Social Business Arena – Review

Vom 16.-18. März fand die Social Business Arena im Rahmen CeBIT statt, bei der sich der Kern der deutschsprachigen Enterprise 2.0 Szene traf. An den drei Tagen gab es insgesamt über 50 Vorträge, Demonstrationen und Diskussionen. Da ich an dieser Stelle nicht von allen berichten kann, ist der Twitter-Hashtag #cebitsba zu empfehlen, um sich einen Gesamteindruck von der Veranstaltung zu verschaffen. Hier möchte ich kurz die drei Beiträge von IBM, Bosch und Continental beleuchten.

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IBM

Der IT-Konzern IBM war naturgemäß schon sehr frühzeitig im Bereich Enterprise 2.0 aktiv. So wurde das Intranet von IBM im Jahr 2006 in der Intranet-Studie der Norman Nielsen Group als eines der Top 10 Intranets identifiziert. Als Begründung wurden u.a. personalisierte News, das Mitarbeiterverzeichnis IBM BluePages und die Blog-Plattform BlogCentral genannt.

In einer Diskussionsrunde auf der Social Business Arena sprach IBM-Mitarbeiterin Barbara Koch (@Social_Babs) darüber, dass auch heute noch nicht alle IBM-Führungskräfte die sozialen Medien in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Aus ihrer Sicht ist an dieser Stelle das individuelle Coaching von einzelnen Führungskräften enorm wichtig. Die Coaching-Sitzungen bestehen aus regelmäßigen Terminen von ca. 30 Minuten Dauer, in denen Fragen geklärt und Anwendungsszenarien besprochen werden.

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Zusätzlich stellte Dr. Peter Schütt (@schu) den neuen eMail-Ansatz IBM Verse vor (s.a. Video IBM Verse – Changing the way you work). IBM geht davon aus, dass in Zukunft E-Mail und soziale Medien nebeneinander existieren werden. Das soll in einer Anwendung zusammengeführt werden, die gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Nutzers auf die wichtigsten Dinge lenkt. Gleichzeitig muss bei den Nutzern ein gemeinsames Verständnis für die Abgrenzung von E-Mail und soziale Medien hergestellt werden. Schütt gab einige Anhaltspunkte für die Unterscheidung:

  • E-Mail: Persönliche Nachrichten, individuelle Benachrichtigungen, Einladungen und Kommunikation mit Externen (wenn kein Zugang zu internen, sozialen Medien)
  • Soziale Medien: Fragen stellen, Erfolge herausstellen, Informiert werden, (im Projekt) zusammenarbeiten, Crowdsourcing und Ideenfindung

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Bosch

Katharina Perschke (@Katha_Pe) von Bosch war in der Diskussionsrunde “Internes Community Management” vertreten. Sie ist Teil des Teams “Enabling Enterprise 2.0 @ Bosch” und ist eine der erfahrendsten Expertinnen zum Thema Community Management im Unternehmen.

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Katharina betonte die Wichtigkeit der “Management Attention” im Prozess der Enterprise 2.0 Begleitung (Adoption). Es hilft nicht, “web-affinen Praktikanten” einzusetzen, da für den Einsatz von sozialen Medien in der täglichen Arbeit die Prozesse und Arten der Zusammenarbeit bekannt sein müssen. Zusätzlich ist oftmals für Änderung die Autorität der Führungskraft notwendig. Bosch setzt an dieser Stelle auf Reverse Mentoring von Führungskräften (s.a. Video Reverse Mentoring and the Bosch Social Business Platform), um Führungskräfte in Breite zu befähigen.

Zusätzlich gehört Bosch zu den ersten Unternehmen in Deutschland, bei denen man “Community Manager” als offizielle Rolle im Rahmen der ERA-Profile haben kann. Als ERA-Niveaubeispiel wird der “Koordinator für kontinuierliche Verbesserung” verwendet. Bei Bosch gibt es aktuell über 20.000 Communities. Der überwiegende Anteil der Community Manager verwendet für die Aufgabe einen kleinen, einstelligen Prozentsatz der Arbeitszeit. Aber es gibt auch bereits vier Vollzeit-Community-Manager.

Continental

Von Continental waren zwei sehr unterschiedliche Vertreter vor Ort. Betriebsratschef Frank Hell nahm gemeinsam mit Karl-Heinz Brandl von der ver.di Bundesverwaltung an der Diskussionsrunde “Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit” teil.

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Der Betriebsrat von Continental nahm als Gruppe bereits zu Beginn des Enterprise 2.0 Projekts teil, um zu lernen, an welchen Stellen überhaupt Regelungsbedarf besteht. Als wichtigste Themen haben sich Informationsflut, Entgrenzung von Privatleben und Beruf sowie der Druck auf Aktivitäten in den sozialen Medien schnell reagieren zu müssen herausgestellt. Initiale Stimmen im Betriebsrat mit dem Tenor “das läuft sich tod” haben sich nicht bewahrheitet. Aktuell hat Continental über 8000 Communities bei über 60000 Nutzer. Auf die Frage nach einem Wunsch für die Zukunft äußerte Hell, dass Communities, Blogs, Foren und Wikis nicht zu Arbeitsverdichtung führen sollten, sondern er insbesondere bei der Innovationsförderung großes Potential sieht. Außerdem war ihm wichtig zu betonen, dass soziale Medien persönlichen Austausch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Als zweiter Continental-Vertreter sprach Harald Schirmer (@haraldschirmer) aus dem zentralen Enterprise 2.0 Projektteam. Das Projekt ConNext wurde von Continental-Vorstand Elmar Degenhart initiiert und von einem Projektkonsortium bestehend aus IT, Personal, Kommunikation und Wissensmanagement umgesetzt. Anhand einer Infografik mit dem Titel “Organisationsentwicklung – Change Management 2.0” erläuterte Harald die Anforderungen an den Wandel im Kontext der Digitalen Transformation. Im Zentrum standen u.a. die Arbeit an Kultur und Werte, die Förderung von Wissensaustausch und Vernetzung sowie die Weiterentwicklung der Führungsprinzipien in Richtung “Leadership 2.0”.

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Da man Kultur nicht direkt managen kommt es auf die Grundhaltung der Führungskräfte an und wie sie sich zwischen den folgenden Parametern positionieren:

  • “Boss” oder “Leader”
  • “Kontrolle” oder “Vertrauen”
  • “Gesteuert” oder “Engagiert”
  • “Regeln” oder “Freiheit”
  • “Hierarchie” oder “Netzwerk”
  • “Schutz” oder “Transparenz”
  • “Macht” oder “Respekt”.

Nach Auskunft von Björn Negelmann werden die Videos von der Social Business Arena in der kommenden Woche im YouTube-Kanal von Kongress Media veröffentlicht. Vielen Dank an alle Beteiligten für die tollen drei Tage.

Social Business Arena 2015 – Preview

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Vom 16.-18.03. findet im Rahmen der CeBIT wieder die Social Business Arena statt (Halle 4/A72). Dr Titel „Social als Wegbereiter der digitalen Transformation“ stellt die SBA in das CeBIT-Leitthema der Digitalisierung, das sich auch im CeBIT-Motto „d!conomy“ wiederfindet. Die Social Business Arena ist neben dem Enterprise 2.0 Summit in Paris der zentrale Treffpunkt der E2.0-Szene in Europa. Einen Livestream von der Veranstaltung gibt es leider nicht, die Beiträge werden aber erfahrungsgemäß im Nachgang auf YouTube bereitgestellt. Tipp für Twitter-Nutzer: der Hashtag auf Twitter ist #cebitsba.

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Um von den Vorträgen und Gesprächen vor Ort zu profitieren haben ich natürlich vorab einen Blick in das Programm der drei Tage geworfen und einige Highlights identifiziert:

  • Montag, 16.03.2015
    • Eröffnungspanel „Quo vadis Enterprise 2.0 & Social Collaboration“ u.a. mit Stefan Pfeiffer (IBM, @digitalnaiv) und Dr. Richard Heigl von Hallo Welt Wiki (10:50 Uhr)
    • Keynote „Social als Treiber der digitalen Transformation“ von Dion Hinchcliffe (@dhinchcliffe) (11:30 Uhr)
    • Diskussion „Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit“ u.a. mit Dr. Gerald Becker-Neetz (Bundesarbeitsministerium) und Frank Michael Hell (Konzernbetriebsratsvorsitzender Continental AG) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Entwicklungen zum Collaborative Learning“ mit Karlheinz Pape (Barcamp-Moderator, @KhPape), Jochen Robes (weiterbildungsblog.de, @jrobes) und mir (@simondueckert) (15:30 Uhr)
    • Experten-Panel „Erfolgsfaktoren zum internen Community & Engagement Management“ u.a. mit Katharina Perschke (Bosch, @Katha_PE) und Ben Ellermann (Bundesverband Community Management, @DonElmo) (17:20 Uhr)
  • Dienstag, 17.03.2015
    • Diskussion „Transformation der Management-Kultur in der digitalen Wirtschaft“ u.a. mit Carsten Schmidt (Fraunhofer Institut für Arbeitsorganisation), Sabrina Rödig (Manager HR People Development, Telefonica) und Sirka Laudon (Leiterin Personalentwicklung Axel Springer) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Ermittlung des ROI von Social Collaboration“ (15:30 Uhr)
    • Keynote „Towards a Closed Loop Approach – the Quantified Enterprise” von Lee Bryant (@leebryant) (16:20 Uhr)
    • Praxis-Panel: “Projekterfahrungen mit der Veränderung der digitalen Arbeitsorganisation“ (16:50 Uhr)
    • Experten-Panel „Status-Quo zum Social Business Process Management” u.a. mit Niclas Otte (@ottenic) von SAP (17:20 Uhr)
  • Mittwoch, 18.03.2015
    • Experten-Panel “Social Collaboration als Change-Werkzeug” u.a. mit Harald Schirmer (Continental AG, @haraldschirmer) und Kati Sünderhauf (Referentin Change Management, Axel Springer, @KSuenderhauf) (11:20 Uhr)
    • Praxis-Panel „Erfahrungen mit neuen Organisationsstrukturen“ mit Daniel Pankatz (Digital Media Manager, Deutsche Post DHL, @daniel_pankatz) (12:10 Uhr)
    • Keynote-Diskussion „Zukunft der digitalen Arbeitsorganisation“ u.a. mit Prof. Ayad Al-Ani (Zukunftsforscher) und Stefan Ehrlich (Knowledge Research Center e.V.) (13:20 Uhr)
    • Experten-Panel „Perspektiven im Wissensmanagement – Vom Enterprise 2.0 bis zur ISO 9001 Revision 2015“ u.a. mit Hans-Georg Schnauffer (Gesellschaft für Wissensmanagement e.V.), Andreas Matern (Organisator GfWM KnowledgeCamp) und mir (14:00 Uhr)
    • Keynote „Building Blocks for Digital Leadership“ mit Dion Hinchcliffe (15:00 Uhr)
    • Keynote “Rolle von HR in der Organisation von morgen” von Prof. Peter Wald (Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalmanagement, HTWK Leipzig) (16:20 Uhr)

Als Vorbereitung haben die Organisatoren der Social Business Arena eine Online-Talk-Runden mit Google Hangout durchgeführt. Wer sich schon Mal „warmschauen“ will findet diese auf YouTube:

Diese Idee muss sterben! (Blogparade 01)

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftspodcast Freakonomics “This Idea Must Die” bin ich auf eine tollen Ansatz gestoßen. Dort werden keine neuen wissenschaftlichen Ideen gesucht, sondern solche, die auf den Friedhof der Ideengeschichte gehören. Dabei sind schöne Mythen wie beispielsweise die Geschichte der rechten und linken Gehirnhälfte oder die von guten bzw. bösen Märkten.

Beim Hören der Episode ist mir der Gedanke gekommen, dass es im Wissensmanagement auch schon eine Menge Ideen gab, die widerlegt sind und ausgemustert werden müssen. Denn gerade in der Praxis und bei Neueinsteigern bekommt man diese Ideen immer wieder zu hören. Schöne Beispiele sind für mich die Ideen der berüchtigten “Wissensdatenbank” oder die, dass soziale Medien Wissensmanagement als Thema abgelöst haben.

Daher möchte ich von heute bis zum 31.03. hier im Blog zu einer Blogparade zu folgendem Thema aufrufen :

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Welche Ideen, die sich beharrlich halten, regen Euch auf? Welche sollten wir auf den Ideenfriedhof unserer Disziplin verbannen? Beiträge und Gedanken einfach unten in die Kommentare schreiben.