Cogneon Konzeptkarte Enterprise 2.0

Vor einiger Zeit hat Frau Back in Ihrem Blog eine erste Version einer Begriffslandkarte Web 2.0 und Social Media veröffentlicht. In einigen aktuellen Projekten habe ich die Problematik, dass die Begrifflichkeiten rund um “2.0” und soziale Medien recht unterschiedlich verwendet werden. Deswegen habe ich auch versucht, die Schlüsselbegriffe in einer Konzeptkarte Enterprise 2.0 neu zu ordnen (s.u.).

Zu unterscheiden ist prinzipiell zwischen Firmen-interner (Intranet, Business2Employees) und Firmen-externer Anwendung. Bei der externen Anwendung ist, so wie das auch schon im GfWM Positionspapier Wissensmanagement und Enterprise 2.0 gemacht wurde, zwischen der Endkunden-orientierten Nutzung (Web 2.0, Business2Customer) und der Anwendung zwischen Unternehmen und Partnern/Lieferanten (Extranet, Business2Business) zu unterscheiden.

Cogneon Konzeptkarte Enterprise 2.0

Gemäß der Definition von McAfee (“Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers”) wird von Enterprise 2.0 dann gesprochen, wenn Web-2.0-Werkzeuge in Unternehmen und/oder zwischen Unternehmen, Partnern und Kunden eingesetzt werden. Aktuell hat Enterprise 2.0 hauptsächlich den Fokus des Einsatzes im Intranet, zur Firmen-übergreifenden Nutzung gibt es erste Gehversuche. Wie der Diskussion im Blog von Fr. Back zu entnehmen ist ist es wichtig, dass Enterprise 2.0 neben dem Einsatz sozialer Software auch auf die Förderung einer partizipativen Unternehmenskultur abzielt.

Bei der internen Anwendung bin ich im Gegensatz zu anderen Stimmen überzeugt, dass redaktionelle Intranets (z.B. mit News und eher statischen Inhalten) auch im Kontext von Enterprise 2.0 eine wichtige Rolle spielen werden. Aus dieser Perspektive würden soziale Intranets (oder Extranets) aus den bereits bestehenden redaktionellen Intranets, angereichert um soziale Funktionen (z.B. Kommentieren, Sharen, Liken), und zusätzlicher sozialer Software wie z.B. sozialen Netzwerken (Corporate Facebook), Weblogs (Corporate WordPress), Wikis (Corporate Wikipedia), Videoportalen (Corporate YouTube) etc. bestehen. Dieses Raster kann helfen, Enterprise-2.0-Ansätze in einem Unternehmen schärfer voneinander abzugrenzen.

Da sich die meisten Unternehmen in Bezug auf Enterprise 2.0 noch in einem sehr frühen und experimentellen Stadium befinden, beschäftigen sie sich aktuell stark mit den Einzelthemen. Ich glaube, dass es in naher Zukunft vier Themen geben wird, die dringend zu klären sind:

  1. Übergeordnete Informationsarchitektur: wie kann ein Ansatz einer übergeordneten Informationsarchitektur aussehen, der eine für die Mitarbeiter logische Klammer um die einzelnen Bestandteile des sozialen Intranets bildet.
  2. Persönliches Dashboard: welches Werkzeug verwenden Mitarbeiter, um den Überblick sowohl über E-Mails, Termine, Aufgaben und Kontakte, als auch die neuen Medien (Stichwort: Aktivitätenstrom) zu behalten. Für mich ist noch offen, ob das Systeme wie iGoogle/Netvibes sein werden, oder ob sich klassische PIM-Software wie Outlook in diese Richtung entwickeln werden.
  3. Übergänge/Schnittstellen Intranet/Internet: wie sehen die Übergänge zwischen Informationen im Internet, im Extranet und im Intranet aus? Das gilt sowohl für den Informationsfluss von außen nach innen, als auch umgekehrt.
  4. Medienkompetenz der Mitarbeiter: mit welchen Maßnahmen bauen wir bei den Mitarbeitern die notwendige Medienkompetenz auf? Standardisiert verfügbare Workshops wie unser Web-2.0-Führerschein können helfen, sind aber sicher noch durch Programme in Bereichen wie “virtuelle Führung”, “selbstgesteuertes, informelles Lernen” und “Selbstorganisation 2.0” zu ergänzen.

Autor: Simon Dückert

Berater, Coach und Geschäftsführer bei Cogneon

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