Psychologische Wirkfaktoren im Wissenstransfer

Wissensmanagement wird immer noch oft als Technikprojekt verstanden, was oft zum Scheitern (die berüchtigte „Wissensdatenbank“ oder zu völlig überzogenen Erwartungen (Wissensmanagement = Künstliche Intelligenz) führt. In diesem KCLO möchte ich mal die ganzheitliche Sicht auf Wissensmanagement vorstellen. Beim WEDcall am 4. April beschäftigen wir uns außerdem mit den psychologischen Wirkfaktoren des Wissenstransfers. Ein Workhack ist natürlich auch wieder dabei.

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Ganzheitliches Wissensmanagement nach Bullinger, Wörner und Prieto

Die Erkenntnis ist schon alt (1998), aber noch nicht überall angekommen: Wissensmanagement ist kein Technologieprojekt. Diese Erkenntnis steht im Zentrum des ganzheitlichen Ansatzes, den Bullinger, Wörner und Prieto bereits 1998 formulierten – und der bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat. Wissen, so ihre zentrale These, ist der einzige Produktionsfaktor, der durch Gebrauch wertvoller wird. Sein effektiver Einsatz entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Doch genau daran scheitern viele Unternehmen: Sie nutzen weniger als die Hälfte ihres verfügbaren Wissens (Bildquelle: Bullinger, Wörner und Prieto in Wissensmanagement – Modelle und Strategien für die Praxis, 1998).

Die Autoren beschreiben drei gleichwertige Gestaltungsdimensionen, die zusammenwirken müssen, damit Wissensmanagement gelingt. Die erste Dimension ist die Informations- und Kommunikationstechnologie: Intranets, Datenbanksysteme, Wikis, Videoportale und Groupware-Lösungen schaffen die technische Infrastruktur für Wissenstransparenz und -verteilung. Sie sind notwendig – aber bei weitem nicht hinreichend.

Die zweite Dimension ist die Organisation: Methoden zur Wissensidentifikation, -akquisition, -speicherung und -verteilung müssen in die Unternehmensstruktur integriert sein. Wissenslandkarten machen sichtbar, wo welches Wissen vorhanden ist und wo Lücken bestehen. Lessons-learned-Prozesse sichern, dass Erfahrungen nicht mit dem nächsten Projekt verschwinden. Klare Wissensziele – normativ, strategisch und operativ – geben diesen Aktivitäten eine Richtung.

Die dritte Dimension ist der Mensch – und hier liegt der entscheidende Hebel. Bullinger, Wörner und Prieto betonen ausdrücklich, dass alle technischen und organisatorischen Maßnahmen scheitern, wenn die Unternehmenskultur nicht stimmt. Wissen weiterzugeben ist kein Selbstläufer: Mitarbeiter tun es nur dann, wenn Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen die Zusammenarbeit prägen. Human Resource Management und Anreizsysteme – materielle wie immaterielle – sind deshalb zentrale Erfolgsfaktoren. Der Erfolg von Wissensmanagement, so die Autoren, ist zu 80% organisatorischen und kulturellen Ursprungs – und nur zu 20% technologischen.

Genau in dieser dritten Dimension, im Zusammenspiel von Mensch, Kultur und Verhalten, liegen die psychologischen Wirkfaktoren, die über Gelingen oder Scheitern von Wissenstransfer entscheiden. Warum teilen Menschen ihr Wissen – oder warum tun sie es nicht? Was motiviert zur Weitergabe, was hemmt sie? Welche Rolle spielen Vertrauen, Identität und wahrgenommene Reziprozität?

Psychologische Wirkfaktoren im Wissenstransfer – am 14. April 2026

Auch beim Wissenstransfer mit Methoden wie dem Expert Debriefing greifen natürlich psychologische Wirkfaktoren. Um die mal etwas genauer zu beleuchten, haben wir uns Ulrich Schübel vom Institut für Diversity Management in den Wissenstransfer & Expert Debriefing Call am 14. April 2026 eingeladen.

Uli beleuchtet in seinem Impuls die psychologischen Kräfte, die Wissenstransfer im Verborgenen sabotieren: von Statusangst und Identitätsschutz über generationsbedingte Motivationsunterschiede bis hin zu den organisationalen Strukturen, die Wissenshorter systematisch begünstigen. Ihr erfahrt, wie Vertrauen, psychologische Sicherheit und ein alterswertschätzendes Klima den Unterschied zwischen einer Wissenskultur und einem Wissenssilodenken ausmachen. Konkrete, wissenschaftlich gesicherte Ansätze zeigen, wie generationsübergreifender Wissenstransfer in der Praxis gelingt. Im Anschluss ist wie immer Raum für Fragen und Austausch. Und es gilt „live is life“, die werden nicht aufgezeichnet.

Workhack: myapplications.microsoft.com

Kennt ihr das: Microsoft ist der Meinung, die Microsoft 365 Startseite unter office.com zum einen ständig verändern zu müssen und zum anderen dort den Copilot komplett in den Vordergrund zu stellen. Deswegen ist meine Einstiegsseite in das M365-Ökosystem mittlerweile myapplications.microsoft.com geworden. Da kann ich mir in Kategorien alle Apps zusammenstellen, die ich oft verwende und sogar noch Web-Anwendungen außerhalb von Microsoft 365 hinzufügen. Und das beste: alle M365-User können diese Seite direkt verwenden.

Termine

Im Folgenden findet Ihr eine Liste von Veranstaltungen, die ich Euch gerne ans Herz legen möchten (weitere Termine auf cogneon.de und im Community-Kalender auf CONNECT). Wer über Termine per Email informiert werden möchte, kann einfach unserer Gruppe auf meetup.com beitreten.

P.S.: mit (*) markierte Links sind Affiliate-Links.

Simon Dückert

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