Multimedia selbst gemacht–Selbstversuch mit der Hollywood-Software Lightworks

Wissenstransfer funktioniert am besten direkt von Mensch zu Mensch. Doch manchmal ist dieser direkte Transfer nicht möglich, z.B. wenn sich die Menschen an verschiedenen Orten befinden oder Wissen über einen großen Zeitraum hinweg bewahrt werden soll. In diesen Fällen kommt die Dokumentation ins Spiel, bei der man versucht, Wissen in Medien abzubilden. Häufiger werden dazu Texte und statische Bilder in Word- oder Powerpoint-Dokumenten verwendet. Manchmal reicht das aber nicht aus.Den Prozess Expert Debriefing zur Wissensbewahrung setzen wir mittlerweile seit 15 Jahren ein. Dort haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich in bestimmten Situationen Ton- oder Bewegtbild-Dokumente (Audio, Video) für den Wissenstransfer besser eignen. In unseren Expert-Debriefing-Schulungen bringen wir den zukünftigen ModeratorInnen auch Grundkenntnisse in Audio-/Video-Podcasting sowie Screencasting bei.

Getrieben durch die breite Verfügbarkeit von sozialen Medien in Unternehmen, stieg in der jüngeren Vergangenheit aber auch die Nachfrage nach Multimedia-Grundausbildungen für WissensarbeiterInnen unabhängig von Expert Debriefing stark an. So haben ich beispielsweise im Rahmen des adidas Learning Campus am Aufbau interner Media Labs mitgewirkt, die den MitarbeiterInnen Infrastruktur, Ausrüstung und Lern-Tutorials zur Verfügung stellt.

Teil der Media Labs ist der Cogneon Orange Stick, ein USB-Stick mit portabler Software für WissensarbeiterInnen inkl. Audio-/Video-Aufnahme und –Bearbeitung. Grundphilosophie des Sticks ist, nach Möglichkeit kostenfreie und sehr einfach zu bedienende Anwendungen einzusetzen, um eine möglichst große Akzeptanz und Verbreitung in der Organisation zu erreichen.

Im Media Lab setzen wir auf Windows Movie Maker (kostenfrei) und Magix Video Deluxe (kostenpflichtig) für den Videoschnitt. Professionelle Videojournalisten setzen hier in der Regel Avid XPress ein. Großer Nachteil des kostenfreien Movie Maker ist, dass einige Funktionen fehlen, die im Kontext von Wissenstransfer häufig benötigt werden (z.B. Bild-im-Bild und Bauchbinden bei Vortragsaufzeichnungen.

Daher habe ich letzte Woche ein Experiment mit der Software Lightworks gestartet, mit der auch Terminator und Pulp Fiction geschnitten wurden. Für das soziale Intranet von Audi habe ich einen Vortrag von Harald Schirmer auf der Tagung Zusammenarbeit 2.0 aufgenommen. Für die Abnahme von Bild und Ton kamen Canon XA25 und Sennheiser ew100 G3 Funkstrecke zum Einsatz, die auch im Media Lab eingesetzt werden. Für den Schnitt habe ich Lightworks verwendet, das in der Basisversion übrigens kostenfrei ist.

lwks-schnitt

Die Erfahrungen mit Lightworks waren sehr gut. Die Bedienung ist zwar etwas anders, als in anderen Anwendungen, aber die Einarbeitung ging trotzdem zügig. Ich denke, wir werden Lightworks in die Software-Liste der Media Labs und auch ins Curriculum unserer DIY-Multimedia-Workshops mit aufnehmen, insbesondere für das Abfilmen von Vorträgen und Schulungen. Das nächste Einsatzszenarien zum Testen werden die Vorträge im Rahmen der adidas Global Week of Learning im Juli.

Wer an den Erfahrungen interessiert ist, kann zum KnowTech-Beitrag “Multimedia selbst gemacht – Video und Audio für soziale Intranets produzieren” (siehe Programm, letzte Seite rechts unten) oder einem der nächsten DIY-Workshops vorbeischauen.

Berater, Coach und Geschäftsführer bei Cogneon

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