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Gedanken zu einem lernOS Framework

Gestern hatte ich den Sprint-Abschluss meines lernOS Circles mit Leonid und Till. Wir haben das Weekly Woche 12 gemacht, schön zu Mittag gegessen, einen Lessons Learned Podcast aufgenommen und in einer Retrospektive die Erfahrungen aus dem Sprint reflektiert. Wir haben dabei auch über die nächsten Entwicklungsschritte bei lernOS gesprochen und Till hat die interessante Idee eines lernOS Frameworks eingebracht.

Die Grundidee, das eigene lebenslange Lernen wie bei Scrum in Sprints zu organisieren und darüber ein “Timeboxing” und eine Taktung zu ermöglichen scheint sich zu bewähren. Für die Gestaltung des Sprints braucht es aber Flexibilität z.B. in Bezug auf die Personenanzahl, die physischen und virtuellen Treffen, das Verfolgen von Zielen und die zu absolvierenden Lernübungen. Daher war die Idee mit einem lernOS Framework einen verbindlichen Rahmen vorzugeben (ähnlich wie bei einem Barcamp), das dann für konkrete Anwendungen angepasst werden kann. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn andere Akteure eigene Lernprogramme auf lernOS aufsetzen wollen, wie das z.B. mit Sketchnoting Out Loud (Sketchnoting in einem Sprint lernen) schon jetzt der Fall ist.

Der Begriff Framework kommt eigenlich aus der Softwareentwicklung und bezeichnet dort einen Ordnungsrahmen, der eine wiederverwendbare und gemeinsame Struktur für Anwendungen zur Verfügung stellt. Ein erster Schritt bei der Entwicklung eines Frameworks ist die Definition der Objekte oder Elemente des Frameworks und deren Attribute (Eigenschaften).

In unserer Retrospektive haben wir angefangen, erste Gedanken zu einem lernOS Framework zu skizzieren (Bild oben). Da lernOS auf den drei Ebenen Einzelperson, Team und Organisation eingesetzt werden kann, müssen die Begriffe des Frameworks auf allen Ebenen anwendbar sein. Die folgenden Objekte haben wir im Lauf des Gesprächs notiert:

  1. Sprint: wie bei Scrum ein definierter Zeitraum, in dem ein (Lern-)Ziel erreicht werden soll. Um die Anwendung der Methode Objectives & Key Results (OKR) zu ermöglichen ist die Standard-Dauer eines lernOS Sprints 13 Wochen (damit ergibt sich ein Quartals-Takt).
  2. Ziele: innerhalb eines Sprints versucht ein Akteur ein oder mehrere Ziele zu erreichen. Diese Ziele können vorgegeben oder selbstgewählt sein. lernOS schlägt vor, gemäß OKR pro Sprint maximal 5 Ziele festzulegen und deren Erreichung über Key Results (2-4 je Ziel) zu messen. Über die Boxenstopps im Sprint (i.d.R. zwei in Woche vier und acht) werden die Akteure angehalten, funktionsfähige “Minimum Viable Products” (MVP) ihrer Lernergebnisse zu demonstrieren und damit das Arbeiten in Iterationen zu erlernen.
  3. Akteure: die Anzahl der Akteure kann je nach Ebene variieren (Organisation = Alle Mitarbeiter, Abteilung = 20, Scrum-Team = 7, Circle = 5, Lerntandem = 2, Einzellerner = 1).
  4. Lernpfade: ein Lernpfad ist ein vordefinerter und erprobter Ablauf von Instrukturionen, Inhalten, Interaktionen und Übungen (wir wollten den Begriff “Curriculum” vermeiden), mit dem Akteure Lernziele effizient erreichen können (z.B. Sketchnote Lernpfad zum Erlernen von Sketchnoting). Die Begrifflichkeit Pfad ist an Coder Dojos und Katas angelehnt (siehe z.B. Learning Paths auf coderdojo.com).

Die Herausforderung für die zukünftigen lernOS Versionen wird sein, ein solches Framework auszugestalten und allen Beitragenden in der Community zu erklären. Gleichzeitig dürfen die Anwender aber durch die Begrifflichkeiten und vermeintliche Komplexität nicht abgeschreckt werden. Habt Ihr dazu weitere Gedanken und Ideen?

Scholarch der Cogneon Akademie. Von der Ausbildung Dipl.-Ing. Elektrotechnik mit Schwerpunkt Digitale Nachrichtentechnik. Ich brenne für Lernende Organisationen, Wissensmanagement, New Work und Lebenslanges Lernen. Mitglied in Corporate Learning Community, Gesellschaft für Wissensmanagement, Chaos Computer Club uvm. Weiterer Podcast unter http://knowledge-on-air.de.