Wo stehen wir im Bereich Wissensmanagement und Lernende Organisationen heute? (knt16 Blogparade)

Im Rahmen der KnowTouch wollen wir die Frage “Wo stehen wir nach 20 Jahren Wissensmanagement und Lernenden Organisationen heute und wohin soll die Reise gehen?” beantworten. Dafür verwenden wir die Methode Future Backwards von Dave Snowden. In fünf aufeinanderfolgenden Wochen stellen wir die fünf Fragen aus Future Backwards (Veröffentlichung der Fragen: 19.09., 26.09., 03.10., 10.10., 17.10.). Die Ergebnisse werden für die KnowTouch zusammengefasst, alle Teilnehmer*innen werden in der KnowTouch-Dokumentation erwähnt.

Die Frage dieser Woche (Antwort einfach unten als Kommentar eintragen):

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P.S. im Rahmen der KnowTouch finden am 30.09., 07.10., 14.10. und 21.10. kostenfreie Webinare statt, für die man sich unter knowtouch.de anmelden kann. Die KnowTouch ist zusammen mit dem CorporateLearningCamp (13.-14.10.) und dem KnowledgeCamp (22.-23.11.) eine von drei Veranstaltungen, die sich das übergreifende Motto “Wissen und Lernen im Fluss” gegeben haben. Infos dazu im PDF-Flyer.

Autor: Simon Dückert

Berater, Coach und Geschäftsführer bei Cogneon

25 Gedanken zu „Wo stehen wir im Bereich Wissensmanagement und Lernende Organisationen heute? (knt16 Blogparade)“

  1. HEUTE
    ist wichtig, dass sich veraltes Wissen erneuern kann und dass benötigte Informationen zum richtigen Zeitpunkt vorliegt.

    Ein reales Beispiel, wo Wissensmanagement und Lernenden Organisationen heute stehen: Bei einem hat großen Automobillieferanten wurde vom klassischen Projektmanagement auf Prozessdurchläufe, innerhalb eines kontinuierlich verbessernden Vereinbarungsmodell, umgestellt. Die Einsparungen waren so hoch, dass sich alle Investitionen für die Umstellung, in weniger als einem halben Jahr wieder amortisiert haben. Die Zusammenarbeit verbesserte sich wesentlich, da die lokale Expertise und aktuelle Gegebenheiten KONTINUIERLICH in die Optimierung des Vereinbarungsmodells einfließt . Bei einem Workflow wird das Vereinbarungsmodell sogar wöchentlich verbessert und durch einen einfachen Importvorgang in die Struktur der Zusammenarbeit verwandelt. So wird sichergestellt, dass die Erfahrungen aus Projekten und Kundenanforderungen, in den folgenden Projekten auch umgesetzt werden.  Diese iterative Verbesserung führt die Fachabteilung ohne der IT-Abteilung selbstständig durch. Eine konstante Erneuerung des Wissens ist damit sichergestellt.

    Beteiligte loggen sich einfach mit Ihrem Benutzernamen über den Webbrowser in die aktuelle Struktur der Zusammenarbeit ein und sehen, welche Aufgabe sie bis wann zu erledigen haben. Alle Beteiligten haben dabei immer den gleichen Informationsstand!!!  Der Projektleiter sieht über den Monitoring-Client den Stand ALLER laufenden Projekte in ECHTZEIT! Engpässe und Schwachstellen können vorab erkannt und durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden. Reports können mit einem Klick erstellt werden. Allen Beteiligten ist klar wer, wann, was, womit zu erledigen hat.

    MORGEN
    Wir befinden uns in einer immer schneller werdenden Transformation. Keiner kann wissen, wohin uns diese Transformation bringen wird, noch wird sie irgendwann aufhören. Was bringt ein zielorientiertes Wissensmanagement, wenn wir NICHTWISSEN, ob wir die richtigen Ziele verfolgen. Wenn alles schneller, unübersichtlicher, komplexer und überraschender wird, können nur noch funktionierende Beziehungen Stabilität in einer unsicheren Welt geben. Vereinbarungen werden wichtiger als Wissen sein …

    1. bin absolut d’accord – beziehungen werden immer wichtiger und paradoxerweise immer stärker vernachlässigt bzw. “ökonomisiert” – wir verbinden uns nicht mehr. 100 follower auf irgendwelchen plattformen bedeuten rein gar nichts

  2. An einem Wendepunkt. Wissen und Lernen verändern ihre Bedeutung und folgerichtig verändern sich Verhalten, Erwartungen und Instrumente.
    Früher war Wissen etwas, was von Experten entwickelt und über Lehrsysteme verteilt wurde. Definierte Institutionen, Schule, Universität oder die Personalentwicklung entschieden, wer welches Wissen in welcher Form erwerben soll.
    Heute wird Wissen von vielen Menschen und zunehmend in Teamarbeit selbst entwickelt, verändert und über Netzwerke verteilt. Neben der Herausforderung, die passenden Informationen zu finden ist nun jeder Einzelne gefordert, Lernen als eigenverantwortlichen Prozess selbst zu organisieren. Damit verändern sich alle Rollen im Lernprozess.

    1. Da kann ich mich nur anschließen, denn an vielen Stellen erlebe ich das ebenso in meinem beruflichen Alltag. Das schafft aber auch viel Verunsicherung bei Stabsstellen, die sich Kraft ihrer Funktion als Experten für bestimmte Themen im Unternehmen sehen. Aktuell läuft beides nebeneinander und das oftmals auch mit einer erheblichen Reibung in der Organisation. Stabilisierend erlebe ich es, wenn Beziehungen zwischen Menschen beider Seiten geknüpft werden. Hierin sehe ich auch eine große Herausforderung für das Wissensmanagement der Zukunft: Gelegenheiten, Formate und Räume schaffen für Begegnung, Diskussion, Voneinanderlernen, Tüften, Ideenspinnen, … und Austausch und das sowohl im Rahmen der digitalen wie auch direkten Kontaktmöglichkeiten.

  3. Wir stehen noch mitten im Tal der Desillusionierung. Die Pioniere wollten “eine bessere Organisationswelt” (um einmal mit Google-Pathos zu sprechen) und das Management hat eine Industrialisierung der Ressource Wissen erwartet, jederzeit und überall einsetzbar – nicht ohne Mensch (das kommt jetzt wieder mit AI/Cognitive Computing), aber mit möglichst beliebigen Menschen.
    Da musste es zu Enttäuchungen kommen.

      1. “Denkfehler im Wissensmanagement und Denkfehler über Wissensmanagement”, damit könnten wir die KnowTouch ausfüllen.
        Im Artikel wird die These aufgestellt, dass einige Enthusiasten des new work den Kunden aus dem Blick verloren hätten, was die old Economisten besser im Griff haben.
        Ich glaube, dass etablierte Unternehmen vor allem auf Veränderungsdruck von aussen (Kunde ist da nur ein Beispiel) reagieren und so Fortschritte machen (kompatibel zu Christensen). Wenn also die Stakeholder bei der nächsten Hauptversammlung aufstehen und fordern, dass durch ein professionelles Wissensmanagement die Performance ihrer Firma besser und die non-conformance-costs niedriger werden sollen, würde sicher mehr passieren.

  4. …zwei wichtige Gesichtspunkte:
    1. Alles Wissen muss dem Menschen dienen – derzeit wird Wissen oft als Ware benutzt, um Kapital zu generieren und Wachstum zu beschleunigen – entgegen dem Bewußtsein, dass Ressourcen endlich sind. Hier muss das Umdenken ansetzten – Wissen darf nicht nur gesammelt und verwertet werden, es muss mit Verantwortung einhergehen.
    2. Wissen muss allen zugänglich sein – und das heißt, die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auf allen Wissensgebieten unumgänglich. Experten müssen sich vernetzen; singuläres Wissen allein reicht nicht aus, um anstehende Probleme zu lösen – Globalisierung ist nicht nur eine Aufgabe der Wirtschaft, sondern v.a. der Wissenschaft! Die Welt ist zu komplex, um sie nach Sparten zu analysieren!

  5. Systemseitig sind wir umfassend ausgerüstet, können mit einem intelligenten Wissensmanagement 2.0-Tool arbeiten und alle Community- und Repository-Funktionen von Sharepoint Collaboration nutzen. Aber das geschieht noch (viel zu) wenig. Und wenn, dass allenfalls als Kür, nachdem das Pflichtprogramm (z.B. Projektdevlivery etc.) abgeschlossen ist. Wir haben also noch nicht begriffen, dass es bei KM nicht (nur) um die Manifestierung von Wissen nach dessen Erwerb geht, sondern auch um die Gestaltung des Wissensflusses während der Arbeit an Projekten, Produkten oder ähnlichem. Dieses Mindset müssen wir bei uns noch deutlich breiter verankern, um wirklich lernend zu arbeiten und arbeitend zu lernen.

    1. Genau!
      Vielleicht könnte man auch KM so betrachten, daß es das Ziel hat, den Status quo einzufangen und abrufbar zu machen. Ist (methodisch) mehr oder wenig Stand der Technik und hat abnehmende Bedeutung.
      Den Begriff “Lernende Organisation” (der ja auch sehr vielfältig benutzt wird) würde ich dann eher mit der Sicht nach vorne benutzen mit dem Ziel, Wissen weiterzuentwickeln. Das ist dann eher der methodische “Zukunftsbruder” mit steigender Bedeutung.

    2. Auch hier schließe ich mich gern an:
      Technisch haben die Tools in vielen Unternehmen bereits Einzug gehalten. Leider oftmals aber stark über die IT getrieben. Die Bedienung der Tools ist für die meisten User kein Problem, wohl aber die Bereitschaft das bisherige Arbeitsverhalten zu verändern und diese Tools in den persönlichen Arbeitsalltag konsequent als festes Arbeitswerkzeug zu integrieren. Hier haben wir wohl vergessen, den Menschen mitzunehmen. Leider. Die Technikliebhaber sind dabei. Wenn diese Tool aber tatsächlich im Sinne des Wissensmanagements eingesetzt werden sollen, dann müssen wir auch die breite Zahl der “Verweigerer” mitnehmen, ansonsten wird es uns nicht gelingen, dass große Potenzial an Wissen zu bergen. Bringt mich zu dem Schluss, dass es nicht darum geht, die Vorteile wieder und wieder runterzubeten, sondern noch einmal in die Use Journeys einzusteigen, um zu hinterfragen, an welchen Stellen genau sind die “Pain Points”? Und was können wir tun, um diese Bremsklötze abzuschaffen oder aber es den Usern so leicht wie möglich zu machen, diese Hürden zu überwinden. Ebenfalls eine große Aufgabe fürs Wissensmanagement, die weit über die Konzeption und Implementierung von technischen Lösungen wie Wikis oder Communities hinausgeht.

      1. Sehr geehrte Frau Gutzmann,
        Ihrem Kommentar würde ich mich anschließen. Wir sind leider noch nicht so weit, dass wir diese IT-Infrastruktur haben. Aber ich führe bereits CoP-Treffen durch und motiviere die Leute dazu später diese IT-Werkzeuge zu nutzen. Mit Foren könnte man sich dann unabhängig von Zeit und Ort “treffen”, ein Gedanke der den Teilnehmern dann doch gefällt. Ich hoffe, dass diese Vorarbeit von mir dann bei Einführung des neuen Intranets hilft.

      2. Es gibt nicht nur die “Verweigerer”, sondern auch die “Verhinderer”. Letztere sitzen in mehreren Hierachieebenen: Ganz oben: “neumodischer Kram”, in der Mitte: Angst vor Kontrollverlust, unten: “Ich gebe doch nichts weiter, dann wissen die anderen am Ende mehr als ich!”

  6. Es ist zäh!
    Die Notwendigkeit eines angepassten WM unter Ausschöpfung der durch Digitalisierung und Kollaborationstools geschaffenen Möglichkeiten wird gesehen (v.a. in der Belegschaft), zu oft aber glaubt das upper Management, dass dies ‘von alleine’ passieren würde. Somit wird eine Einführung nicht als Projekt angesetzt. Umso schwieriger gestaltet sich die Einführung in global, in unterschiedlichen Kulturkreisen agierenden Unternehmen. Sehr oft scheitern wir an relativ simplen Dingen wie einheitlicher IT-Landschaft. Die gar nicht so neuen Kollaborations-Tools, aus dem privaten Umfeld gewohnt, werden im Unternehmen nur langsam angenommen.

  7. Ich unterscheide zwischen Wissensmanagement als Disziplin und den dazugehörigen Methoden.
    Letztere haben ihren Platz gefunden. Lessons Learned oder Expert Debriefing sind häufig nicht mehr wegzudenken. Wissensmanagement hingegen ist erst einmal ein Kostenfaktor. Dies wird immer dann deutlich, wenn ein Unternehmen sparen muss. So manche WM-Abteilung wurde dann aufgelöst (und existierte im Untergrund weiter bis wieder ökonomisch bessere Zeiten kamen).

    Daher muss, überspitzt formuliert, WM mit jeder einzelnen Maßnahme und mit jedem einzelen Projekt nachweisen, dass es Mehrwert stiftet. So mühsam die Diskussion um den ROI von WM ist, so sehr notwendig erscheint sie mir.

    Ja, auch Qualitäts-, Umwelt- oder Risikomanagement müssen einen Mehrwert nachweisen. Sie sind als Disziplin jedoch deutlich “akzeptierter” und werden daher weniger stark hinterfragt. Dies mag u.a. an einer besseren Verankerung im Unternehmen (in der Organisationsstruktur, in Gremien, in Prozessen) liegen.

    Abschließend eine Anmerkung zum Begriff lernende Organisation. Alle Unternehmen, die über längere Zeit im Markt bestehen, sind für mich lernende Organisationen. Ein Unternehmen, das nicht lernt, das sich nicht an seine Umgebung anpasst, wird zwangsläufig vom Markt verschwinden.
    Für mich stellt sich daher eher die Frage, welchen Beitrag Wissensmanagement leisten kann, damit Unternehmen “besser” lernen können.

    1. Ein Grund, warum die von Dir genannten Management-Disziplinen weiter verbreitet sind dürfte auch sein, dass sie normativ von verschiedenen Stakeholdern eingefordert werden. Hier gibt uns hoffentlich die ISO 9001:2015 etwas mehr Rückenwind.

  8. WM Heute:
    “Knowledge Management doesn‘t exist.Personal Knowledge Management does”.
    Diesen Satz habe ich 2010 im E-Business Weblog von Martin Röll gefunden.
    Dieser Aspekt von WM beinhaltet für mich heute immer noch einen wichtigen Teil vom Thema Wissensmanagement (auch wenn der Satz natürlich sehr überspitzt und polarisierend wirkt). Informelles, selbstorganisiertes Lernen, Information-Overload, Digitalisierung, Agiles Arbeiten, E-Learning, Netzwerken, ….. – dies sind einige der Themen, mit den Wissensarbeiter heute umgehen sollen und müssen. Aber haben sie die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen dazu? Kennen sie die effektiven und effizienten Methoden und Werkzeuge? Haben sie sich bewusst gemacht, welche Lernstrategie die Beste für sie ist? Wie sie Informationen und Wissen effizient suchen, strukturieren und ablegen? Wie man Netzwerke aufbaut und pflegt?
    Mein Fazit:
    Das organisationale Wissensmanagement ist schon sehr reif und gut entwickelt (Modelle, Methoden, Tools, Prozesse, …).
    Beim persönlichen Wissensmanagement lassen wir die Betroffenen / Wissensarbeiter noch zu sehr allein.

  9. Ich würde mich gerne einigen meiner Vorredner anschließen, insbesondere in den Punkten, dass verantwortungsvolles agieren in Netzwerken und Beziehungen – zu anderen und zu sich selbst – zunehmend an Bedeutung gewinnen (sollte). Die bewusste und verständnisvolle Gestaltung von (Netzwerk-)Beziehungen, setzt jedoch einen gewissen Grad an (Selbst-) Reflexion voraus. Nur indem ich mich und meine Umwelt bewusst wahrnehme und beobachte, kann ich mein Wissen und meine Aktivitäten in Bezug zu dem des Anderen setzen und kontextuell anpassen oder auch (radikal) verändern. Andernfalls kann das (individuelle) Wissen und Handeln einzelner Akteure nicht ineinandergreifen, fließen und in die Umsetzung oder Entwicklung neuen kollektiven Wissens münden…In Regeln, Routinen, Praktiken, mit denen sowohl Stabilität (Wissen) als auch Veränderung (Nichtwissen und Unsicherheit) gemeistert werden kann…

    Leichter gesagt als getan – insbesondere für (wohlmöglich gestresste) Manager unterschiedlicher Abteilungen und Hierarchien, die kollektiv nicht nur die eigene sondern auch die organisationale Lernfähigkeit fördern (wollen)…und das geht ja auch nur mit lernfähigen Mitarbeitern, (die aber möglichlicherweise noch gestresster sind) … In diesem Sinne: Keep Calm, and Learn on!

  10. In meinen Augen bekommt Wissensmanagement eine neue Chance wenn:

    – verstanden wird, dass lernen nicht mehr nur Aufgabe von Lehranstalten, sondern von jedem Einzelnen und den Organisationen ist (Siehe auch Peter Drucker – Management Lehre!)
    – Arbeiten und Lernen nicht mehr getrennt werden – lernen beim Arbeiten durch transparentere Prozesse, Nutzung von offenen Kommunikationskanälen und beteiligende Arten von Zusammenarbeit (Blog, Forum, Wiki) statt Dokumenten
    – Wissen nicht mehr in Dokumenten sondern im Austausch zwischen Menschen sichtbar wird (dokumenten-zentriertes Arbeiten ist nicht nur meist ineffizient, sondern auch lernbehindernd)
    – Wissen nicht gesammelt und abgelegt, sondern hinterfragt, neu kombiniert und jederzeit verfügbar ist
    – Externes Wissen jederzeit für alle verfügbar ist – YouTube, TED, Wikipedia und die vielen Fachforen und Plattformen
    – Nicht mehr Wissensträger für Wissensaufbau verpflichtet werden, sondern eine Frage-Kultur geschaffen wird – Wenn Wissen durch NeuGier oder Fragen geteilt wird kann Wertschätzung gezeigt werden – notwendig für Engagement
    – Kategorisierung durch Tagging verbessert wird – Taxonomien, Sprachen, Wortstämme… Tags könnten so viel reicher sein, wenn es nicht nur dummer ASCII Text wäre – Filtern auf höherem Niveau
    – Feedback-Kultur gefördert wird, da viele Angst haben durch Wissen teilen Ihre Daseinsberechtigung zu verlieren (Wenn ich alles teile, was ich weiß… braucht man mich ja nicht mehr) – Wissen umdefinierten
    – ein bedingungsloses LernGrundeinkommen (z.B. 10% Arbeitszeit)
    Weiterlesen: http://www.harald-schirmer.de/2016/09/25/blogparade-wissensmanagement-2016/

  11. Stand heute ist noch kein allgemein anerkanntes Verständnis von Wissensmanagement vorhanden. Schön lässt sich das an der Phrase “Wissensmanagement wird eingeführt” zeigen. Das ist ungefähr so, wie wenn man bei einem Menschen das Lernen einführen wollte. Ein Mensch kann gar nicht nicht lernen, so wie ein Unternehmen nicht nicht mit Wissen umgehen kann. Es geht vielmehr um die Frage, wie bewusst, systematisch und zielgerichtet er das tut. Hinter dem Einführen von Wissensmanagement stecken bei näherem Hinsehen meist Einführungsprojekte von IT-Systemen oder einzelner, isolierter Wissensmanagement-Methoden. Da das oft mono-disziplinär und als Projekt (mit Ende) angegangen wird, ist der Misserfolg vorprogrammiert. In vielen Organisationen besteht daher die Einstellung “Wissensmanagement haben wir ausprobiert, hat aber nicht funktioniert”. Da die globale und digital-vernetzte Wissensgesellschaft aber ein Megatrend ist (=uns noch Jahrzehnte beschäftigen wird), lohnt es sich am Ball zu bleiben und an der Verbreitung der Ideen des Wissensmanagements zu arbeiten.

    1. Klasse Simon! Das hast Du super auf den Punkt gebracht. Würde mich gern auf der KnowTouch dazu austauschen, was zu tun ist, um eben dieses Denken zu durchbrechen.

  12. Ich befasse mich seit ca. 2 Jahren damit Wissensmanagement in der Firma aufzubauen. Unter „Einführen von Wissensmanagement“ verstehe ich, dass man den Umgang mit Wissen organisierter und bewusster gestaltet. Ich kann mich hier nur anschließen, dass zum Wissensmanagement auch eine entsprechende IT-Landschaft gehört, aber auch die nötige Motivation der Mitarbeiter und der Organisation vorhanden sein muss um Wissen auszutauschen, gemäß den drei Bausteinen Mensch – Technik – Organisation.
    Man kann Wissen auch in die zwei nicht unbedingt streng zu trennende Bereiche aufteilen. Ein Bereich stellt das statische Wissen dar, das man lernen kann und in Lexika oder Büchern finden kann, aber auch in Wikis ablegen kann. Der andere Bereich ist das dynamische Wissen, z. B. dass die andere Abteilung oder das andere Werk gerade an einem ähnlichen Projekt, Prozess oder für den gleichen Kunden arbeitet. Dieses Wissen ist für kurze Zeit nützlich aber nicht so langlebig. Dies Wissen stellt einen Bereich dar, der eher in Foren oder auch Communities of Practice ausgetauscht werden kann. Diese CoP´s mit regelmäßigen Treffen können sehr gut genutzt werden Wissen auszutauschen und auch an implizites Wissen zu gelangen und dies zu heben. Grundsätzlich sollte das Bestreben vorhanden sein, im Unternehmen einen laufenden KVP-Prozess zu bewirken.

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