Wissenschaftstag 2015 der Metropolregion Nürnberg

Am 28.7.2015 fand an der Hochschule in Hof der 9. Wissenschaftstag der Europäischen Metropolregion Nürnberg (Einwohner: 3,6 Mio., BIP: > 100 Mrd.) statt. Angemeldet waren über 850 Gäste. Die Veranstaltung wurde mit einer indischen Lichterzeremonie eröffnet, ein symbolischer Akt für das Partnerland der Hochschule Indien. Traditionell rotiert der Wissenschaftstag an den Hochschulen der Metropolregion, um die überregionale Wissensvernetzung zu fördern.

 

Dr. Wolfgang Streitenberger von der Europäischen Kommission stellte in seinem Eröffnungsvortrag “Die neue EU-Regionalförderpolitik für Forschung und Innovation” die Eckpunkte der Strategie Europa 2020 vor. Smart Specialization ist dabei ein neues Konzept der Innovationspolitik, das die regionalen Wettbewerbsvorteile berücksichtigen soll. Gefördert werden nicht nur technologische Innovationen, sondern auch soziale und ökologische Innovationen (magisches Dreieck der Nachhaltigkeit).

Danach wurden vier Fachpanels angeboten, in denen interdisziplinär und hochschulübergreifend diskutiert werden kann:

  • Internationalisierung – Metropolregion goes India
  • Demografischer Wandel – Chancen für die Region
  • Mehrwert durch Vernetzung
  • Zukunftswelt Wasser und Zukunftswelt Energie

Mein Vortrag “Open Innovation in Communities of Practice” am Beispiel des Spitzenclusters Medical Valley, werde ich im Nachgang der Veranstaltung auf YouTube bereitstellen.

Hackathon Community Management Playbook vom 3.-4.8.2015

Seit Januar 2015 läuft unser Benchlearning Projekt Internes Community Management, in dem wir gemeinsam mit acht Unternehmen lernen, wie man internes Community Management am besten aufsetzt und etabliert. Der Kick-off fand bei Audi in Ingolstadt statt, die ersten beiden Projekttermine bei Bosch in Stuttgart und Volkswagen in Wolfsburg. Die drei Schwerpunktthemen sind Community-Ansätze, Supportmöglichkeiten für Communities und das zugehörige Change Management. Im Rahmen des Projekts führen wir Literatur-Reviews und Benchmark-Umfragen durch und erarbeiten Best Practices in Kleingruppen im Rahmen der Projekttermine.

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Auf der Rückfahrt vom letzten Projekttermin in Wolfsburg fiel uns auf, dass wir im Projekt bislang meist aus der Perspektive von zentralen Enterprise-2.0-, Social-Intranet- oder Digital-Transformation-Teams und weniger aus Perspektive des einzelnen Community Managers gesprochen haben. Wir wollten einen Weg finden, auch Community Managern eine Arbeitshilfe an die Hand zu geben. Im Literatur-Pool waren bereits Community Playbooks von Yammer, von Cisco und vom Community Roundtable. Bosch war gerade daran, ein interaktives Playbook auf PDF-Basis zu erstellen.

Daraus entstand die Idee, gemeinsam ein deutschsprachiges Community Management Playbook als offene Ressource (OER) zu erstellen. Nachdem wir letztes Jahr bei der Erstellung des Buchs HR Innovation bereits sehr gute Erfahrungen mit der Methode Hackathon gemacht hatten, soll diese wieder zum Einsatz kommen. Hier ist der Plan:

  • Vom 03. bis 04. August machen wir einen Hackathon “Community Management Playbook” in der Cogneon Akademie in Nürnberg.
  • Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder des Benchlearning Projekts, Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen (Siemens, Telekom, Bosch, Continental, Deutsche Post, Henkel, Volkswagen, Audi) und ausgewählt Gäste.
  • Wir starten Montag um 10:30 Uhr, machen Abends bis wir keine Lust mehr haben und enden am Dienstag um 16:30 Uhr.
  • Die Teilnahme ist vor Ort oder virtuell möglich. Die virtuelle Teilnahme kann aktive (mitarbeiten) oder passiv (lurken) sein.
  • Als Räumlichkeiten vor Ort haben wir ein Plenum (aus dem wir live streamen) sowie vier Räume in denen Gruppenarbeit und Audio-/Videokonferenzen möglich sind.
  • Die erste Version des Playbooks entsteht als Google Doc und Papier-Prototyp, später ist eine gedruckte Version (DIN A4, Querformat, 30-40 Seiten) geplant.
  • Anmeldung erfolgt über Xing, alle weiteren Infos und Links werden wir unter cogneon.de/live bereitstellen. Hashtag ist #hcmp15.

Wer glaubt, bei den Einladungen übersehen worden zu sein, kann sich gerne bei uns melden.

Working Out Loud – Methode mit Potential

Im ständigen Gewitter von Marketingbregriffen und Schlagworten sind selten Ansätze mit echtem Potential für das Wissensmanagement dabei. Doch manchmal gibt es Ausnahmen. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind aus meiner Sicht Barcamps, Flipped Classroom, Podcast, MOOCs, Design Thinking und auch Working Out Loud (#WOL).

Vor kurzem hatte sich auf Basis des Ansatzes von John Stepper (Deutsche Bank, USA) eine deutschsprachige Community formiert. Um erste Erfahrungen mit der Methode zu sammeln, gingen aus dieser Community drei “Working Out Loud Circle” hervor, die den Ansatz im Selbstversuch erproben. Ich bin einer der drei “Circle Facilitators” und mein Circle #3 mit Babs Koch, Harald Schirmer, Thomas Olsen und Tim Miksa ist vergangenen Freitag gestartet.

  
Über die inhaltlichen Gespräche aus dem Circle kann ich natürlich nicht sprechen, denn im Circle herrscht strenge Vertraulichkeit. Aber ich teile gerne erste Erfahrungen zum Ablauf:

  • Persönliches Wissensmanagement – WOL beginnt nicht mit der Nutzung von Technik. WOL beginnt mit dem eigenen Ziel und dem Netzwerk das zum Erreichen dieses Ziels notwendig ist. Daran gefällt mir der strategische Ansatz des persönlichen Wissensmanagements, der auf Geben und Nehmen im Netzwerk basiert.
  • Open Educational Resource – Der Ansatz der WOL Circle mit fünf Teilnehmern und einem Facilitator, die über 12 Wochen zusammenarbeiten ist sehr gut geeignet, um Verhalten zu ändern und zu stabilisieren. Die Gruppe trifft sich jede Woche für eine Stunde mit vorgegebener Agenda. Dieser Ablauf ist in Form der WOL Circle Guides frei verfügbar.
  • Virtuelles Meeting – gemäß Anleitung sollten die Circle Meetings persönlich stattfinden. Das ist in unserer Gruppe aber nicht möglich. Wir haben unser erstes Treffen daher über Google Hangout (s.o.) gemacht, was sehr gut funktioniert hat. Die Circle-Mitglieder kannten sich allerdings alle vorher, was sicherlich hilfreich ist.
  • Enterprise 2.0 – bei WOL denken viele direkt an Internet und Twitter. Denkt man an McAfees Enterprise-2.0-Defintion “Einsatz sozialer Medien im Unternehmen und zwischen Unternehmen, Partner und Kunden” so eignet sich WOL auch für den internen Einsatz z.B. in Enterprise Social Networks (ESN). Über interne WOL-Circle kann die Methode verbreitet und MitarbeiterInnen bereichs-, funktions- und standortübergreifend vernetzt werden.

Da es sich bei WOL um eine Methode des informellen Lernens handelt, werde ich auf dem Corporate Learning Camp (9.-10.10.2015) eine Session dazu vorschlagen. Bis dahin liegen die Erfahrungen aus allen drei Circles der deutschsprachigen Community vor.

Details zum Praxisseminar internes Community

Seit diesem Jahr haben wir unser Praxisseminar von einem auf zwei Tage verlängert. Dabei sind insbesondere praktischen Elemente wie die Übungen, Fallbeispiele und die offene Themensession zur Agenda des Seminars hinzugekommen:

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Tag 1 Tag 2
  • Grundlagen
  • Lifecycle- & Aufgabenmodell
  • Community Manager Aufgaben
  • Übung: Aufsetzen einer Community mit dem Community Canvas
  • Bekannte Fallbeispiele aus anderen Unternehmen
  • Übung: Community Startseite aufbauen
  • Übung: Community Fahrplan erstellen
  • Offene Themensession (Video und Audio selbst produzieren; partizipative Veranstaltungsformate)

Nach theoretischen Grundlagen, Community Einsatzszenarien und Aufgaben des Community Managers,  konzeptionieren die Teilnehmer mit Hilfe des Community Canvas  ihre eigene Community. Durch die gemeinsame Reflektion lernen die Teilnehmer darüber hinaus weitere Einsatzwecke von Communities kennen.

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In der darauf folgenden Übung konkretisieren die Teilnehmer erste Ideen für Aktivitäten aus dem Community Canvas in einem konkreten Community Fahrplan für den ersten Iterationszeitraum. In der Regel macht es hier Sinn einen Zeitraum von einem Jahr anzusetzen und im Fahrplan die sowohl die  Offline als auch die  Online Events, Kampagnen und Aktivitäten zu terminieren und grob zu planen.

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In der dritten Übung schließlich wird die Community Infrastruktur – sprich die Online Community aufgebaut. Hierbei geht es insbesondere um die Art der Community Berechtigung bzw. der Sichtbarkeit, der freizuschaltenden Funktionen, der Community Spielregeln, der Community Beschreibung sowie um das Thema Content Seeding (Erstellung initialer Inhalte in der Online Community).

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Im Anschluss an das Seminar erhalten die Teilnehmer das Cogneon Community Toolkit. Dabei handelt es sich um ein Vorlagenset für Arbeit des Community Managers. Mit den Community Manager Aufgabenkarten hat der Community Manager seine Aufgaben steht’s im Blick und kann ggf. einzelne Aufgaben oder ganze Aufgabenpakete delegieren. Der Community Canvas, der Community Fahrplan (werden beide im Seminar in einer Übung verwendet), der Community Steckbrief sowie der Community Steckbrief dienen darauf aufbauend der operativen Planung, Steuerung und Kontrolle der Community.

Flyer Grafiken