Humboldt Kosmos Multiversity Review

Im November fand die 2. Veranstaltung der Humboldt Kosmos Multiversity auf Teneriffa/Spanien statt. Kernidee ist es, das verfügbare Weltwissen zu Wissensmanagment und intellektuellem Kapital zu verwenden, um Wissensstädte und -regionen (oder eben -inseln) zu entwickeln. Gastgeber waren wie bereits im Frühjahr die Inselregierung, die Universität La Laguna sowie das lokale Maritim Hotel. In mehreren Workshops, Expertengesprächen und offenen Dialogen wurde die Zukunft von Teneriffa in der Wissensgesellschaft diskutiert.

Die Grundproblematik auf Teneriffa ist der in Gesamtspanien sehr ähnlich: wenig wettbewerbsfähige Industrie, zu viel Bautätigkeit (Immobilienblase) sowie ein starker Fokus auf Landwirtschaft und Tourismus. Mit der Universität La Laguna existiert eine Hochschule mit mehr als 20.000 Studenten. Doch der lokale Arbeitsmarkt kann die Absolventen nicht aufnehmen, was zu hoher Arbeitslosigkeit (über 30%, über 50% bei Jugendlichen) und mittelfristig zu Emmigration z.B. nach England, Dänemark, Holland und Deutschland führt (brain drain). Gleichzeitig ist die Motivation junger Menschen, ein eigenes Unternehmen zu gründen sehr gering und der bürokratische Prozess der Firmengründung sehr aufwändig.

Aus dem kurzen Aufenthalt vor Ort und den Gesprächen mit Einheimischen habe ich das Gefühl, dass Teneriffa in mindestens drei Bereichen Chancen für die Zukunft hat:

  1. Hub-Funktion zwischen Europa und Südamerika (da es aufgrund früherer Mogrationen bereits enge Kontakte gibt)
  2. Hub-Funktion zwischen Europa und Afrika (da dies wirtschaftlich als das “nächste Asien” gilt)
  3. “Slow Island” am Rande von Europa (da die gestressten Industrienationen Europas mit steigenden Depressionsraten und Informationsflut eine entschleunigtende Umgebung mit Slow Food und Slow Knowledge gut gebrauchen können)

Für die Entwicklung derartiger Optionen, z.B. in Form von Unkonferenzen, Workshops, Vorlesungen und ACSI Camps hat die Inselregierung hierfür das wunderschöne ehemalige Gerichtsgebäude La Casona als “Think Tank” für die Multiversity zur Verfügung gestellt. Neben einem großen Arbeits- und Präsentationsraum gibt es eine Küche, einen Computerraum, einen ruhigen Arbeitsraum, eine kleine Lounge und einen sehr schön angelegten Garten. Da die Aktivitäten zur Unterstützung der Entwicklung von Wissensökonomien bisher hauptsächlich aus dem ehrenamtliche Engagement von New Club of Paris Mitgliedern und anderen Freiwilligen bestand, wird hier der nächste Schritt sein, ein Geschäfsmodell zu entwickeln, das eine professionelle Unterstützung der Entwicklung von Wissensregionen langfristig und nachhaltig sicherstellt. Wir müssen langfristig das relevante verfügbare Wissen der “Silberrücken” (z.B. emeritierten Professoren, Experten im Ruhestand), aus Forschung (universitär und außeruniversitär) und aus der Praxis anderer Wissensstädte und -regionen (z.B. aus dem MAKCi Award) sammeln, ordnen und praxisgerecht in Form einer “Knowledge City/Region Toolbox” bereitstellen:

Dazu werden wir in den nächsten Monaten eine regelmäßige Skype-Konferenz durchführen und mit dem Business Modell Canvas ein Geschäftsmodell erarbeiten. Wir nutzen hierfür den Canvanizer, ein Online-Tool, das aus dem Startup-Weekend Nürnberg hervorgegangen ist und das die gemeinsame Erstellung eines Geschäftsmodells ermöglicht. Das nächste physische Treffen in Teneriffa ist für das Frühjahr 2013 geplant.

 

Buch-Review– “Collaboration” (Teil 2)

 

Was sind überhaupt die Hintergründe von vermehrter Abteilungs-übergreifender, evtl. unternehmensweiter Zusammenarbeit? Im Buch werden dazu drei Gründe aufgeführt:

  • Innovationen & Innovationsfähigkeit
  • Besserer Verkauf (durch Cross-Selling und CRM)
  • Effizientere “Operations” (Best Practice Austausch und Wissen von Kollegen nutzen)

Es gibt somit ein enormes Potential für Zusammenarbeit, jedoch sollte nicht vergessen werden dass Zusammenarbeit kein Selbstzweck darstellt und mit Kosten verbunden ist (Opportunitäts- und Kosten für Zusammenarbeit an sich)

Basierenden auf den drei Anwendungsfelder gibt es wie auch in den meisten Management Bücher ein Modell bzw. ein Vorgehensvorschlag:

  1. Möglichkeiten für verbesserte Zusammenarbeit ausmachen (Beispiel, siehe Collaboration Matrix S.37)
  2. Barrieren identifizieren
  3. Individuelle Lösungen Anhand von 1 und 2

Im nächsten Post gehen wir detailliert auf die Barrieren der Zusammenarbeit ein.

e-Learning 2.0 mit p2pu.org

Aktuell findet man mehrere Innovative Lehr-und Lernformat, bei denen Lernen und soziale Medien gemeinsam eine Rolle spielen. Ich nehme z.B. gerade am HR2-Kurs Wirklichkeit 2.0 teil, der auf Basis eines WordPress-Blogs, Twitter und Facebook organisiert wird. Auf itunesU habe ich einen Leadership-Kurs belegt.

Aus unseren Beratungsprojekten habe ich das Gefühl, dass sich so langsam auch in den Personalabteilungen die Erkenntnis durchsetzt, dass man sich neben den formalen Lernangeboten (typischerweise Klassenraum mit Frontalunterricht) insbesonder auch um das informelle, soziale und selbstorganisierte Lernen kümmern muss. Da in vielen Unternehmen das Learning Management System im Bereich der Kurse eine wichtige Rolle spielt, sollte man mit den Aktivitäten des sozialen Lernens auch dort ansetzen. Es gilt, klassische LMS mit den Aktivitäten zu sozialen Intranets und Enterprise 2.0 intelligent zu vernetzen (siehe auch KnowledgeJam zum Thema am 06.12.2012). Aus diesem Grund habe ich für eine Veranstaltung auf Teneriffa nächste Woche keine Präsentation zu meinem Workshop “How to run an Unconference” dort erstellt, sonden einen Kurs im Rahmen der Peer2Peer University.

Da wir in der Cogneon Akademie mit Moodle ein klassisches LMS für unsere Online-Aktivitäten nutzen (cogneon.de/online-akademie), haben wir begonnen, die p2pu-Plattform gegen unser Moodle zu benchmarken. Wir wollen diese Erlenntnisse in die Weiterentwicklung des LMS einfließen lassen, um die Kurs dort noch interessanter und 2.0lliger zu machen. Sobald wir erste Ergebnisse des Benchmarks haben, werde ich diese hier bloggen. Zusätzlich werden im Rahmen der Projektarbeit auch weitere LMS (via @jrobes) mit den entstehenden innovativen Plattformen verglichen werden.

 

Buch-Review– “Collaboration” (Teil 1)

Dieser Post ist der Auftakt einem vierteiligen Review des Buches “Collaboration”. Der Autor des Buches, Morten Hansen, ehemaliger BCG Consultant und Professor an der Haas School of Business der UC California Berkeley weiß wovon er spricht. Mit seinen breit gefächerten Praxisbeispielen wird die Thematik des Buches greifbar und leicht verständlich.

Der Anlass dieses Reviews kam mit nachdem ich dieses Buch im Hinblick auf die Thematik Enterprise 2.0 gelesen habe. Im Bereich Enterprise 2.0 werden häufig wage Ziele formuliert wie etwa mehr Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Was aber sind die konkreten Ziele, die mit mehr Zusammenarbeit verfolgt werden? Wie kann ich diese Ziele erreichen? Was sind die Hindernisse? Hierbei hatte ich häufig dass Gefühl, dass in Beiträgen von E2.0 Evangelisten zwar Ziele formuliert und ein Change Prozess aufgezeigt wurde, eine tiefere Auseinandersetzung aus dem Blickwinkel des Einsatzgebietes E2.0 – nämlich der Nutzung von Social Media im Unternehmen, blieb meiner Meinung nach zu kurz (dies spiegelt sich auch in den sog. Fallen von Zusammenarbeit wieder, die im Buch genannt werden):

Nun aber zum Buch:                                                                                              Grundidee des Autors ist die sogenannte Disziplinierte Zusammenarbeit. Dabei stellt Zusammenarbeit keinen Selbstzweck dar sondern dient der Verfolgung konkreter Ziele mit positivem Einfluss auf den Geschäftserfolg und wird auch nur dann eingesetzt. Es geht somit nicht um eine Verflachung der Hierarchien sondern um eine differenzierte Arbeitsweise bei der zwischen zwei Modi gewechselt werden muss:

  • Dezentrale Arbeit in Abteilungen und Business Units
  • Zusammenarbeit über Abteilungs- und Business Units hinweg

Wie eine solche disziplinierte Zusammenarbeit erreicht werden kann und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden müssen, sollten man folgende Fallen vermeiden:

  • Je mehr Zusammenarbeit desto besser
  • Unterschätzen der Kosten für vermehrte Zusammenarbeit

Mehr dazu im nächsten Post der Reihe.

Online-Kurs Wirklichkeit 2.0 – Episode 2

Die zweite Folge des Online-Kurses Wirklichkeit 2.0 hatte das Thema “Soziale Medien”. Einige Interessante Gedanken und Ideen daraus:

  • 21 Millionen Bürger (s.a. ARD-ZDF-Online-Studie) in Deutschland kommunizieren über Soziale Netzwerke (Hauptsächlich wurde über Facebook, Twitter Xing und LinkedIn gesprochen, Nischen- und Special-Interest-Netzwerke wie Researchgate wurden nicht erwähnt).
  • Das englische “social” hat eine andere Bedeutung als das deutsche “sozial”, das mit sozialer Verantwortung in Beziehung gesetzt wird.
  • Manfred Spitzer: “nur über Computer kann man keine echten Beziehungen pflegen.
  • Ein “like” oder ein “gefällt mir” ist ein digitales Lächeln.
  • Ein soziales Netzwerk ähnelt mehr einem Börsenticker (Strom von Nachrichten), als einer normalen Webseite.
  • Soziale Netzwerke als “private Öffentlichkeit”.
  • Jan-Hinrik Schmidt kam mehrfach zu Wort.
  • Beziehungsmanagement und Kontaktpflege sind wichtige Aufgaben.
  • Wie in unserem Web 2.0 Führerschein wurde die Dunbar-Zahl erwähnt :)
  • Eine Schülerin berichtet, wie ein Englisch-Referat vollständig über Facebook vorbereitet wurde (soziale Netzwerke als Lernplattformen).
  • Gibt es die Filterblase (filter bubble)?
  • Daten in sozialen Netzwerken werden für kommerzielle Zwecke ausgewertet (soziale Netzwerke sind nicht kostenlos, man bezahlt mit Daten, nicht Geld). Medienkompetenz ist ein wichtiger Schlüssel.

Bisher gab es bei Wirklichkeit 2.0 unter #fkmedien so gut wie keinen Twitter-Verkehr während der Sendung. Das ist auch mal schön, einfach entspannt und konzentriert zuzuhören. Die Hintergrundmusik ist recht anstrengend, vielleicht handelt es sich dabei um hörbar gemachten Netzwerkverkehr?

Future Insights – The top trends for 2012 according to SHRM’s HR subject matter expert panels

Auf Grundlage von Aussagen der Panel Experten werden in dieser Studie die aktuellsten HR Trends und Themen in den folgenden 12 Untersuchungsbereichen aufgeführt:

  1. Corporate Social Responsibility and Sustainability
  2. Employee Health, Safety and Security
  3. Employee Relations
  4. Ethics
  5. Global HR
  6. Human Capital Measurement / HR Metrics
  7. Labor Relations
  8. Organizational Development
  9. Staffing Management
  10. Technology & HR Management
  11. Total Rewards / Compensation & Benefits

Unter anderen kommt die vorliegende Studie zu einigen interessanten Aussagen, die zeige, dass ökonomische und gesellschaftliche Trends bereits heute in den Überlegungen von HR Managern mit einbezogen werden. (“Future of Work”). Auch in dieser Studie wird einmal mehr ersichtlich, welche enormen Chancen Social Media generell und speziell im Personalbereich bieten kann:

  • Zunehmende Bedeutung von Social Networking, besonders im Bezug auf Personalbeschaffung bzw. Recruiting
  • Globalisierung und Marktabhängigkeiten führen zu erhöhter Volatilität und erfordern daher erhöhte Flexibilität
  • Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern trotz hoher Arbeitslosenzahlen (US) und Bedenken ob der US Bildungssektor in der Lage sein wird diese Nachfrage zu befriedigen.
  • Demographischer Wandel und deren Einfluss auf die Personalstruktur & Verfügbarkeit

MOOC mit 1.0 und 2.0 Komponenten

Aktuell mache ich bei einem Online-Kurs mit, der sich anders anfühlt, als andere. Normalerweise werden bei einem MOOC wöchentliche Inputs über soziale Medien gegeben und die Online-Gemeinde antwortet in ebendiesen. Der Kurs Wirklichkeit 2.0 des Hessischen Rundfunk ist anders. Es werden insgesamt 23 halbstündige Folgen im Radio ausgestrahlt (ja, das gibt es noch!). Da man hier in Bayern keinen hessischen Rundfunk empfängt, folge ich den Senungen mit der radio.de App. Man kann die Beiträge auch als Podcast herunterladen.

Feedback kann über Twitter (#fkmedien), Facebook und einen Kursblog gegeben werden. Im Vergleich zu anderen MOOCs passiert in den sozialen Medien meiner Wahrnehmung mach etwas weniger. Nach den 23 Beiträgen kann man dann bei den Volkshochchulen sogar eine Prüfung ablegen und ein Zertifikat erhalten.

Ich finde insbesondere die Kombination aus klassischen und neuen Medien sowie informellen undmformellen Lernen spannend, da diese bestimmt auch beim Einsatz solcher Formate in Unternehmen notwendig sein wird.

 

Wiki Fallstudie 5: IHK Darmstadt

Unternehmen

IHK Darmstadt

Abteilung

Ganzes Unternehmen

Ausgangssituation

Ablösung des Intranets durch ein Wiki, da…

  • Uneinheitlich strukturierte Dokumente in Datenbanken
  • Unzureichende Suchmöglichkeiten

Anwendungsfall

  • Organisationshandbuch
  • Fachlexikon
  • Schwarzes Brett
  • Projektabschlussberichte
  • Prozessleitfäden
  • Selbstdarstellung von Abteilungen

Ergebnis

  • Sehr hohe Nutzungsrate des Wikis
  • Verbesserte Lernprozesse. (z.B. Verringerung des Einarbeitungsaufwands bei neuen Mitarbeitern)
  • Schnelleres Auffinden, dokumentieren und verteilen von Informationen

Weiterführende Informationen

http://www.e20cases.org/fallstudien/ihk-darmstadt-das-wiki-als-intranet-2-0/

Infrastruktur für Unkonferenzen

Seit 2005 sind wir nun mit der Organisation verschiedener Unkonferenzen unterwegs. Im Herbst 2005 haben wir, inspiriert durch ein Format mit dem Namen LexThink, unseren Cogneon KnowledgeJam ins leben gerufen. 2006 waren wir beim ersten BarCamp Nürnberg dabei. Ein Erfahrungsbericht von mir dazu beim GfWM Stammtisch Metropolregion Nürnberg führte schließlich zur Gründung des GfWM KnowledgeCamp, das 2009 erstmalig in Karlsruhe stattfand. Was wor bei allen derartigen Events gelernt haben ist, dass die Infrastruktur ein entscheidender Erfolgsfaktor für das gelingen ist. Mit Infrastruktur ist nur die Technik wie WLAN&Co. gemeint, somdern auch die Räumlichkeiten und das Umfeld. Nur dann kann diese innovative Lernmethode ihre vollen Möglichkeiten entfalten.

Daher freue ich mich jetzt schon sehr auf die zweite Ausgabe der Humbold-Kosmos-Multiversity (#hkm12), die wir im Rahmen des New Club of Paris auf Teneriffa vom 20.-29.11.2012 organisieren. Raumsponsor und Veranstaltungsort ist das Hotel Maritim in Puerto de la Cruz.

Die einzelne. Session-Räume haben einen schönen Blick zum Meer.

Von jedem der Session-Räume gibt es einen Zugang zu einer großen Dachterasse.

Von der Dachterasse, auf der sich sicher gute informelle Gespräche in den Pausen, aber auch ganze Sessions führen lassen, hat man einen Blick in die Bucht.

Wer kurzentschlossen noch teilnehmen möchte einfach melden, da es für Teilnehmer vergünstigte Konditionen für das Hotel gibt.