Die folgende Abbildung zeigt die Nutzen von Enterprise 2.0 für Unternehmen:

Quelle: http://www.mckinseyquarterly.com/The_rise_of_the_networked_enterprise_Web_20_finds_its_payday_2716, abgerufen am 12.05.2011

Zusammenfassend zeigt dieses Schaubild, dass Enterprise 2.0 Tools den Informationszugang beschleunigen, Kosten reduzieren sowie die Effektivität von Marketingaktivitäten erhöhen.

Synthese & Fazit

Nachdem nun die ökonomischen Trends, die Kriterien für den Unternehmenserfolg, sowie die Auswirkungen von Enterprise 2.0 aufgezeigt wurden, möchte ich diesen Blog mit folgenden Thesen beenden:

  • Die genannten ökonomischen Trends bestimmen die Kriterien für den Unternehmenserfolg.
  • Dabei ermöglichen Web 2.0 Tools im Unternehmenseinsatz (Enterprise 2.0) es drei der vier erwähnten Kriterien für den Unternehmenserfolg zu unterstützen.

Das folgende Framework zeigt abschließend die Zusammenhänge:

Literatur

  • McKinsey Quarterly (2011), The rise of the networked enterprise: Web 2.0 finds its payday
  • Ernst & Young (2011), Competing for growth – winning in the new economy
  • Hamel, G. (2007), The future of management
  • Drucker, P. (1999), Management Challenges for the 21th century
  • McAfee, A. (2009), Enterprise 2.0 – New collaborative tools for your organization’s toughest challenges
  • Kotelnikov, V., New Economy – Key features of the new rapidly globalizing and changing knowledge economy, http://www.1000ventures.com/business_guide/crosscuttings/new_economy_transition.html, abgerufen am 11.05.2011
  • Koch, M; Richter,A. (2007), Enterprise 2.0 – Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen
  • Schönefeld, F. (2009), Praxisleitfaden Enterprise 2.0
  • Kruse, P. (2009), Erfolgreiches Management von Instabilität – Veränderung durch Vernetzung
  • European Commission (2010), Enterprise 2.0 study
  • Centrestage (2010), Zehn Einblicke in den Stand der Einführung
  • Bitkom (2008), Enterprise 2.0: Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft
  • Day, S. (2002), Managing the market learning process
  • Scheerer, S. (2010), Knowledge sharing in an enterprise 2.0 context: Employee motivation in the light of a multifaceted conception of intrinsic

Soweit weg und doch so nah – Virtuelle Enterprise 2.0 Konferenz

Bald ist es wieder soweit – am 16. Februar 2012 findet die erste virtuelle Enterprise 2.0 Konferenz mit dem Thema “Social Analytics: The Bridge to Business Value” statt.

Die Enterprise 2.0 Konferenz ist eine der wichtigsten Konferenzen im Bezug auf Enterprise 2.0 & Social Media. In Boston, USA, versammeln sich jährlich sowohl wichtige Anbieter, Interessenten als auch Wissenschaftler & Praktiker. Aber nicht nur vor Ort in Boston kann man die Vorträge verfolgen, sich informieren und sozial vernetzen – auch virtuell ist dies möglich.

Unter dem folgendem Link kann man sich direkt informieren:

http://www.e2conf.com/virtual/