Buch-Review– “Collaboration” (Teil 2)

 

Was sind überhaupt die Hintergründe von vermehrter Abteilungs-übergreifender, evtl. unternehmensweiter Zusammenarbeit? Im Buch werden dazu drei Gründe aufgeführt:

  • Innovationen & Innovationsfähigkeit
  • Besserer Verkauf (durch Cross-Selling und CRM)
  • Effizientere “Operations” (Best Practice Austausch und Wissen von Kollegen nutzen)

Es gibt somit ein enormes Potential für Zusammenarbeit, jedoch sollte nicht vergessen werden dass Zusammenarbeit kein Selbstzweck darstellt und mit Kosten verbunden ist (Opportunitäts- und Kosten für Zusammenarbeit an sich)

Basierenden auf den drei Anwendungsfelder gibt es wie auch in den meisten Management Bücher ein Modell bzw. ein Vorgehensvorschlag:

  1. Möglichkeiten für verbesserte Zusammenarbeit ausmachen (Beispiel, siehe Collaboration Matrix S.37)
  2. Barrieren identifizieren
  3. Individuelle Lösungen Anhand von 1 und 2

Im nächsten Post gehen wir detailliert auf die Barrieren der Zusammenarbeit ein.

Buch-Review– “Collaboration” (Teil 1)

Dieser Post ist der Auftakt einem vierteiligen Review des Buches “Collaboration”. Der Autor des Buches, Morten Hansen, ehemaliger BCG Consultant und Professor an der Haas School of Business der UC California Berkeley weiß wovon er spricht. Mit seinen breit gefächerten Praxisbeispielen wird die Thematik des Buches greifbar und leicht verständlich.

Der Anlass dieses Reviews kam mit nachdem ich dieses Buch im Hinblick auf die Thematik Enterprise 2.0 gelesen habe. Im Bereich Enterprise 2.0 werden häufig wage Ziele formuliert wie etwa mehr Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Was aber sind die konkreten Ziele, die mit mehr Zusammenarbeit verfolgt werden? Wie kann ich diese Ziele erreichen? Was sind die Hindernisse? Hierbei hatte ich häufig dass Gefühl, dass in Beiträgen von E2.0 Evangelisten zwar Ziele formuliert und ein Change Prozess aufgezeigt wurde, eine tiefere Auseinandersetzung aus dem Blickwinkel des Einsatzgebietes E2.0 – nämlich der Nutzung von Social Media im Unternehmen, blieb meiner Meinung nach zu kurz (dies spiegelt sich auch in den sog. Fallen von Zusammenarbeit wieder, die im Buch genannt werden):

Nun aber zum Buch:                                                                                              Grundidee des Autors ist die sogenannte Disziplinierte Zusammenarbeit. Dabei stellt Zusammenarbeit keinen Selbstzweck dar sondern dient der Verfolgung konkreter Ziele mit positivem Einfluss auf den Geschäftserfolg und wird auch nur dann eingesetzt. Es geht somit nicht um eine Verflachung der Hierarchien sondern um eine differenzierte Arbeitsweise bei der zwischen zwei Modi gewechselt werden muss:

  • Dezentrale Arbeit in Abteilungen und Business Units
  • Zusammenarbeit über Abteilungs- und Business Units hinweg

Wie eine solche disziplinierte Zusammenarbeit erreicht werden kann und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden müssen, sollten man folgende Fallen vermeiden:

  • Je mehr Zusammenarbeit desto besser
  • Unterschätzen der Kosten für vermehrte Zusammenarbeit

Mehr dazu im nächsten Post der Reihe.

Social Software for business performance

Viele der bisher veröffentlichten Studien zum Thema Enterprise 2.0 blicken oftmals aus einer IT Brille auf die Thematik. Das vorliegende Paper von Deloitte hingegen nimmt eine Managementperspektive ein.

Zurecht kritisieren die Autoren der vorliegenden Studie, dass der Erfolg von Enterprise 2.0 Initiativen bisher häufig mit Kennzahlen zum Nutzerverhalten und der Adoption Rate gemessen werden. Solche Kennzahlen stellen allerdings nur Indikatoren dar wohin die Reise geht.

Wenn es allerdings darum geht Resistenz gegenüber Enterprise 2.0 Initiativen auf Seiten von Mitarbeitern und des Managements effektiv zu begegnen, bedarf es eines Business Cases für den Einsatz von Social Media im Unternehmen.

Hierbei sollte man sich nicht nur auf allgemeine Potentiale beschränken, sondern vielmehr konkrete Probleme im Unternehmen aufdecken und deren mögliche Beseitigung durch spezifizierte Use Cases aufzeigen. Dabei geht es nicht um eine genaue ROI Betrachtung sondern vielmehr um konkrete Problemlösungsbeispiele auf unterster Ebene.

Dass sich Unternehmen mit Social Media / Enterprise 2.0 in der heutigen agilen und komplexen Wirtschaftswelt auseinandersetzen müssen steht außer Frage. Will man allerdings dass volle Potential an Möglichkeiten nutzen lohnt es sich genau zu analysieren welche Probleme Social Media im Unternehmen lösen kann.

Hierbei sieht Deloitte dass größte Potential bei wissensintensiver Arbeit, die abseits von routinemäßigen und vordefinierten Geschäftsprozessen stattfindet – überall dort wo Ausnahmen die Regel darstellen und erhöhter Koordinations- und Abstimmungsbedarf bereichsübergreifend besteht.

Das es in der Praxis auch anders geht zeigen die beiden in der Studie aufgegriffenen Beispiele der Unternehmen Alcoa und OSIsoft. Allerdings bleibt die Frage offen inwieweit und ob konkrete Messgrößen für den Großteil von Use Cases überhaupt erhoben werden können.

Unbenannt

Deloitte, “Social software for business performance – The missing link in social software: Measureable business performance improvements”, abgerufen am 19. Januar 2012